Jesus geht verloren

Jürg Birnstiel
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Serie | 9 Teile

Die Jugendjahre von Jesus


Reihe: Die Jugendjahre von Jesus (4/9)

Lukas-Evangelium 2,41-52

Einleitende Gedanken Mit fünf Jahren staute ein Bub Wasser in kleinen Lehmmulden. Da kam der Sohn des Schriftgelehrten Annas, nahm einen Weidezweig und brachte damit das Wasser, das der Junge gestaut hatte, zum Abfliessen. Als dieser sah, was geschah, wurde er aufgebracht und sprach zu ihm: «Du Frecher, du Gottloser, du Dummkopf, was haben dir die Gruben und das Wasser zuleide getan? Siehe, jetzt sollst auch du wie ein Baum verdorren und weder Blätter noch Wurzeln noch Frucht tragen.» Und alsbald verdorrte der Sohn des Schriftgelehrten ganz und gar. Da machte sich der Fünfjährige davon und ging nach Hause. Die Eltern des Verdorrten aber trugen diesen, sein Jugendalter beklagend, weg, brachten ihn zum Vater des Fünfjährigen und machten ihm Vorwürfe: «Solch einen Knaben hast du, der so etwas tut.» Als dieser Fünfjährige ungefähr acht Jahre alt wurde, ging er zu seinem Vater in die Werkstatt, der Zimmermann war und Pflüge und Joche herstellte. Nun erhielt sein Vater von einem Reichen den Auftrag, ihm ein Bett anzufertigen. Da aber das eine Brett kürzer war als das sogenannte Gegenstück und sie nicht wussten, was tun, sagte der Junge zu seinem Vater: «Lege die beiden Hölzer nieder und mache sie von der Mitte aus auf der einen Seite gleich.» Und der Vater tat, wie er ihm gesagt hatte. Da trat der Junge auf die andere Seite, fasste das kürzere Holzstück an, streckte es und machte es dem anderen gleich. Und sein Vater sah es und staunte, und er umarmte seinen Sohn und küsste ihn und sprach: «Selig bin ich, dass mir Gott diesen Knaben geschenkt hat!» Ich könnte noch viele Geschichten von diesem Jungen erzählen, einem Jungen, der Wutanfälle hat, der erstaunliche Wunder vollbringt, der sich von älteren Gelehrten nicht belehren lässt, sondern sie beleidigt und beschämt usw. usf. Ein Junge, dessen Worte, ob gut oder bös, zu Taten wurden. Dieser Junge soll Jesus sein und wir finden diese Geschichten im sogenannten Kindheitsevangelium nach Thomas (KThom). Eine Schrift, die vermutlich Ende des 2. Jahrhunderts entstand und weite Verbreitung fand, ist aber nicht mit dem heute bekannteren Thomasevangelium zu verwechseln. Diese Geschichten über die Kindheit von Jesus sind völlig absurd. Sie zeigen den grossen Unterschied zwischen Geschichten, die von Menschen erdacht wurden und den Berichten in der Bibel, die durch Gottes Einwirkung entstanden sind. Im Neuen Testament finden wir nur eine Geschichte aus der Jugendzeit von Jesus. Diese Geschichte, werden wir jetzt gleich genauer anschauen. Sie steht im Lukasevangelium Kapitel 2, Verse 41-52. Jesu Eltern zogen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem hinauf. Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie den Jungen mit und gingen wieder dorthin, wie es der Sitte entsprach. Lukas 2, 41-42. Doch als sie sich nach den Festtagen auf den Heimweg machten, blieb Jesus in Jerusalem, ohne dass seine Eltern etwas davon wussten. Lukas 2, 43. Sie dachten, er sei irgendwo in der Pilgerschar. Erst nachdem sie eine Tagereise zurückgelegt hatten, fingen sie an, unter Verwandten und Bekannten nach ihm zu suchen. Lukas 2, 44. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, um ihn dort zu suchen. Endlich, nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel; er sass mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Lukas 2, 45-46. Alle, die dabei waren, staunten über die Klugheit seiner Antworten. Seine Eltern waren völlig überrascht, ihn hier zu sehen. »Kind«, sagte seine Mutter zu ihm, »wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht.« Lukas 2, 47-48. Jesus erwiderte: »Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?« Doch sie verstanden nicht, was er damit meinte. Lukas 2, 49-50. Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter behielt alle diese Dinge in ihrem Herzen. Lukas 2,51 Jesus nahm weiter zu an Weisheit und wuchs zu einem jungen Mann heran. Er fand Gefallen bei Gott und den Menschen. Lukas 2,52

Der Erlöser feiert das Fest der Erlösung

Die Juden waren aufgrund der Anweisungen von Mose dazu angehalten, jedes Jahr zu den drei grossen Festen nach Jerusalem zu reisen. So steht es im fünften Buch Mose: „Dreimal in jedem Jahr sollen alle Männer Israels zum HERRN, eurem Gott, an die Stätte kommen, die er auswählen wird: zum Fest der Ungesäuerten Brote, zum Pfingstfest und zum Laubhüttenfest.“ 5. Mose 16, 16. Die Frauen waren zur Teilnahme nicht verpflichtet, durften aber selbstverständlich an diesen Festen teilnehmen. Da Josef und Maria, die Eltern von Jesus, gottesfürchtige Juden waren, reisten sie jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem. Am Passafest erinnerten sich die Juden an die Befreiung aus der 400 Jahre dauernden Unterdrückung und Diskriminierung in Ägypten. Mose wurde damals von Gott beauftragt, das Volk Israel aus Ägypten in das Land zu führen, das Gott hunderte Jahre zuvor Abraham versprochen hatte. Der Pharao, der ägyptische Herrscher, wollte die Israeliten nicht ziehen lassen. Wer will schon so viele billige Arbeitskräfte hergeben? Zehn furchtbare Plage waren nötig, bis der Pharao Israel endlich ziehen liess. Die Zehnte Plage war die schrecklichste für die Ägypter, denn es starben alle männlichen Erstgeborenen von Mensch und Tier. Von dieser Plage war jede Familie betroffen – eine Horrornacht für die Ägypter. Die Israeliten wurden vor diesem Gericht verschont, wenn sie an diesem Tag ein Lamm schlachteten und mit dessen Blut die Türrahmen ihrer Häuser bestrichen. Gott versprach: „Überall, wo ich dieses Blut sehe, werde ich vorübergehen, und so werdet ihr verschont bleiben, wenn ich strafend durch ganz Ägypten gehe.“ 2. Mose 12, 13. So geschah es. Die Israeliten wurden verschont. Endlich liess sie der Pharao ziehen. So wurden sie aus ihrer entwürdigenden Unterdrückung erlöst. An dieses Ereignis erinnerte man sich am Passafest und deshalb wurden an diesem Fest Lämmer geopfert und während sieben Tagen mussten die Juden ungesäuertes Brot essen. So hatte das Gott angeordnet: „Vom Abend des 14. Tages bis zum Abend des 21. Tages im 1. Monat dürft ihr nur ungesäuertes Brot essen.“ 2. Mose 12, 18. Deshalb wird dieses Passafest auch als Fest der ungesäuerten Brote bezeichnet. Jedenfalls soll dieses Fest jedes Jahr die Israeliten an ihre Befreiung und Erlösung erinnern. Hätte Gott sie nicht aus Ägypten befreit, könnten sie jetzt nicht in ihrem Land leben. Die Eltern von Jesus reisten jedes Jahr zu diesem grossen jüdischen Fest. „Und als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie den Jungen mit und gingen wieder dorthin, wie es der Sitte entsprach.“ Lukas 2, 42. Da Lukas zuerst sagt, dass Josef und Maria jedes Jahr zum Fest nach Jerusalem reisten, könnte es sein, dass er hier sagen wollte, dass sie Jesus mit zwölf Jahren mitnahmen, wie es der Sitte oder dem Brauch entsprach. Es kann sein, dass ein Knabe mit zwölf Jahren während dem Passafest durch ein Ritual in die religiöse Mündigkeit geführt wurde. So wie die Juden es heute mit Jungs, die das 13. Lebensjahr erreicht haben, tun. Bar-Mizwa nennen sie diese Feier. Der Junge verpflichtet sich feierlich, sich an die religiösen Vorschriften des Judentums zu halten. Mit diesen Fest werden sie für mündig erklärt. Leider sind bei uns solche Übergangsrituale im Erwachsenwerden verloren gegangen, dabei wären sie für eine gesunde Entwicklung sehr hilfreich. Lukas berichtet nichts über das Fest und was Josef, Maria und Jesus in diesen Tagen machten und erlebten. Er kann davon ausgehen, dass Theophilus, dem er dieses Evangelium schreibt, darüber bestens Bescheid weiss.
Leider berichtet uns Lukas auch nicht, wie Jesus dieses Fest erlebte. Es kann gut sein, dass Jesus schon mit 12 Jahren wusste, dass er ungefähr 21 Jahre später als das Lamm Gottes während genau diesem Passafest geopfert werden wird. Er wird das Lamm sein, das die Menschen erlösen wird. Diesmal nicht aus der Unterdrückung in Ägypten, sondern aus der Unterdrückung durch die zerstörende Kraft der Sünde. Bis es soweit war feierte Jesus, der Erlöser, jedes Jahr das Fest der Erlösung. Doch wenn Jesus als Lamm Gottes hingerichtet werden wird, wird dieses Fest eine tiefere Bedeutung bekommen. Johannes der Täufer kannte diesen Zusammenhang und rief, als er Jesus sah: „Seht, hier ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ Johannes 1, 29. Jesus wird die Menschen aus der Gefangenschaft der zerstörenden Sünde retten. Weil Jesus sich opfern liess, können wir mit unserer Schuld zu Jesus kommen und wir werden erlöst werden. Paulus sagte den Christen in Korinth in Bezug auf ihre Sünden folgendes: „Macht es so, wie man es vor dem Passafest macht: Entfernt den alten, durchsäuerten Teig, damit ihr wieder das werdet, was ihr doch schon seid – ein frischer, ungesäuerter Teig. Ihr seid es, weil der geopfert wurde, der unser Passalamm ist: Christus.“ 1. Korinther 5, 7. Das heisst: Bekennt eure Sünden damit ihr ein Leben führen könnt, dass Gott gefällt, dafür ist Jesus gestorben. Was dachte wohl Jesus, als er an diesem Passafest war?

Der Sohn sucht die Nähe zum Vater

Lukas berichtet uns ausführlicher über die dramatische Rückreise. Da von jeder Ortschaft viele Israeliten unterwegs waren, reiste man in grossen Karawanen von Familienmitgliedern, Nachbaren und Freunden. Man kannte sich gut und jeder schaute auf den anderen. Es war wie an einem Gemeindewochenende. Da sind die Kinder irgendwo mit irgendjemandem unterwegs und alle kümmern sich um sie. So gingen Josef und Maria ganz selbstverständlich davon aus, dass sich Jesus irgendwo in dieser Reisegruppe befinden würde. „Erst nachdem sie eine Tagereise zurückgelegt hatten, fingen sie an, unter Verwandten und Bekannten nach Jesus zu suchen.“ Lukas 2, 44. Sie fanden ihn nicht! Eltern muss ich ja nicht beschreiben, welche Gefühle sich entwickeln, wenn man seine Kinder sucht und nicht findet – Angst und Sorgen nehmen die Gedanken und Gefühle gefangen. Sie eilten zurück nach Jerusalem und dazu benötigten sie wieder einen Tag – bange Stunden für Eltern! Jesus schien sich darüber keine grossen Gedanken zu machen. Er verbrachte seine Zeit im Tempelbezirk. Er war ja jetzt mündig und konnte bei Fragen über den Glauben und die Tora mitreden. „Er sass mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen.“ Lukas 2, 46. Das war eine ganz normale Unterrichtsmethode. Die Lehrer hielten nicht Vorträge, sondern das Lernen fand in einem Dialog statt. Die Schüler fragten die Lehrer und die Lehrer gaben Antwort oder stellten eine Rückfrage. Auch Schüler stellten sich gegenseitig Fragen. Das ist übrigens eine sehr effektive Lernmethode. So konnten Unklarheiten seitens des Lernenden entdeckt und falsche Auffassungen berichtigt werden. Jesus beteiligte sich intensiv an diesem Austausch. „Und alle, die dabei waren, staunten über die Klugheit seiner Antworten.“ Lukas 2, 47. Als Josef und Maria in Jerusalem ankamen, mussten sie sich in einem panikartigen Zustand befunden haben. Werden sie ihren Sohn in Jerusalem finden? Und wenn sie ihn nicht finden, wo könnte er dann sein? Sie konnten nicht jemandem von ihrer Karawane anrufen und fragen, ob Jesus vielleicht doch noch aufgetaucht sei. Als sie Jesus in der Stadt nicht finden konnten, gingen sie zum Tempel. „Endlich, nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel.“ Lukas 2, 46. Drei Tage meint vermutlich nicht, dass sie noch drei Tage in Jerusalem suchten, sondern dass sie ihn nach drei Tagen endlich wieder zu Gesicht bekamen. Hätten sie Jesus verletzt gefunden, hätten sie ihn vielleicht erleichtert in die Arme genommen und sie wären einfach nur froh gewesen, ihn wieder gefunden zu haben. Doch Jesus war nicht verwundet, sondern wohlauf und wie bereits gesagt, engagiert im Gespräch. „Seine Eltern waren entsetzt, als sie ihn hier fanden.“ Lukas 2, 48. Und mit einer gewissen Erleichterung fasste Maria ihr Entsetzen in Worte: „Kind, warum hast du uns das angetan? Dein Vater und ich haben dich überall gesucht und grosse Angst um dich ausgestanden.“ Lukas 2, 48. Wie konntest du uns das antun! Doch Jesus antwortete: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?“ Lukas 2, 49. Das war kein Vorwurf an seine Eltern. Jesus zeigte sich vielmehr darüber verwundert, dass seine Eltern nicht auf die Idee kamen, er könnte sich im Tempel befindet. Maria und Josef wussten doch ganz genau, dass Jesus ein ganz besonderes Kind ist. Sie wussten, dass er der Messias sein musste, der durch göttliches Einwirken empfangen wurde. Da kann es doch nicht überraschen, dass Jesus die Nähe zu seinem himmlischen Vater suchte. Und damals verstand man den Tempel in Jerusalem als den Ort, an dem die Gegenwart Gottes besonders stark war. Der Tempel als Symbol für die Wohnstätte Gottes auf dieser Erde. So suchte Jesus dort die Nähe zu seinem Vater. Dort war sein eigentliches Zuhause. Das müssten doch seine Eltern verstehen. „Doch die Eltern verstanden nicht, was er damit meinte.“ Lukas 2, 50. Sie konnten das, was geschehen war, nicht einordnen. Sie verstanden nicht, was Jesus ihnen damit sagen wollte, aber: „Seine Mutter behielt alle diese Dinge in Ihrem Herzen.“ Lukas 2, 51. Damit meint Lukas alle Dinge, die mit Jesus ihrem Sohn geschahen und etwas ausserordentlich waren. Sie bewegte das alles in ihrem Herzen und sie wird sich gefragt haben, wohin das alles noch führen wird. Lukas will uns mit dieser Begebenheit vermutlich darauf aufmerksam machen, dass Jesus bereits als Kind wusste, wer sein wirklicher Vater war. Er kannte seine Herkunft und wusste, dass er der Sohn Gottes ist. Alle, die behaupten möchten, dass Jesus keine Kenntnis über seine Herkunft hatte und nicht wusste, dass er der Messias ist, soll hier des Besseren belehrt werden. Jesus wusste bereits als Jugendlicher, dass er Gottes Sohn ist und sein wirklicher Vater Gott ist.

Das Kind entwickelt sich ganz normal

Nun könnte man in der Versuchung stehen, aufgrund dieses Vorfalls im Tempel, zu behaupten, Jesus würde langsam in eine pupertäre Phase kommen und würde sich gegen seine Eltern auflehnen. Jesus würde sich nun zu einem Wunderkind entwickeln, vor dem sich sogar die Erwachsenen fürchten müssen, so wie Jesus leider später bei dem Kindheitsevangelium nach Thomas beschrieben wurde. Aber so war es nicht! Jesus war weder pupertierend und widerspendstig noch aufmüpfig. „Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam.“ Lukas 2, 51. Jesus gehorchte seinen Eltern. Er wuchs auf und entwickelte sich wie ein ganz normales Kind. Er war dem Wachstum in jeder Hinsicht unterworfen. Jesus war kein Erwachsener in einem Kinderkörper. Das macht Lukas deutlich, wenn er schreibt: „Jesus nahm weiter zu an Weisheit und wuchs zu einem jungen Mann heran. Er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.“ Lukas 2,52

Schlussgedanke Die Absicht, warum Lukas sein Evangelium schrieb, war es, seinem Freund Theophilus zu zeigen, dass sein Glaube an Jesus, nicht der Idee eines Menschen entspricht, sondern geschichtliche Ereignisse, die Grundlage bilden. Er begründete die Niederschrift seinem Freund so: „Du sollst dadurch die Zuverlässigkeit der Lehre erkennen, in der du unterwiesen wurdest.“ Lukas 1, 4. Ich denke Lukas wollte mit dieser Geschichte dem Theophilus zeigen, dass Jesus der Sohn Gottes ist und gleichzeitig ganz Mensch war. Er wollte ihm zeigen, dass diese Überzeugung, dass Gott ganz Mensch geworden ist zuverlässig ist und sein Glaube auf einem wirklich guten Fundament steht. Es ist wichtig, dass unser Glaube ein gutes und verlässliches Fudament hat, wäre das nicht der Fall, dann wäre alles, was wir glauben, bedeutungslos. Dass Jesus ganz Gott und ganz Mensch war ist von grösster Bedeutung. Im Hebräer wird Jesus als unser Hoherpriester bezeichnet. Also als der, der uns mit dem Gott in Verbindung bringt. Es heisst: „Jesus ist ja nicht ein Hoherpriester, der uns in unserer Schwachheit nicht verstehen könnte. Vielmehr war er – genau wie wir – Versuchungen aller Art ausgesetzt, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass er ohne Sünde blieb.“ Hebräer 4, 15. Ganz wichtig ist die Tatsache, dass Jesus unser Hoherpriester ist und es zwischen anderen Hohenpriestern und uns einen entscheidenden Unterschied gibt: Jesus war ohne jegliche Sünde. Nur weil er ohne Sünde war, konnte er für unsere Sünde bezahlen und uns als das Passalam Gottes davon erlösen. Damit hat uns Jesus den Weg zum Thron Gottes geöffnet und wir sind beim Höchsten zur Audienz eingeladen und dürfen ihm unsere Nöte bringen. Der Hebräer meint: „Wir wollen also voll Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten, damit er uns sein Erbarmen schenkt und uns seine Gnade erfahren lässt und wir zur rechten Zeit die Hilfe bekommen, die wir brauchen.“ Hebräer 4,16