Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 485: Beten lernen, Teil 1
Einführung ins Beten lernen
In der letzten Episode war mir der Punkt wichtig, dass man das Beten lernen muss. Wenn die Jünger es nicht von sich aus konnten – und das, obwohl sie schon einige Zeit mit Jesus unterwegs waren und bereits von Johannes dem Täufer etwas über Gebet gelernt hatten – dann sollten auch wir das Beten lernen wollen.
Lukas 11,1:
Und es geschah, als er an einem Ort war und betete, da sprach, als er aufhörte, einer seiner Jünger zu ihm: „Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.“
Diese Idee, dass man das Beten lernen sollte, wird noch dadurch unterstrichen, dass das Neue Testament voll ist von Bibelversen, die uns zum Beten auffordern.
1. Thessalonicher 5,17:
Betet unablässig!
Römer 12,12:
Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet!
Epheser 6,18:
Betet allezeit mit allem Gebet und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen.
Philipper 4,6:
Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.
Kolosser 4,2:
Seid beharrlich im Gebet und wacht darin mit Danksagung.
1. Petrus 4,7:
Das Ende aller Dinge ist nahe gekommen. Seid nun nüchtern und wachet zum Gebet!
Man kann diese Verse nicht lesen, ohne zu verstehen, dass Gebet definitiv zu den Dingen gehört, die Gott von uns will. Ein Leben als Christ ohne Gebet ist ein Leben, das sich ganz bewusst dem Mangel hingibt. Denn wie formuliert Jakobus so treffend:
Jakobus 4,2:
Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet.
Das heißt dann aber: Wenn wir das Beten lernen, tun wir uns damit etwas richtig Gutes. Ich bin davon überzeugt, dass man im Leben nichts lernt, das wertvoller ist als das Gebet. Wir lernen so viel: das Autofahren, eine Fremdsprache, die Zubereitung von Spätzle, das Schachspielen. Aber für viele Christen ist die Idee, dass man auch das Beten lernen muss, noch fremd.
Dass es sich beim Beten um etwas handelt, für das man Ausdauer, Besonnenheit, Aufmerksamkeit und Vorbereitung braucht, ist vielen Christen in Deutschland eher unbekannt. Deshalb die Frage: Wie lernt man beten?
Vorbemerkung:
Ich bin kein Experte darin, anderen das Beten beizubringen. Mir macht das Beten Freude, und ich weiß, dass keine Lust dazu haben keine Option ist, weil ich Gottes Segen brauche. Ich nehme Jakobus mit seinem „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet“ sehr ernst. Deshalb ist Beten für mich ein fester Bestandteil meines Lebens.
Ich gehe fast jeden Tag im Wald eine Runde beten. Ich achte darauf, dass ich lange genug unterwegs bin, um wirklich bei Gott anzukommen. Meine Gebetszeit strukturiere ich nach dem Vaterunser. Ich mache das seit Jahrzehnten, und es hat sich, genau wie der Ruhetag, in meinem Leben bewährt.
Wer jetzt denkt: „Ich habe doch nicht jeden Tag eine Stunde Zeit zum Beten!“, den kenne ich. Dem möchte ich sagen: Meine Erfahrung ist, dass Gebet Zeit spart. Das muss man ausprobieren, man kann es nicht erklären. Aber es hat mit dem Segen zu tun, der durch das Bitten ins Leben fließt.
Für mich heißt das auch: Wenn der Druck in meinem Leben zunimmt, bete ich mehr, nicht weniger. Kommt das Chaos und die Angst, dann wird aus dem Stoßgebet der lange, fast fastende Gebetsspaziergang. So bin ich drauf, und ich glaube, es ist gut so.
Aber ich möchte bei einer so persönlichen Sache wie dem Gebet nicht den Eindruck erwecken, jeder müsse so werden wie ich, um ein reifer Christ zu sein. Soweit die zu lange geratene Vorbemerkung.
Wie lernt man beten?
Erster Schritt:
Ich überzeuge mich selbst davon, dass Gebet mehr ist als nur ab und zu mal irgendwie mit Gott zu reden.
Zweiter Schritt:
Ich schaue mir das Vaterunser an und verstehe, wie Jesus sich mein Gebet wünscht. Ich erinnere noch einmal an die Episoden 217 bis 225.
Dritter Schritt:
Ich plane eine konkrete tägliche Gebetszeit, die lange genug ist, um meine Seele im Reden mit Gott satt zu machen. Ich sage das, weil ich schon oft den Rat gehört habe, mit wenigen Minuten Gebet anzufangen. Davon halte ich persönlich gar nichts.
Das liegt daran, dass ich manchmal allein zehn Minuten brauche, um bei Gott anzukommen – vor allem dann, wenn mir viele Aufgaben und Sorgen durch den Kopf schießen. Erst nach etwa zehn Minuten wird mein Kopf langsam klar, um auf vernünftige Weise zu beten.
Wenn ich mich mit meinem besten Freund zum Quatschen treffe, geht es mir übrigens genauso. Unser Gespräch braucht immer ein paar Minuten, um in Fahrt zu kommen. Warum sollte das beim Beten anders sein?
Vierter Schritt:
Ich beschäftige mich mit den Themen des Vaterunsers.
Lukas 11,2-4:
Er sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung.
Die Themen sind Anbetung, Fürbitte, Bitte sowie die Aspekte Vergebung und Führung.
Wie beschäftige ich mich mit diesen Themen?
Naja, es braucht eigentlich nur eine Sache: etwas Zeit. Intelligentes Beten investiert in eine gute Vorbereitung. Und nein, ich will aus dem Reden mit Gott keine Wissenschaft machen.
Aber selbst ein Eheabend wird schöner, wenn beide Partner eine gute Frage oder ein interessantes Thema mitbringen. Tiefe Kommunikation lebt eben nicht nur von Spontaneität, sondern von ein klein wenig Vorbereitung.
Wie kann ich mich also auf die einzelnen Themen des Vaterunsers vorbereiten? Schauen wir sie uns der Reihe nach an.
Thema 1: Anbetung
Anbetung ist die Bewunderung Gottes. Um Gott auf unterschiedliche Weise zu bewundern, braucht es ein Repertoire an Ideen.
Ich für mich habe mir eine Liste mit Eigenschaften Gottes, mit Gottesnamen und biblischen Bildern für Gott zusammengestellt. Ich habe mir aufgeschrieben, was ich an Gott toll finde, sammle Momente, in denen er mich mit seiner Liebe überrascht, und denke darüber nach, wer er ist, was ihn auszeichnet und wofür er steht.
Ich habe all die Dinge, die mir an Gott wichtig geworden sind, in einer Liste im Handy zusammengestellt. Diese Gedanken zusammen mit dem Dank für das, was Gott mir gerade jetzt schenkt, sind für mich der Startpunkt, um Gott am Anfang meines Gebetsspaziergangs auf eine ganz persönliche Weise zu bewundern.
Ich sage Gott, was ich an ihm schätze und warum. Es ist nicht schwer, aber gerade beim Thema Anbetung wird mir eines wieder ganz deutlich: Der intelligente Beter ist immer ein Bibelleser. Wirklich inhaltlich stark beten kann nur der, der Gottes Wort kennt.
Wer Gott auf tiefe Weise anbeten will, ohne sich in banalen Allgemeinplätzen oder – schlimmer noch – in einem selbsterdachten Gottesbild zu verlieren, der muss eines tun: die Bibel lesen und Gott dabei zuhören, wie er sich selbst beschreibt.
So viel zum Thema Anbetung lernen. Warum ich hier nichts übers Singen von Anbetungsliedern gesagt habe, erfahrt ihr in der nächsten Episode.
Was könntest du jetzt tun?
Lerne das Vaterunser auswendig. Welche Version dabei verwendet wird, ist egal.
Das war’s für heute.
Ein Tipp fürs Leben:
Lerne Englisch. Es gibt einfach zu viel gute geistliche Literatur in dieser Sprache.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Persönliche Vorbemerkungen zum Beten
Ich bin kein Experte darin, anderen das Beten beizubringen. Mir macht das Beten Freude, und ich weiß, dass keine Lust darauf keine Option ist, weil ich Gottes Segen brauche. Ich nehme Jakobus mit seinem Satz „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet“ sehr ernst.
Deshalb ist Beten für mich ein fester Bestandteil meines Lebens. Fast jeden Tag gehe ich im Wald eine Runde beten. Dabei achte ich darauf, dass ich lange genug unterwegs bin, um wirklich bei Gott anzukommen. Meine Gebetszeit strukturiere ich nach dem Vaterunser.
Das mache ich seit Jahrzehnten, und es hat sich, genau wie der Ruhetag, in meinem Leben bewährt. Wer jetzt denkt: „Ich habe doch nicht jeden Tag eine Stunde Zeit zum Beten“, den kann ich gut verstehen. Aber meine Erfahrung ist: Gebet spart Zeit.
Das muss man ausprobieren, man kann es nicht wirklich erklären. Es hat mit dem Segen zu tun, der durch das Bitten ins Leben fließt. Für mich bedeutet das auch: Wenn der Druck in meinem Leben zunimmt, bete ich mehr, nicht weniger.
Kommt das Chaos und die Angst, dann wird aus dem Stoßgebet der lange, fast schon fastende Gebetsspaziergang. So bin ich drauf, und ich glaube, es ist gut so.
Aber bei einer so persönlichen Sache wie dem Gebet möchte ich nicht den Eindruck erwecken, jeder müsse so werden wie ich, um ein reifer Christ zu sein.
Soweit zu meiner etwas zu lang geratenen Vorbemerkung.
Schritte zum Beten lernen
Erste Schritte zur Überzeugung und Orientierung
Wie lernt man beten?
Der erste Schritt besteht darin, sich selbst davon zu überzeugen, dass Gebet mehr ist als nur ab und zu mal irgendwie mit Gott zu reden.
Im zweiten Schritt schaue ich mir das Vaterunser an und versuche zu verstehen, wie Jesus sich mein Gebet wünscht. Ich erinnere dabei an die Episoden 217 bis 225.
Der dritte Schritt ist, eine konkrete tägliche Gebetszeit zu planen, die lange genug ist, um meine Seele im Reden mit Gott wirklich satt zu machen. Ich erwähne das, weil ich oft den Rat gehört habe, mit nur wenigen Minuten Gebet zu beginnen. Persönlich halte ich davon nichts.
Das liegt daran, dass ich manchmal allein zehn Minuten brauche, um bei Gott anzukommen – besonders dann, wenn mir viele Aufgaben und Sorgen durch den Kopf schießen. Nach etwa zehn Minuten wird der Kopf langsam klar, sodass ich auf vernünftige Weise beten kann.
Wenn ich mich mit meinem besten Freund zum Quatschen treffe, geht es mir übrigens genauso. Unser Gespräch braucht immer ein paar Minuten, um in Fahrt zu kommen. Warum sollte das beim Beten dann anders sein?
Vertiefung durch das Vaterunser
Vierter Schritt
Ich beschäftige mich mit den Themen des Vaterunsers. In Lukas 11,2-4 heißt es: Er sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, unser nötiges Brot gib uns täglich, und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist, und führe uns nicht in Versuchung.
Die Themen sind Anbetung, Fürbitte, Bitte sowie die Aspekte Vergebung und Führung.
Wie beschäftige ich mich mit diesen Themen? Nun, es braucht eigentlich nur eine Sache: etwas Zeit. Intelligentes Beten investiert in eine gute Vorbereitung. Und nein, ich will aus dem Reden mit Gott keine Wissenschaft machen. Aber selbst ein Eheabend wird schöner, wenn beide Eheleute eine gute Frage oder ein interessantes Thema mitbringen.
Tiefe Kommunikation lebt eben nicht nur von Spontaneität, sondern auch von ein klein wenig Vorbereitung.
Wie kann ich mich also auf die einzelnen Themen des Vaterunsers vorbereiten? Schauen wir sie uns der Reihe nach an.
Anbetung als erster Schwerpunkt im Gebet
Thema eins: Anbetung. Anbetung ist die Bewunderung Gottes. Um Gott auf unterschiedliche Weise zu bewundern, braucht es ein Repertoire an Ideen.
Ich für mich habe mir eine Liste mit Eigenschaften Gottes, mit Gottesnamen und biblischen Bildern für Gott zusammengestellt. Ich habe aufgeschrieben, was ich an Gott toll finde, sammle Momente, in denen er mich mit seiner Liebe überrascht, und denke darüber nach, wer er ist, was ihn auszeichnet und wofür er steht.
All die Dinge, die mir an Gott wichtig geworden sind, habe ich in einer Liste auf meinem Handy zusammengestellt. Diese Gedanken, zusammen mit dem Dank für das, was Gott mir gerade jetzt schenkt, sind für mich der Startpunkt, um Gott am Anfang meines Gebetsspaziergangs auf eine ganz persönliche Weise zu bewundern. Ich sage Gott, was ich an ihm schätze und warum.
Es ist nicht schwer, aber gerade beim Thema Anbetung wird mir eines wieder ganz deutlich: Der intelligente Beter ist immer ein Bibelleser. Wirklich inhaltlich stark beten kann nur der, der Gottes Wort kennt. Wer Gott auf tiefe Weise anbeten will, ohne sich in banalen Allgemeinplätzen oder – schlimmer noch – in einem selbsterdachten Gottesbild zu verlieren, der muss eines tun: die Bibel lesen und Gott dabei zuhören, wie er sich selbst beschreibt.
So viel zum Thema Anbetung lernen. Warum ich hier nichts über das Singen von Anbetungsliedern gesagt habe, erfahrt ihr in der nächsten Episode.
Abschluss und praktische Empfehlung
Was könntest du jetzt tun? Lerne das Vaterunser auswendig. Welche Version du dabei wählst, ist egal.
Das war's für heute.
Ein Tipp fürs Leben: Lerne Englisch. Es gibt einfach zu viel gute geistliche Literatur in dieser Sprache.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
