Serie•Teil 5 / 23Joseph - Durch Leiden zur Herrlichkeit
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Rückblick und Einordnung der Josephsgeschichte
Wir sind bisher bis Kapitel 39,23 gelesen. Wir haben zwar immer wieder schon vorausgegriffen, und an dieser Stelle möchte ich vielleicht noch betonen: Es wäre sehr hilfreich als Vorbereitung, auch für die weiteren Seminare über Joseph, wenn man für sich die ganze Josephsgeschichte durchliest. Dann hat man die Verknüpfungen viel präsenter und profitiert einfach viel mehr.
Auch letztes Mal sind wir natürlich über Kapitel 39 schon längst hinausgegangen und haben vorausgegriffen. Dann ist es so, dass man die Zusammenhänge sofort viel besser versteht, wenn die ganze Geschichte präsent ist.
Darf ich bitten, Sven, dass du uns vorliest: Kapitel 40, Verse 1 bis 23, Joseph im Gefängnis.
Und es geschah nach diesen Dingen, da versündigten sich der Mundschenk des Königs von Ägypten und der Bäcker gegen ihren Herrn, den König von Ägypten. Und der Pharao wurde sehr zornig über seine beiden Hofbeamten, über den Obersten der Mundschenken und über den Obersten der Bäcker. Und er setzte sie in Gewahrsam in das Haus des Obersten der Leibwache, ins Gefängnis, an den Ort, wo Joseph gefangen lag. Und der Oberste der Leibwache stellte ihnen Joseph zur Seite, und er diente ihnen. Und sie waren eine Zeit lang in Gewahrsam.
Und sie hatten beide einen Traum, jeder seinen Traum in einer Nacht, jeder nach der Deutung seines Traumes, der Mundschenk und der Bäcker des Königs von Ägypten, die im Gefängnis gefangen lagen. Und Joseph kam am Morgen zu ihnen und sah sie, und siehe, sie waren missmutig. Und er fragte die Hofbeamten des Pharaos, die mit ihm im Haus seines Herrn in Gewahrsam waren, und sprach: Worum sind eure Angesichter heute so trübe? Und sie sprachen zu ihm: Wir haben einen Traum gehabt, und da ist niemand, der ihn deutet. Und Joseph sprach zu ihnen: Sind die Deutungen nicht Gottes? Erzählt mir doch.
Da erzählte der Oberste der Mundschenken Joseph seinen Traum und sprach zu ihm: In meinem Traum, siehe, da war ein Weinstock vor mir, und an dem Weinstock drei Reben. Und wie er Knospen trieb, schoss seine Blüten auf, seine Trauben reiften zu Trauben, und der Becher des Pharaos war in meiner Hand. Und ich nahm die Trauben und presste sie aus in den Becher des Pharaos und gab den Becher in die Hand des Pharaos.
Und Joseph sprach zu ihm: Dies ist seine Deutung: Die drei Reben sind drei Tage. In noch drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wieder in deine Stelle einsetzen, und du wirst den Becher des Pharaos in seine Hand geben nach der früheren Weise, als du sein Mundschenk warst. Aber erinnere dich an mich, wenn es dir gut geht, und erweise doch Güte an mir und erwähne mich beim Pharao und bring mich aus diesem Haus heraus. Denn gestohlen bin ich aus dem Land der Hebräer, und auch hier habe ich gar nichts getan, dass sie mich in den Kerker gesetzt haben.
Und der Oberste der Bäcker sah, dass er gut gedeutet hatte, und er sprach zu Joseph: Auch ich sah in meinem Traum, und siehe, drei Körbe mit Weißbrot waren auf meinem Kopf. Und im obersten Korb allerlei Esswaren für den Pharao, Backwerk, und die Vögel fraßen sie aus dem Korb auf meinem Kopf weg.
Und Joseph antwortete und sprach: Dies ist seine Deutung: Die drei Körbe sind drei Tage. In noch drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich an ein Holz hängen, und die Vögel werden dein Fleisch von dir wegfressen.
Und es geschah am dritten Tag, dem Geburtstag des Pharaos, da machte er allen seinen Knechten ein Festmahl. Und er erhob das Haupt des Obersten der Mundschenken und das Haupt des Obersten der Bäcker unter seinen Knechten. Und er setzte den Obersten der Mundschenken wieder in sein Schenkamt, dass er den Becher in die Hand des Pharaos gab. Und den Obersten der Bäcker ließ er hängen, so wie Josef ihnen gedeutet hatte. Aber der Oberste der Mundschenken dachte nicht mehr an Josef und vergaß ihn.
Vielen Dank, wir nehmen dieses Blatt zur Hand mit den Parallelen zwischen Josef und dem Messias.
Die Linien zwischen Josef und Christus
Die, die den Livestream anschauen können, können unten bei der Videobeschreibung auf den Link klicken und das gleiche Blatt herunterladen. Es sind bisher drei Blätter, und es geht um Blatt drei. Wir haben die Parallelen angeschaut, ab Kapitel siebenunddreißig bis neununddreißig, Vers sechs, letztes Mal. Und da sind wir gekommen bis Punkt siebenundvierzig, Parallelen. Jetzt schauen wir uns noch als Zusammenfassung vom letzten Mal die Parallelen 48 bis 60 an.
Wir haben gesehen, die Versuchungsgeschichte im Hause Potiphar, Kapitel 39, hat ganz erstaunliche Parallelen zur Versuchungsgeschichte in 1. Mose 3. Also zwei Versuchungsgeschichten im ersten Buch Mose mit ganz eindrücklichen Parallelen. Mit dem Unterschied, das habe ich letztes Mal nicht gesagt, möchte ich nicht einfach wiederholen: Adam hat versagt, obwohl er keine sündige Natur hatte. Gott hat den Menschen vollkommen erschaffen, oder, wie Prediger 7 sagt, Gott hat den Menschen gerade erschaffen, sie aber haben viele Ränke gesucht. Es kam zum Sündenfall.
Und in der Geschichte von Joseph ersehen wir einen Menschen, einen Nachkommen von Adam, der die sündige Natur von Adam seit dem Sündenfall geerbt hat, wie Römer 5,12 und folgende sagen. Die Sünde in uns, diese Kraft, die uns zum Bösen drängt, und wo die Versuchung von aussen immer einen Bundesgenossen findet. Aber Joseph hat verstanden. Erstaunlich, der Unterschied.
Und manche denken ja: Aber wie war das denn bei Adam? War da irgendwie doch schon im Computerprogramm ein Virus vorgegeben, der zum Sündenfall führte? Und dem ist nicht so. Auch bei Satan, der vor seinem Fall ein schirmender Cherub war, wie Hesekiel 28 sagt, wird betont, dass er vollkommen erschaffen wurde. Und vollkommen ist wirklich ohne einen eingebauten Virus. Woran lag es, dass Adam fallen konnte? Woran lag es, dass Lucifer, dieser Glanzstern, wie Jesaja 14 ihn nennt, fallen konnte? Weil Gott keine Marionetten erschaffen hat. Und Menschen sind auch keine künstliche Intelligenz. Und man kann sogar sagen: Künstliche Intelligenz ist gar keine Intelligenz, es ist künstliche, ja, jetzt kann man hier ein Wort anhängen, das eben beschreibt, was es wirklich ist. Es ist eine Überschätzung.
Aber eben, der Mensch ist nicht künstliche Intelligenz, die doch vorgeprägt ist. Obwohl die Programme lernen können, sind sie schon bereits vorgegeben. Und man merkt das, wenn man zum Beispiel Fragen eingibt, moralische Fragen, Fragen des Glaubens. KI weicht ständig aus bei gewissen Fragen. Wie kommt das? Aber andere Dinge kommen in Fragen, sofort kommt die Antwort: Ja. Weil das eben schon vorgefiltert ist. Die haben vorgefilterte Bahnen, und die verhindern, dass die Antworten zum Beispiel nicht politisch unkorrekt werden oder dass sie auch nicht ganz eindeutig klar biblisch sind bei moralischen Fragen.
Ja, aber eben der Mensch und auch die Engel wurden erschaffen als wirkliche Individuen, wirkliche Personen. Und in der Möglichkeit eines wirklich freien Willens bestand die Möglichkeit, eines Tages zu sagen: Nein. Aber das Nein war nicht programmiert. Das Nein ist wirklich das Individuum, das zur Entscheidung kommt: Ich will nicht. Und so ist Adam gefallen, so ist Lucifer gefallen, aber Joseph hat sich entschieden: Ich will dem Herrn treu bleiben.
Ja, und jetzt die Parallelen:
Punkt 48: Joseph wurde durch die Verlockung der Welt versucht. In seinem Fall war es eine üble Frau. Und die Parallele ist: Jesus wurde durch die Verlockung der Welt versucht. In Matthäus 4, in dem Versuchungsbericht in der Wüste, lesen wir, wie dann der Herr auf einen hohen Berg ging und die Reiche der Welt sah. Und Satan bot quasi die Welt an, und der Herr hat abgelehnt mit einem Bibelwort. Wie immer ein Bibelwort, und die Versuchung war abgewehrt. Also, das war die Verlockung: „Ich gebe dir alle Reiche, wenn du vor mir niederfällst“, sagte Satan. Josef widerstand der Sünde, haben wir gesehen, und Jesus widerstand der Sünde vollkommen immer. Aber wir haben gesehen: Im Zusammenhang mit dieser Versuchungsgeschichte wurde Josefs Kleid ausgezogen. Und wir haben die Parallele gesehen, wie dem Herrn Jesus dieses wunderbare Gewand von oben her, ohne Naht durchgewebt, ausgezogen wurde.
Joseph, Punkt 50, wurde verleumdet, massiv verleumdet. Jesus wurde verleumdet, Lukas 23,2-5, ganz schwere Anschuldigungen, die einfach erfunden und erlogen waren. Joseph wurde von Seiten der Heiden verworfen. Wir haben gesehen in der frühen Geschichte, wie seine Brüder, die Stammväter des Volkes Israels, ihn verworfen hatten. Aber jetzt in dieser Geschichte sehen wir, wie Joseph in Ägypten durch Heiden verworfen wurde. Und so geschah es eben auch: Der Herr Jesus wurde einerseits von der Masse seines Volkes abgelehnt als Messias, aber auch die Römer, die Heiden, haben ihn abgelehnt, verworfen.
Der Richter, das war im Fall von Joseph Potiphar, einer der höchsten Beamten des Pharao, trat auf die Anklage gegen Joseph ein. Die Klägerin war seine Frau. Und so sehen wir im Neuen Testament, zum Beispiel Lukas 23, wie der Richter für das römische Reich, Pontius Pilatus, auf die Anklage eintrat. Dann wurde die Hand an Joseph gelegt, sagt 1. Mose 39,20, und in Matthäus 26,50 sehen wir, wie der Herr Jesus in die Hand der Sünder kam, die Hände wurden an ihn gelegt. Joseph wurde dann abgeführt, und so wurde der Herr Jesus abgeführt, wie Markus 15,1 sagt.
Aber im Gefängnis haben wir letztes Mal schon gesehen: Der Oberste des Gefängnisses war beeindruckt von Joseph. Er merkte: Der ist ganz anders, das ist nicht ein Vergewaltiger, wie er angeklagt worden war. Und er findet Anerkennung in seinen Augen. Und so war das auch mit dem Hauptmann, also das war ein Offizier über hundert Soldaten, ein Zenturio. Matthäus 27,54 ist völlig überwältigt von dem Herrn und sagt: Dieser war Gottes Sohn. Und er erkannte seine Unschuld, wie der Oberste des Gefängnisses das eigentlich erkannte und darum Joseph im Gefängnis aufsteigen liess.
Nun, Joseph kam ins Gefängnis, und Jesus kam in Tod und Grab. Joseph wurde aber Herr über das Gefängnis, haben wir gesehen, und so wurde der Herr Jesus Herr über Tod und Totenreich und bekam sogar die Schlüssel des Totenreichs, wie Offenbarung 1,18 sagt. Die Gefangenen wurden in die Hand Josephs gelegt. Und so sagt Epheser 4,8, dass der Herr Jesus durch sein Leiden, durch sein Werk am Kreuz, die Gefangenschaft gefangen geführt hat. Und was bedeutet das? Dass er eben all die, die Satans Gefangene waren, aber die sich eben in ihrer Not zu ihm gewendet haben, gefangen genommen hat. Also ganz ähnlich, wie man Situationen hatte, zum Beispiel im Zweiten Weltkrieg, wo es Kriegsgefangene gab, und dann kam eine andere Macht und hat eben hier erobert und die Kriegsgefangenen gefangen genommen. Aber der Herr Jesus hat eben so uns Gefangene gefangen genommen, um uns dann schliesslich Freiheit zu bringen.
Und schliesslich gelang Joseph all sein Werk im Gefängnis, und Jesus vollendete sein Werk durch Leiden und Tod, so dass er am Schluss sagen konnte, Johannes 19,30: „Es ist vollbracht.“
Ja, jetzt gehen wir neu zu Kapitel 40 und sehen hier, wie Joseph unter die Gesetzlosen gerechnet wird. Genau so, wie das von dem Messias gesagt wird in Jesaja 53,12: „Er wird unter die Gesetzlosen gerechnet werden.“ Darum wurde der Herr Jesus gekreuzigt zwischen zwei Verbrechern, rechts und links einer. Und hier ist Joseph vorgestellt im Gefängnis, zusammen mit dem Obersten der Mundschenken des Königs und mit dem Obersten der Bäcker, die sich eben verschuldet haben gegen den Pharao, so dass der Pharao zornig wurde und sie ins Gefängnis steckte. Jetzt war Joseph quasi zwischen diesen beiden.
Und wir haben es bereits gelesen: Der Bäcker, für den Bäcker wird das zur Katastrophe, und für den Mundschenk bedeutet das schliesslich Freiheit. Und so war es auch am Kreuz. Zuerst haben beide gelästert, Matthäus 27, beide mitgekreuzigten lästerten den Herrn. Aber während der Zeit am Kreuz hat einer festgestellt, dass die Sache ganz anders ist. Und er hat so berichtet, Lukas 23, dem Herrn gesagt: Gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. Er hat ihn erkannt als Messias, der einmal als König in der Zukunft kommen wird. Also eine unglaubliche Sicht. Und er hat den anderen zu Recht gewiesen: Wir sind zu Recht hier in diesem Gericht am Kreuz, aber dieser in der Mitte hat nichts getan, ist völlig unschuldig. Da haben wir also eine ganz interessante weitere Parallele.
Aber jetzt wollen wir eben auch sehen, was das praktisch für uns zu sagen hat. Wir haben gesehen, dass Joseph so viel Schweres durchgemacht hat in seinem Leben. Aber es war nicht nur einfach gleichförmig immer nur schlecht, schlecht, schlecht, was er erlebt hat, sondern er hat zwischendurch ganz gewaltige Höhen erlebt und plötzlich wieder ganz schlimm ein Tief. Dann ging es wieder hoch und dann wieder runter. Und wir haben auch schon letztes Mal darüber nachgedacht, was in diesem Josef vorgegangen ist. Er hatte in seiner Jugend von Gott Träume bekommen, die klar sagten: Eines Tages wird er der Führer seiner Grossfamilie, und seine Brüder und auch seine Eltern werden sich vor ihm verbeugen.
Aber eben, er kam in die Grube in Dothan, er wurde verkauft von seinen Brüdern in die Sklaverei nach Ägypten. Er stieg dann zwar dort auf, haben wir gesehen, im Haus von Potiphar, und da hatte er schon Autorität über Leute. Aber wo waren seine Brüder und seine Familie? Die waren nicht da. Und wie muss das genagt haben? Der Herr hat mir doch dieses Wort gegeben, aber ich sehe keine Erfüllung. Und jetzt bin ich sogar weit weg in Ägypten, und die Familie hat mit mir nichts mehr zu tun. Wie soll sich das je einmal erfüllen, was mir verheissen worden ist?
Und dann kam er aber eben auch aus dieser hohen Position im Hause Potiphars wieder runter ins Gefängnis, wie hier. Er ist dann dort aber auch aufgestiegen im Gefängnis, aber er muss sich fragen: Wo ist die Erfüllung? Wo ist das Wort Gottes? Und ich werde immer älter, und es erfüllt sich immer noch nicht das Wort an mir. Aber dazu können wir etwas Schönes lesen, ein Gedicht über Joseph in Psalm 105. Da beschreibt der Psalmist in einem Lied den Weg Josephs. Und zwar lesen wir Verse 17 bis 21: Er sandte einen Mann vor ihnen her, Joseph wurde zum Knecht verkauft. Man presste seine Füsse in den Stock, er kam in das Eisen, bis zur Zeit, als sein Wort eintraf, das Wort des Herrn läuterte ihn. Der König sandte hin und liess ihn los, der Herrscher über Völker befreite ihn. Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus und zum Herrscher über all sein Besitztum, um seine Fürsten zu fesseln nach seiner Lust und dass er seine ältesten Weisheit lehre. Ja, man bis dahin.
Also es geht mir jetzt einfach nur gerade um einen Ausschnitt hier in Bezug auf Joseph, wo es genau um das Gefängnis geht. Wir erfahren hier übrigens noch etwas: dass er nicht nur einfach ins Gefängnis kam, sondern im Gefängnis wurde er sogar gefoltert. Das haben wir nicht gelesen in 1. Mose. Das wird hier ergänzt: Man presste seine Füsse in den Stock, also er wurde da in den Stock eingebunden, und das ist sehr schmerzhaft. Das ist das, was Paulus und Silas in Philippi auch erleben sollten, Apostelgeschichte 16. Und dann heisst es: Er kam in das Eisen. Was steht in der Elberfelder bei „er“ in der Fussnote? Seine Seele. Ja, eigenartig, nicht wahr? Der Text: Die Füsse kommen in den Stock, und die Seele kommt in das Eisen.
Hier haben wir ein schönes Beispiel, um zu illustrieren, wie Wörter gebraucht werden. Wörter sind in den Sprachen nicht einfach ein Punkt mit einer einzigen Bedeutung, sondern Wörter muss man sich mathematisch vorstellen als Felder mit verschiedenen Bedeutungen im Feld. Und je nach Textzusammenhang kommt das zum Tragen, kommt das zum Tragen, kommt das zum Tragen. Und das funktioniert normalerweise ganz, ganz gut in den Sprachen. Und wir kommen mit Deutsch zurecht, obwohl das so gebaut ist. Und vielleicht nervt man sich manchmal, aber das sollte man nicht, denn Gott hat das so eingerichtet. Müssten wir nämlich für jede Bedeutungsnuance ein anderes Wort kennen, müssten wir vielleicht 50 oder 60 Wörter kennen, um normal sprechen zu können. Es reicht mit ein paar Tausend, um die Sprache gut zu beherrschen. Wenn man die richtigen Wörter lernt, reicht es schon mit Tausend, um kommunizieren zu können. Aber eben ein paar Tausend, aber niemand könnte fünfzig, sechzig Tausend. Das wäre so wie im Chinesischen mit den Schriftzeichen, wo niemand alle Schriftzeichen kennt. Und Gebildete, die können ein paar Tausend mehr als andere, aber niemand kennt alle. Und so hat Gott das eben eingerichtet, dass man viel weniger Wörter kennen muss, um in der Sprache vollwertig kommunizieren zu können.
Und jetzt ist es so: Hier das Wort „Seele“ heisst auf Hebräisch „Nephesch“. „Nephesch“ kommt von „nafasch“; man hört es fast, das drückt so das Hauchen aus. Drum heisst „Nephesch“ ganz grundsätzlich Hauch. Und bezeichnet unter anderem das Ich, das eben das nicht materielle Ich, das wir haben. Und es ist so, dass das Ich eben nicht ein Teil unseres Körpers ist. Das sind ja die, die wirklich Glauben an künstliche Intelligenz, die denken, dass sich mit der Zeit ein Ich-Bewusstsein entwickeln wird in der Maschine. Und zwar weil sie denken, das Ich der Menschen, das ist ja einfach die Funktion von Molekülen und von chemischen Prozessen und elektrischen Prozessen, das ist das Ich. Nein, das ist es nicht. Sondern da ist etwas, was nicht materiell ist, was mit Hilfe der Gehirnmasse denkt.
Und das hat ja schon vor vielen Jahren Wilder Penfield so schön zeigen können. Das war der Mann in Montreal, der begonnen hat, Gehirnoperationen im Wachzustand durchzuführen. Also man muss schon anesthesieren, bis man den Deckel offen hat usw. Aber dann eben bei der Operation selbst wollte er im Wachzustand, und zwar wollte er eben ganz korrekt schneiden, nicht, dass die Patienten, wenn sie dann aufwachen, plötzlich merken, das rechte Bein ist gelähmt. Und darum hat er zuerst mit der Diode individuell abgetastet und hat zum Beispiel an einer Stelle stimuliert, und dann macht der Patient so: Warum haben Sie den Finger bewegt? Das habe nicht ich gemacht, das haben Sie gemacht. Und dann hat er das Sprachzentrum paralysiert, das Broca-Zentrum, meistens links, da vorne, und hat ein Bild gezeigt von einem Schmetterling. Was sehen Sie? Der Patient kann nicht sprechen, er ist ein bisschen irritiert, und dann sagt er, als er wieder losgelassen hat: Schmetterling. Aber das Wort kam nicht. Und dann wollte er sagen: Motte, war ein ähnliches Wort, aber es kam ja auch nicht. Und so hat er vieles ausprobiert, und natürlich hat man das gerade ausgenutzt. Da war immer eine Sekretärin, die musste dann eine Gehirnkarte schreiben, und so hat er so richtig eine Karte erstellt.
Und das Erstaunliche ist: Er beschreibt das alles in seinem Buch The Mystery of the Mind. Er sagt, nie habe ich einen Ort gefunden, wo das Ich oder die Entscheidung lokalisiert ist. Es ist etwas da, das mit Hilfe der Hirnmasse denkt. Also wie der Mensch, der vor dem PC sitzt. Der PC wird nie Geist bekommen, aber wenn ein Mensch da vorne sitzt, das ist etwas anderes. Und so hat er also gemerkt: Es ist etwas da. Und hat ihn dann kritisiert und gesagt: Ja gut, du hast das natürlich ziemlich oberflächlich gemacht, man müsste ja dann in die Tiefen des Gehirns hineingehen, und dort wird man vielleicht das Zentrum finden. Aber wie gesagt, Wilder Penfield, das waren die Anfänge, und seither ist das ja geschehen, und das Ich wurde nirgends gefunden.
Und so ist eben in der Bibel das Ich des Menschen die Seele, auch. Es ist etwas, ein Hauch, aber man kann es nicht sehen. Es ist wirklich eine Wirklichkeit, darum wird das so beschrieben. „Lobe den Herrn, meine Seele“, sagt David in Psalm 104, und das heisst: Ich. Er spricht zu sich selber: Ich muss doch den Herrn loben und ihm danken für das, was er mir alles Gutes getan hat. Und dann ist es eben so: Das Wort Seele, Nephesch, kann manchmal auch bedeuten die ganze Person, nicht nur der immaterielle Teil, der mit Hilfe des Körpers agiert, sondern der ganze Mensch. Wir kennen das im Deutschen auch. Früher hat man gesagt: Das hier ist ein Dreitausendseelendorf. Und jemand hat gemeint, das sind so dreitausend schwebende Seelen. Nein, das sind dreitausend Personen. Und in der Bibel wird das auch so benutzt, zum Beispiel in Hesekiel 18: Die Seele, welche sündigt, soll sterben. Das bedeutet: Der Mensch, der sündigt, soll sterben.
Und jetzt kommt dazu, dass also dieses Wort noch viele weitere Bedeutungen haben kann, und eine davon ist Hals. Warum? Weil das eben, wenn wir von da unten hier atmen und sprechen, dann geht eben dieser Hauch durch den Hals, Kehlkopf, dann durch den Rachen und zwischen Zunge, Zähnen und Lippen raus. Ja, und das ist die Bedeutung hier: Man presste seine Füsse in den Stock, sein Hals kam in das Eisen. Zwei parallele Verszeilen in der Poesie. Zuerst wird das unten beschrieben und dann das oben. Da hat die Seele die Bedeutung von Hals. Also man könnte reinschreiben: Sein Hals kam in das Eisen, so war er im Gefängnis gebunden.
Und da muss er sich gedacht haben: Diese Schmerzen, warum muss ich da hindurchgehen? Hätte mich Gott nicht wenigstens im Haus Potiphars lassen können, wo ich so aufgestiegen bin? So hat sich sein Traum Gottes nicht erfüllt. Aber er musste das, haben wir auch letztes Mal gesehen, ins Gefängnis kommen, damit er schliesslich Herrscher von ganz Ägypten wird und dass schliesslich seine Brüder kommen müssen und sich vor ihm verbeugen. Also ohne Gefängnis wäre Joseph nie aufgestiegen. Aber im Moment konnte er das nicht sehen.
Aber was hier uns gesagt wird, ist folgendes: Vers 17 von Psalm 105: „Er sandte“, also Gott, sandte einen Mann vor ihnen her. Joseph wurde zum Knecht verkauft. Hier erklärt der inspirierte Schreiber das Leben von Joseph. Joseph hätte sagen können: Meine bösen Brüder haben mich gehasst von Jugend auf und haben mich schliesslich verkauft, damit sie Silber bekommen an die Ismaeliter, um nach Ägypten verkauft zu werden. Aber hier wird gesagt: Gott hat einen Plan gehabt. Gott hat Joseph durch den Eigenwillen geführt. Die waren keine Marionetten, die haben sich selber entschieden, aber Gott hat seinen Plan durch das Böse der Menschen hindurch so geführt. Und er hat Joseph nach Ägypten gesandt. Das war ein Plan Gottes. Und dann wurde er dort zum Knecht verkauft. Und dann kam er ins Gefängnis und wurde so eben gepeinigt, mit einem Stock und im Halseisen. Aber das war alles Vorbereitung, damit er schliesslich Herrscher von Ägypten werden würde.
Und dann haben wir gelesen: Bis zur Zeit, als sein Wort eintraf. Es vergingen viele Jahre. Mit siebzehn wurde er verkauft, mit dreissig kam er schliesslich aus dem Gefängnis. Aber auch dann war es noch nicht so weit, die Brüder kamen nicht so gleich nach Ägypten. Aber es brauchte lange Zeit, bis sich dieses Wort, das er in der Jugend von Gott bekommen hat, diese zwei Träume über die Garben und die Sterne, bis sich das erfüllen würde.
Und dann heisst es im nächsten Satzteil: Das Wort des Herrn läuterte ihn. Was ist läutern? Reinigen. Aber wir sagen ja nicht, wenn man die Hände wäscht: Jetzt läutere ich meine Hände. Ja? Wie? Ja, genau, das Wort zaraff meint eben das Läutern im Feuer von Edelmetallen. Also Silber wird geschmolzen, hat einen anderen Schmelzpunkt als andere Materialien, mit denen es verbunden ist, und dann kann man eben das Silber schön aussortieren von all dem, was eigentlich Unrat ist. Und bei Gold genau gleich. Und in 1. Petrus 1 wird gesagt, dass unser Glaube wie Gold geläutert wird. Und das ist auch wieder ein, kann man sagen, ein schmerzhafter Prozess, aber es geht darum, die Echtheit des Glaubens zu zeigen.
Aber hier wird gesagt: Das Wort des Herrn läuterte ihn. Und das weist darauf hin: Joseph hatte ständig diese zwei Träume vor sich. Und ich habe das damals meinen Brüdern erzählt, und da habe ich nach dem ersten Traum gemerkt, das macht sie nur zornig, und die hassen mich noch mehr. Aber Gott hat mir einen zweiten Traum gegeben, und ich habe ihnen, ich habe nicht geschwiegen, ich habe ihnen auch noch erzählt, da haben sie mich noch mehr gehasst. Aber es hat sich ja nie erfüllt. Hätte ich doch vielleicht auf sie gehört. Ich meine, der Gedanke, der kommt einfach. Sagen nicht, er hat das geglaubt, aber bestimmt hat er sich überlegt: Hätte ich doch auf die Brüder gehört und wäre nicht mehr diesen Träumen nachgehangen, dann wäre alles anders gekommen.
Und als Sklave in Ägypten konnte er sich sagen: Und jetzt, was ist mit dem Wort? Er hat es nicht über Bord geworfen. Und dann kam er ins Gefängnis, er hat dieses Wort nicht über Bord geworfen. Und da wurde eben das Wort des Herrn, hat ihn geläutert und hat gezeigt, wie echt der Glaube von diesem Joseph war. Auch sehr schön zu sehen: die göttliche Seite, Gott hat ihn gesendet. Und in 1. Mose 39 wird einfach mal beschrieben, was die Menschen in ihrer Bewusstheit mit Joseph gemacht haben.
Nun ist er da also im Gefängnis. Das Ganze ist ausgelöst worden durch den Zorn des Pharao. Und wäre dieser Pharao nicht zornig gewesen über diese zwei, wäre Joseph nicht aufgestiegen zum Herrscher von Ägypten. Und dazu gibt es einen sehr interessanten Vers in Psalm 76. Psalm 76,11, liest du das mal vor, Sven?
Denn der Grimm des Menschen wird dich preisen, mit dem Rest des Grimmes wirst du dich gürten.
Ja, eigenartig: Der Grimm des Menschen wird dich preisen. Ich meine, wir sehen nicht ins Herz hinein von diesem Pharao, wie viel Bosheit in diesem Grimm, der zwar berechtigt war, denn die zwei haben sich wirklich verschuldet gegen ihn, da drin war. Aber Gott hat diesen Grimm benutzt, um schliesslich Joseph aus dem Gefängnis zu holen, zur höchsten Stelle in Ägypten.
Ein weiteres Beispiel möchte ich noch angeben, und zwar im Zusammenhang mit der Weihnachtsgeschichte in Matthäus 2. Wir wissen ja, dass, so wie Joseph nach Ägypten kam, auch der Messias nach Ägypten kam. Die Eltern mussten mit dem Kind fliehen nach Ägypten, und dann, als Herodes der Grosse schliesslich gestorben war, kamen sie zurück. Und da lesen wir in Matthäus 2, Verse 19 bis 23. Lies doch vielleicht 19 bis 23, dann haben wir es wirklich zusammenhängend.
Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef in Ägypten im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel. Denn die, die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind gestorben. Er aber stand auf, nahm das Kind und seine Mutter zu sich und zog in das Land Israel. Als er aber hörte, dass Archelaus über Judäa herrsche, anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Als er im Traum eine göttliche Weisung empfangen hatte, zog er hin in das Gebiet von Galiläa und kam und wohnte in einer Stadt, genannt Nazaret, damit erfüllt würde, was durch die Propheten geredet ist: Er wird Nazaräer genannt werden.
Ja, wir wissen ja, dass Joseph und Maria in Nazareth waren, und die wären nicht nach Bethlehem gegangen für die Geburt, obwohl der Prophet Micha in Micha 5,1 vorausgesagt hat: Der Messias wird in Bethlehem geboren werden. Es brauchte den Entscheid des Kaisers von Rom, Augustus, dass verlangt wurde, dass alle in ihre Heimatstadt gehen, um dann in Listen eingetragen zu werden. Und so wurden sie gezwungen, weil sie aus dem Haus Davids waren, nach Bethlehem zu gehen, und dann wurde der Messias in Bethlehem geboren. Sie haben also nicht versucht, die Prophetie zu erfüllen, sondern sie wurde erfüllt gegen ihre Vorstellung.
Aber dann mussten sie nach Ägypten fliehen und kamen danach wieder zurück. Und dann hatte Joseph verstanden: Die Stadt des Messias ist Bethlehem, und darum wollte er, als sie zurückkamen, einen neuen Wohnsitz nehmen in Bethlehem. Und dann haben wir aber gesehen, dass nach dem Tod von Herodes, als er da hörte, Vers 22, dass Archelaus über Judäa herrschte, anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und dann war er bereit, nach Nazareth zu gehen. Das musste so sein, denn der Messias musste in Nazareth aufwachsen, so dass man ihn eben einmal Spross nennen würde. Man sprach nicht von Jesus, dem Bethlehemiter, sondern von Jesus, dem Nazaräer.
Und Nazareth auf Hebräisch kommt von der Wurzel Näzer, das heisst Spross. Also Jesus der Nazaräer, das ist Jesus der Spross, wie das in Sacharja 6, Sacharja 3 und anderen Stellen vorausgesagt war. Er wird so heissen: Spross. Ja, aber dazu war es so nötig, dass er ja nicht nach Bethlehem geht. Er wollte aber nach Bethlehem gehen, und er wurde gezwungen, äusserlich. Also er hörte, Archelaus ist Nachfolger geworden, und Archelaus war einer der blutrünstigsten Söhne von Herodes. Und er war ursprünglich, das wissen wir jetzt von ausserhalb der Bibel aus der geschichtlichen Überlieferung aus der Zeit über Josephus Flavius, eigentlich war ein anderer Sohn vorgesehen gewesen. Aber kurz vor seinem Tod hat Herodes in einem Wutanfall das Testament geändert und eben diesen Archelaus eingesetzt.
Und das hat eben Joseph klargemacht: Da kann ich nicht hin, das ist gefährlich, ich muss nach Nazareth. Und so hat sich die Prophetie erfüllt. Aber auch da muss man sagen: Dieser Wutanfall, das war böse, dieser Mann war böse, Herodes. Aber das hat letztlich beitragen müssen zu Gottes Plänen. Das ist Gottes Souveränität, nicht, dass die Menschen Marionetten sind und er alles befiehlt, wie es geht, weil die Menschen gar nicht einen eigenen Willen haben. Nein, die Bibel macht klar, dass der Mensch einen eigenen Willen hat, und trotz des eigenen Willens erfüllt Gott seine Pläne, und sogar durch das Böse der Menschen hindurch, wobei Gott mit dem Bösen nichts zu tun hat. Ja, und das sehen wir eben da und da und bestimmt auch in unserem Leben, wo Menschen wirklich zornig waren, böse waren. Aber Gott kann das benutzen für seine Pläne.
Josephs Blick auf die Mitgefangenen
Ja, und gehen wir zurück zu 1. Mose 40. Joseph ist also genau dort eingeteilt, wo diese königlichen Beamten eingesperrt worden waren, und er muss sie bedienen.
Und das Interessante ist: Lies nochmals Vers 6. „Und Joseph kam am Morgen zu ihnen und sah sie, und siehe, sie waren missmutig.“
Ja, wenn man viel gelitten hat und dadurch bitter geworden ist – das muss ja nicht sein, aber es ist möglich, dass man durch Leiden bitter wird –, verliert man das Interesse an den anderen. Man kreist dann sehr stark um das eigene Schicksal herum.
Und was wir hier bei Joseph sehen: Er kommt am Morgen, er schaut sie an. Der hat Augen, und er kann die Gesichter lesen. „Und siehe, sie waren missmutig.“
Und dann könnte er sagen: Ja gut, missmutig. Ich könnte auch eine Geschichte erzählen, eine Lebensgeschichte. Ich hätte auch Grund, missmutig zu sein. Aber nein, er interessiert sich für sie. Und da wirkt er als Seelsorger im Gefängnis, stellt Fragen: „Warum sind eure Angesichter heute so trübe?“
Und er hat gemerkt, es ist ein Unterschied. Er sagt: „Heute“ – er hat gemerkt, die waren vorher nicht so. Irgendetwas muss geschehen sein. Er geht auf andere ein.
Man könnte ja sagen: Ja, wenn es einem selber so schlecht geht, was soll ich dann anderen helfen wollen? Man könnte auch sagen: Ich bin überfordert. Aber trotz all seinem Leid hat er sich da hingegeben und diese Frage gestellt. Und zwar eine Frage, die beantwortet werden musste. Nicht mit Ja und Nein, sondern wir müssen etwas dazu sagen.
Und dann erklären die: Wir haben geträumt, beide. Und irgendwie haben die gemerkt, dieser Traum muss etwas ganz Spezielles sein. Und wir werden sehen, in Kapitel 41 träumt dann der Pharao, und er merkt auch, dass dieser Traum oder dieser Doppeltraum, den wir noch anschauen werden, in Kapitel 41, etwas Besonderes sein muss. Denn wir greifen jetzt voraus: 1. Mose 41,8. „Und es geschah am Morgen, da war sein Geist voll Unruhe, und er sandte hin und ließ alle Wahrsager, Priester Ägyptens und alle seine Weisen rufen. Und der Pharao erzählte ihnen seine Träume, aber da war keiner, der sie dem Pharao deutete.“
Ja, also dieser Pharao – ich meine, im Prinzip träumen wir ja jede Nacht, nur meistens weiß man es am Morgen nicht mehr. Und hier aber sehen wir: Der wusste ganz genau, was er geträumt hatte. Er erzählte es ja dann nachher auch im Detail, und er hat sich selber im Traum gesehen.
Aber eben: Am Morgen merkte er, das muss etwas ganz Ungewöhnliches sein. Da sagt Gott, weil es wirklich ein Traum von ihm war, ganz im Sinn von Hiob 33, wo Elihu erklärt, zu einer Zeit, als es die Bibel noch nicht gab, und auch da hatten sie keine Bibel, dass Gott eben durch Träume seine Botschaften dem Menschen geben kann. Nicht als Regelfall, aber es kann so sein, da wo man die Bibel nicht hat, dass Gott so spricht.
Und dann ist es eben so, dass Gott auch bewirkt hat, dass dieser Pharao ganz unruhig wurde. Ein anderes Beispiel im Alten Testament, wo jemand ganz unruhig wurde nach seinem Traum, war Nebukadnezzar, Daniel 2. Der hatte diesen Traum vom Standbild, und dann war auch bei ihm die Ruhe weg.
Und darum der Pharao, den wir gelesen haben, der wollte unbedingt wissen, was das bedeuten könnte, und niemand von seinen Intellektuellen konnte es ihm erklären. Und jetzt sind die da im Gefängnis, und die wissen natürlich genau: Der Pharao, der hat Intellektuelle, die Träume erklären. Und jetzt sind wir im Knast, wir haben niemanden. Also keine Chance, dass uns jemand den Traum erklären könnte.
Nun, bei dem Pharao werden wir sehen: Die Intellektuellen konnten es auch nicht. Und bei Nebukadnezzar war es das Gleiche, seine Leute konnten ihm das auch nicht erklären.
Und zwar muss man ja sagen: Wenn ich sage Intellektuelle, das waren die Intellektuellen, die sagten, sie seien mit den Göttern Ägyptens in direkter Kommunikation. Also der Sonnengott Ra oder Aton, der Gott der Sonnenscheibe, oder die Göttin Hathor, die Himmelskuh, die das Universum in der Hand hat, oder Ma'at, die Göttin des Schicksals, der Ordnung, der Harmonie – die sagten selber: Wir können ihnen nicht erklären.
Und bei Nebukadnezzar war es auch so. Die Leute, die sagten, wir stehen in direktem Kontakt mit Marduk und mit Nabu und wie sie alle heißen, den Göttern von Babylon, waren nicht in der Lage, dem König zu helfen.
Aber jetzt die im Gefängnis, und nicht mal diese Leute, die Kontakt hätten zu den Göttern Ägyptens, konnten ihnen vielleicht den Traum deuten. Und darum waren sie so traurig.
Und wie reagiert Joseph darauf? „Sind die Deutungen nicht Gottes?“ Ja, also mit anderen Worten: Wie ist seine Reaktion? Er gibt Gott die Ehre, und er sagt, es gibt eine Möglichkeit. Gott kann eure Träume erklären.
Was haben die sich dabei gedacht, dieser Mundschenk und der Bäcker, wenn er sagt: „Sind nicht die Deutungen Gottes“? In den ägyptischen Hieroglyphentexten hat man wenigstens 1500 Götternamen gefunden von verschiedenen Göttern und Göttinnen, und er sagt: „Sind nicht die Deutungen Gottes?“
Was haben sie sich darunter vorgestellt? Aber es ist interessant: In so religiös-philosophischen Texten in Ägypten wird auch manchmal einfach von Gott gesprochen. Aber da muss man sich fragen: Was haben sie sich unter dem Begriff vorgestellt?
Und hier sagt er das genau so. Also das war für sie nicht unverständlich, das war quasi einfach die allgemeine Bezeichnung „Gott“. Aber was muss man darunter verstehen? Ist das Ra, ist das Aton? Ja, die Griechen hatten ja auch einen Gott, einen unbekannten Gott, dem sie einen Altar geweiht haben. Und möglicherweise hatten die Ägypter auch so einen Gott, den sie nicht mit Namen benannt haben, aber doch irgendwie auch mit einbezogen. Und sie haben vielleicht gedacht, das könnte dieser Gott sein.
Ja gut, bei den Athenern, nicht wahr, Apostelgeschichte 17, da haben wir eine sehr spezielle Situation, wo effektiv Altäre geweiht waren für den unbekannten Gott, der also nicht zu den griechischen Göttern gehört. Und dort hat ja Paulus dann ansetzen können und sagen können: Diesen Gott verkünde ich euch, diesen Gott, den ihr nicht kennt.
Aber jetzt in Ägypten ist es effektiv schwierig, ebenso bei diesen Texten, wo einfach „Gott“ gesagt wird, die Verbindung zu dem wahren Gott herzustellen. Aber wir werden noch sehen: Denen war klar, das war ein Hebräer, wie er abschätzig genannt wurde. Wir kommen noch darauf, immer wieder wird Joseph genannt Hebräer, und das war im Alten Testament an vielen Orten ein Schimpfwort. Aber es war klar: Das sind ganz andere Leute, und diese Hebräer glaubten eben an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Aber auf jeden Fall hat er ihnen gesagt: Ja, es gibt einen Gott, der eure Träume erklären kann. Und dann sagt er noch mehr. Was sagt er? Es steht da, aber es ist so schön: „Erzählt mir doch.“ Er fordert sie auf: Jetzt kommt raus!
Aber das muss der ihnen sagen, weil sie nicht einfach von sich kommen. Das ist eben auch wichtig: In der Seelsorge muss man manchmal nachfragen und so etwas versuchen herauszuholen. Das hat er gemacht.
Trost, Gebet und die innere Haltung des Glaubens
Und an dieser Stelle können wir einmal aufschlagen: Philipper 4. Wir lesen die Verse 4 bis 7. Das schreibt Paulus aus der Gefangenschaft in Rom.
Liest du, Philipper 4,4-7:
Freut euch im Herrn allezeit; wiederum will ich sagen: Freut euch! Lasst eure Milde kundwerden allen Menschen. Der Herr ist nahe. Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und euren Sinn bewahren in Christus Jesus.
Also: Einer schreibt, der selbst in einer misslichen Lage ist. Und er beschreibt auch in Philipper 2, wie er erlebt hat, dass ein Epaphroditus, der ihn besucht hatte, todkrank wurde. Das hat Paulus noch mehr belastet und ihm Betrübnis gebracht, zusätzlich zu dem, was er ohnehin schon hatte. Und dieser Mann schreibt: Freut euch in dem Herrn allezeit.
Und es wird klar: Das ist nicht einfach eine sorglose Freude, sondern ein Festhalten am Herrn, so wie Joseph eben an seinem Wort festgehalten hat. Dann heißt es in Vers 5: Lasst eure Milde kundwerden allen Menschen, der Herr ist nahe. Und das hat er gemacht, indem er zu ihnen hinging und sagte: Warum seid ihr so missmutig? Und ja, erzählt doch bitte, es gibt eine Lösung für euer Problem. Da hat er eben diese Milde gezeigt, obwohl er selber wirklich ein Leidender war.
Und wir sehen gerade in dem Gespräch, lassen wir Philipper 4 noch offen, ich möchte noch einen Punkt anfügen, aber in 1. Mose 40 sehen wir, wie er über sein Schicksal spricht, in Vers 14. Liest du das nochmals, Sven?
Aber erinnere dich an mich, wenn es dir gut geht, und erweise doch Güte an mir, und erwähne mich beim Pharao und bring mich aus diesem Haus hinaus. Denn gestohlen bin ich aus dem Land der Hebräer, und auch hier habe ich gar nichts getan, da sie mich in den Kerker gesetzt haben.
Merkt man diesen Schmerz? Er sagt: Ich wurde gestohlen aus dem Land der Hebräer, aus diesem Land von diesen Leuten, die er so verachtet. Und es ist ihm bewusst: Ich bin unschuldig, und ich leide unschuldig. Ich habe nichts getan, und sie haben mich in den Kerker gesetzt.
Sprache, Seele und die Tiefe des Leidens
Übrigens: Hier ist für Kerker ein anderes Wort als für Gefängnis in Kapitel 39. Hier ist es das Wort Bor. Das kennen wir doch: Bor, Grube. Aber woher kennen wir es? Aus 1. Mose 39, nämlich die Wassergruben in Dothan werden Bor genannt, also Loch.
Und hier war das Gefängnis auch ein Loch, unten, und darum wird ja dann das Angesicht dieser Gefangenen erhoben; sie werden aus dem Loch heraufbefördert. Ja, also er benutzt hier dann ein stärkeres Wort, eben um wirklich zu zeigen: „Ich bin da unten im Loch.“ Und trotzdem hat er sich überwinden können und sich um diese Männer kümmern können. Das ist eindrücklich.
Also es war nicht einfach so, dass es ihm jetzt gut ging im Knast, und er dachte: Ich habe eine hohe Position jetzt, ich habe ja genug zu essen und so weiter. Nein, er litt. Und trotzdem hielt er am Wort des Herrn fest. Er konzentrierte sich nicht nur auf sein Leiden. Das war da. Aber er konnte eben auch wegschauen und das Leiden von anderen sehen und für sie da sein.
Und dann heißt es nämlich in Philipper 4,6: „Seid um nichts besorgt, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.“ Also, Paulus spricht gerade zu Menschen, die beschwert sind. Und denen sagt er: Freut euch in dem Herrn. Er erklärt, dass wir eben diesen Zugang haben, dass wir durch Gebet, aber auch durch ganz intensives Gebet, wo wir wirklich mit aller Energie beten, das heißt flehen, vor Gott kommen.
Das machen wir nicht immer so, sonst wären wir irgendwie emotional überfordert, wenn jedes Gebet so sein müsste. Aber darum sagt die Bibel: Gebet, Flehen, alles an seinen Platz. Aber eben ganz intensiv. Und dann auch schon Danke sagen.
Also Danksagen heißt nicht, dass man weiß, alle unsere Gebete werden einmal erhört werden, und ich danke jetzt schon. Nein, sondern einfach danken, dass es in der Hand des Herrn ist und dass er es sicher führt. Ja, und das sehen wir also: eine solche Fähigkeit bei Joseph, dass er eben seine Not offensichtlich bei dem Herrn abladen konnte, immer wieder neu, so dass er eben auch für andere offene Augen und ein offenes Herz haben konnte.
Er zählt mir doch. Dann beginnt der Mundschenk. Er erzählt den Traum, und Joseph deutet und erklärt: Die drei Reben im Traum bedeuten drei Tage. Beim Bäcker geht es um drei Körbe, und er erklärt, die drei Körbe symbolisieren drei Tage. In drei Tagen werdet ihr geholt werden aus dem Gefängnis. Aber er erklärt: Der eine wird dann umkommen, und der andere wird wieder in die frühere höchste Position eingesetzt werden.
Das war schon noch gewagt, wenn man sich das menschlich überlegt. Einer, der seit so vielen Jahren wartet, bis seine Träume in Erfüllung gehen, und es geht in eine völlig andere Richtung. Er wird sogar von der Familie weggeführt. Und er glaubt immer noch, dass sie stimmt, dass die Träume stimmen. Und hier deutet er also, und zwar sehr gefährlich: Wenn nämlich in drei Tagen nichts passiert, dann war alles falsch.
Aber es war eine Beziehung zum Herrn da. Er wusste: Das hat der Herr mir ins Herz gegeben. Wir sehen nie bei Joseph, das habe ich auch letztes Mal gesagt, wie bei seinem Vater Jakob, dass Gott ihn manchmal ganz direkt angesprochen hat, dass er die Stimme Gottes gehört hat. Joseph hatte Träume, eben mit den Gaben und mit den Sternen, aber da hat Gott nicht gesprochen.
Oder wie bei Abraham, als er in Ur in Chaldäa war: Es erschien ihm der Gott der Herrlichkeit und hat zu ihm gesprochen: „Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft in das Land, das ich dir zeigen werde.“ Also Urgroßvater Abraham hat die Stimme Gottes so gehört, ihr nicht. Und trotzdem glaubt ihr. Das stimmt. Also es war eine Herzensverbindung mit dem Herrn da, und dann kam es wirklich so.
1. Mose 40,20: „Und es geschah am dritten Tag, dem Geburtstag des Pharaos, da machte er allen seinen Knechten ein Festmahl, und er erhob das Haupt des Obersten der Mundschenken und das Haupt des Obersten der Bäcker unter seinen Knechten.“
Ja, also wirklich nach drei Tagen passiert es. Und das war natürlich wieder ein Zeichen vom Herrn, dass er mit Josef war. Das war für ihn eine Bestätigung. Zwar: Meine Träume, da sehe ich nichts. Aber jetzt da sehe ich, wie der Herr mir Klarheit gegeben hat, das richtig prophetisch als Prophet zu deuten, und das war für ihn eine Bestätigung.
Ja, und dann hat er natürlich noch eine besondere Hoffnung. Wir haben gesehen, in dem Vers sagte er dem Mundschenk: Und bitte, wenn du dann zum Pharao kommst, denk an mich und lege doch für mich ein gutes Wort ein. War das falsch? Nein, er sah da die Möglichkeit. Das wäre jetzt der Weg, um aus dem Gefängnis hinauszukommen. Und dann hat er diese Möglichkeit wahrgenommen und gesagt: Jetzt könntest du doch auch ein Wort für mich einlegen.
Also hier ist es gerade umgekehrt. Bei dem Mitgekreuzigten, der eine Umkehr erlebte, sagt der zu dem Herrn Jesus: „Gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.“ Und der Jesus sagt nicht erst dann: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Du musst nicht warten, bis das Reich kommt. Heute mit mir im Paradies. „Gedenke meiner“, und der Herr hat sofort dahingewirkt, und am gleichen Tag war schliesslich dieser Mann im himmlischen Paradies.
Aber hier musste er erleben: Es geschah nichts. Nach einer Woche vielleicht, muss vielleicht ein bisschen geduldig sein. Zwei Wochen: nichts. Wer weiß, vielleicht in drei Wochen. Und die Monate vergingen, und wir wissen, es vergingen von da an noch zwei Jahre. Also Joseph war x plus zwei Jahre im Gefängnis. Das Ganze war: Ab siebzehn Jahren wurde er verkauft, mit dreißig werden wir sehen, in 1. Mose 41 kam er dann aus dem Gefängnis. Aber das waren also die Jahre 28, 29 bis 30. Da war er da und wartete vergeblich, von einem Menschen einfach so vergessen. Ich habe mich für ihn eingesetzt, das ist der Dank.
Also wieder eine Enttäuschung, eine Frustration. Aber wir haben letztes Mal auch gesehen: Das waren alles Vorbereitungen, dass dieser Joseph schließlich einmal diese Position, die er bekommen sollte, ertragen konnte. Es ist sehr schwer, eine Position von Bekanntheit zu ertragen, dass man da eben nicht auf Abwege kommt und dass man sich nicht überhebt und stolz und eingebildet und arrogant wird. Aber die Vorbereitung war eben da.
Und das ist eben gerade das Gegenteil von dem, wie das manchmal gemacht wird, besonders in den USA. Da kommen irgendwelche Bekanntheiten zum Glauben. Ja, das ist die Gelegenheit. Die werden sofort zu Stars gemacht, und das ist ja kein Problem. Man kann jeden x-beliebigen Menschen zu einem Star, zu einem Filmschauspieler, zu einer Filmschauspielerin oder was auch immer, zu einer Sängerin oder zu einem Sänger machen. Und wenn man das Leben dieser Leute anschaut, ist das sehr oft eine Katastrophe. Das ist nicht zu ertragen, weil das auch gar nicht vorbereitet war.
So sehen wir: Das war ein Weg über viele Jahre und eben durch viele Leiden, Enttäuschungen hindurch, wo er aber immer doch feststellen konnte: Auch wenn ich mich ganz verlassen fühlte vom Herrn und er kein Wort mehr geschickt hat, als ich in der Grube war, auch in dem Moment, als ich mit den Füßen im Stock war, das Eisen, und da konnte man nicht mehr gut, na, fast sagen, im Eisen. Aber der Herr war bei ihm trotzdem. Aber dadurch wurde er geprägt.
Und wenn wir dann den zweiten Teil der Josefsgeschichte anschauen, da staunen wir auch über diese Kontinuität in seiner Treue und Hingabe zum Herrn. Er kam also raus am Geburtstag des Pharaos. Dieser Mundschenk. Unter anderem wurde hingerichtet, und darum sagen die Zeugen Jehovas, man soll keinen Geburtstag feiern. Und als weiteres Argument: Die Kinder von Hiob, die zehn Kinder, die haben ja immer zusammen Geburtstag gefeiert, und an einem Geburtstag sind alle zehn Kinder umgekommen durch diesen Sturm, der das Haus zum Zusammenbruch führte.
Und schließlich im Neuen Testament: Wie war das bei dieser Hochzeitsfeier von Herodes Antipas? Da hat die Salome getanzt, und die Herodias hat ihr den Tipp gegeben: Verlange von Herodes den Kopf von Johannes dem Täufer. Es war auch ein Geburtstag. Also Geburtstage sind in der Bibel sehr negative Dinge, und darum sollen wir keinen Geburtstag feiern. Das ist natürlich eine völlig falsche Schlussfolgerung.
Übrigens: An diesem Geburtstag kam einer wieder in seine frühe Position, das war ja schön, der andere nicht. Und es ist nicht falsch, Geburtstag zu feiern, wenn man es in der richtigen Art tut. Eben wirklich: Es ist ein Danken, Gott danken, dass es mich gibt. Und hätte Gott uns eben nicht gewollt, von Ewigkeit her, und zwar eben als Person, nicht als künstliche Intelligenz, die gar keine Intelligenz ist, sondern als wirkliche Person, als Individuum, dann kann man eben an diesem Tag besonders dafür danken: „Danke, Herr, dass du mich wolltest.“
Und zweitens: wenn er mich wollte als Schöpfer und dass er mich wollte als Erlöser. Und so können wir eigentlich eben eine doppelte Dankbarkeit ausdrücken, dass Gott uns als Geschöpf wollte, und zwar als Geschöpf von Geist, Seele und Körper, und er wollte uns auch erlösen durch das Blut des Herrn Jesus, und zwar erlöste er nicht nur einen Teil, die Seele, sondern die Bibel zeigt die Erlösung von Seele, Geist und auch Körper.
Und da ist der Geburtstag ein guter Platz. Aber man kann eben auch falsch Geburtstag feiern. Das können wir einfach ableiten aus diesen biblischen Beispielen. Aber ganz im Sinn von Jesaja 43: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Und dort stellt sich Gott vor als unser Schöpfer, der dich gebildet hat, und er stellt sich vor als Erlöser: „Ich habe dich erlöst.“ Also wir sind von Gott doppelt gewollt als Kinder Gottes, nämlich als Geschöpf. Er wollte genau uns. Und wir sind gewollt als Erlöste, als Kinder Gottes.
Ausblick auf die nächste Entwicklung
Mit Kapitel 41 kommt Josef dann aus dem Gefängnis heraus. Nach zwei vollen Jahren der Enttäuschung über den Mundschenk kommt er doch wieder in Erinnerung. Und dann kommt er tatsächlich in die Freiheit.
Aber es wird danach nicht einfach. Dann folgt die ganze Geschichte mit seiner Familie. Und dabei wird er selbst geprüft: Kann ich solchen Brüdern wirklich vergeben?
Und wir sehen auch dort wieder tief in Josefs Herz, tief in seine Seele. Und wir werden sehen: Nein, der Mann konnte wirklich vergeben, aber er hat das nicht auf eine billige Art getan. Das ist so eindrücklich.
Ja, dann wollen wir hier schließen für heute.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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