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Gedanken zum Lösegeld

Jesu Leben und Lehre, Teil 658/658
19.12.2025Matthäus 20,28
SERIE - Teil 658 / 658Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema Lösegeld und seine Bedeutung

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 658
Gedanken zum Lösegeld

Heute ein Exkurs. Normalerweise gehe ich chronologisch-synoptisch durch die Evangelien, aber diese Episode bildet eine Ausnahme. Ich werde das Thema Lösegeld noch ein klein wenig vertiefen.

Warum? Damit wir als Christen verstehen, was es bedeutet, erkauft zu sein. Das hat nämlich Folgen.

 Matthäus 20,28:
So wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

Jesus gibt sein Leben als Lösegeld für viele. In der letzten Episode wurde schon deutlich, dass die „Vielen“ eigentlich alle sind.

 Hebräer 2,9:
Wir sehen aber den, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war, Jesus, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckte.

Jesus stirbt für jeden Menschen und befreit jeden Menschen.

Die Befreiung durch Jesus vom Tod und der Sünde

 Hebräer 2,14-15
Weil die Kinder Blutes und Fleisches sind, hat auch er in gleicher Weise daran Anteil gehabt. So konnte er durch den Tod den zunichte machen, der die Macht des Todes hat – das ist der Teufel. Er befreite alle, die durch die Furcht vor dem Tod das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren.

Alle Menschen haben Angst vor dem Tod, und alle Menschen werden befreit. Der Name Jesus ist wirklich Programm: Gott rettet. Und zwar uns von unseren Sünden. So wie es Psalm 130,8 verheißt und wie es der Engel Josef erklärt.

Eins muss uns klar sein: Die Rettung Gottes ist zunächst ein Angebot. Gott tut, was nötig ist, um jeden Menschen zu retten. Doch der einzelne Mensch muss auf dieses Angebot reagieren. Wie? Indem er glaubt, also Gott vertraut, und sich von seinen Sünden retten lässt.

Dabei geht es inhaltlich eigentlich um zwei Rettungen:
Erstens werden wir von den Folgen der Sünde gerettet. Wir kommen nicht ins Jüngste Gericht und damit nicht in die Hölle.
Zweitens werden wir vor dem zerstörerischen Einfluss der Sünde bewahrt.

Damit das gelingt, gibt Gott uns seinen Geist, sein Wort und den Auftrag: „Seid heilig, denn ich bin heilig.“

Die praktische Konsequenz des Lösegelds: Heiligung

Gott rettet, indem er für uns das Lösegeld bezahlt. Schauen wir uns drei Aspekte an, die auf diesem Konzept aufbauen.

In 1. Korinther 6,18-20 heißt es: „Flieht die Unzucht! Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib.“

Paulus bezieht sich hier im Zusammenhang auf den Besuch bei Prostituierten. Diese Verse sind das Fazit: Flieht die Unzucht. Der Besuch bei Prostituierten ist verboten.

Die Begründung lautet: Ihr seid um einen Preis erkauft worden. Das bedeutet, mein Körper gehört nicht mehr mir selbst, sondern Gott. Er hat dafür bezahlt, und zwar mit seinem Leben am Kreuz. Da mein Körper nicht mehr mir gehört, darf ich mit ihm auch nicht länger machen, was ich will.

Vielmehr habe ich ihn so zu verwenden, wie sein Eigentümer, also Gott, es verlangt. Gott hat entschieden, meinen Körper in einen Tempel für den Heiligen Geist zu verwandeln. Damit einher geht der Auftrag: „Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib.“

Das ist eine logische Konsequenz des Lösegelds, das der Herr Jesus am Kreuz für uns bezahlt hat: Heiligung. Ich gehöre nicht mehr mir selbst. Ich bin berufen, heilig zu leben, ein Tempel des Heiligen Geistes zu sein und gute Werke zu tun.

Die zweite Konsequenz: Loyalität trotz gesellschaftlicher Umstände

Schauen wir uns eine zweite Stelle an: 1. Korinther 7.

Vom Zusammenhang her geht es um Sklaven und das Thema Berufung. Vor allem geht es darum, dass es für unsere missionarische Wirksamkeit egal ist, welche Position wir in der Gesellschaft einnehmen. Wenn wir uns bekehren, sollen wir zunächst genau dort für den Herrn Jesus wirken, wo wir uns im Moment unserer Berufung befinden. Ein Sklave kann genauso gut Christ sein wie jemand, der kein Sklave ist.

Allerdings gibt es bei alledem eine Einschränkung. In 1. Korinther 7,23 heißt es: „Ihr seid um einen Preis erkauft, werdet nicht Sklaven von Menschen.“ Egal, ob wir den Vers wörtlich nehmen oder im übertragenen Sinn verstehen – es wird klar, worauf Paulus hier hinaus will. Wir sollen unsere Lebensumstände nicht so verändern, dass plötzlich nicht mehr Jesus, sondern ein Mensch uns sagt, wie wir zu leben haben.

Warum sollte jemand einen solchen Schritt in die selbstgewählte Sklaverei überhaupt erwägen? Ganz einfach: In der antiken Gesellschaft hing der soziale Status maßgeblich davon ab, zu welchem Haus man gehörte. Ein Sklave im Dienst des Kaiserhauses konnte daher mehr Einfluss und höheres Ansehen genießen als ein freier Bürger. Versklavung als Karriereschritt – und Paulus sagt: Tu das nicht.

Warum nicht? „Ihr seid um einen Preis erkauft.“ Auch wenn ich ein freier Bürger bin, so bin ich doch ein Sklave Christi. Ich gehöre Jesus. Und insofern bin ich nicht frei, mich an einen anderen Herrn zu binden. Bei jedem Schritt auf der Karriereleiter oder bei jeder anderen Entscheidung im Leben muss ich mich fragen: Wer bekommt jetzt mehr, vielleicht auch zu viel Einfluss auf mein Leben?

Das ist also eine weitere logische Konsequenz des Lösegelds: Loyalität. Ich lebe nicht mehr für mich und meine Ziele. Ich bin ein Sklave Christi geworden, und ich muss mir gut überlegen, wie ich mein Leben so einrichte, dass Jesus seine Herrschaft über mich uneingeschränkt ausüben kann.

Die dritte Konsequenz: Die neue Identität als Kinder Gottes

Aber es gibt noch einen dritten Aspekt. In Galater 4,3-5 heißt es: So waren auch wir, als wir unmündig waren, unter die Elemente der Welt versklavt. Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter dem Gesetz, damit er die loskaufte, die unter dem Gesetz waren, damit wir die Sohnschaft empfingen.

Hier beschreibt Paulus den Menschen als jemanden, der unter die Elemente der Welt versklavt ist. Mit den Elementen der Welt sind die dämonischen Prinzipien und Erfahrungen gemeint, die den Zeitgeist einschließlich Religionen und Weltanschauungen prägen. Es sind geistliche und intellektuelle Mächte, denen sich niemand entziehen kann – es sei denn, er wird aus dieser Sklaverei befreit.

Und genau das tut Jesus, wenn er uns loskauft. Er tut dies, damit wir die Sohnschaft empfangen.

Was macht die Sohnschaft so besonders? Und warum werden gläubige Frauen ebenfalls als Söhne Gottes bezeichnet? Liest man weiter, fallen zwei Dinge auf: Als Söhne Gottes erhalten wir den Heiligen Geist (Galater 4,6) und wir bekommen ein Erbe (Galater 4,7). Wir werden also zu Miterben Christi.

Gott nimmt uns als vollwertige, erbberechtigte Mitglieder in seine Familie auf. Das ist das Neue im Neuen Bund: unser Status.

Und worauf beruht das? Auf einem Lösegeld. Jesus hat uns losgekauft, damit wir die Sohnschaft empfangen.

Zusammenfassung und Ausblick

Das waren meine drei Aspekte: Warum Heiligung, warum Loyalität, warum Sohnschaft?

Weil Jesus ein Lösegeld für uns bezahlt hat. Ein Lösegeld, über das im Himmel gesungen wird (Offenbarung 5,9).

Sie singen ein neues Lied und sagen: „Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast durch dein Blut Menschen für Gott erkauft – aus jedem Stamm, jeder Sprache, jedem Volk und jeder Nation.“

Was könntest du jetzt tun? Verpflichte dich heute neu zu Heiligung und Loyalität. Halte dir vor Augen, was es bedeutet, dass du nicht mehr dir selbst gehörst.

Das war's für heute. Mein Podcast verabschiedet sich in die Weihnachtspause. Die nächste Episode erscheint am 5. Januar 2026.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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