Serie•Teil 43 / 47Wir betrachten den Römerbrief
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Einleitung und persönliche Rückkehr
Ja, guten Morgen, liebe Gemeinde!
Es war vor fünf Wochen am Morgen, als ich einen Eimer Sand gehoben habe. Der war für den schwachen Christian zu schwer, und es schoss mir in den Rücken. Es war ein Bandscheibenvorfall.
In den letzten Wochen habe ich von vielen von euch gehört, dass es mir nicht so gut geht. Wir haben einige Leidensgenossen oder Genossinnen, die ähnliche Erkrankungen hatten. Und wer das schon einmal hatte, weiß: Das ist nicht so lustig.
So lag ich dann fast fünf Wochen lang da. Heute ist tatsächlich der erste Sonntag, an dem ich wieder predigen darf. Ich danke Gott für den Livestream, aber ich sage euch eins: Hier zu sein ist weitaus schöner. Das kann man nicht vergleichen.
Es war fast eine Qual. Es war Segen und Qual zugleich: Segen, dass ich die Gottesdienste sehen konnte, und Qual, dass ich nicht hier sein konnte. Segen, dass ich die Evangelium-21-Konferenz auf dem Sofa liegend sehen konnte, und Qual, dass ich nicht hier sein konnte. Also: Dem Herrn sei Dank für die Technik, aber viel schöner ist die Gemeinschaft vor Ort.
Ich möchte euch allen ganz herzlich danken. Ich habe sehr viele Grüße bekommen, Mitteilungen auf verschiedenen Wegen, und vor allen Dingen danke ich euch für eure Gebete. Und auch dafür, dass ihr mich dadurch im Glauben gestärkt habt.
Es ist tatsächlich so, dass man dann manchmal mutlos wird und denkt: Hoffentlich wird es überhaupt einmal wieder etwas. Aber Gott hat Gnade gegeben. Es sind noch ein paar Symptome da, ihr dürft weiter beten, aber ich darf heute Morgen schon wieder hier stehen. Was für eine Freude! Halleluja!
Und jetzt machen wir weiter im Römerbrief.
Der Text für heute und die große Frage nach der Sicherheit
Unser geliebter Römerbrief. Wir sind im Kapitel 8. Ich lade euch ein, aufzustehen. Wir lesen Römer 8, Verse 35 bis 39. Das ist der Abschluss des grossartigen achten Kapitels.
Römer 8,35 und folgende: Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blösse oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir geachtet. Aber in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Amen.
Nehmen Sie Platz.
Paulus hat in Kapitel 8 die grosse Gnade Gottes in der Erwählung und Errettung der Kinder Gottes gerühmt. Und nach diesem Lobpreis stellt er dann in Vers 31 die Frage: Was sollen wir nun dazu sagen?
Wir sind in Römer 8,29 erwählt. Wir sind vorherbestimmt. Wir sind berufen. Wir sind gerechtfertigt. Wir sind verherrlicht. Unser Heil, haben wir gelernt, beginnt bei Gott vor Ewigkeiten und führt uns zu Gott in die Ewigkeit. Wir sind auf diesem Weg von Anbeginn bis zum Ende, was niemals kommen wird, weil die Ewigkeit kein Ende hat, alle Zeit, immer, absolut sicher in den Händen unseres Herrn.
Was sollen wir dazu nun sagen?, fragt Paulus. Was ist unsere Reaktion auf diese grossartige Wahrheit? Was ist die Erkenntnis daraus? Nun, diese Frage beantwortet Paulus in dem folgenden Abschnitt dann mit vier Gegenfragen.
Vers 31: Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?
Vers 33: Wer will gegen die auserwählten Gottes Anklage erheben?
Vers 34: Wer will verurteilen?
Und heute die vierte Frage, Vers 35: Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?
Jedes Mal lautet die Antwort auf diese Teilfragen: Niemand. Niemand kann gegen uns sein, wenn Gott für uns ist. Niemand kann uns anklagen, wenn wir in Jesus gerechtgesprochen sind. Niemand kann uns verurteilen, weil Christus schon unser Urteil getragen hat. Und wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Auch hier ist die Antwort klar: Niemand.
Gott hat eine vollständige und vollkommene Vorsorge für uns getroffen. Ein Vorsorgepaket geschnürt, besser als jede Riesterrente, die jetzt sowieso wieder abgeschafft wird und durch eine Aktienrente ersetzt wird. Gott hat eine vollkommene Vorsorge getroffen. Da ist keine Versorgungslücke, so dass nichts und niemand uns jemals wirksam widerstehen, anklagen, verurteilen und von Gott trennen kann.
Wir sind vollkommen umhüllt. Du bist als Kind Gottes vollkommen eingeschlossen, vollkommen nahtlos, lückenlos von der rettenden Liebe des Christus. Halleluja!
Heute nun die vierte Frage: Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Wir wollen anhand des Predigttextes uns diese Liebe des Christus unter drei Punkten anschauen.
Die Liebe Christi im Blick auf die Wirklichkeit
Erstens: Die Liebe Gottes ist realistisch. Zweitens: Die Liebe Gottes ist garantiert. Und drittens: Die Liebe Gottes ist mächtig.
Erstens: Die Liebe Gottes ist realistisch.
Nun, wenn es um Liebe geht, dann gehen bei manchen die Sicherungen raus. Dann sieht man den Himmel voller Geigen und nimmt die Realität nicht immer so wahr, wie sie wirklich ist. Alles ist rosa, pink. Das kann sogar bei manchen Männern passieren, wenn sie sich verliebt haben. Hollywood-Filme fördern diese romantische, manchmal von der Realität abgehobene Form von Liebe. Man verliert den Bezug zur Wirklichkeit, oder man kann ihn verlieren. Aber die Liebe Gottes ist keine romantische Träumerei, sondern sie ist realistisch.
Christen wird manchmal vorgeworfen, sie seien lebensfern, sie seien Tagträumer, die in ihren Fantasiewelten unterwegs sind und sich in frei erfundenen Geschichten bewegen. Sie hätten den Bezug zur Realität verloren. Sie wüssten gar nicht, wie das Leben wirklich spielt. Sie faseln da etwas von ihrem Retter im Himmel und so weiter, aber wissen gar nicht, wie das Leben wirklich aussieht.
Dem ist nicht so, denn die Liebe Gottes ist eine wahrhaftige Liebe, eine realistische, die die Wirklichkeit nicht schönredet. Sie zu erfahren, die Liebe Gottes zu erfahren, bedeutet nicht, einen Endorphinrausch zu haben und die Welt in rosa Farben zu sehen. Wenn Paulus sagt, dass uns nichts von der Liebe des Christus scheiden kann, dann verschließt er seine Augen nicht vor der Realität. Er verschließt seine Augen nicht vor der Wirklichkeit und auch nicht vor den feindlichen Kräften, denen ein Gläubiger ausgesetzt ist.
Im Gegenteil: Was er hier tut, ist, dass er unsere Widersacher identifiziert. Er zeigt uns unsere Feinde. Er redet nicht schön, sondern er ruft sie förmlich mit Namen auf, fordert sie auf, aus der Reihe hervorzutreten, und entlarvt sie.
Bedrängnisse, Ängste und Verfolgung
In Vers 35 sind hier nun sieben solcher Gegner deines Christenlebens aufgeführt, sieben Opponenten eines Jüngers Jesu. Sie sind mächtig, sie machen dir das Leben schwer, aber sie sind allesamt nicht in der Lage, dich von der Liebe Gottes zu trennen.
Der erste Widersacher ist die Drangsal. Vers 35: Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal? Hat Drangsal das Potenzial, uns von Jesus zu trennen? Nun, Christen erleben schwere Zeiten. Man nennt diese schweren Zeiten nicht nur Drangsal, sondern auch Bedrängnis oder auch Trübsal, wie Luther es übersetzt.
Drangsal beschreibt den äußeren Druck, den ein Nachfolger Jesu erlebt. Im Englischen heißt es an dieser Stelle Tribulation, dies kommt aus dem lateinischen Tribulum. Ein Tribulum ist ein antikes landwirtschaftliches Gerät, das zum Dreschen von Getreide eingesetzt wurde. Es war ein schwerer Dreschwagen oder auch ein schweres Dreschbrett, und das wurde von Ochsen oder von Pferden gezogen über den Dreschplatz. Auf dem Dreschplatz waren die Ähren ausgebreitet. Dann kam der Bauer mit seinem Dreschbrett und fuhr, vom Pferd gezogen, über diese Ähren hinweg. Und damit der Druck noch größer wurde, hat er sich häufig sogar noch auf das Dreschbrett gestellt, um noch mehr Druck zu erzeugen.
Da lagen sie nun, diese Ähren, dieses Getreide. Dies wurde getan, damit die Körner aus den Ähren gerieben wurden. Tribulum, Bedrängnis: Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Das Dreschbrett, unter dem du dich in diesen Tagen befindest? Manchmal fühlen wir uns wie Getreidehalme auf dem Boden liegend. Das schwere Brett kommt und reibt über uns. Es wird über dich gezogen. Als wäre es nicht schon schwer genug, stellt der Bauer sich auch noch darauf. Das ist ein kräftiger Bauer bei dir, hundert Kilo plus. Die Umstände drücken unerbittlich. Da ist diese erdrückende Last deiner schweren Tage, deine Kraft ist am Ende. Doch egal, wie schwer die Bedrängnis auch sein mag, sie kann dich nicht von der Liebe Gottes trennen. Amen.
Dann nennt Paulus einen zweiten Widersacher: Angst. Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst? Dieser Druck von außen wird ergänzt durch Druck von innen. Da sind Lebensumstände, die wir nicht ändern können. Da fühlen wir uns ohnmächtig, uns fehlen die Mittel und Wege, die Gesamtsituation zu verändern. Das macht uns Angst. Das Gehalt reicht vorn und hinten nicht, eine Erhöhung des Lohnes ist nicht zu sehen, einen neuen Job zu suchen, wir sind schon zu alt dafür, vielleicht. Oder es ist einfach nichts vorhanden. Also haben wir Furcht.
Die alleinerziehende Mama weiß nicht, wie sie die Kinder groß bekommen soll. Sie muss arbeiten gehen, sonst kann die kleine Familie nicht versorgt werden. Und gleichzeitig spürt sie Angst, weil sie ihrer Rolle als Mama nicht so nachkommen kann, wie sie es spürt, tun zu müssen. Die Zeit mit den Kindern am Nachmittag zu verbringen, ist schier unmöglich, weil sie arbeiten gehen muss, weil sie sonst hungern werden. Sie hat Angst im Innern vor morgen und was aus den Kindern wird.
Wie kommen wir da raus, da ist das Dreschbrett von außen und da ist die Angst von innen? Indem wir uns bewusst machen, dass die Liebe Gottes in Jesus Christus niemals von uns getrennt werden kann. Weder Drangsal, die von außen drückt, noch die Furcht, die von innen presst, können dich von der Liebe Gottes trennen. Gottes Liebe ist da. Jesus hat gesagt: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Ein dritter Opponent: Verfolgung. Weder Drangsal, noch Angst, noch Verfolgung, schreibt Paulus. Wenn du verfolgt bist, jagt dich etwas hinter dir her, um dich zu verletzen oder dir zu schaden. Offene Verfolgung von Christen ist in weiten Teilen der Welt gang und gäbe. Wir denken immer wieder an unsere verfolgten Brüder und Schwestern, für die auch in der Verfolgung gilt, dass diese Verfolgung sie nicht von der Liebe Gottes trennen kann.
In unserer westlichen Welt erleben wir es nicht in dieser Form, jedenfalls nicht so offensichtlich, aber auf eine subtilere Weise: Ausgrenzung, Mobbing, Verleumdung, Lästerung in der Familie, in der Schule, an der Uni, im Beruf, in der Nachbarschaft. Deine Verfolger können dich vielleicht von einem höheren Ansehen in der Gesellschaft trennen, sie können dich von guten Jobs trennen, aber niemals von der Liebe Christi.
Mangel, Gefahr und das Zeugnis der Schrift
Paulus nennt außerdem Hunger und Blöße. Hunger ist eine schreckliche Sache, furchtbar. In der antiken Welt war Hunger weit verbreitet, in vielen Teilen der Welt auch heute noch. Doch auch Hunger kann uns nicht von Christi Liebe trennen.
Wenn kein Geld da ist, um sich zu kleiden, dann haben wir es mit Blöße zu tun. Keine Stiefel im Winter. Auch dieser Mangel ist nicht imstande, die Liebe Gottes in Christus Jesus dir gegenüber zu beenden. Deine finanzielle Not ist nicht groß genug, als dass die Liebe Gottes in Jesus Christus dich nicht erreichen könnte.
Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Keine Gewalt, kein Krieg, kein Gefängnis wird dich vom Herrn trennen können.
Wir erleben das mit unseren Geschwistern in der Ukraine. Frank ist gerade dort. Wir haben einige von ihnen unter uns in der Gemeinde. Es gibt jahrzehntelange Partnerschaften mit den Brüdern und Schwestern. Gerade in der vergangenen Woche rief Frank über FaceTime an, und wir hatten eine schöne Videoschalte zu unseren lieben Geschwistern dort drüben. Sie sind dort versammelt, und du staunst, wenn du in ihre Augen schaust. Krieg, Gewalt, Schwert und Gefahren haben es nicht vermocht, sie von der Liebe des Christus zu trennen.
Und wenn du Angst hast aufgrund der gesamtpolitischen Lage, und ich weiß, wenn du Nachrichten schaust, dann will es dir Angst und Bange machen, dann sage ich dir eins: Als gläubiger Mensch brauchst du keine Angst vor der Zukunft zu haben. Selbst in Gefahr, selbst wenn das Schwert kommt, wird es nicht in der Lage sein, uns von Christi Liebe zu trennen. Und Paulus untermauert das. Er zitiert dann Psalm 44,23. Wie geschrieben steht, sagt er: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wie Schlachtschafe sind wir geachtet.
Genauso war es während der gesamten Kirchengeschichte hindurch, so ist es heute, und ich muss kein Prophet sein, um dir zu sagen: So wird es auch in Zukunft sein, bis Christus wiederkommt. Unzählige Christen wurden und werden getötet, den ganzen Tag, wie Schlachtschafe. Sie sind verachtet, verspottet, verlassen. Doch einer verlässt sie niemals, und das ist Jesus Christus mit seiner Liebe. Und das Gleiche gilt auch für dich, der du sein Kind bist. Halleluja!
Also, die Liebe Gottes ist realistisch. Sie malt nichts schön, sondern sie malt uns vor Augen, wie die Welt ist. Aber sie trägt hindurch.
Die verlässliche Grundlage der Liebe Gottes
Zweitens: Die Liebe Gottes ist garantiert.
Natürlich steht jetzt die Frage im Raum: Ja, was gewährleistet mir denn diese Heilssicherheit? Hier geht es ja um deine Sicherheit im Glauben. Wer garantiert mir, oder was garantiert mir? Und ich spreche jetzt zu wiedergeborenen Christen, also zu Menschen, die Jesus Christus im Glauben und Vertrauen folgen, die ihn eingeladen haben und gesagt haben: Herr, vergib mir meine Sünden. Menschen, die ein neues Herz haben, in denen der Heilige Geist lebt. Es geht um die Frage der Sicherheit für dich. Was garantiert mir denn, dass ich in meinem geistlichen Leben so abgesichert bin, bis ich bei Jesus bin?
In Vers 35 heißt es: Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Und in Vers 39: Weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf kann uns scheiden von der Liebe Gottes. Also ist hier von der Liebe des Christus und von der Liebe Gottes die Rede. Diese beiden Verse machen deutlich, dass die Liebe Gottes eine gegenwärtige Größe ist, eine feste Größe in deinem Leben, eine beständige und ewige Realität.
Aber schau dir jetzt einmal Vers 37 an. Dort begegnet uns diese Liebe Gottes plötzlich in der Vergangenheitsform: Aber in all dem, also in dieser Bedrängnis, überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Paulus hat hier offensichtlich, wenn er von dem spricht, der uns geliebt hat, nicht nur diese göttliche Liebe im Sinn, die dich von Anbeginn bis zum Ende begleitet. Hier hat er offensichtlich auch einen besonderen Moment im Sinn.
Wir überwinden weit durch den, der uns geliebt hat. In der Geschichte dieses Planeten gab es einen Moment, in dem diese Liebe sichtbar wurde. Darauf bezieht sich Paulus meines Erachtens hier. Denn wie wird sichtbar, dass Jesus uns geliebt hat, wenn nicht am Kreuz? Dort hat Jesus uns geliebt.
Du fragst: Wie ist mir garantiert, dass mich nichts von der Liebe Gottes trennen kann? Es ist die Liebe, mit der Jesus dich geliebt hat. Das ist das Pfand, das du hast. Der Beweis seiner Liebe ist das Kreuz.
Das Kreuz als Beweis und die Unveränderlichkeit seiner Zuwendung
Wieso ist diese Liebe, mit der er uns am Kreuz geliebt hat, so tragfähig? Weil sie kein momentaner Ansturm einer Emotion ist. Seine Liebe zu uns ist sicherlich auch ein Gefühl, gar keine Frage, aber sie ist mehr als ein Gefühl. Was er für dich hat, ist beständig. Gefühle nämlich sind flüchtig, vergänglich, unbeständig. Aber Jesus hat dich auch durch seine Schläge geliebt. Er hat dich durch Spott und Dornen hindurch geliebt. Er liebte dich unter den Peitschenhieben, und auch noch, als man ihm Nägel durch Hände und Füße bohrte. Er liebte dich, obwohl ihn alle verließen. Er liebte dich, als die Finsternis über ihn hereinbrach.
Es ist nicht eine Frage von Emotion: Heute fühle ich mich mal nach Liebe. Nein, die Liebe Gottes zu dir ist garantiert, weil Christus dich geliebt hat. Und worin zeigt sich seine Liebe zu dir am Kreuz von Golgatha? Deswegen schreibt Paulus auch in 1. Korinther 5,3-12: Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist.
Als also die Geißeln auf ihn niederschlugen, als sein Rücken offen war, als die Nägel seine Hände und Füße durchbohrten, liebte er dich hindurch. Er liebte dich, als alle ihn verließen, als alle ihn bespuckten, als keiner mehr da war, um ihn zu unterstützen. Er liebte dich auch, als der Zorn Gottes über ihn ausgegossen wurde. Dort ist der Ursprung seiner Liebe. Er liebte dich bis ins Grab.
Seine Liebe zu dir ist also, hör mal zu, lieber Bruder, liebe Schwester, seine Liebe zu uns ist erprobt, seine Liebe zu uns ist beständig. Wenn sie am Kreuz und in seinem Leiden nicht nachließ, wie könnte sie heute nachlassen? Aufgrund seiner beharrlichen Liebe bist auch du in den Krisen deines Lebens sicher. Nicht du hältst ihn, sondern er hält dich. Denn in der Krise des Kreuzes hat Christus dich geliebt. Es gibt keine größere Krise als die, die Jesus erduldet hat. Daher kann dich nichts, auch keine deiner Krisen, von seiner Liebe trennen. Keine Drangsal, keine Angst, keine Verfolgung, kein Hunger, keine Blöße, keine Gefahr, kein Schwert: Die Liebe Christi ist dir sicher. Amen.
Die zweite Liste der Mächte und die umfassende Bewahrung
Nun will Paulus sichergehen, dass wir diese Wahrheit wirklich kapieren. Eigentlich könnte er jetzt Schluss machen, stimmt’s? Macht er aber nicht. Er will sichergehen, dass diese Wahrheit über die Sicherheit deines geistlichen Lebens wirklich von unserem Verstand in unser Herz fällt. Und ich glaube, wir kennen uns alle selbst nur zu gut, dass wir es schnell vergessen, besonders wenn wir wieder neu bedrängt sind, wenn von einer anderen Flanke ein Angriff kommt, wenn wir uns selbst anschauen und dann wieder auf uns selbst verlassen. Dann stellen wir fest, wie oft wir fehlen, wie oft wir fallen. Ja, wie ist das mit meiner Sicherheit im Glauben?
Paulus möchte, dass wir das wirklich verstehen. Gott möchte, dass wir es verstehen, dass diese Wahrheit über die Sicherheit der Gläubigen in unseren Herzen Wurzeln schlägt, so dass, wenn der Sturm kommt, der Baum nicht gleich entwurzelt ist. Also fügt er an dieser Stelle noch Vers 38 und 39 hinzu, denn er schreibt: „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“
Hier sehen wir drittens, dass die Liebe Gottes mächtig ist, mächtiger als alle Widersacher. Sie ist so mächtig und so zuverlässig, weil sie, wie wir gesehen haben, am Kreuz erprobt ist und von Gott kommt.
Nicht unsere Liebe, sondern seine Liebe trägt
Nochmal Vers 35, und das ist wichtig, dass wir das verinnerlichen: Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?
Wir hatten es eben schon gesagt. Die Neue Genfer Übersetzung drückt es wie folgt aus: Was kann uns da noch von Christus und seiner Liebe trennen? Es ist die Liebe des Christus zu uns, die uns hält. Es ist Gottes Liebe zu uns, nicht unsere Liebe zu ihm, die uns hält.
Paulus fragt nicht: Was kann mich von meiner Liebe zu Jesus trennen? Wenn das die Frage wäre, was kann mich von meiner Liebe zu Jesus trennen, dann müsste die Antwort lauten: Fast alles kann mich von meiner Liebe zu Jesus trennen. In dieser Frage wäre überhaupt kein Trost.
Was ist das für ein Evangelium? Es ist gar kein Evangelium, das den Gläubigen auf seine Leistung verweist. Das ist eine elende Plackerei. Da ist keine Gnade enthalten. Du musst dies, du musst das, und du musst jenes, und wenn du das und dies und das tust, dann reicht es vielleicht.
Wer kann von uns seine Hand für sich selbst ins Feuer legen und wirklich behaupten, dass er in Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert standhaft Jesus lieben und ihm unerschütterlich folgen wird? Hand hoch? Nein, bleib bloß mit der Hand unten. Wer kann das von sich sagen?
Es gab einen in der Bibel, wir kennen ihn alle: unser guter Freund Petrus. Der war mal so drauf. Er behauptete, dass er niemals Anstoß an Jesus nehmen würde. Wenn alle auch an dir Anstoß nehmen, Herr, doch nicht ich. Er sagte sogar so weit: Wenn ich auch mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen.
Das war das Werfen auf die Liebe, die er zu Christus hatte. Und wie hat es geklappt? Nicht so gut, überhaupt nicht gut. Er sagte: Jesus, meine Liebe zu dir wird niemals wanken, ich stehe zu dir, auch wenn andere an dir Anstoß nehmen. Aber dann kam die Bedrängnis, dann kam das Dreschbrett und der Bauer obendrauf, in Form einer Magd am Feuer beim Hohen Priester im Innenhof. Ja, war der nicht auch da mit dem Christus? Ich kenne ihn nicht, sagte er. Ich weiß nicht, von wem du redest.
Er fing sogar an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, ich kenne diesen Christus nicht, von dem ihr redet. Da krähte der Hahn zum zweiten Mal, und er begann zu weinen.
Wir können uns nicht auf unsere Liebe zu Gott verlassen, verstehen wir das? Wenn es unsere Liebe zu Jesus ist, die uns hält, dann haben wir keine Sicherheit. Viele von uns, vielleicht sogar alle von uns, würden in den Bedrängnissen genau wie Petrus unsere Gefolgschaft verleugnen. Und vielleicht sitzt du heute Morgen hier und hast es gerade in der vergangenen Woche so erlebt, hast Christus verleugnet, bist gefallen, hast dich abgewandt und sitzt nun hier zerknirscht.
Wer kann mich von meiner Liebe zu Christus trennen? Bedrohe mich mit Schmerzen, bedränge mich mit dem Tod: Wenn es allein auf meine Liebe ankäme, ich kann für nichts garantieren. Mein Gebet, mein ehrliches Gebet ist: Herr, wenn es so weit ist, hilf mir, dass ich deinen Namen nicht verleugne.
In einer Zeit, in der die Sicherheit groß ist und wir uns relativ frei hier bewegen können, da können wir alle rufen: Ja, ich folge Jesus. Aber was ist, wenn die Stimmung kippt? Ich bete, dass ich standhaft bleiben möge. Ich bete, dass ich mich in die Reihe der Märtyrer einreihen würde, die bis zum Ende ausharren. Aber ich weiß zugleich: Auf mich allein gestellt kann ich mir nicht sicher sein.
Paulus fragt nicht, was mich trennen kann von meiner Liebe zu Christus, sondern er fragt: Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Was kann uns da noch von Christus und seiner Liebe trennen? Das ist eine ganz andere Frage. Denn seine Liebe zu mir ist verbürgt am Kreuz, ist erprobt, ist ohne Ende, ist unauslöschbar, ist unwiderruflich.
Er liebt mich. Er liebt dich. Die Liebe Gottes zu dir ist absolut sicher, unwandelbar, niemals aufhörend, gesichert durch das vergossene Blut Jesu Christi, das er für dich am Kreuz vergossen hat. Seine Liebe ist erprobt.
Die letzte Gewissheit: nichts kann trennen
Paulus will, dass wir das verstehen. Er macht es hier sehr deutlich, indem er nun noch einmal zehn weitere Dinge nennt, die nicht gegen die Liebe Christi zu dir ankommen.
Vers 38: Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben mich trennen kann von der Liebe Gottes.
Das Erste, was er hier nennt, ist der Tod. Der Tod trennt uns von vielen Dingen, die wir auf Erden haben. Er ist der letzte Feind, die größte Bedrohung. Doch der Apostel stellt gleich vornean in dieser zweiten Liste klar: Selbst der Tod kann uns nicht von Christi Liebe trennen. Er trennt uns nicht, sondern er tut genau das Gegenteil. Er bringt uns der Liebe Christi sogar noch näher.
Deswegen schreibt Paulus in Philipper 1, ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre.
Aber dennoch trennt der Tod uns von vielen Dingen im Leben: Trennung von Familie, von Kindern, Eltern, Ehepartnern, Freunden. Der Tod trennt uns von unserem Leib, von unserem irdischen Wohlergehen. Deshalb scheint die Liebe Gottes im Sterben für manch einen nicht vorhanden zu sein. Doch Paulus sagt: Weder Tod noch Leben können uns trennen von der Liebe Gottes.
Wir werden nicht von Gott geliebt bis zum Tod, hör mal. Wir werden nicht von Gott geliebt bis zum Tod, und während wir im Sterben sind, hört seine Liebe auf, um uns dann weiterzulieben, wenn wir bei ihm sind. Nein, wir werden von Gott geliebt im Leben und im Sterben. Er liebt seine Kinder vor ihrem Tod, er liebt seine Kinder, während sie sterben, und er liebt seine Kinder danach bis in alle Ewigkeit. Es gibt keine Unterbrechung in der Liebe Gottes zu seinen Kindern. Auch das Sterben unterbricht seine Liebe zu dir nicht. Fürchte dich nicht, seine Liebe ist da.
Römer 14,9: Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.
Also: Er herrscht im Leben, er herrscht im Tod. Seine Liebe ist untrennbar von dir, weder durch Tod noch Leben auszulöschen.
Dann sagt er drei weitere Dinge hier: Weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten sind in der Lage, dich von der Liebe Gottes zu trennen. Engel und Fürstentümer, dann Gewalten.
Weder Engel im Kontext hier scheint es so zu sein, als meint Paulus die Engel der bösen Art, die Herrscher der bösen Art. Denn ein guter Engel würde niemals versuchen, uns von der Liebe Gottes zu trennen. Wir können auch sagen: Keine dämonischen Mächte sind in der Lage, uns von der Liebe Gottes zu trennen. Er spricht hier von übernatürlichen Kräften. Auch deine Albträume können dich nicht von der Liebe Gottes trennen. Keine dieser Kräfte hat die Macht, uns von der Liebe Gottes zu trennen. Denn diese Kräfte wurden am Kreuz entschieden besiegt.
Kolosser 2,15: Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.
Fürchte dich nicht vor Teufel, Dämonen und Sonstigem, vor Fürstentümern und Gewalten. Sie können dich nicht von der Liebe Gottes trennen. Auch wenn diese Schurken entfesselt sind, können sie dennoch den Auserwählten Gottes nichts anhaben.
Luther hat es in seinem bekannten Lied „Ein feste Burg“ wie folgt ausgedrückt:
Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sauer sich stellt,
tut er uns doch nicht;
das macht, er ist gericht.
Ein Wörtlein kann ihn fällen. Amen.
Engel noch Fürstentümer noch Gewalten können uns von der Liebe Gottes trennen, auch nicht sechstens, siebtens: Weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges trennt dich von Gott. Damit ist alles abgedeckt, was heute passiert. Alles, was heute passiert, kann dich nicht von der Liebe Gottes trennen. Damit ist auch abgedeckt, was morgen passiert und übermorgen: weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges.
Vielleicht glaubst du, dass du die Lasten und Bedrängnisse des heutigen Tages kaum noch tragen kannst. Du schaust deswegen voller Unsicherheit in die Zukunft und fragst dich, ob du in der Lage sein wirst, die noch kommenden Herausforderungen zu meistern. Vielleicht denken wir: Die Gegenwart ist derart negativ, die Zukunft kann nicht besser werden, ich werde nicht bestehen.
Die Antwort der Bibel ist: Es wird weder in der Gegenwart noch in der Zukunft so böse und schlecht um dich bestellt sein, dass du von der Liebe Gottes getrennt sein wirst. Deswegen sind Christen die optimistischen Personen auf dem ganzen Globus. Und ich hoffe, wir tragen das auch vor uns her. Und Menschen in unserem Umfeld spüren das: Wir haben Hoffnung.
In einer chaotischen Welt, wo alle in Angst verfallen, wissen wir: Weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges kann uns trennen von der Liebe Gottes.
Und dann sagt er noch: Weder Hohes noch Tiefes. Ja, das kann unsere Sorgen betreffen. Egal wie hoch du gehst, emotional in deinem Leben, oder wie tief dein Weg hinabführt, du wirst nirgends eine Kraft finden, die die zuverlässige Liebe Gottes zu dir aufhebt. Es gibt keinen Ort an dieser Welt, in dieser Welt weder hohe Orte noch tiefe Orte, an denen die Liebe Gottes dich nicht erreicht.
Wo sollte ich hingehen?, fragte der Psalmist. Vor deinem Geist, wo sollte ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Stiege ich hinauf zum Himmel, so bist du da. Machte ich das Totenreich zu meinem Lager, so siehe, so bist du auch dort. Nehme ich Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
Nichts im höchsten Himmel noch in der tiefsten Hölle kann dich von der Liebe Gottes trennen.
Und dann zum Schluss: Das muss Paulus auch noch schreiben, er kennt dich nämlich. Ja, na gut. Weder hohes noch tiefes, Leben und Tod, Gegenwärtiges noch Zukünftiges, Engel, Fürstentümer, Gewalten, na gut, okay, ich will’s mal annehmen, als wäre es so. Aber, Paulus, da gibt es noch einen, den hast du noch nicht aufgezählt: Das bin ich selbst. Kann ich mich nicht aus der Hand Gottes reißen?
Was sagt er? Weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf. Er will sicherstellen, dass es alle verstanden haben. Hier diese All-inclusive-Ermutigung: Es deckt alles ab. Noch irgendein anderes Geschöpf kann uns scheiden. Es deckt alles ab, was nicht Gott ist. Kein Ding, keine Person im ganzen Universum kann uns von der Liebe Gottes zu uns trennen. Das schließt auch uns selbst mit ein.
Es gibt Menschen, die sagen, dass niemand die Erwählten aus Gottes Hand reißen kann, Johannes 10,29, aber die Erwählten selbst können sich aus der Hand des Herrn losreißen. Mit anderen Worten sagen sie: Du kannst erwählt sein, du kannst wiedergeboren sein, du kannst gerechtfertigt sein, du kannst verherrlicht sein, aber am Ende doch verloren gehen. Das ist nicht, was die Bibel lehrt.
Römer 8,30: Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.
Das ist eine radikale Sicherheit, eine absolute Zuverlässigkeit für den Gläubigen. Die Liebe Gottes ist so stark, dass kein Geschöpf in der Lage ist, dich von dieser Liebe zu trennen, auch du selbst nicht.
Und hier noch mal der kleine Einschub: Ja, ich weiß, und wenn du jetzt sagst: Na ja, dann kann ich ja so viel sündigen, wie ich will, brauchen wir nicht diskutieren, das haben wir alles schon rauf und runter. Dann fragen wir uns doch: Warum willst du so weit an den Rand des Abgrunds gehen, wie es nur möglich ist? Dann spring doch. Nein, nein, das sage ich jetzt nicht.
Was zieht dich, frage ich dich, was zieht dich so weit an den Rand, dass du immer noch fragst: Kann ich noch ein Stück? Aber wenn die Liebe mich hält, dann ... Warum flirtest du so sehr mit der Sünde, warum? Da müssen wir uns fragen: Sind wir von neuem geboren? Das ist die Grundfrage, die man dann stellen muss.
Aber bist du ein Kind Gottes? Hast du dem Herrn in deiner Schwachheit, auch in deinen Kämpfen, auch in deinen Niederlagen, aber hast du den Heiligen Geist in dir? Lebt Christus durch seinen Geist in dir? Dann kann nichts und niemand und tatsächlich nicht mal du selbst dich aus seiner Hand reißen und dich von seiner Liebe trennen. Das ist, was der Text sagt. Da gibt es nichts zu diskutieren. Das ist die radikale Sicherheit. Gott bewahrt seine Auserwählten vom endgültigen Abfall und vor dem Unglauben.
Hör mal, die Verheißung aus Jeremia 32 gilt für alle, die zum Volk Gottes gehören, zu allen Zeiten. Ich will einen ewigen Bund, sagt Gott, mit ihnen schließen, dass ich nicht ablassen will, ihnen Gutes zu tun, und will ihnen Furcht vor mir ins Herz geben, dass sie nicht von mir weichen.
Es ist Gottes erklärter Wille: Ich will, dass du nicht von mir weichst. Ja, es mag Stolpersteine geben, auch Umwege in deiner Nachfolge, aber wenn du sein bist, dann wird er dich auf dem Weg zurückbringen. Er wird dich halten. Seine Liebe ist untrennbar zu dir, und deswegen vertraue ihm.
Diese Sicherheit der Liebe Gottes finden wir allein im Evangelium. Nur das Evangelium von Jesus Christus kann dir diese Zuverlässigkeit bringen. Alles andere ist Werkegerechtigkeit und ein Werfen auf sich selbst. Das Evangelium sagt nicht: Schau in dich selbst hinein, such die Kraft in dir, streng dich an, befolge Regeln, der Moral und des Anstandes. Nein, es sagt vielmehr zu dir: Du Verzagter, Kleinmütiger, Nachfolger Jesu, in deinen Kämpfen, Unsicherheiten und Herausforderungen, fasse Mut, fasse Mut!
Diesen Mut, diese Zuversicht bekommst du nicht, indem du auf dich selbst schaust. Laufe nicht zum Berg Sinai, zu den Geboten und Gesetzen. Halte nicht dort Ausschau nach Sicherheit. Laufe nicht zu deinen eigenen Leistungen und Werken, suche nicht dort Beständigkeit und Zuverlässigkeit. Nein, laufe zu Jesus, gehe zum Kreuz. Christus, der anstelle von Sündern starb, der aus dem Grab auferstand, der zur Rechten des Vaters sitzt, der für dich eintritt, laufe zu ihm. Er liebt dich, und seine Liebe hört nicht auf und ist untrennbar.
Nur in diesem Evangelium von Jesus Christus, der sein Leben für Sünder gab, findest du Zuverlässigkeit, Sicherheit und ein Rundum. In Anführungszeichen nicht im flapsigen Sinn gemeint: ein rundum geistlich rundum sorglos Paket.
Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Höhen noch Tiefen noch irgendein anderes Geschöpf vermag uns zu scheiden von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn.
Amen.
Schlussgebet und Segensbitte
Wir stehen auf zusammen. Vater, wir danken dir von ganzem Herzen für dieses großartige achte Kapitel des Römerbriefes. Wir haben viele Wochen damit verbracht, darin zu studieren, und wir danken dir von Herzen. Ich danke dir von Herzen für die vielen Schätze, die wir dort finden durften.
Du hast uns zugesprochen, unseren Glauben gestärkt. Du hast uns die Rechtfertigung allein aus Gnade vor Augen geführt. Du hast uns die goldene Kette der Erlösung gezeigt. Du hast uns Mut gemacht und uns daran erinnert: Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein? Du hast uns erklärt, dass du, der du deinen eigenen Sohn nicht verschont hast, uns mit ihm nicht auch alles andere geben solltest?
Herr, was für ein Segen. Segen über Segen über Segen. Und jetzt bist du auch bei deinen angeschlagenen, verletzten, niedergedrückten, unter der Dresche befindlichen Kindern. Und du rufst uns zu: Deine Liebe hört niemals auf, sie ist untrennbar. Einst hast du deine Liebe auf uns gesetzt, und nun kann nichts uns von ihr trennen. Danke für diese befreiende Botschaft.
Ich bitte dich für solche unter uns, Herr, die gerade jetzt in diesen Tagen durch viel Leid gehen, viele Fragen haben, ungeklärte Zustände erleben, Angst haben und sich ohnmächtig fühlen, weil sie nicht wissen, wie sie einen Ausweg finden können. Herr, baue du meine Brüder und Schwestern neu auf.
Wir denken auch an die, die im Krieg sind, die unter Verfolgung leiden. Herr, danke, dass deine Liebe auch durch diese Dinge nicht zu uns unterbrochen werden kann. Da sind Anfechtungen, da sind Widersacher. Stärke du den Glauben derer, die durch solche Bedrängnisse gehen in diesen Tagen. Danke, Herr, dass du keines deiner Kinder außen vor lässt.
Und, Herr, ich bete auch ganz bewusst für Menschen heute Morgen, die ihr Herz dir noch nicht gegeben haben. Heute wurde das Evangelium erklärt. Ich bitte dich, dass du Buße und Glauben wachsen lässt in den Herzen, dass Menschen hier sind, die sagen: Ich möchte auch zu diesem Jesus kommen, der alles für mich gegeben hat. Möge er mein Erlöser sein.
Und wenn du hier bist und diesen inneren Drang und Wunsch hast, dann wende dich jetzt im Gebet zu Christus und sage ihm: Herr, ich glaube an dich. Sage ihm: Herr, vergib mir meine Schuld, mache mich neu, nimm mich an, mache mich zu deinem Kind.
Der Heilige Geist kommt gerade jetzt, und er spendet Leben. Er spendet Liebe, die von nichts und niemand in dieser Welt unterbrochen werden kann. Gott ist da, er redet. Halleluja, Amen.
