
Wie Zweifelnde gewiss werden
Hass, Wahrheit, Geist: Wer macht Jesus groß und uns stark?
Johannes 15,26-16,405.11.1997
Das steht in dem Zusammenhang, was Jesus vom Hass der Welt über Jesus und
seine Gemeinde spricht. Wir haben in unserer Bibelstunde am letzten
Dienstag über den Antichristen gesprochen, davor der rote Drache, der mit
der ganzen wütenden Macht, die er hat, gegen das Jesusbekenntnis zu Felde
zieht. Und nun sagt Jesus in diesen Versen vorher: Wenn euch die Welt
hasst, Vers 18, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat, aber nun
lesen wir Vers 26, wenn aber der Tröster kommen wird, also Kapitel 14 hat
Jesus von diesem Tröster, vom Heiligen Geist gesprochen, wenn dieser
Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der
Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir. Die
wichtigsten Aussagen über den Heiligen Geist stehen Johannes 14, Johannes
16, Römer 8- Immer fällt auf: Der Heilige Geist will nur Jesus groß machen,
nie den Geistträger. Er deutet immer auf Jesus, er wird Zeugnis geben von
mir, an dem erkennt man ihn, er tritt ganz zurück. 27 Und auch ihr seid
meine Zeugen, denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen. 1 Das habe ich
zu euch geredet, damit ihr nicht abfallt. 2 Sie werden euch aus der
Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen
wird, er tue Gott einen Dienst damit. Es heißt auch in der
Bibelübersetzung: Sie werden euch in den Bann tun, euch ausgrenzen. 3 Und
das werden sie darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen. 4
Aber dies habe ich zu euch geredet, damit, wenn ihre Stunde kommen wird,
ihr daran denkt, dass ich's euch gesagt habe. Zu Anfang aber habe ich es
euch nicht gesagt, denn ich war bei euch.
Also, unsere Welt ist doch tolerant. Es kann ja eigentlich jeder in unserer
Welt machen, was er will. Es kann sich einer einen Autoreifen durch die
Nase ziehen und ein Klavier dranhängen und dann, wenn's ihm Spaß macht,
soll er doch machen. Vielleicht kann man sagen: Das sieht noch schick aus.
Es ist ja interessant, was selbst als Lebensstil in unserer Welt
selbstverständlich großzügig geduldet wird. Wenn Leute die hässlichsten
Dinge leben, oder die bösesten Praktiken vertreten, wo man eigentlich nur
mit dem Kopf schütteln kann, in Deutschland darf doch jeder mit seinem
Leben machen, was er will. Aber haben Sie schon einmal beobachtet, wenn ein
Mensch zum Glauben an Jesus kommt? Da ist die Hölle los! Ich kenne unsere
jungen Leute bei der Bundeswehr. Wenn da einer plötzlich seine grausamen
Bilder von der Spindwand wegmacht und anfängt, Bibel zu lesen, wie gehässig
das plötzlich wird. Wie da gespottet wird, und das von Freunden! Toleranz –
Ja, sehr tolerant, aber bei Jesus – das ärgert irgendwie, das rührt die
Welt auf, da kommt ein Widerstand, ich hab das oft erlebt, in Familien.
Dass Eltern ihren Kindern alles erlauben, und wenn der Sohn oder die
Tochter anfängt plötzlich Jesus nachzufolgen, dann ist der Aufruhr groß!
Angst, was ist jetzt passiert, und kommt in eine Sekte, was ist denn los,
alles wird hergeholt, um das Feuer zu löschen. Jesus hat uns das
angekündigt. Und wir müssen dem ein wenig nachdenken, was damit
zusammenhängt, warum die Toleranz der Welt plötzlich aufhört, wenn's um
Jesus geht. Wir müssen vielleicht auch darüber nachdenken, warum wir so
merkwürdig wenig angefeindet werden. Es muss ja verschiedene Gründe dafür
geben. Jesus fragt sehr deutlich, das wird kommen, keine Angst, es wird
alles nur noch schlimmer, sie werden euch ausschließen, sie werden euch
ausgrenzen, Freundschaften werden plötzlich zerbrechen. Und es kann sogar
so weit kommen, dass die Stunde kommt, wo es sich glücklich preisen, wenn
es sogar Menschen um ihres Jesusbekenntnisses hinrichten können. Es ist
gut, dass wir mal zuerst hören, was uns Jesus hier erzählt.
Das erste, was ich herauslese aus diesem Wort, ist: Lasst euch nicht
einschüchtern! Lasst euch nicht einschüchtern! Jesus spricht ja immer von
der Welt. Da muss man immer zuerst hinhören, was meint denn Jesus: Die
Welt. Also, heute Mittag, wenn Sie durch diese schöne Frühlingswelt gehen.
Wir lieben doch diese Welt! Gottgeschaffene Welt. Das ist nicht gemeint. Es
ist auch nicht die Welt gemeint, die Sie bereisen im Urlaub, wenn Sie
irgendwo weit weggehen, und die Tage gehen dahin bei all dem Schönen, das
Sie sehen. Diese Welt, in der Ihr Leben, die uns so gefällt, die uns auch
Sicherheit gibt, wir sind Realisten, weil wir mit beiden Füßen in der Welt
stehen. Jesu meint mit dieser Welt": Ja, diese Welt ist von Gott
geschaffen. Aber merkwürdig, in dem Augenblick, wo die Menschen sich von
Gott losgerissen haben, ist das Ganze, so heißt im Neuen Testament, das
Schema dieser Welt, die ganze Lebensart, dieses, was dahinter steht, an
Denken, Planen und Wollen, hinter allem, was auf dieser Welt geschieht, ist
so darauf gerichtet, gegen Gott. In einer großen Feindschaft der Welt.
Beginnt so im Johannesevangelium, dass Jesus sagt: Dass Johannes das sagt:
Er kam in sein Eigentum, aber die Welt war zugeriegelt. Sie haben ihm jeden
Zugang versperrt, und sie wollten das überhaupt nicht, dass Jesus kommt.
Und darum steht von Anfang an das Nein gegen jede Zeugendienstarbeit von
Jesus und seinem Evangelium. Die Welt will es verhindern, es unmöglich
machen, sabotieren. Dass die Welt das gar nicht glaubt und sagt: Kann doch
gar nicht sein, das gibt's doch nicht, wir sind doch freiheitlich, und wir
erlauben doch alles, die Welt kennt sich selber nicht. Es bricht bloß immer
wieder auf an gewissen Punkten, oft sind die Christen auch ein bisschen
schläfrig und sagen: Der hat's aber ein bisschen ungeschickt gemacht, das
war ein Eiferer. Es ist ja interessant, dass die Verfolgung des Namens Jesu
in der Geschichte der Christenheit sogar von Christen ausging. Und wir
furchtbar. Ich habe vor ein paar Wochen die Geschichte der Salzburger
gelesen, das kann man gar nicht sagen, weil ein schlichtes Mädchen Jesus
treu war, wurde sie im Namen des dreieinigen Gottes solang dort in Salzburg
dort ins Wasser getränkt, bis sie wirklich tot war. Und da gibt's tausende
von solchen Geschichten allein bei den Salzburgern. Wie man den Eltern ihre
Kinder weggenommen hat, und meint, man täte einen Gottesdienst damit. Ja,
die Welt, die kann sogar so weit in den christlichen Kirchen und Kreisen
und Gruppen sich widerspiegeln, und Jesus hat diese Welt enttarnt und hat
gesagt: Wie das ist. Warum sie sich sperrt gegen das Kommen Jesu. Weil die
Welt das als Störung empfindet. Das, was Jesus sagt, und sich dagegen
wehrt, und dann Druck ausübt, und dann warnt Jesus seine Jünger, und er
gebraucht hierbei ein Wort, damit ihr nicht abfallt, damit ihr nicht
Ärgernis nehmt, hat es im alten Luthertext geheißen. Ich würde sagen,
Achtung, das ist eine typische Falle, da sind schon viele Millionen
Christen hineingetappt und haben nicht aufgepasst. Es besteht ja die Gefahr
für die Christen, dass sie sich mit der Welt verbrüdern. Vielleicht noch in
der guten Absicht, weil sie sagen: Ich möchte doch die Welt für Christus
gewinnen. Und sagen: Ich schweige jetzt einmal mit dem klaren Bekenntnis,
ich will ja niemand abstoßen, und ich möchte das einfach mal so harmlos
jetzt tun, ich will einfach nur so ein guter Kamerad sein, und dann kann
ich vielleicht mal später so ein christliches Bekenntnis loslassen. Das
geht nicht. Ich hab viele alte Pfarrkollegen gekannt, die mir unter vier
Augen gesagt haben: Weißt du, ich bin einmal in die SA eingetreten aus
missionarischem Anliegen. Sie wissen, wie das ausging. Da wollte man
Christus bezeugen, hat aber den Mund nachher nicht mehr aufgekriegt. Und
wir machen ja so gern das gleiche, dass wir an der Welt anbiedern, mit der
Welt verbrüdern, sagen, ja, ich möchte auch bloß ein rechter Kerl in der
Welt sein. Oft meinen wir ja auch, man müsste unsere Veranstaltungen so
äußerlich machen, dass die Leute keinen Anstoß daran nehmen. Und dann
irgendwo, im Anschleichen, können wir vielleicht hinten noch ganz verdeckt,
ganz frech noch ein frommes Wort sagen, vielleicht packt das dann noch. Das
ist nicht die Art, die Jesus liebt.
Die Welt übt einen Druck auf Christen
aus. Auf der einen Seite will sie Schrecken, Angst machen, und will drohen,
und sagen: wehe, wenn ihr es mitmacht, das ist in der Verfolgungssituation,
die haben wir im Moment nicht, die Verfolgungssituation. Da werden wir
getestet, ob uns Jesus mehr wert ist, als unser Leben. Heute sind wir in
der andern Weise versucht, nämlich in der Anbiederung, die Welt will uns
bezirzen. Sagt: Das ist doch alles gar nicht schlimm, du kannst doch
mitmachen. Oft fragt man sich ja heute: Ist die Christenheit nicht schon
längst Welt geworden? Das alles mit ein paar Jahren Verspätung, dann in den
christlichen Kreisen Mode wird, was in der Welt schon längst als Sünde
läuft. Und dann sagt Jesus: Mich hat die Welt vor euch gehasst. Und es gibt
zwischen Welt und Jesus keine Versöhnung. Zwischen dem gottlosen Denken
dieser Weltzeit, in der wir stehen, gibt es keine Versöhnung. Dieser
gellende Schrei dieser tausenden: Kreuzige, kreuzige ihn, der war nur, weil
Jesus das so entlarvt hat. Warum hat Jesus das denn so auf den Punkt
gebracht durch sein Wort. Und das Jesuswort ist immer unangenehm, weil es
genau zur Scheidung drängt, und zur Scheidung zwingt: Achtung, Falle! Man
kann als Christ betrogen werden, sei es unter dem Druck, sei es unter der
Verführung, und das ist eine ganz große Gefahr, dass die Christen meinen,
es sein vielleicht noch missionarisch, wenn sie das Evangelium an das
Denken, dann die Wünsche, an die Meinungen, an die Philosophie der Welt
anpassen. Nein, das geht nicht. Ihr seid nicht von der Welt, sagt Jesus,
und darum lasst euch nicht einschmeicheln. Lasst euch das nicht einreden.
Wie oft hab ich das gehört, dass Menschen uns oft lobhudeln. Aber das hört
sofort in dem Augenblick auf, wo wir die unangenehmen Ecken und Kanten des
Evangeliums sagen, wenn wir vom Gericht reden, von den Geboten Gottes, von
deren unverbrüchlichen Geltung reden, und von der Sünde. Es bleibt dabei,
dass Jesusleute der Welt nicht imponieren können, sondern verachtet sind.
Jetzt haben wir den extremen Gegensatz, der zu diesem Sonntag gehört. Jetzt
haben wir an Himmelfahrt uns gefreut, Jesus hat alle Macht im Himmel und
auf Erden, er ist er König über alle Könige, der Her aller Herren, aber
seine Leute in dieser Welt sind schwach, ohnmächtig, kümmerlich, und ohne
Einfluss. Ist Ihnen das einmal bewusst? Das will Jesus so. Träum ich immer
wieder, wo die Gemeinde Jesu auch ganz mutig er scheint. Kümmerlich,
schwach, armselig und klein. Es waren die dunkelsten Zeiten der Geschichte
der Christen, wenn Vertreter im Namen Jesu sich solche Macht angemaßt
haben, dass sie sogar einen Kaiser Heinrich IV. Im Winter barfuß nach
Canossa laufen ließen. Das war der Niedergang. Wenn Christen sich weltliche
Macht angemaßt haben. Wir sollten es heute auch gar nicht probieren. Wir
brauchen keine Macht der Medien, wir brauchen keinen Einfluss beim
Fernsehen, wir brauchen keine Leute als große Politiker oder Künstler, die
das Evangelium noch aufpolieren, das ist nicht nötig. Jesus hat auch darauf
verzichtet. Er hat nicht den Pilatus engagiert, dass er seiner Predigt mehr
Nachdruck verleiht, oder den Hohepriester. Jesus hat seine Sache vertreten,
und wir Christen sollten Zeugen des Evangeliums sein, ohne einen falschen
Kompromiss zu suchen. Und eine falsche Unterstützung machen. Und das war
das Schlimmste, wo das Evangelium in einen faulen Kompromiss mit der Welt
hineingezwungen wurde. Ich habe es Ihnen vorhin gezeigt in der Geschichte
des dritten Reiches. Und wir freuen uns, wenn wir heute die Berichte hören.
Wie Gemeinde Jesu, in den Hausgemeinden Chinas rapide wächst, trotz des
staatlichen Druckes gegen sie. Nichts anderes haben sie als das Zeugnis von
Jesus. Nichts anderes. Keine Finanzmittel, keinen Einfluss, keine
öffentliche Anerkennung, das brauchen sie nicht. Aber das Wort trifft. Und
genauso in Indonesien. Wo in den letzten Wochen so viele Kirchen
niedergebrannt wurden, in einer islamischen Gesellschaft. Und plötzlich
sind Christen so mutig, dort kommen viel viel mehr Menschen zum Glauben,
als, natürlich als bei uns. Weil diese Christen gar nicht anders können,
als das Wort Jesu einfach weitersagen, Zeugen Jesu sein. Lasst euch doch
nicht einschüchtern von der Welt. Lasst euch doch nicht immer blenden durch
diese äußere Macht. Wir meinen immer wieder, Jesus bräuchte eine Macht der
Welt, damit das Evangelium besser ankommt, stimmt doch nicht. Jesus will
uns als Zeugen schwach und ohnmächtig haben. Und jetzt weichen Sie nicht
aus und sagen Sie nicht: Ich kann nicht für Jesus Zeugnis geben, weil mir
die Ausbildung fehlt, oder weil ich nicht Eindruck mache, oder so. So hat
uns Jesus berufen.
Und das Zweite, was uns Jesus sagt. Jesusleute sind unüberwindlich stark.
Auf der gleichen Seite. Wir stehen im Hass der Welt, und auf der anderen
Seite unüberwindlich stark. Die einzige Stärke, die die Gemeinde Jesu hat,
was ist das? Die einzige Stärke: Ich will euch einen Tröster geben. Das
Wort kann man anders auch noch übersetzen. Einen Anwalt, einen
Rechtsbeistand, einen Fürsprecher, einen Retter, einen Mutmacher. Christen
leben vom Heiligen Geist. Ich predige 26 Jahre hier in der Gemeinde, ich
treffe immer noch Leute, die sagen: du hast noch nicht vom Heiligen Geist
geredet. Ohne den Geist Gottes können Sie gar kein Christ sein. Ohne den
Heiligen Geist können Sie nicht einmal Jesus als Ihren Herrn anrufen. Ich
darf Sie einmal fragen: Sind Sie verheiratet? Sie wissen nicht, ob Sie
verheiratet sind oder nicht? Normalerweise weiß das jeder. Wenn ich Sie
frage: Haben Sie den Heiligen Geist. Dann müssen Sie das genauso wissen,
weil das über Ihr Christsein entscheidet. Haben Sie den Heiligen Geist?
Unsicher? Bei wem liegt's? Bei Ihnen liegt die Unsicherheit. Sie können
ohne den Heiligen Geist kein Christ sein. Sie können nicht Jesus als Herrn
bekennen. Der erste Schritt beim Gläubigwerden: Dass der Heilige Geist von
uns Besitz ergreift. Hier spricht Jesus von dem Retter, von dem Beistand,
von dem Fürsprecher, der zu uns kommt, der zu dieser schwachen,
ohnmächtigen, kleinen, kümmerlichen Gemeinde kommt und sie unüberwindlich
stark macht. Die Gegenwart des Heiligen Geistes ist zugleich die Gegenwart
Jesu Christi. Es gibt in der Dreieinigkeit keine Konkurrenz und keinen
Ehrgeiz. Der Heilige Geist ist das zarteste und das demütigste, er tritt
immer zurück, im biblischen Zeugnis. Er macht nur Jesus groß. Sie können
genauso sagen: Jesus wohnt in mir. Da ist lehrmäßig gar kein Unterschied.
Und dass Sie auch nicht verwirrt werden durch falsche Lehren. Der Heilige
Geist macht Ihnen das ganz groß, dass es Ihnen beim Bibellesen wichtig
wird. Ich will ja Jesus gehören und sein eigen sein. Und dieser Geist
Gottes macht diese verfolgte, schwache, bedrängte Gemeinde mutig. Sehen
Sie: Dieser Geist Gottes, der Geist Jesu Christi, der in uns spricht, Römer
8 ist das so unvergleichlich schön beschrieben. Der wirkt auch durch unser
kümmerliches Zeugnis. Und sie sagen ein Wort weiter, Sie führen ein
Gespräch, Sie schreiben einen Brief und können ein Zeuge Jesu sein und der
Geist Gottes kann eine ganz große Wirkung dadurch hervorrufen, weil er
mächtig wirkt. Nich einmal angeknüpft an dies Wort von dem Martyría". Das
ist ein Lebenszeugnis, das ist ein Wort-Zeugnis, das wir geben, und das
wollen wir mit dem ganzen Leben unterstreichen, dafür treten wir ein. Als
das Wort der Wahrheit, das müssen wir weitergeben, das muss gar keine lange
Geschichte sein, das muss gar kein großes Wort sein. Aber so wie es einer
sagt, wo ist es eben. Ich kann nur die Wahrheit bezeugen, und bekennen. Das
macht die Jesusgemeinde, das macht dich zum unüberwindlichen Zeugen Jesu.
Der Heilige Geist, den Jesus verheißen hat, und so wunderbar. In der
bedrängten Stunde wird er das rechte Wort geben. Dass ich sagen kann: Ich
will nur kein stummer Hund sein. Ich will reden von ihm in dem Augenblick,
in dem es nötig ist, und es ganz offen und klar heraus sagen. Herrlich,
dass Jesus so mächtig wirkt und auch in diesen Tagen das wahr ist. Frage:
Wie werden Gemeinden lebendig heute? Durch das Jesuszeugnis vom Heiligen
Geist bekräftigt. Wir kommen Menschen zum Glauben? Wie werden Zweifelnde
gewiss? Durch den Geist Gottes, der das bekräftigt, und das geschieht hin
und her, und wir leben in einer Zeit, wo der Geist Gottes auch bei uns
ununterbrochen tätig sein will. Und viel tun will. Was will der Heilige
Geist? Er will den Glauben an Jesus fest machen. Er will Jesus groß machen.
Er wird Zeugnis geben von mir. Das ist das Wichtigste. Und das andere, was
der Geist Gottes dann tut, er will unser Leben umgestalten. Die Frucht des
Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, er möchte uns zu neuen Menschen
machen. Das ist das biblische Zeugnis vom Heiligen Geist.
Noch ein letztes: Tritt in das helle Licht der Wahrheit! Wir sprachen am
Anfang davon, wie es ist, wenn heute einer zum Glauben kommt. Es ist immer
wieder bewegend, und wenn wir das einmal um uns her erleben. Gehen sie
einmal mutig jetzt vorwärts in der Kraft des Geistes Gottes. Und dann
erlebt man plötzlich, wie der Geist Gottes Menschen überführt. Da steht
also hier, dass der Geist Gottes ein Geist der Wahrheit sei. Sie erkennen
den Geist Gottes in seinem Wirken in Ihrem Leben daran, dass er Ihnen
zuerst die Wahrheit über sich selber enthüllt. Direkt unangenehm. Die
Jahrhunderte vor uns, die Lehrer, die man Väter nennt, die haben früher
immer gesagt, dass alles durch das erschrockene Gewissen durch muss. Das
ist richtig. Der Geist Gottes, wenn er anfängt, dann zeigt er uns zuerst
einmal, das wir bisher das alles sehr angepasst haben auf unser Denken, und
wenn der Geist Gottes hineinleuchtet, sieht man plötzlich ganz schlimme
Dinge, die man vorher gar nicht erkannt hat. Man kann sich gar zu leicht
selber betrügen. Und sehen Sie, das ist der Grund, warum Christus gehasst
ist in der Welt, weil der Heilige Geist der Geist der Wahrheit ist. Der
lässt sich nicht blenden vom äußeren Glanz der Welt, und von der Schau. Wo
Christus hinkommt, und der Heilige Geist wirkt, da wacht der Widerstand der
Welt auf. Weil er überführt, und zwar im Gewissen. Kein Mensch kann dem
entweichen. Wenn der Geist Gottes überführt, dann werden Menschen wach, und
jetzt beobachten Sie, wie das bei Ihnen war, und wie das bei anderen
Menschen ist, da wird man ganz empfindlich. Das Denken unserer Zeit heute
und unserer Generation ist ja ganz stark bestimmt vom mündigen,
emanzipierten Menschen, der sich selbst an die Stelle Gottes setzt, der
bestimmt, was gut und was böse ist, der Herr ist, der auch die Gebote
Gottes neu formt, der Gott nach seinem Gutdünken sich zurechtmodelliert.
Und wenn der Geist der Wahrheit kommt, dann bricht alles wie ein Kartenhaus
zusammen. Deshalb will ich nicht lange reden und lange philosophische
Beweise führen, der einzige Erweis, der wirklich taugt, den macht der Geist
Gottes. Man muss beten, dass der Geist Gottes durch unser Zeugnis wirkt,
wir können nur bekennen, und der Geist Gottes kann überführen. Und darum
will unsere moderne Welt heute natürlich eine Kirche haben, die sich
stromlinienförmig anpasst, und das Denken der Menschen heute, des
gesetzlosen Menschen heute, des Menschen des Aufruhrs, und der sie
bestätigt, die Welt und sagt, das ist alles doch eigentlich gut. Wir
erklären das noch ein bisschen. Wenn aber der Geist der Wahrheit kommt,
dann kommt's zur Auseinandersetzung, zur Spannung und zum Streit. Weil der
Geist Gottes immer an der Stelle uns überführen muss, das ist ja das
notvollste Problem, und das ist es auch am Ende des 20.Jahrhunderts
geblieben, wie zur Zeit Jesu. Sünde des Lebens, und Sie können das Wort
Sünde übersetzen, wie Sie es wollen, die Sache ist so schlimm, dass wir
wider Gott gehandelt haben. Und der Geist der Wahrheit beleuchtet das
plötzlich und zeigt uns ganz wunderbar herrlich, zeigt er uns Jesus
Christus, für meine Schuld gestorben, da werde ich gewiss meines Glaubens,
das hatte ich verführt. Und da kommen Menschen zum Glauben und finden Jesus
Christus, und der Geist Gottes kann plötzlich in Ihnen Wohnung machen, und
da werden Sie verwandelt, und erneuerte Menschen, und veränderte Menschen.
Sehen Sie, was wir haben, durch Christus, das ist, dass er uns seinen
Heiligen Geist gibt, dass er uns zu Zeugen bestellt, dass er uns in die
Welt sendet, in eine feindliche Welt, aber er gibt uns das einzige mit, was
Verheißung hat, seinen Geist der Wahrheit, der überführt. Jesus hat kein
ästhetisches Evangelium gepredigt, kein politisches und auch kein soziales,
aber die Wahrheit, eine Wahrheit, die Menschen empört aufschreien lässt.
Eine Wahrheit, die Hass geweckt hat. Ich werde bloß eigentlich ganz
unruhig, dass bei uns alles so friedlich bleibt, dass bei uns zu Spannungen
kommt. Hoffentlich leuchtet der Geist der Wahrheit bei uns ganz tief
hinein. Dass wir auch die volle Befreiung erleben, und dass wir dann Zeugen
der Wahrheit sind. Lassen sie mich schließen mit einer kleinen Geschichte,
die heute wieder aktuell ist, wo so viele über den Wiederaufbau und die
Renovation der Stiftskirche gesprochen wird. Ich hab vor wenigen Tagen
gelesen, als Prälat Hartenstein damals mit den wenigen übrig gebliebenen in
der Stiftskirche sich versammelt hat an den Trümmern. Und dann haben sie
beratschlagt, was denn jetzt nötig sei. Und dann hat Prälat Hartenstein zu
der Gemeinde gefragt: Was brauchen wir denn zu allertiefst. In der schönen
alten Sprache: Was brauchen wir denn jetzt zu allertiefst? Und dann hat er
selber die Antwort gegeben: Wir brauchen einen lebendigen Herrn Jesus
Christus. Und den Geist der Wahrheit. Sonst nichts. Dann kann eine Gemeinde
auch in Trümmern leben, sie ist unüberwindlich, stark, sieghafte Gemeinde.
Und jetzt seien Sie ein Zeuge der Wahrheit. Amen.