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Schrecken

Allgemein

Zuweilen steht Schrecken = was Schrecken bringt, Schrecknis, Verderben (2Mo 23,27; 3Mo 26,16; Hi 6,4; Mk 13,8; Lk 21,11 usw.) Der Schrecken ist ein Zwillingsbruder von der Scham. Beide waren den Menschen ursprünglich fremd. Mit der Sünde aber hat gleichzeitig Scham als Ausdruck des Gefühls der Unreinigkeit und Unheiligkeit und Schrecken als Ausdruck des Gefühls der Ohnmacht den Menschen ergriffen. Auch auf die Tierwelt ist zugleich der Schrecken übergegangen (1Mo. 9,2; vgl. mit 1Mo 1,28), wie umgekehrt die Menschen vor den Tieren sich fürchten müssen und, soweit sie dieselben brauchen, nur mit Zwang über sie herrschen können. Übrigens kann und soll auch der Schrecken den gefallenen Menschen zum Besten dienen: er bewahrt sie vor Sicherheit, falschem Vertrauen auf sich selbst und die Welt und hilft zu demütiger Beugung unter Gott.
Als König des Schreckens, als Vornehmster aller Schrecken, ist in Hi 18,14 der Tod gemeint.
##Ursachen des Schreckens Die Ursachen des Schreckens können mancherlei sein: außerordentliche Ereignisse in der Menschenwelt und Erscheinungen in der Natur (so Rut 3,8; 1Sam 14,15; Ps 91,5); Traumgesichte (1Mo 15,12; Dan 2,1.3; 4,2); gespensterartige Erscheinungen (1Sam 28,20; Mt 14,26); Erscheinungen von Engeln (Dan 8,17; Mt 28,4; Lk 1,12; 24,5; Apg 10,4); des auferstandenen und verklärten Jesus (Lk 9,34; 24,37); überhaupt aus Anlass von Offenbarungen Gottes, wobei den Menschen ein Schauer erfasst vor Gottes Majestät (Jes 2,10); Allmacht (Hi 23,16; Jes 3,14; Hos 11,10); Heiligkeit und Gerechtigkeit (2Mo 19,16; Ps 88,16.17; Jes 33,14); ferner in äußeren Nöten und Trübsalen (2Sam 22,5 (von boshaften Feinden Davids, die wie überschwemmende Bäche auf ihn eindringen)); auch in inneren Anfechtungen und Drangsalen, (Est 4,4; Hi 21,6.13; Ps 30,8; Apg 24,25).
In Ps. 104, 29 wird allen Geschöpfen ein Schrecken zugeschrieben, wenn Gott sein Angesicht vor ihnen verbirgt. Über Israels Abfall soll sogar der Himmel erschrecken (Jer 2,12).

Von Gott gesandter Schrecken

Beabsichtigt und von Gott ausdrücklich gesendet sind die Schrecken, welche die Menschen durch ihre Sünde sich zugezogen haben. Wer zum Herrn sich hält, darf um Wegnahme des Schreckens und um Bewahrung davor bitten (Hi 9,34; 13,21). Gott selbst verheißt, dass er es tun wolle (3Mo 26,6). Umgekehrt haben die Frommen des Alten Bundes Schrecken auf das Haupt ihrer Feinde erfleht, da diese zugleich Gottes Feinde waren, (2Mo 15,16; Ps 6,11); und Gott hat ihnen Gewährung zugesagt (Ps 2,5), und wenn jene nicht in dieser Welt erschrecken müssen (Hi 21, 13), so gewiss in der anderen.

Bewahrung vor Schrecken

Bewahrt vor Schrecken werden die, die den Herrn fürchten und an Gott glauben (Jes 8,13; Sir 34,16; Joh 14,1), auf die Weissagungen des Herrn von der Zukunft achten (Mt 24,6), während leichtfertige und stolze Leute in Schrecken kommen (Spr 10,14; 13,3).
Verzagte und erschrockene Seelen richtet der Herr auf (5Mo 20,3; 31,8; Mt 28,10; Joh 14,1 vgl. Mt 28, 5). Wahre Christen sollen sich länger je mehr finden lassen als unerschrockene Zeugen der Wahrheit, die allezeit bereit sind zur Verantwortung gegenüber jedermann, (Phil 1,27.28; 2Thess 2,2; 1Petr 3,14.15).
Siehe auch den Artikel → Schrecklich.
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