Knie
Knie, knieen.
1) Die Knie, knieen sind die Stützen des Körpers, auf deren Festigkeit die aufrechte Haltung und der sichere Gang beruht. Wenn die Knie, knieen den Dienst versagen, so ist das immer ein Zeichen großer körperlicher Schwäche, Ps. 109,24; Hi. 4,4 (bildlich Jes. 35,3; Hbr. 12,12) oder von Angst und Schrecken, welche den ganzen Menschen durchzucken, Na. 2,11; Hes. 7,17; 21,12: Die Knie, knieen werden unsicher stehen wie Wasser (dahinfließt). —
2) Die Kriegsleute, die knieend aus der Quelle getrunken hatten, Ri. 7,5 ff., wurden als untauglich zurückgeschickt, weil sie durch diese ungestüme und reichliche Befriedigung ihres Durstes einen Mangel an Selbstbeherrschung an den Tag gelegt hatten. —
3) Das Niederfallen auf die Knie, knieen, verbunden mit dem Neigen des Hauptes zur Erde, war im Morgenland von den ältesten Zeiten her eine Höflichkeitsbezeigung gegenüber von Hochgestellten. Als solche wird sie Jesu von dem Aussätzigen Mk. 1,40 und von dem Jüngling Mk. 10,17 erwiesen, die in ihm zunächst nur einen hervorragenden Lehrer und Propheten erkannten. —
4) Als Zeichen der Anbetung sollte das Kniebeugen vor keinem Geschöpf, sondern nur vor Gott geschehen, Offb. 19,10. Die gewöhnliche Haltung beim Gebet war nach dem A. u. N. Testament das Stehen, 1 Kö. 8,22, meist verbunden mit dem Händeausbreiten, Mk. 11,25. Daneben war aber auch das Knieen im Gebrauch, Esra 9,5; Dan. 6,11, besonders wenn es sich um ein recht brünstiges Flehen aus gepreßtein Herzen, Apg. 20,36, um einen Gebetskampf wie zum Beispiel bei Jesus in Gethsemane, Luk. 22,41, oder um eine Anbetung in tiefster Demut handelt, Ps. 95,6; Luk. 5,8; Phi. 2,10. —
5) Jes. 66,12 „Auf den Knie, knieen wird man euch freundlich halten“ = ihr werdet so zärtliche Liebe erfahren dürfen wie ein Kind, das die Mutter auf den Schoß nimmt und herzt.