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Klarheit

Klarheit, ein nur im Neuen Testament vorkommender Ausdruck, im Griechischen dasselbe Wort (doxa), das Luther sonst mit Herrlichkeit (s. d.) übersetzt. Es bedeutet zunächst einen in die Sichtbarkeit fallenden, von Gott verliehenen Lichtglanz, so 1 Kor. 15,41 von den Gestirnen; namentlich den überirdischen Lichtglanz, von welchem Erscheinungen aus der himmlischen Welt begleitet sind, so bei der Engelserscheinung in der Christnacht, Luk. 2,9, vgl. Offb. 18,1, bei Mose u. Elia bei der Verklärung, Luk. 9,31, bei der Erscheinung Christi selbst, Apg. 22,11. Daraus geht hervor, daß die himmlische Welt von sichtbarer, lichtstrahlender Herrlichkeit erfüllt ist, welche von Gott selbst als dem Vater des Lichts ausgeht, Jak. 1,17. Dieser von Gott ausstrahlende Lichtglanz ist aber nur der äußere Ausdruck seiner inneren, sittlichen Wesensvollkommenheit, der höchsten Reinheit, Weisheit und Güte. Beides war auch im Sohne Gottes schon vor seiner Menschwerdung vereinigt, Joh. 17,5. Die innere Gottesherrlichkeit, die sittliche Lebensvollkommenheit offenbarte Christus schon während seines Erdenlebens in seinem ganzen Wandel, insbesondere in seinem Tode. Die Klarheit Gottes war im Angesichte Jesu Christi zu schauen, 2 Kor. 4,4. 6 (Joh. 1,14). Daß ihm nun nach einem Wandel in Knechtsgestalt auch die äußere, in Ehre, Macht und Glanz sich kundgebende Lebensvollendung zu teil werde, das ist seine Bitte, Joh. 17,5. War in Christus selbst eine Offenbarung der göttl. Wesensherrlichkeit vorhanden, so auch in dem von ihm zeugenden Evangelium, 2 Kor. 4,4, u. dem Amt, das die Versöhnung predigt, 2 Kor. 3,3-11. Die innere Wesensherrlichkeit Christi und seines Evangeliums spiegelt sich denn auch in den Glaubigen, in ihrem ganzen Sinn u. Wandel, 2 Kor. 3,18 (vgl. Gal. 2,20). Sie werden ihm innerlich immer ähnlicher und werden nach der Auferstehung auch äußerlich an seiner Klarheit teilhaben (Phi. 3,21). Siehe Verklären.

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