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kaufen

Kauf, kaufen.

1) Im eigentlichen Sinn. Es war und ist bei den Orientalen vielfach Gebot der Höflichkeit, dem Käufer das Gewünschte als Geschenk anzubieten, aber der Anstand verlangt, daß dieser gleichwohl ohne zu markten den landesüblichen Preis dafür bezahlt, 1 Mo. 23. Der Kauf, kaufen wurde in älterer Zeit im Thor, dem gewöhnlichen Versammlungsort des Volkes, vor Zeugen abgeschlossen, 1 Mo. 23,18; Ru. 4,4. 8. 9; später war auch die Ausfertigung eines Kaufbriefs üblich. Jer. 32,10, und in den Städten wohnten die Handelsleute in besond. Bazarstraßen beisammen, 1 Kö. 20,34; Jer. 37,21; Neh. 3,31 f. Wie bei andern orientalischen Völkern, so wurden auch in Israel nicht bloß Sachen gekauft, sondern auch Personen, näml. Sklaven, und zwar Fremde und Volksgenossen, 1 Mo. 17,27; 2 Mo. 21,2, und feile Dirnen, Hos. 3,2; Hes. 16,31. (Inwieweit die Entrichtung von Geschenken an die Familie der Braut bei der Brautwerbung, 1 Mo. 24,53; 34,12, ein eigentlicher Kauf, kaufen war, — als solchen bezeichnen ihn die Töchter Labans im Ärger, 1 Mo. 31,15 — darüber vgl. Art. Ehe S. 132.) Im übrigen s. Art. Handel. —

2) Bildlich von der Besitznahme geistlicher Güter, zum Beispiel Weisheit und Wahrheit, Spr. 17,16; 23,23, die dem David verheißenen Gnadengüter des Neuen Bundes, Jes. 55,1 ff., Gold das heißt der in der Trübsal sich bewährende Glaube, weiße Kleider das heißt die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, Offb. 3,18, das Himmelreich selbst als die Eine köstliche Perle, Mt. 13,45 f. Das Erlangen dieser Gitter heißt ein Kaufen, weil es Aufopferung, Dahingabe des Eigenen erfordert, es geschieht aber umsonst, ohne Geld, weil es gleichwohl reine Gnadengabe ist.

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