Kaleb
Kaleb. Wenn Kaleb 4 Mo. 32,12 f. als Kenisiter (s. d. Art.) bezeichnet wird und von Josua nach Jos. 14,6-15 Wohnsitze im Stammgebiet von Juda, in Hebron, erhält, so wird darin ausgedrückt sein, daß die Kalebiter, die nach 1 Mo. 36,11 als ein edomit. Stamm anzusehen sind, sich Juda anschlosfen und in Hebron und der Umgegend sich niederließen (1 Chr. 2,42 ff.). Ein Kalebite war Nabal, mit dem David in der Zeit seiner Verfolgung durch Saul zu tun hatte (1 Sa. 25). 1 Sa. 30,14 nennt das Mittagsland Kalebs; also gehörte den Kalebiten auch ein Teil des Mittagslandes oder Negeb. In der Zeit nach der Zerstörung Jerusalems scheinen sie aus dem Süden des Landes, wohl von den Edomitern verdrängt, sich weiter nördlich niedergelassen zu haben: 1 Chr. 2,24 ff. 50 ff. werden Bethlehem, Kirjath Jearim, Thekoa und andere Orte mit ihnen in Verbindung gebracht. Dem Chronisten sind sie ganz zu Judäern geworden.
Der Ahnherr dieses Kalebstammes erscheint in der Geschichte der Kundschafter (4 Mo. 13) als Vertreter des Stammes Juda, dem er angehört, und bildet mit Josua die dem Herrn treue nicht verzagende Minderheit der Kundschafter, weshalb er mit Josua allein ins Land Kanaan kommt (4 Mo. 14,24 ff; 5 Mo. 1,36) und dort Hebron erhält (Jos. 14,15). Die gelehrte Forschung sieht in der Darstellung 4 Mo. 13 eine Zusammenarbeitung aus mehreren Quellen, in der die älteste Darstellung unkenntlich geworden ist. Während ursprünglich hier erklärt werden sollte, wie die kenisitischen das heißt edomitischen Kalebiten zu einem Erbteil in Israel kamen, ist jetzt Kaleb schon zu einem Judäer geworden, der sich mit Josua in den Ruhm der Treue teilt.