Kahl
Kahl = entblößt.
1) Bei Menschen entblößt von Haupt- und Barthaar, das bei den Israeliten als Schmuck galt. Das Fehlen desselben (der Kahlkopf) machte zwar nicht levitisch unrein, 3 Mo. 13,40, gab aber leicht Anlaß zum Spott, 2 Kö. 2,23. Das Ausfallen der Haare wird den auf ihre Schönheit stolzen Frauen gedroht, Jes. 3,17. Neben anderen bei den Heiden üblichen Entstellungen der Körpers wird 5 Mo. 14,1 und 3 Mo. 19,27 eine gewisse Art von Scheren der Haare verboten. Das Kahl scheren des Kopfes war später als Zeichen tiefster Trauer üblich bei den Heiden, Jes. 15,2; Jer. 48,37, vgl. V. 27. 31; Hes. 29,18; bei Israel Hes. 7,18; Am. 8,10, vgl. Artikel Haar. —
2) Bildlich:
a. von Städten = ihrer Einwohner beraubt, Jes. 47,5;
b. von Bäumen, Judä 12, eigentl. = spätherbstliche Bäume, das heißt solche, welche mit der Frucht auch zugleich die Blätter verlieren. Solche sind ein Bild von Leuten, welche durch eigene Schuld aller göttl. Gnadengaben, die sie zuvor empfangen hatten, verlustig gegangen sind.