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Jupiter

Jupiter, der Name des obersten italischen Gottes, den die Römer früh mit dem allerdings ganz entsprechenden griechischen Hauptgott Zeus identifizierten. So übersetzt auch Luther Apg. 14,12. 13 Zeus mit Jupiter (wie Hermes mit Merkur, Artemis mit Diana). Zeus war den Griechen der höchste Gott, „der Vater der Götter und Menschen“, nicht nur der segnende und schreckliche Himmelsgott, sondern auch der Gott, der über dem Haus- und Gastrecht, über König und Volk, Staat und Freiheit, Markt und Gericht, kurz über den sittlichen Verhältnissen des Lebens waltet. Wenn dort in Lystra die Einwohner in Barnabas den Zeus, in Paulus den Hermes sahen, so erklärt sich das aus dem imponierenderen Äußeren des Barnabas neben der äußerlichen Unscheinbarkeit des redemächtigen Paulus. Daß sie überhaupt die beiden Götter in ihnen sahen, mag damit zusammenhängen, daß in den benachbarten phrygischen Gegenden die Sage von dem frommen Paare, Philemon und Baucis, zu Hause war, das einmal den Zeus und Hermes beherbergte. Der monotheistische Zug, den auch die griechische Religion nicht verleugnet, gibt sich vor allem kund in der zentralen Stellung des Zeus. So kann Paulus in der großen Missionsrede in Athen, Apg. 17,28, sich auf die Stimmen griechischer Dichter über Zeus berufen. Denn von ihm sagt Aratos: seines Geschlechts sind wir; ebenso Kleantes in seinem Hymnus auf Zeus.

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