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Jesreel

Jesreel.

1) Kanaanitische Königsstadt, Jos. 17,16, dem Stamme Iaschar zugeteilt, 19,18, später auch Esdrelom genannt ($$Jud. 1,8::Ri 1,8$$; 5,3). In der Nähe war der Schauplatz der Philisterschlacht, in der Saul fiel, 1 Sa. 29,1, worauf die Israeliten dem Gebirge Gilboas zuflohen, 2 Sa. 1,21. Isboseth behauptete die Stadt, 2 Sa. 2,9. Später Residenz des Königs Ahab, 1 Kö. 18,45, der hier Naboths Weinberg gewann; hier traf aber auch das göttliche Strafgericht sein Haus, 2 Kö. 8,29; 9,16 ff.; 10,6 11. Heute Zerin, unbedeutendes Dorf auf einer nordwestlichen Vorstufe des Gilboagebirges, auf der Wasserscheide zwischen Jordan und Meer, mit schöner Aussicht nach West und Oft, die Ebene Jesreel benannt, die zwischen Samarien und Galiläa liegt. Sie heißt in der Bibel „das Land der Tiefebene“ (Luther: Tal des Landes, Jos. 17,16), „die Tiefebene“ (Luther: der Grund; Ri. 5,5), später „die große Ebene“ (Luther: das weite Feld, 1 Makk. 12,49. Ein Teil davon ist die Ebene Megiddo (Sach. 12,11). Die „Tiefebene Jesreel“ (Luther: Grund Jesreel, Ri. 6,33; Jos. 17,16; Hos. 1,5) ist wohl der mittlere Teil der Ebene mit dem nach dem Jordan laufenden Tal. Die Ebene, jetzt Merdsch ibn Amir, im Osten vom Gilboagebirge und dem kleinen Hermon; im Westen vom Karmel und den Ausläufern des galiläischen Berglandes, im Norden vom galiläischen Hochland, im Süden vom Gebirge Ephraim begrenzt, mit schwärzlichem, aus zersetztem Basalt bestehendem Boden, ist sehr fruchtbar und neuerdings wohl bebaut. Der Kison (s. d. Art.) bewässert sie. Einst war sie das große Schlachtfeld des Landes. Hier schlug Barak den Sisera, Ri. 4,7; Gideon die Midianiter, Ri. 6,33; 7,22; hier erlag Saul den Philistern, 1 Sa. 29; Ahab besiegte die Syrer, 1 Kö. 20,26; Pharao Necho den Josia, 2 Kö. 23,29. Ebenso wurde in der Makkabäerzeit (1 Makk. 12,49) und im jüdischen Krieg, in den Kreuzzügen gekämpft, und noch im Jahre 1799 besiegte Napoleon bei Nazareth und am Tabor ein weit zahlreicheres türkisches Heer. —

2) Ein anderes Jesreel, die Geburtsstätte der ersten Frau Davids, Ahinoam, lag (1 Sa. 25,43; 27,3) im östlichen Teil des Gebirges Juda (Jos. 15,56, vgl. 1 Chr. 4,3); Guthe denkt des Namens wegen („Gott sät“) an den wasserreichen Wadi ed-Dilbe.

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