Jericho
Jericho, sehr alte, in der Jordanebene, 6 Std. von Jerusalem, 1½ Std. vom Jordan und dem Toten Meer in einer wohlbewässerten (Hauptquelle es-Sultan) und darum sehr fruchtbaren Oase des Jordantales, 240 m unter dem Meeresniveau gelegene Stadt. Die Umgebung heißt die „Ebene“ oder das „Gefilde“ Jericho, 5 Mo. 34,3; Jos. 4,13; 5,10. Die Gerstenernte geht bei dem tropischen Klima im April, die Weizenernte im Mai vorbei. Sie war einst berühmt durch ihre Palmen (die Palmenstadt, 5 Mo. 34,3) und köstlichen Balsamstauden; auch werden erwähnt Getreide- und Flachsfelder, Sykomoren (Maulbeerfeigenbäume), Luk. 19,4, und Rosen, Sir. 24,18. Von $$Josua (Kap. 6)::Jos 6$$ erobert und zerstört; später lange ein offener Flecken (s. Hiel, Jos. 6,26; 1 Kö. 16,34), nach der babyl. Gefangenschaft näher am Jordan wieder aufgebaut. Herodes d. Gr. erhob sie zu seiner Winterresidenz und schmückte sie mit prächtigen Palästen; er starb auch hier. Zur Zeit Jesu, der auf der letzten Reise nach Jerusalem durchkam (Luk. 18,35 ff.; 19,1 ff.), war sie eine blühende und sehr wohlhabende Stadt, später Sitz eines christlichen Bischofs. Die Araber bauten hier Zuckerrohr. Das heutige Jericho, er Riha, wahrscheinlich ½ Std. östlich vom alten gelegen, ist nur ein ärmliches Dorf mit etwa 300 bettelhaften Einwohnern (). Die schönste Oase des gelobten Landes ist verödet. Noch einzelne Rosenanlagen finden sich vor. Über die sog. Jerichorose s. Rose.