Zum Inhalt

Irren

Irren (Irrtum) bedeutet in der Bibel noch manchmal: irregehen (zum Beispiel Jes. 35,8), meist aber = sich in falscher Meinung befinden (Jer. 18,18; Mt. 22,29). Irrtum ist zunächst ein Verstandesfehler (Spr. 21,16). Aber man kann auch „mit dem Herzen“ irren (Hbr. 3,10), denn was man wünscht, das glaubt man. Zur Sünde hat der Irrtum nach der Schrift eine doppelte Beziehung, denn einerseits sind viele Sünden, namentlich die der Heiden, und auch die verführter Christen, wesentlich Irrtum (vgl. Tit. 3,3; 1 Pe. 2,25; Jak. 5,19 f.), wie ja auch der Herr für seine Feinde gebetet hat: sie wissen nicht, was sie tun (Luk. 23,34); andererseits aber erklärt die Schrift keineswegs jeden Irrtum für schuldlos, sondern weist darauf hin, daß die Verkennung der Wahrheit oft daher kommt, das man sie nicht erkennen will (vgl. Hbr. 3,10; Ps. 119,110). Denn es gehört zum Wesen des alten Menschen, sich durch Lüfte in Irrtum zu verderben (Eph. 4,22 wörtlich: durch Lust des Betrugs), indem die Lüste den Menschen in allerlei Selbsttäuschung einwiegen. Ja aus praktischem Ungehorsam gegen die Wahrheit folgt eine Verfinfterung des Herzens als göttliches Gericht (Röm. 1,21; Eph. 4,18, vgl. Joh. 9,39). Und Gott selbst läßt es zu, das ein Geist des Irrtums ausgeht und kräftige Irrtümer verbreitet (1 Joh. 4,6; 2 Th. 2,11). Beispiele davon kannte schon die apostolische Zeit (vgl. 1 Joh. 4,1; 2 Petr. 2,18; $$Jud. 11::Jdt11$$).

Zur Übersicht