Irden
Irden, Irdisch. Irden, das heißt von Erde gemacht, wird von Töpsen und Geschirren aller Art gebraucht, die wegen ihres minderwertigen Stoffes besonders da zur Verwendung kommen, wo, wie beim Sündopfer, 3 Mo. 6,23, bei der Reinigung eines Aussätzigen, 3 Mo. 14,5 u. 50, oder eines mit Fluß Behafteten, das beim Opfer verwendete Geschirr nach dem Gebrauch zerbrochen werden mußte, 3 Mo. 11,33. Dann Sinnbild des Schwachen, Verachteten, Klagel. 4,2 (seinstes Gold und irdene Töpfe als äußerste Gegensätze); Sir. 13,3: Was soll derirdene Topf beim ehernen Kessel? was der Arme beim Reichen? Gefäße zu Unehren sind 2 Tim. 2,20 zusammengestellt mit irdenen Gefäßen. In 2 Kor. 4,7 wird der menschl. Leib als ein irdenes Gefäß den geistigen Gütern (Erleuchtung usw.) gegenübergestellt; Luther übersetzte hier irdisch. Diese Stelle bildet denn auch den Übergang zu dem verwandten Begriff: Irdisch bezeichnet zunächst die Herkunft von dieser Erde und die Bestimmung für diese Erde; den Gestirnen stellt Paulus in 1 Kor. 15,40 die von der Erde genommenen und für die Erde bestimmten Körper der Tiere gegenüber. In Joh. 3,12 bezeichnet Jesus die Wiedergeburt als etwas, was sich aus dieser Erde vollzieht, als ein irdisches Ding, im Gegensatz zu den Geheimnissen des göttl. Ratschlusses. Irdisch nennt Paulus den Menschen 1 Kor. 15,47, weil der Leib des Menschen, des ersten und aller folgenden, von Erde genommen ist; der zweite Mensch ist seinem wahren Wesen nach von Anfang an und seit der Auserstehung auch seiner Erscheinung nach pneumatisch, himmlisch. Dieses himmlische Wesen wird auch das Gewand der auferstandenen Christen bilden, vgl. 2 Kor. 5,1. Das Irische gilt so als unvollkommene Vorstufe der Entwicklung zum Himmlischen; hält aber der Mensch aus dieser Stufe durch sein niederes Trachten sich fest, so tritt das Irdische, der irdische Sinn, in Gegensatz zum Himmlischen. Von hier aus wird die Steigerung in Jak. 3,15 verständlich, wo die irdische Gesinnung mit teuflischer Weisheit in eine Linie gestellt wird.