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Immanuel

Immanuel = Gott mit uns, Name des Knaben, dessen Geburt Jesaja dem König Ahas als Zeichen verheißt, Jes 7,14. Jesaja hatte dem König die Unschädlichkeit der beiden Feinde Israel und Syrien dargelegt und dafür Glauben (7,9) gefordert, Ahas aber zögert und verschmäht es mit seinem bösen Gewissen, ein Zeichen zu wählen. So gibt ihm der Herr selbst durch den Propheten ein Zeichen: ein junges Weib (das hebräische Wort lässt unentschieden, ob es ein lediges oder verehelichtes Weib ist, wurde aber in anderen Kontexten hauptsächlich für Jungfrauen verwendet) wird einen Sohn gebären und ihn — auf Gottes Eingebung hin — Immanuel nennen. Zwar wird das Land verwüstet liegen, wenn der Knabe Gut und Bös zu unterscheiden beginnt (Vers 15), aber zuvor werden die Länder der beiden Feinde verödet sein (16). Wenn dann Ahas — das ist der Sinn des „Zeichens“ — dem Knaben (wer er im übrigen sein wird, ist nicht ausdrücklich benannt) begegnen und seinen Namen hören wird, so wird ihm das die Errettung als von Jahweh vorhergesagt und bewirkt zum Bewusstsein bringen, nicht minder aber seinen eigenen Unglauben und die Strafe für denselben, die Verheerung des Landes durch Assur, auf das der König, statt auf den Herrn, sein Vertrauen setzte. Aus der Erwähnung des Immanuel in 8,8 hat man schließen wollen, dass er ein Sohn des Königs sei, die Auslegung der Stelle ist aber ungewiss. 8,10 heißt es richtiger: denn mit uns ist Gott.

Hat somit das Wort des Jesaja ursprünglich keinen Bezug auf den Messias, so ist doch die Stelle später im Zusammenhang mit 9,5 messianisch verstanden worden und Matt 1,22 f. sieht in Christi Geburt die Erfüllung von Jes 7,14. Siehe auch unter „Messias“.

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