Zum Inhalt

Hiram

Hiram, auch Huram.

1) König von Tyrus in seiner Blütezeit; seine Zeit steht nicht ganz fest: nach Ed. Meyer 969-936, nach andern früher 1023-990 Während seiner 34 jährigen Regierung vergrößerte er Tyrus durch großartige Bauten und machte zum Mittelpunkt des phönikischen Staatswesens; die alten Tempel stellte er verschönert wieder her; dem phönikischen Handel gab er neuen Aufschwung; im ganzen friedliebend, unterwarf er doch auch das „Land der Kittier“ auf Cypern. Nach 2 Sa. 5,11; 1 Chr. 14,1 stand er schon mit David in Verbindung und war ihm zu seinem Palastbau behilflich. Die sich hier ergebende chronologische Schwierigkeit, daß Hiram schon Davids Zeitgenosse gewesen und dann noch lange mit Salomo zusammen gelebt hätte, wird entweder so gelöst, daß Hiram länger als die von dem Geschichtsschreiber Menander bezeugten 34 Jahre regiert habe, oder aber, was vielleicht vorzuziehen ist, so, daß Davids Zeitgenosse ein Vorgänger Hirams, sein Vater oder Großvater gewesen, der auch den Namen Hiram geführt haben kann. Bei Salomos Regierungsantritt trat er in freundschaftliches Verhältnis auch mt ihm, 1 Kö. 5,1. Um den Tempelbau in Jerusalem machte er sich durch Sendung von Zedern- und Cypressenholz, wie von erfahrenen Werkleuten Künstlern verdient, 1 Kö. 5,2 ff. Salomo gab ihm als Gegengeschenk Weizen und Öl und trat ihm für ein Gelddarlehen, 1 Kö. 9,14, zwanzig Städte Galiläas ab, 1 Kö. 9,10, was die Chronik (II. 8,1) ins Gegenteil verkehrt. Auch an den berühmten Ophirfahrten beteiligten sich beide Könige. —

2) Hiram hieß auch der Künstler, der die Ornamente und Erzgeräte für den Tempel verfertigte, Sohn einer israelitischen Mutter, aber eines tyrischen Vaters, 1 Kö. 7,13 f.; 2 Chr. 2,12; in der letzteren Stelle heißt er Huram-Abi.

Zur Übersicht