Hebe
Hebe. Das Heben ist nicht etwa, ähnlich wie das Weben (s. Weben), eine besondere Zeremonie, sondern man hat unter der Hebe oder dem Abhub nichts anderes zu verstehen, als den von einer Menge, einem Vorrat hinweggenommenen u. dem Herrn dargebrachten Teil. Vermöge der allgemeinen Bedeutung des Wortes kann es Jes. 40,20 von einem heidnischen Weihgeschenk, Hes. 45,1 von einem für den Herrn ausgesonderten Stück Landes, V. 13 von einer dem Fürsten zufallenden Abgabe gebraucht werden. Aber auch schon in den älteren Büchern ist Hebe Bezeichnung für alle Arten von heiligen Abgaben, also für Zehnten, Erstgeburten, Erstlinge, für das Gebannte, für den dem Herrn gebührenden Anteil an der Beute (4 Mo. 31,41). Im besonderen wird das Wort angewendet beim Sündopfer, 3 Mo. 4,8, beim Speisopfer 2,9; 6,8, beim Dank- (oder Heils-) opfer, 7,14, 32 (Hebeschulter, das heißt die rechte Keule). Hebe heißt auch der Anteil am Teig, welchen die Priester nach 4 Mo. 15,17 ff. beim Backen bekommen sollten (nach der Überliefer. 1/24 des Ganzen), ferner des Priesters Anteil am Nasiräeropfer, 4 Mo. 6,19 f., die Tempelsteuer, 2 Mo. 30,13, eine Beisteuer zur Herstellung der Stiftshütte, 2 Mo. 25,2 ff., ein Beitrag zum Tempelbau, Esra 8,25.