Haus
Haus. Die Patriarchen wohnten noch in Zelten (s. Zelt). Doch wird 1 Mo. 33,17 von Jakob berichtet: er baute sich ein Haus, 1 Mo. 27,15 steht Haus wohl im allgemeinen Sinn. Ihre Nachkommen hatten feste Wohnsitze und darum Häuser. Die Rechabiten verschmähten allerdings noch spät mit der Kultur überhaupt auch den Hausbau; und noch in später Zeit lautete der Fluchtruf: zu deinen Zelten (Luther: Hütten), Israel (1 Kö. 12,16; 2 Chr. 10,16). Die Wohnungen der gewöhnlichen Leute waren gewiß, wie noch jetzt im Morgenland, überaus einfach, nämlich aus Ziegeln oder eigentlich Lehm gebaut, Jes. 9,10, daher Diebe unschwer durchgraben können, Mt. 6,19. Doch scheint man wenigstens häufiger als jetzt mit Steinen gebaut zu haben, vgl. Jes. 22,10; Jer. 33,4. Zu stattlichen Gebäuden verwendete man behauene Quader, Jes. 9,10 (Werkstücke), 1 Kö. 7,9. Sogar Marmor kommt schon vor 1 Chr. 29,2. Das Bauholz war in der Regel das des Maulbeerfeigenbaums, 1 Kö. 10,27; Jes. 9,10. Eypressen-, Zedern-, Oliven- und Sandelholz waren kostbarer. Als Mörtel und zugleich als Tünche diente Kalk (Jes. 27,9; Luther: Steine zu Asche; Jes. 33,12); nach 3 Mo. 14,41 war der Bewurf des Hauses Lehm. Die Fußböden waren aus Stein oder auch aus fest-gestampftem Lehm, nicht aus Holz. In vornehmen Häusern waren die Wände mit kostbarem Getäferbedeckt oder auch mit Elfenbein, edlen Steinen u. dergl. eingelegt. Reiche hatten besondere Sommer- und Winterhäuser, Jer. 36,22; Am. 3,15. Die gewöhnlichen Wohnhäuser werden wohl einstockig gewesen sein, wie noch heute. Es gab aber auch mehrstockige Gebäude, wie Salomos Palast. Stattlichere Häuser bildeten ein Viereck, welches einen unbedeckten, mit Hallen umgebenen Hof einschloß (, s. Halle). Der Hofraum war gepflastert, etwa mit einem Brunnen versehen oder von Bäumen überschattet, 2 Sa. 17,18; 11,2. Die jetzt im Morgenland (auch schon in Unteritalien) so häufigen Kuppeln über den einzelnen Zimmern kommen in der Bibel noch nicht vor. Die Fenster, welche auf die Straße hinausgingen, waren klein, ziemlich hoch oben angebracht und vergittert, so daß nicht viel Licht durch dieselben hereinfiel. (Jes. 54,12 hat man nicht an Fenster, sondern an Mauerzinnen zu denken.) Das Dach, welches mit einem Geländer versehen sein mußte, 5 Mo. 22,8, war eben, aber nicht gleichmäßig angelegt, weil die einzelnen Zimmer sozufagen ihre besonderen Dächer hatten. Häufig befand sich oben auf dem Dach noch ein Zimmer. Das Obergemach (Luther: Söller) Apg. 1,13; 9,3 f. 39; 20,8 ist das oberste Stockwerk, das unter dem Dach gelegene Gemach. Auch der Mk. 14,15 genannte Saal war nichts anderes als ein mit Bolstern für die Mahlzeit belegtes Obergemach. Da das Dach sehr viel benützt wurde, so führte außer der Innentreppe gewöhnlich noch eine zweite Treppe außen vom Hofe aus hinauf, vgl Mt. 24,17. Die Haustüre, welche einen eisernen Ring zum Klopfen hatte, Luk. 12,36; Apg. 12,13, war aus Holz und lief vermutlich, wie dies ägyptische Denkmäler darstellen, oben u. unten in ehernen Angeln. Schloß u. Schlüssel (s.d.) waren wohl, wie heute noch in Ägypten, aus Holz (). Aus 5 Mo. 6,9 ist zu schließen, daß auch bei den Hebräern die Türe mit Inschristen geschmückt war; später ist die Vorschrift aufgefaßt worden, daß man an einen der Türpfoften eine kleine Kapfel hing, welche einen Vergamentftreisen mit den Worten 5 Mo. 6,4-9 und 11. 13-21 enthielt.
Über d. Aussatz der Häufer s. Aussatz.