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Hahn

Hahn und Huhn sind bis in die zweite Hälste des sechsten Jahrhunderts den Kulturvölkern des Morgenlandes unbekannt gewesen. Weder das Alte Testament. erwähnt ihn, noch findet man ihn auf den ägyptischen Denkmälern, welche sonst das ganze Detail des ägyptischen Hauswesens anschaulich vor Augen stellen; da sind wohl Gänse und Enten, deren Eier von den Mägden gezählt werden, aber von Hühnern keine Spur. Sie erscheinen zum erstenmal auf babylonischen Gemmen (); der Hahn ist hier eine symbolisierte Gottheit, der Herold des Morgens, der himmlische Wächter des Lichts, der durch sein Krähen die nächtlichen Dämonen vertreibt. Mit dem Vordringen der Meder und Perser kam auch der Hahn in die westlichen Länder, nach Vorderasien und zu den Juden, bei denen zur Zeit Christi das Tier vollständig eingebürgert war, so daß Christus das Bild von der Henne und ihren Küchlein, Mt. 23,37, auf sich anwenden konnte. Nach Luk. 11,3 wird jetzt auch das Ei als gewöhnliches Nahrungsmittel genannt. Der Hahnenschrei aber wird zur Bestimmung der Zeit verwertet (Mt. 26,34. 74. 75; Mk. 13,35; 14,30. 68. 72; Luk. 22,34).

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