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Haar

Haar. Während die jetzigen Orientalen das Haupthaar bis auf einen in der Mitte übrig bleibenden Schops zu rasieren lieben, trugen die Hebräer das Haar gerne lang und schoren es nur, wenn es durch seine Länge lästig wurde. Jenes Rasieren des Kopfes wird 3 Mo. 19,27 als götzendienerisch geradezu verboten. Andererseits durften die Nasiräer (s. d. Art.) sich, so lange ihr Gelübde dauerte, überhaupt nicht scheren. Weil das Haar als ein Schmuck angesehen wurde, suchte man es in der Trauerzeit durch Abschneiden, durch unordentliches Herabhängenlassen oder durch Bewerfen mit Staub zu entstellen. Die Frauen trugen immer lange Haar; diese auch bei den Griechen übliche Sitte billigt Paulus 1 Kor. 11,15, während es in dieser späteren Zeit bei Männern als unwürdig galt, V. 14. Das Salben des Haar war bei beiden Geschlechtern beliebt. Die Frauen machten gerne künstliche Flechten aus ihren Haar, vgl. Jes. 3,24, wo das krause Haar künstlich gedrehte Locken bedeutet, 1 Pe. 3,3; 1 Tim. 2,9. Besondere Ausdrücke, die sich indessen meist selbst erklären, finden sich: 1 Sa. 14,45; 2. Sa. 14,11; 1 Kö. 1,52; Luk. 21,18; Apg. 27,34 (wie unser: kein Haar soll ihm gekrümmt werden), Mt. 10,30; Luk. 12,7 (Ausdruck für die bis ins kleinste gehende göttliche Vorsehung), Mt. 5,36 (Zeugnis für die menschliche Ohnmacht) — auch unser: „die Haar stehen einem zu Berg“ kommt an 2 Stellen in der Bibel vor: Hi. 4,15; Sir. 27,15.

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