Gottseligkeit
Gottselig, Gottseligkeit. Diese Worte bezeichnen die fromme Gesinnung, welcher Gott das höchste Gut und der höchste Gegenstand der Ehrfurcht und Liebe ist. Das griechische Wort, welches Luther mit Gottselig, Gottseligkeit übersetzt, heißt eigentlich allgemeiner Frömmigkeit und steht dem Wort unserer deutschen Übersetzung an Gehalt und Innigkeit nach. Die christl. Frömmigkeit trägt das Gepräge der Gottselig, Gottseligkeit, sofern sie freie Erhebung zu Gott und vollkommene Beseligung durch Gott ist. Der Gottselig, Gottseligkeit ist das Geheimnis des Glaubens anvertraut, 1 Tim. 3,16 (gottseliges Geheimnis = der Gottseligkeit geoffenbartes, zu eigen gegebenes Geheimnis) neben die Selbstzucht und die Gerechtigkeit gestellt, bezeichnet sie das richtige, fromme Verhalten gegen Gott nach seinem ganzen Umfang, Tit. 2,12; als lauteres Verlangen nach Gott und volle Befriedigung in Gott ist sie die Quelle der Genügsamkeit, 1 Tim. 6,6. Sie denkt so wenig daran, einen Lohn außer Gott zu suchen, daß eine Erwerbsquelle aus ihr zu machen eine heuchlerische Verzerrung derselben ist, 1 Tim. 6,5, und doch fällt ihr nach Gottes Willen die Verheißung dieses und des künftigen Lebens zu, 1 Tim. 4,8, vgl. Mt. 6,33.