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Götzenopfer

Götzenopfer. Die Frage, ob Fleisch, das vom Götzenopfer herrührte, von den Christen gegessen werden dürfe oder nicht, war für die ersten Christen von praktischer Bedeutung. Vielen galt der Genuß solchen Fleisches als etwas Abscheuliches; andere hatten freiere Anschauungen und machten sich nichts daraus, auch solches Fleisch zu genießen. Paulus gibt 1 Kor. 8,4 denen recht, die der Meinung sind, „daß ein Götze nichts in der Welt sei und daß kein anderer Gott sei, ohne der einige,“ und solche „Erkenntnis“ würde an und für sich das Recht geben, sich aus dem Genuß von solchem Fleisch nichts zu machen. Aber unter Umständen gebietet die christl. Liebe auch den Freisinnigen, aus Rücksicht auf die Schwachen sich vor solchem Götzenopfer fleisch zu hüten. Denn es haben nun eben einmal viele den Glauben, daß die Götzen doch etwas Wirkliches seien, daß sie sich also durch Genuß von Götzenopfer fleisch in Beziehung zu ihnen setzen — und das hieße in letzter Linie zu den Teufeln (1 Kor. 10,20 f., vgl. 5 Mo. 32,17 f.); sie genießen nun aber, durch das Beispiel der Freisinnigen verlockt, trotz ihrer Gewissensbedenken das Götzenopfer fleisch, und so verfündigen sie sich. Die Freisinnigen aber, die sie dazu durch ihr Beispiel verleitet haben, versündigen sich an diesen Ängstlichen und damit an Christo selbst, V. 12. Die Furcht davor muß also die Freisinnigen abhalten, von ihrer Freiheit Gebrauch zu machen.

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