Glied
Glied. Die Glieder des Leibs sind es, welche die Gedanken der Seele zur Ausführung bringen und daher je nach der Stellung der Seele selbst entweder der Sünde oder der Gerechtigkeit dienen (Röm. 6,13. 19). Die Glieder selbst freilich haben nur die Empfindung für Wohl oder Wehe, wie es ihre Verrichtungen begleitet, ohne sich um Recht oder Unrecht zu bekümmern; und wer nun sein ganzes Handeln auch nur durch die Rücksicht auf Wohl und Wehe seines eigenen Ich bestimmen läßt, der gibt sich „gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in unsern Gliedern“ (Röm. 7,23, vgl. Jak. 4,1). Daher rät Christus, solche Glieder, die uns ärgern, das heißt die uns verführen, die kurze Lust über das Gewissen zu stellen, abzuhauen (Mt. 5,29 f.), das heißt der Rücksicht aufs Wohlsein unbedingt zu entsagen. Vgl. Kol. 3,5. Über die Vergleichung der einzelnen Christen mit den Gliedern eines Leibes s. Leib.
Von Gliedern eines Stammbaums 2 Mo. 20,5; Ps. 109,13.