Gihon
Gihon (= Hervorbruch, nämlich des Wassers).
1) Name einer Örtlichkeit, die 1 Kö. 1,33. 38. 45 bei Salomos Krönung erwähnt wird, nach 2 Chr. 32,30 eine Quelle, deren Wasser Hiskia in die Stadt leitete, vgl. auch 2 Chr. 33,14. Robinson suchte den Gihon im Westen der Stadt, hielt ihn für den Namen des die Stadt im Westen begrenzenden Tales und sah in dem Teich Birket el-Mamilla den „oberen Teich“ Jes. 7,3; 36,2; 2 Kö. 18,17, der nach 2 Chr. 32,30 von Hiskia in die Stadt geleitet worden wäre. Mit Unrecht. Der Gihon ist wohl die einzige Quelle Jerusalems am östl. Abhang des Tempelbergs, die sogen. Marienquelle. Dann versteht man 2 Chr. 32,30 am besten so, daß Hiskia die obere Quelle des Gihon, das heißt eben die Marienquelle, verschlossen und sie nach dem Westen der Stadt Davids geleitet, das heißt den die Marienquelle mit der Siloahquelle verbindenden unterirdischen Kanal hergestellt habe. Der Ausfluß am Tyropöon wäre die untere Quelle des Gihon gewesen. Jes. 7 u. 36 haben mit dem Gihon nichts zu tun. —
2) Name eines der Paradiesesströme, s. Eden.