Genüge
Genug, Genüge, genügen. Ob ein Mensch g. zu besitzen glaubt, das hängt nicht sowohl von der Größe seines Besitzes ab als von der Zufriedenheit, mit welcher er sich in das Maß schickt, das ihm Gott zugeteilt hat. Der Genügsame ist froh und dankbar bei kleinem Gut, Spr. 13,7; 17,1. Genügsamer Sinn entspringt aus dem Vertrauen auf Gott, daß er diejenigen versorgen wird, die ihr Anliegen auf ihn werfen, Ps. 55,23. Ja die echte Gottesliebe bringt es schon auf der Stufe alttestamentlicher Frömmigkeit zu dem Wort: Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde, Ps. 73,25. Noch viel mehr muß aus dem vollen neutestamentlichen Glauben an Gottes väterliche Vorsehung und der Hoffnung auf das himmlische Erbe die Frucht der Genügsamkeit hervorgehen, 1 Tim. 6,6-8; Hbr. 13,5. Paulus läßt sich genügen, bei wem (richtiger: in welcher Lage) er ist, Phi. 4,11 ff., ja im Vertrauen auf Gottes Kraft läßt er sich auch statt der erbetenen Wegnahme einer schmerzlichen Plage an Gottes Gnade genügen, 2 Kor. 12,9.
„Volle Genüge“ in Jes. 30,23; Joh. 10,11; 2 Kor. 9,8 bezeichnet die völlige Sättigung und Befriedigung, bei welcher kein unerfüllter Wunsch mehr übrig bleibt.