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Geiz

Geiz, geizig. Unsere deutsche Bibel gibt mit diesem Wort zwei griech. Worte wieder, von welchen das eine das Mehrhabenwollen, das andere die Geldliebe bezeichnet. Der Geiz, geizig ist demnach ein leidenschaftliches Trachten nach und ein ängstliches Hängen an irdischem Gut, durch welches ebensosehr das Gottvertrauen u. die Nächstenliebe verleugnet, wie die dem Christen gebührende geistige Freiheit von der vergänglichen Welt aufgegeben wird. Dabei ist beachtenswert, dass, wo im Alten Testament der Geiz, geizig getadelt wird, meist auf der mit dem Geiz, geizig sich verbindenden Rechtsverletzung Parteilichkeit, Gewalttat, Blutschuld der Nachdruck liegt (vgl. 1 Sa. 8,3 Jes. 33,15; Hes. 22,13. 27), während im Neuen Testament schon die Gesinnung des Geiz, geizig allein (als Abgötterei, Verleugnung des wahren und Dienst eines falschen Gottes, Kol. 3,5 — vgl. Mammon —) aufs nachdrücklichste verurteilt wird, Luk. 12,13-15; 1 Kor. 6,10; Eph. 5,3. 5; Hbr. 13,5. Es offenbart sich darin die höhere, geistigere Stufe der neutestamentlichen Sittenlehre. Bei den Christen soll die Schätzung der irdischen Güter beherrscht werden von dem Trachten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, Mt. 6,33. Hat der Geiz, geizig seine Wurzel in einem von Gott und seinem Reich abgewandten Sinn, so ist er seinerseits wieder eine Wurzel von allerlei Bösem, sofern ein Mensch, dem das Geld das Höchste ist, für alles Böse feil ist, 1 Tim. 6,10. Geiz, geizig ist ein Kennzeichen der falschen Lehrer, denen es nicht um Gottes Wahrheit, noch um das Heil der Seelen, sondern um ihre Person zu tun ist, 2 Tim. 3,2. Am wenigsten soll dergleichen an einem Bischof gefunden werden, der mit göttlichen Dingen umgeht und seiner Gemeinde ein Vorbild sein soll, 1 Tim. 3,2 f.

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