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gefallen

Gefällig, gefallen. Was durch harmonischen Eindruck die Forderungen unseres Sinnes und Gemüts befriedigt, das gefällt. Gefallen am Schönen zu finden, ist dem Christen unverboten, vorausgesetzt, daß es auch schön sei in dem höheren Sinn, welchen Paulus Phi. 4,8 bezeichnet, und daß es mit der Zugehörigkeit zu Christo bestehen könne (1 Kor. 3,21-23); denn es ist natürlich, daß dem verkehrten Sinn auch Verkehrtes gefällt (Röm. 1,32). Ebensowenig ist es verwerflich, andern gefallen zu wollen, wenn es aus Achtung und Liebe, in Wahrhaftigkeit und Einfalt geschieht (Kol. 3,22) und zum Guten hilft (Rö,15,2). Solche liebevolle Rücksicht auf das Gefühl anderer kann im Dienst Christi dazu führen, sie dem Guten zu gewinnen, 1 Kor. 9,19 ff. So sucht Paulus das Urteil der Menschen für sich zu gewinnen (Luther: wir fahren schön mit den Leuten), aber wichtiger ist ihm, daß er vor Gott bestehe, vor welchem er offenbar ist (2 Kor. 5,11). Jedenfalls darf es nicht des Christen höchste Sorge sein, Menschen zu gefallen, sonst tritt er heraus aus der pflichtmässigen Stellung eines Knechtes Christi (Gal. 1,10) und begibt sich der ihm teuer erkauften Freiheit (1 Kor. 7,23), sondern Gott und Christo zu allem Gefallen zu wandeln (Kol. 1,10). Was Gott gefällt, wird uns in der heiligen Schrift vielfach bezeugt, nämlich nicht gottloses Wesen (Ps. 5,5) und fleischlicher Sinn (Röm. 8,8), auch nicht äußerlicher Gottesdienst (Ps. 51,18. 19; Jer. 6,20), sondern ein geängstet und zerschlagen Herz (Ps. 51,19), das Lob eines dankbaren Mundes (69,31. 32), Gottesfurcht u. Gottvertrauen (147,11), besonders aber der Glaube (Hbr. 11,6) und was aus ihm hervorwächst: Gerechtigkeit und Heiligkeit (Luk. 1,75), treues Dienen in Gerechtigkeit, Friede und Freude (Röm. 14,17. 18), Pflichterfüllung in jedem Stande bis hinab zum Gehorsam der Kinder (Kol. 3,20).

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