Generierte Mitschrift
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Einleitung: Die Gestalt des Mose und die Frage nach Gottes Handeln
Zweiten Mose, Kapitel 2.
Was für ein Bild von Mose haben Sie? Leider haben manche Christen ein sehr schlechtes Bild von Mose. Mose ist der Größte im ganzen Alten Bund vor Jesus. Ist ihm das bewusst? Der größte Gottesmann vor Jesus. Und dann lohnt es sich, dass man sich gründlich damit befasst. Größer als Jesaja, größer als Jeremia, größer als David. Was ist das?
Wir haben eine ganz falsche Denkweise, wenn wir immer meinen, die Gaben, die wir durch unsere natürliche Geburt mitbringen, seien das Entscheidende. Wir stehen ja manchmal vor dem Spiegel und dann sage ich zum Beispiel: Warum habe ich so eine komische Nase? Oder warum fallen mir alle Haare raus? Oder so. Dann denken wir an unsere Leistungen: Warum habe ich vielleicht nur diese Note im Abitur? Oder warum habe ich nur diese soziale Stellung? Oder warum ist es für Gott eigentlich gar nicht so wichtig?
Sondern Gott nimmt Menschen und füllt ihr Leben. Für Gott spielt es oft gar keine Rolle, was ich vorher war. So wie er einen Saulus nimmt und zum Paulus macht und dann bevollmächtigt. Sie müssen einmal in der Bibel begreifen, was das heißt: Gott heiligt Menschen. Die sind äußerlich unreine Leute, aber sie werden geheiligt. Und dann werden sie ein Gefäß, so wie eine große Sünderin von Jesus in Besitz genommen wird und fortan ein Gefäß der Gnade Gottes wird.
Und Sie müssen dieses Wunder begreifen und sagen: Herr, nimm mich so wie ein Gefäß und fülle mich und gebrauche mich. Und das wollen wir an Mose einmal studieren: Was war das für ein Mann, der die Fluten des Roten Meeres teilte und das Volk Israel hindurchführte? Der auf dem Berg Horeb mit Gott von Angesicht zu Angesicht sprach. Wo hat das Gott je mit einem Menschen noch getan?
Und nicht, weil er mehr war, nicht, weil die Abstammung entscheidend war, nicht seine soziale Stellung, sondern weil Gottes Gnade, seine Herablassung, seine Wunderkraft ihn geheiligt hat. Ich möchte mal mit Kapitel 2 beginnen, und dann gehen wir auf Kapitel 1 zurück.
Die Herkunft des Kindes und der verborgene Glaube der Eltern
Es ging ein Mann aus dem Hause Levi und nahm ein Mädchen aus dem Hause Levi zur Frau. Sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Als sie sah, dass es ein schönes Kind war, verbarg sie ihn drei Monate. Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte, machte sie ein Kästchen aus Rohr, verklebte es mit Erdharz und Pech, legte das Kind hinein und setzte das Kästchen ins Schilf am Ufer des Nils. Seine Schwester aber stand von ferne, um zu erfahren, wie es ihm ergehen würde.
Der Name dieser Frau und des Mannes wird nicht genannt. Sie haben aber einen Verweis in ihrer Bibel. Das ist immer ganz einfach. Ich würde am liebsten immer mit ihnen ein Gespräch am Abend führen. Haben sie auch den Verweis? Kapitel 6,20, nicht aufschlagen, Kapitel 6,20: Amram nahm Jochebed, die Schwester seines Vaters, zur Frau; die gebar ihm Aaron und Mose. Also, wie hießen die beiden? Der Vater hieß Amram und die Mutter hieß Jochebed.
Ich glaube, ich habe seit langem nicht mehr über Jochebed gepredigt. Das habe ich früher gern getan. Und einmal, ich glaube, das ist viele Jahre her, zwanzig Jahre oder so, Jochebed, das muss man sich einmal vorstellen, das war eine großartige Frau.
Und ich will allen Frauen einmal sagen: Wer seine Rolle nicht kennt, jetzt steht ja so, wo steht denn das auch in Idea, kommt so furchtbares Zeug, dass die Bibelanstalt wirklich im Ernst denkt, die Bibel feministisch umzuschreiben. Also, so ein Quatsch. Es gibt auch die deutsche Ärztekammer und nicht die Ärztinnenkammer. Doch das sagt doch nichts über das Geschlecht. Der Quatsch wird immer größer. Sondern die Frauen haben ihre Stellung, wenn sie merken, wozu Gott sie gesetzt hat.
Nicht jede Frau muss Kinder kriegen, nicht jede Frau muss heiraten. Aber für die Frauen, die diesen Weg gehen, müssen merken, dass es ist. Ich sehe ja heute diese Not, wenn Frauen heiraten und dann, kaum haben sie ein Baby, fällt ihnen dick in den Kopf und sie meinen, man müsse Bundespräsident werden. Dann ist die Kindheit wieder im Weg, dann muss man es wieder im Kinderhort abgeben. Man muss sich irgendwo einmal entscheiden, was man will. Man kann nicht alles miteinander sein.
Und deshalb ist es so interessant, dass hier eine Stellung gezeigt wird: Für die, die heiratet, das Wunder, bekommt ein Kind, wird schwanger, gebar einen Sohn. Das Geheimnis, das unserer modernen Gesellschaft in seiner ganzen Schönheit entzogen ist, das Wunder der Geburt eines Kindes, das Wunder der Liebe, was eine Hochzeit ist, warum die Jochebed so eine großartige Frau war.
Der Widerstand gegen das Leben und die Treue der Hebammen
Das müssen Sie vorher noch einmal lesen, weil der Pharao in einer brutalen Geburtenkontrolle befohlen hatte, dass alle Jungen, die geboren werden, bei ihrer Geburt umgebracht werden. Ja, ist das überhaupt möglich? Sie ahnen nicht, wie brutal die Welt war. Wir hatten ja im Oktober die Gelegenheit, Ägypten zum ersten Mal zu sehen, und diese Schönheit von Luxor, den Tempel von Albers, ich weiß nicht wie viele Tempel, und überall, wie viel Tränen ist das gebaut, ein solches Reich, diese herrliche Kultur, diese Wahnsinnssäulen. Das ist ja hier beschrieben, und dort kommt die Missachtung der Frau zum Vorschein. Warum hat er eigentlich die Mädchen nicht umbringen lassen? Weil die Mädchen in der ägyptischen Kultur für Sexzwecke missbraucht werden konnten. Da kommt es raus, weil die Frau in sich keinen Wert hat. Aber bei Gott, in der Bibel, hat die Frau einen eigenständigen Wert, auch als alleinstehende Frau, völligen Wert und nie geringer als die verheiratete Frau.
Und das müssen Sie noch einmal sehen. Wir lesen das einmal im ersten Kapitel, ab Vers 15: Der König von Ägypten sprach zu den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schifra hieß und die andere Pua. Die Namen sind erwähnt, weil sie wichtig sind. Wenn ihr den hebräischen Frauen bei der Geburt seht, dass es ein Sohn ist, so tötet ihn. Ist es aber eine Tochter, so lasst sie leben. Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. Das ist Glauben. Glauben muss gar nicht immer ein Wortbekenntnis sein, auch eine Tat, ein alternativer Lebensstil. Sie willigten nicht ein. Wo ist es bei Ihnen in Ihrem Leben, wo Sie sagen: Ich mache nicht mit. Ich mache einfach nicht mit, weil das wider Gott ist. Der Druck meiner Freunde und meiner Umgebung kann noch so stark sein, ich mache nicht mit.
Da rief der König von Ägypten die Hebammen und sprach zu ihnen: Warum tut ihr das, dass ihr die Kinder leben lasst? Die Hebammen antworteten dem Pharao: Die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind kräftige Frauen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren.
Es gibt manche Bibelleser, die sind toll in ihrem Richtgeist. Es kann vielleicht bei Ihnen auch mal so sein, wenn Ihnen einer so ein bisschen die Richtung gibt, dann sagen Sie: Haben die nicht gelogen? Hätten die nicht ein offenes Bekenntnis sagen sollen? Keiner von uns braucht andere zu richten und zu sagen: Ja, die hätten ja ein klares Bekenntnis ablegen sollen. So gibt es ja heute manche, die sagen: Im Dritten Reich hätten wir ja auch können und so. Die wissen ja nichts, was los war. Diese Hebammen waren mutig genug. Dann lassen wir das ruhig so stehen. Sie dürfen das Bekenntnis noch besser machen als die zwei Hebammen. Nun weiß ich nicht, ob wir so viel Courage aufbringen wie die, die in einer Zeit, in der Gottes Gebot mit Füßen getreten war, das Leben achteten und eindeutig waren. Und das Bekenntnis vor Pharao, und das ist fast schlaghaft: Da sitzt der Despot. Was war der ägyptische Pharao? Ein Wahnsinnsherrscher gewesen, den man als Gott verehrt hat. Und da sind zwei Frauen, und die treiben Miene mit ihm. Super, so sind Frauen. Manche Männer ärgert das ja, aber das ist die Stärke der Frau. Frauen machen es nicht wie die Männer. Manche machen es auch wie die Männer, und da unterliegen sie immer. Aber wenn sie es so machen, wie Frauen von Gott ihre Klugheit bekommen haben, dann kann ein Pharao sich abstrampeln, gegen die kommt er nicht an, die ist nämlich klüger.
Und die sagen: Die hebräische Frau ist nicht wie die ägyptische. Heiden, nein, die haben es dem aber hingerieben und waren doch hintertrieben und haben ihre Politik gemacht. Super, aber sie waren Glaubensfrauen. Und ich glaube, das ist das, was Jesus mit der Klugheit der Schlangen gemeint hat, dass man sie haben sollte. Darum tat Gott den Hebammen Gutes, und ich meine, hier liegt die Auszeichnung Gottes über dem Leben dieser Frauen. Ich glaube, so Frauen müssen auch manchmal in einer Familie etwas ausgleichen, manchmal auch in einer Ehe. Man kann nicht dem Mann gleich alles sagen, wenn er abends müde vom Geschäft heimkommt. Wenn er sagt: Was war los? war er recht. Da muss man gucken, was man sagen kann. Er hat wieder ein Sechser-Heimspiel, der Junge, und so. Da muss man ein bisschen vorsichtig sein. Wenn man es unterschieben kann, da gibt es bessere Stunden und so. Die Frauen machen das so geschickt, gell, und dann nimmt es die Frau auch ab. Ich sage immer dem jungen Ehepaar: Ihr müsst wissen, wann ihr was könnt. Es muss ja die Frau wissen. Aber jetzt sind wir schon bei der Ehesorge, dann müssen wir ein extra Seminar machen.
Darum tat Gott den Hebammen Gutes, und das Volk mehrte sich und wurde sehr stark. Und weil die Hebammen Gott fürchteten, segnete er ihre Häuser. Da gebot der Pharao seinem ganzen Volk und sprach: Alle Söhne, die geboren werden, werft in den Nil, aber alle Töchter lasst leben!
Mose in einer gottfernen Welt
Mein erster Punkt, mein zweiter Punkt: Zuerst ist da das Wunder des Lebens, mein zweiter Punkt nun: Mose wächst auf in einer unheimlichen Welt.
Wie ich mich vorbereitet habe, habe ich gedacht: Ist uns das als Christen noch bewusst? Wir leben in einer unheimlichen Welt. Eine schöne Welt, wahnsinnig schön. Wenn man da wieder in Belém über die Amazonasmündung herunterkommt und so, und dann weiterfliegt und da der Urwald, der Dschungel, der endlose Dschungel von Surinam und die Goldsucher, ach, was ist die Welt schön. Doch es ist eine Welt, die in ihrer Gottesferne eine unheimliche Welt ist. Wer an diese Welt sein Herz verliert, kommt darin um.
Wenn man das sieht, die tausendmillionenfache Not, im letzten Indianerdorf keine Ehe, die nicht durch den Alkohol zerstört ist, wo es nichts mehr zu essen gibt, triumphiert der Alkohol noch am allermeisten. Wie die Unmoral. Wenn man da sieht, im Auto hat man zum Schluss noch eine Frau mitgenommen aus der Gemeinde, ja, der Mann hat sie sitzen lassen mit den drei Kindern, jetzt hat sie nichts mehr. Was die Welt an Elend und Leiden bringt, und da war der Bürgerkrieg, und da sind Kinder ermordet worden, und was ist die Welt unheimlich. Und Sie können auch ihre Geschichte erzählen.
Die Stellung der Bibel ist ja ganz eindeutig, und ich habe gedacht, jetzt müssten wir doch einmal aufschlagen: 1. Johannes 2. Diese Worte gelten einem immer in den Ohren. 1. Johannes 2, Vers 15, da ist die Absage an die Welt. Ja, soll ich denn ins Kloster gehen? Anna, da ist auch Welt drin im Kloster, gell? Darf ich mir immer Fußball angucken im Fernsehen? Das würde mich sehr hart treffen. Ich glaube nicht, dass ich so der Welt entfliehen kann. Manche meinen, indem man dunkle Kleider anzieht, dass man braun oder schwarz ist bei manchen Frömmigkeitsformen. Ich glaube nicht, dass ich da der Welt entfliehen kann.
Sie müssen wissen, wo in ihrem Leben das ist. Sie kennen ja fromme Leute, die reden furchtbar viel von ihrer Himmelsbezogenheit, aber wenn sie um Mark feilschen, dann sind sie so geizig, dass man weiß: Die hängen ganz arg in der Welt. Oder am Essen. Ich muss manchmal schon bei jungen Leuten lachen, da klagen sie schon, sie hätten kein gutes Bett gehabt. Dann sage ich: Ihr müsst auch noch auf dem Fußboden schlafen können. Was ist mit euren gesunden Körpern? Seid ihr schon so abhängig von all den Genüssen dieser Welt?
Wir können in unseren Diensten immer nur Leute brauchen, die sich selbst verleugnen, wie Jesus gesprochen hat. Die nicht sagen: Ich brauche dies und das zu essen, sondern dem anderen dienen. Und da heißt es in Vers 15: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, das ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt vergeht mit ihrer Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
So manchmal sitzt man da am Flughafen, hat Zeit, und da habe ich eine englische Bibel immer dabei, um meine Sprachkenntnis auch noch ein bisschen zu beheben. Dann liest man die Bibel ganz anders durch die fremde Sprache. Mir ist dies mal aufgegangen, wie eindeutig der Paulus es im Römerbrief sagt, dass wir mit der Lust unserer Augen brechen müssen. Liebe Freunde, ihr Männer, wenn wir das nicht schaffen, zieht uns das von Jesus weg. Wer meint, es sei schlimm beim Friseur, da kann ich mal Illustrierte angucken, die ich sonst bei meiner Frau nicht lesen darf. Das macht unser Glaubensleben kaputt, das demoliert unsere Verbindung zu Jesus. Und bei der Frau mögen zwei andere Dinge sein, das wisst ihr: Eitelkeit oder Stolz. Wir müssen nur wissen: Was stört mein Glaubensleben? Da gibt es Gelddinge, da gibt es Süchte, da gibt es Dinge, die meine Augen fesseln. Sie sagen immer am Fernsehprogramm, sie können dauernd Riesen sehen und sich nachher wundern, wenn sie innerlich keine Freude mehr zum Beten haben.
Und da steht so klar ein Wort drin, und das ist gemeint mit Welt. Es gibt so viele Dinge, die werden uns in einem Kollegenkreis aufgetragen, und wie viele Christen sind auf einmal über Nacht abhängig geworden von äußeren Dingen, ist es Suchtabhängigkeit oder was es ist. Und sie wollten zuerst gar nicht wahrhaben, und nachher können sie gar nicht mehr anders. Doch, weil Jesus sie wieder freimachen will. Aber ich muss wissen, an welcher Stelle ich brechen muss mit der Welt, weil die Welt will uns ein ganzes Leben betören, will uns bezaubern. Das ist ja für die jungen Menschen noch so schwierig. Wenn man älter wird, dann wird man ein bisschen weiser und sagt: Geld ist nicht alles, und Berufsehre ist nicht alles, und Schönheit ist nicht alles. Und so sagt man dann auch: Ein faltiges Gesicht hat auch seine Schönheit. Aber für junge Menschen ist das alles so faszinierend, dass ein junger Kerl ein Mädchen heiratet und sagt: Du wirst unglücklich mit ihr, das ist doch keine Frau. Weil du nicht nach dem Herzen schaust und nach etwas ganz anderem. Und da können Sie reden, was Sie wollen, weil er sich von den Augen, wie der Simson, mit der Augenlust betören lässt.
Und es gibt viele, viele Fehlentwicklungen, wo man immer etwas sucht. Und wir sind heute völlig durch eine materialistische Zeit verführt. Aber das ist doch so da. Und in dieser Welt, in der wir leben, in dieser unheimlichen Welt, wächst ein Mose auf. Und da holt Gott seinen Mose heraus aus dieser unheimlichen Welt. Damals war die Welt gar keine Versuchung, darum war die Verfolgung eine große Hilfe. Das ist immer so. Wenn diese Welt uns verfolgen würde als Christen, dann wüsste man, dass wir nicht hineingehen. Jetzt ist ja bei uns schon Friedenslos.
Warum sollen wir als Christen nicht alles in der Welt liebgewinnen? Wir können doch alles machen, die ganze Welt gewinnen und Schaden nehmen an unserer Seele. Da müssen wir furchtbar aufpassen. Der Mose ist in einer unheimlichen Welt drin. Was ist das Unheimlichste? Der Pharao beherrscht diese Welt. Das war uns auf unserer Ägyptenreise erst bewusst geworden, und alle, die mal in Ägypten waren, verstehen es jetzt noch besser. Ägypten ist der Inbegriff vom Gottwidrigen.
Also, wir haben zweimal so eine super Show mitgemacht, da gibt es so eine Tondia-Show. Wahnsinn ist sie, so wie sie da mit aller Sprache und mit aller Leuchte und die Pyramiden von Gizeh beleuchten und wieder in so einem Philatempel und so. Super, denkt man. Da wird noch einmal der ganze Mythos von Isis und Osiris, wie der Gott Pharao aus dem Nil aufsteigt, der ewig Göttliche zum Leben eingeht. Das war esoterisch wahnsinnig, wie das wieder zu einem Leben erwähnt wird, und die Leute da andächtig zuhören. Und die Bibel sagt: Nein, es ist ganz anders.
Es gibt keine göttliche Kraft, es gibt nur das, dass Gott Menschen ruft in einer unheimlichen Welt. Und dann dürfen wir wieder die ägyptische Welt darstellen als das, was sie war: eine tyrannische Welt, wo ein Mensch, der so schwach war wie die anderen, der so geboren wurde wie sie alle und so stirbt wie sie alle, sich angemaßt hat, dass er mehr als andere sei, und die anderen Ausgebeuteten terrorisiert hat. Dieser Pharao mit seiner ganzen Wahnsinnsmacht meint, er könne gottgleich sein, so nahe beim Augustus noch einmal so gewesen, sicher nicht aus Zufall, gerade zur Zeit der Geburt Jesu.
Und da holt Gott seinen Boden heraus, seinen Mose holt er raus, und deshalb verfolgt er die Juden. Es war für den Mose ganz arg wichtig zu erkennen: Nicht Ägypten wählt er, nicht Ägypten. Es wird ja nachher für unsere nächsten Bibelstunden ganz entscheidend sein, dass ausgerechnet dieser Mose noch einmal die ganze Universitätslaufbahn in Ägypten durchmacht, und dann holt ihn Gott raus in die Wüste. So sagt er: Das ist nicht.
Und das ist vielleicht das ganze Elend, wenn unsere ganze Gotteserkenntnis nur in einer akademischen Wissenschaft abläuft, wie es heute in unserer Theologie geschieht, dann ist keine Gotteserkenntnis mehr drin. Wer Gott nur dort kennt, wird ihn nicht finden, aus der Philosophie und wo auch immer. Denn Gott begegnet uns auf eine ganz andere Weise. Gott begegnet uns nicht in unserer westlichen Kultur und nicht in unserem Volkserbe, sondern indem er uns ruft in der Wüste. Und dort holt er uns in seinen Dienst.
Erwählung, Verfolgung und der Weg Gottes durch die Geschichte
Israel ist mitten in dieser Welt drin. Jetzt müssen wir noch einmal die ganze Geschichte ansehen. Der erste Anfang der Erwählung war bei Adam und Eva, und Adam und Eva haben ihre Berufung verloren. Dann endet das Ganze im Chaos, beim Turmbau zu Babel.
Dann fängt Gott noch einmal an und holt Abraham, Isaak und Jakob. Dann kommen die Söhne Jakobs, und dann verlieren sie sich wieder in Ägypten. Sie verlieren sich wieder in diesem riesengroßen Volk. Das sind die ersten Verse vom ersten Kapitel. Da ist die ganze Genealogie drin, da sind die Söhne Jakobs noch einmal erwähnt. Und dann heißt es: Die leiblichen Nachkommen Jakobs waren 70 insgesamt. Wenn man diese Kinder wieder von den zwölf Söhnen nimmt, waren es 70. Und das war ein Grund. Das war die Gemeinde Gottes.
Aber da ist nichts mehr da. Das erleben wir da. Und wir sehen, dass die Gemeinde Gottes ihr Bild verliert, ihre Gottesnähe. Auch die Gemeinde müsste doch der Welt sagen können, was ewiges Leben ist, wozu wir leben, wie man Gott finden kann, wie Gott redet, was seine Weisungen sind. Wieso sollte denn die Welt das hören können? Aus dem Spiegel können sie es nicht lesen, aus dem Fokus auch nicht, aus dem Radio auch nicht. Die Gemeinde ist doch die Sprecherin, die die Offenbarung Gottes weitersagt. Und dann verliert sich diese Gemeinde in der Vielfalt, im Reichtum Ägyptens. Sie wohnen im Land Gosen.
Und dann kommt dieser Ramses, dieser große Herrscher, den wir ja kennen. Von ihm können Sie im Lexikon nachschlagen. Sein Bild kennen wir, seine Totenmaske haben wir noch. Sein Leichnam ist ja gefunden worden, seine Mumie. Man hat ihn jetzt wieder versteckt, weil der neue Präsident es nicht will, dass man den Ramses im Museum ausstellt. Das ist ja ein bisschen despektierlich. Aber all das ist da. Was ist das für ein großer Herrscher, der auf einmal da ist? Warum bekämpft er eigentlich die Hebräer?
Jetzt frage ich Sie: Warum hat eigentlich die Welt so einen Hass auf gläubige Leute? Ich weiß auch nicht warum. Die gläubigen Leute sind doch so wenige. Aber manche Leute hören mit einer Erbitterung, wie sie reden, mit allen bösen Schimpfwörtern. Es regt eine Welt wahnsinnig auf, wenn manche Menschen da sind, die nicht nach den Gesetzen der Welt leben. Das provoziert wahnsinnig.
Und der Pharao, dieser mächtige Ramses, fürchtet die Hebräer. Das kann doch nicht wahr sein. Das ist das wirklich Unglaubliche der Bibel. Es war wirklich unglaublich, dass Herodes der Große Babys in Bethlehem morden lässt, weil er Angst hat vor dem Heil der Welt. Aber es ist wirklich auch nicht vorzustellen, dass der römische Kaiser Nero fünfunddreißig Jahre nach der Kreuzigung Jesu schon in Rom die Christen jagen lässt, mit Hetzjagden, und sie anbrennen lässt bei Gartenpartys als Pechfackeln, und sie in die Katakomben treibt.
Warum regt das eine Welt so auf? Christ ist doch gar nicht gefährlich. Bloß weil er nicht einwilligt in manche Schweinerei dieser Welt. Warum deshalb? Offenbar spürt einer den Hass gegen Jesus. Und da sprach Jesus selber: Warum hasst uns die Welt? Weil sie mich gehasst hat. Warum hat die Welt Jesus gehasst? Weil die Welt das nicht will.
Und das sehen Sie hier schon bei Israel, auch in der ganzen Schwachheit dieses Volkes. Die Feindschaft gegen das Volk Gottes, gegen die Gemeinde, ist da, und die Bedrängnis kommt da. Ich habe früher noch, als ich bei Licht im Osten war, immer gesagt: Es muss doch einem zu denken geben, wenn so ein Riesenstaat wie das Sowjetimperium, das mit Juri Gagarin Menschen auf den Mond schießt, alte Frauen mit Kopftuch per Computerfahndung suchen lässt und sie für Jahre in Straflager sperrt, weil sie beten, Bibel lesen und vielleicht in ihrer Nachbarschaft noch ein bisschen missionarisch aktiv sind.
Warum hat der russische Staat die Christen gejagt? Es waren sogar viel weniger, als man damals gemeint hat. Irgendwann waren es fünf Millionen evangelikale Christen. Es waren fast zweieinhalb Millionen, wenn man in Straflager gesetzt ist. Und Georgi Wienz, der kann doch gar nicht gefährlich werden, wenn da eine Frau mit ihren Kindern betet und ein paar biblische Geschichten erzählt hat. Warum ist der Hass der Welt da? Warum ist der Islam so allergisch gegen die Verkündigung Jesu? Weil er das in der ganzen Macht nicht bieten kann.
Saudi-Arabien hat allein in den letzten drei Jahren 329 Christen verhaftet, bloß weil sie an Gottesdiensten in Hausversammlungen teilgenommen haben. Da hätten wir es anders gemacht, wenn es Versammlungen dabei gewesen wären. Das erträgt er nicht, der Islam. Der Islam sagt immer, er sei tolerant mit den Christen. So weiß ich, dass ein Spektrum reinpasst.
Und da sehen Sie immer diese Feindschaft. Die können Sie auch nicht vermeiden. Manchmal wird es Sie ganz irritieren. Sie sagen dann: Ich habe jetzt so vorsichtig versucht und habe gemeint, ich hätte niemanden auf den Schlips getreten. Und jetzt gibt es da so eine Sache. Oft ist es ein ganz harmloser Punkt, etwa Ihr Tischgebet. Oder Sie haben irgendwo mal gesagt: Nein, da kann ich nicht mitmachen. Und dann geht es los: Du bist auch ein Pietist. Ach, was denn?
Warum läuft diese Feindschaft so hart? Sie muss sein. Und darum will er sie sogar mit allen brachialen Methoden zahlenmäßig vermindern. Darum greift er zu diesen furchtbaren Verfolgungsmaßnahmen und will sie beseitigen. Und da steht der einfache Glaube dagegen auf. Das ist Christenart.
Wir halten nicht viel von politischen Aktionen, wenn einer fragt, was machen wir. Und trotzdem war der Mut vieler Gläubiger auch in den Diktaturen immer etwas Gewaltiges. Walter Tlach hat uns hier mal erzählt, wie sie nach dem 20. Juli, als er vor der Kompanie gesagt hat, das waren keine Verbrecher, ihm die Schulterstücke heruntergerissen haben, ihn als Hauptmann degradiert und zum gemeinen Soldaten und zur Strafkompanie gestellt haben. Dann hat er uns erzählt, dass alle seine Kameraden wenige Tage später aufgerieben wurden, und er war der einzige, der überlebt hat, weil er bei der Strafkompanie war. Manchmal geht es bei Gott auch anders, wie er einen durchführt.
Und wer unter dem Schutz Gottes steht, das müssen wir wissen. Wir sind nicht die pathetischen Bekenner, so wie man es heute tut: Ach, was man alles hätte so tun müssen im Dritten Reich. Das war es gar nicht. Sondern die stille Tat in aller Bescheidenheit und in aller Kleinheit, das ist es. Eine Mutter, die ihre Kinder erzieht. Sie sagt: Wir machen es einfach anders.
Ich erstaune über jedes Wunder auch in unserer heutigen Gesellschaft, heute Kinder durch solch eine furchtbare Zeit zu führen, wo schon an unseren Grundschulen Rauschgift gehandelt wird. Wie will sie überhaupt durchkommen? Eine betende Mutter, die sagt: Ich schreie groß, ich vertraue auch nicht mehr auf unsere Polizei. Mir hat jetzt einer erzählt, dass eine Stuttgarter Kirche für Fixer freigegeben worden wäre, dass sie darin ihre Fixerei machen könnten. Informiert, offiziell von der Kirchengemeinde, von einem kirchlichen Beauftragten, in dieser Welt, wo man einfach sagt: Nein.
Und wie sollen unsere Kinder durchkommen? Menschlich gesehen unmöglich, weil nicht Gottes Schutz da ist und wir nicht mitmachen. Das gibt es bei uns. Und dann einfach Wissen in ganzer Liebe. Mit Protest kommen sie doch in der Welt nicht weiter, auch nicht mit Methoden der Welt und nicht mit Leserbriefen in der Zeitung, indem wir jetzt einem Parlamentarier schreiben und die Polizei verstärken. Der Glaube ist viel stärker, weil Gott lebt und weil er mächtig ist. Und da wollen wir dabei sein und tätig sein und noch in den Händen Gottes. Das ist so schön.
Das Kind im Schilf und die überraschende Führung Gottes
Jetzt muss ich die Geschichte noch von der Jochebed fertig erzählen. Es ist ja schon eine Sache, ein Kind ohne Hebamme zu gebären. Das macht sie einfach im Glaubenswagnis. Das geht auch gut, das machen viele Leute in der Dritten Welt sowieso.
Und dann will sie das Kind verstecken, und das Kind schreit. Da verzweifeln wir wieder und sagen: Lieber Gott, warum hast du mir nicht das haarstumms Kind geschenkt, dann wäre es leichter gewesen? Aber das ist doch furchtbar, als Glaubensanfechtung: Warum schreit das Kind? Die hat doch sicher vor dem Bett gesessen und gesagt: Lieber Heiland, halt doch den Mund zu. Das Kind schreit, das hört man doch draußen. Die haben doch keine Häuser gehabt mit unseren Mauern und mit unseren lärmisolierten Fenstern und so. Und jeder hört es doch, da gibt es wahrhaftig nichts.
Und dann kommen die reingucken, und da war doch der Auftrag erteilt, die in den Nil zu werfen. Und sie kann dieses Kindlein nicht bewahren.
Wir hatten früher, ach, das war in unserem ersten Pfarramt. Natürlich, ich habe sicher mit einer jugendlichen Tochter alles Blödsinnige gemacht und habe noch Bezirksjugend und vor allem Freizeit gehalten. Und meine Frau hat das dritte Kind erwartet. Meine Frau musste nämlich mit. Ich kann ja nicht als Mann ein Mädchenfreizeit leiten und alles. Die ging dann also hochschwanger mit, und die zwei anderen Kinder waren mit dabei. Und die haben dann noch, wir mussten eine Portion wohl, weil in dem Heim zwei Kilometer entfernt war, also höchst kompliziert in Österreich.
Und da haben unsere zwei zu allem Unglück die Mundfäule bekommen, konnten nichts essen und waren dann also rumquäkend und gingen die ganze Nacht natürlich wimmernd. Und in der Pension, wo wir gewohnt haben, da waren so edle Knurgäste da drinnen, so neben uns so ein Berliner, der gesagt hat, er wisse auch, wie man Kinder erziehen müsste. Und es war so furchtbar, wenn die Kinder die ganze Nacht wimmern. So war es wie bei der Jochebed. Da sagten wir: Sei doch mal still. Aber es hat ja überhaupt keinen Sinn.
Und so war doch die Verzweiflung davor gesessen. Da hat er gesagt: Wie geht es? Und dann macht sie etwas. Sie gibt das Kind her und legt es in die Hand Gottes. Ganz ähnlich wie es die Hanna, die Mutter Samuels, als es an die gottlose Stiftshütte ging, getan hat. Es würde auch das Herz zerbrochen haben: Kann ich in den gottlosen, liederlichen Haufen damals beim Eli mein Kind geben?
Und so legt sie es in ein Körbchen und lässt es auf dem Nil schwimmen. Manche Theologen haben gesagt, das war ja gerade der große Mythos der Ägypter. Da gibt es auch so etwas: Aus dem Nil kommt der Gottkönig raus, Isis und Osiris und alles. Ja, gerade ganz anders. Da kommt nicht ein Mythos raus und nicht Gott, der Baby mit Windeln, ganz schlicht. Das ist Bibel. Da ist nichts mehr von Gottes Märchen drin, sondern da wird der Mose hingelegt. Und dann fügt es Gott so, dass die Tochter Pharaos aus dem riesigen Harem, den der Pharao natürlich hatte – das kennen wir ja beim Potiphar und so, wo der Potiphar ein Haremswächter war, ein Entmannter, so wie es im richtigen englischen Text zum Beispiel steht. Da hat er viele Töchter gehabt, das kennen wir auch wieder aus der Verheiratung von Salomon –, und da ist eine, und die nimmt das Kind. Und die sieht ein Hebräerkindlein und erzieht es auf einmal auf, wie wenn Gott Humor lieben würde.
Jetzt wird ausgerechnet der Größte aus den hebräischen Kindlein am Hofe Pharaos erzogen, wo man sagt: Ja, das ist das Allerschlimmste. Wenn sich das Gottesvolk nicht vermengen soll mit der Welt, Gott wird wissen, wie er seinen Sohn herausholt.
Aber nochmals zu Jochebed: Die Jochebed ist in Hebräer 11 erwähnt, als diese Frau des Glaubens, die mutige Frau, die ihn verbarg. Ich finde, genauso mutig war es, das Kind auf den Nil zu legen und ohne Angst vor dem Krokodil. Was das war. Er hat gesagt: Gott wird es wissen. Und so muss man Kinder erziehen.
Ich möchte auch immer wieder den Eltern sagen: Lass doch den Usen, oh Bule hoffen die wieder nichts. Na, dann lass es nachher laufen. Man kann bloß hinterher beten. Man muss sich auch gegen, man kann nicht dauernd einen umsorgen. Gott muss seine Hand drüber halten. Gott wird es richten.
Und dann kam die Schwester des Pharao und sagte: Ihr wisst jemand, der stille könnte? Wissen Sie, die Frau, wie das ist? Was? Ja, die Schwester von Mose sprach zur Tochter Pharao: So hingehen und jemanden holen, der das Kind stille können sagt. Da weiß sie jemand, und auf einmal kommt die Mutter wieder zu ihrem Kind. Aber es wird das Herz gebrochen haben, wie sie es wieder abgeben muss, weil man weiß, wie Gottes Wege oft verschlungen gehen und wie sie doch wunderbare Heilswege Gottes sind.
Ich möchte hier abbrechen, wir machen dann wieder weiter, aber die Mose-Geschichte wird großartig, und ich freue mich auf diese Stunden, die wir hier haben.

