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Die Bergpredigt - Teil 5/6

Christen und die Wahrheit
Matthäus 5,33-3701.01.2011
SerieTeil 5 / 6Die Bergpredigt
Lüge ist selten ein Lippenproblem – meist steckt dahinter Angst, Scham und der Wunsch, besser dazustehen. Wer wirklich frei sein will, braucht ein Herz, das Wahrheit nicht mehr fürchtet.

Einführung in das Thema Wahrheit

Es geht jetzt in der ersten Stunde um Christen und die Wahrheit. Erhard Davon, das ist dies nichts mehr, das ist mein Babykreis, pünktlich wie immer, das ist gewaltig. Servus, Heilung.
Das Erste ist: Christen und die Wahrheit. Und ich möchte dazu vorlesen aus Matthäus 5. Wer eine Bibel dabei hat, darf gern mitlesen: die Verse 33 bis 37.
 Matthäus 5,33-37
Da sagt Jesus Christus:
Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst du nicht bei deinem eigenen Haupt schwören, denn du kannst nicht ein Haar weiß oder schwarz machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja; nein, nein. Was aber darüber hinausgeht, das ist vom Bösen.
Wenn man die Bergpredigt so liest – ich weiß nicht, ob ihr sie daheim gelesen habt –, dann sieht man: Christen sollten sich in unserer Gesellschaft anders verhalten als Menschen, die von Gott keine Ahnung haben. Wir haben bis jetzt gelernt, dass wir uns anders verhalten sollen im Umgang mit Zorn und mit Wut, mit Versöhnung und Vergebung. Wir sollten uns anders verhalten im Umgang mit Sex und mit Gier und Begierde. Wir sollten uns anders verhalten im Verständnis von Ehe und Ehescheidung, das haben wir letztes Mal besprochen. Und im heutigen Abschnitt geht es um Ehrlichkeit und Wahrheit.

Warum Lüge ein Herzensproblem ist

Das Problem für unser Herz ist nämlich, dass wir sehr oft nicht die Wahrheit sagen. Man sagt die Halbwahrheit, man sagt die Wahrheit, wenn es gut passt, aber wir sind oft verführt, ein bisschen etwas wegzulassen. So geht es uns allen.
Das Problem liegt aber wieder im Herzen. In Matthäus 15,19 sagt Jesus: Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken hervor. Dann zählt er die Dinge auf, die wir schon besprochen haben: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis. Jetzt geht es um die Unwahrheit, um die Lüge.
Und Jesus hat gesagt: Ich werde kommen und euer Herz von innen heraus verändern. Wisst ihr, es ist nämlich so: Menschen haben viele gute Vorsätze, aber die wenigsten halten sie ein. Gute Vorsätze kannst du meistens vergessen. Meistens am 1. Jänner machen Menschen gute Vorsätze, am 5. Jänner kannst du sie schon wieder vergessen. Und wenn zum Beispiel ein Mensch sagt: So, ich habe jetzt einen Vorsatz, ich werde die Wahrheit sagen, kann man ihm jetzt schon gratulieren, das schaffst du nie.
Sondern es muss von innen heraus geschehen. Bereits im Alten Testament ist vorhergesagt, dass Gott uns ein neues Herz schenkt und seine Gebote auf unser Herz schreiben wird. Nicht, dass ich jetzt sage: So, jetzt bin ich Christ und jetzt muss ich so leben, weil das schaffe ich nicht. Sondern ich werde verändert durch Jesus Christus, der in mir lebt. Das ist eigentlich das Evangelium.
Also, es geht nicht darum, mit eigener Kraft Wahrheit zu sagen, sondern zu erkennen: Herr Jesus, du bist Wahrheit und du lebst in mir. Und Jesus zu erlauben, in mir und mit mir wahr zu sein.

Die Macht der Worte und der erste Überblick

Es ist so: Wir selbst sind ja brillant und zu rechtfertigen. Das ist enorm, das wissen wir alle. Ob er jetzt ein neues Auto gekauft hat und sie sagt: Das ist so blöd, aber da kann man fünf Gründe nennen, warum das wichtig war, weil es das und das und das ist. Oder wenn sie halt etwas kauft oder was weiß ich. Wir können alles rechtfertigen, was wir tun. Ob jetzt Urlaub vor oder unter Armut, ja, muss das sein und so weiter. Man kann alles rechtfertigen, nur dass es daheim bleibt, das ist dann wurscht.
Das Thema Wahrheit und Ehrlichkeit mag für manche, mögen sie denken, nicht so prickelnd sein. Aber es ist wahrscheinlich das wichtigste Thema in der ganzen Reihe, weil alle anderen Probleme, die wir schon besprochen haben, Ehebruch, Scheidung, letztes Mal haben wir darüber geredet, mit Ehrlichkeit zu tun haben. Wenn ich nämlich am Traualtar der Frau vor Gott und Zeugen verspreche, treu zu sein, dann ist es unehrlich, mich von ihr zu trennen. Es hat mit Ehrlichkeit zu tun. Und ich habe mein Wort nicht gehalten, ich habe mein Wort gebrochen. Und um Ehrlichkeit geht es eben jetzt in diesem Abschnitt.
Die Bibel redet relativ viel über Ehrlichkeit, über Wahrheit, über Reden, Wahrheit reden oder Lüge reden. Zum Beispiel steht in Sprüche 18,21: Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge. Mit unserer Zunge können wir den Nächsten aufbauen und ermutigen. Mit unserer Zunge können wir den Nächsten zum Lachen oder zum Weinen bringen. Wir können den Nächsten einschüchtern oder ihn, wie gesagt, ermutigen. Worte können eine Ehe erhalten oder die Ehe zerstören. Worte haben eine unheimliche Macht, ob geschrieben oder gesprochen.
Es gibt ja zum Teil auch die berühmten Ansprachen. Ich weiß nicht, wer von euch die Ansprache von Doktor Martin Luther King kennt, nicht Martin Luther, sondern Martin Luther King, 1963 in Washington: I have a dream. Da kennt ihr vielleicht das Plakat: I have a dream, servus. Da sind noch Blitz, Schadow, eins, zwei, drei, und da hinten passt schon, fällt schon nicht mehr weg. Oder zum Beispiel die 95 Thesen, die Martin Luther angeschlagen hat, waren 95 Thesen. Die haben die Welt verändert, zumindest Europa, ja später auch die Welt.
Und darum möchte ich jetzt drei Punkte annehmen, nämlich erstens Wahrheit in der Kommunikation, Wahrheit im Reden, dann Wahrheit als Charaktereigenschaft und drittens Wahrheit als Verpflichtung.

Wahrheit im Reden und die Frage des Schwörens

Erstens: Wahrheit im Reden, in der Kommunikation. Jesus sagt, ich lese vor, zuerst spricht er über Schwören und Eid. Er sagt: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel und so weiter.
Jesus zitiert hier das Alte Testament, wo Gott gesagt hat: Wenn jemand einen Eid bei Gott schwört, dann soll er diesen Eid halten. Ich habe die Zitate, glaube ich, aufgeschrieben; die können sie selber nachschlagen. Hier sagt Jesus aber: Ich aber sage euch, schwört überhaupt nicht.
Jetzt gibt es manche Christen oder manche christliche Gruppen, die sagen würden: Das heißt, ich darf nie und nirgendwo schwören, egal in welchem Zusammenhang. Zum Beispiel, wenn wir als Zeuge vor Gericht vorgeladen werden. Ich weiß das noch nie, ich weiß gar nicht, wie es da so genau zugeht, aber im Fernsehen ist es so oder so: Da muss der oft einen Schwur ablegen, er schwöre, dass er die Wahrheit sagt. Nun, mancher Christ hat gesagt: Aber Jesus hat gesagt, ich soll überhaupt nicht schwören, also tue ich das auch nicht.
Oder ich zum Beispiel als Bergführer: Ich bin ein beeideter Bergführer, ich habe einen Eid ablegen müssen in Gräbingen, was weiß ich, hat halt so ein Gesetz gesagt. Und die sagten: Ja, das darfst du auch nicht tun, weil Jesus auch gesagt hat, du sollst überhaupt nicht schwören. Nun, ich glaube nicht, dass es das bedeutet. Jesus verbietet nicht jegliches Schwören. Schwören wird in der Bibel nicht als falsch bezeichnet oder verboten. Gott selbst hat einmal geschworen; in Hebräer 6 kannst du das nachlesen.
Schwören tut man nämlich bei etwas Größerem als ich bin. Zum Beispiel: Man schwört dann, das habe ich auch früher einmal beim Gericht gesehen, da legt man die Hand auf die Bibel und sagt: Ich schwöre bei der Bibel. Was immer das bedeutet, das ist etwas Höheres als ich selbst. Jesus sagt da: Schwört weder beim Himmel, denn der ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Fußschemel, noch bei Jerusalem, noch bei dir selbst und so weiter.
Einen Schwur legt man normalerweise mit etwas Größerem ab. Das ist wie wenn du bei der Bank einen Kredit holst und du willst einen Kredit, dann musst du aber zeigen, dass du Rücklagen hast, sonst wirst du nicht viel Kredit kriegen. Kommt drauf an, wo ich eine Bank habe, aber in der Regel nicht. Das heißt: Du musst Rücklagen haben, um einen Kredit zu kriegen. Der Schwur ist so etwas wie eine Rücklage. Ja, ich habe noch etwas Größeres hinter mir, das bezeugt, was ich hier zu sagen habe. Das ist eigentlich der Sinn von einem Schwur.
Manchmal schwören Menschen bei Gott. Die Juden haben nicht bei Jahwe, bei Jehova geschworen, weil das Wort nicht ausgesprochen werden durfte. Darum haben die Juden geschworen beim Himmel oder bei der Erde oder bei Jerusalem oder beim eigenen Leib. Das sind die vier Dinge, die Jesus da aufzählt. Ein Jude hat das Wort Jehova nicht ausgesprochen oder Jahwe, das heißt Gott heißt.
Und dann sagt er noch: Du kannst nicht einmal dein Haar weiß oder schwarz machen. Ja, ich kenne das schon bei ein paar, aber es ist ja nur gefärbt, das Haar ist deswegen auch nicht schwarz oder weiß.
Das Problem war zu der Zeit ein ganz anderes, nämlich dass Menschen nur dann die Wahrheit gesagt haben, wenn sie einen Eid abgelegt haben. Und Jesus hat gesagt: Ihr solltet immer die Wahrheit sagen, egal ob mit oder ohne Schwur. Als Kinder früher, weiß ich noch, da hat man ja, aber ich weiß nicht, was man so tun hat, nachher hat das nicht gestimmt, was man gesagt hat. Umgekehrt, wenn man etwas gesagt hat, was wirklich gestimmt hat, hat man gesagt: Ich schwöre, das stimmt. Oder man sagt: Ich gebe dir mein Ehrenwort, das stimmt.
Aber weißt du, wenn einer immer sagt: Ich gebe dir mein Ehrenwort, das ist kein gutes Zeichen, weil dann sagt er nur die Wahrheit, wenn er das dazu sagt. Wenn er es nicht dazu sagt, dann kann man nicht sicher sein, ob er jetzt etwas richtig sagt. Und was Jesus hier sagt: Der andere soll dir nicht deshalb glauben, weil du dazu sagst, ich schwöre oder ich gebe dir mein Ehrenwort. Der andere soll dir deshalb glauben, weil du die Wahrheit sagst.
Das heißt, ihr braucht nicht dazuzusagen: Ich schwöre, nur um zu beschwichtigen, jetzt lüge ich eh nicht, ausnahmsweise.

Wahrheit als Charakter und das Wesen der Lüge

Also bleibe ich da noch hängen, ja. Wahrheit reden, das zum einen, das zweite: Wahrheit als Charaktereigenschaft.
Und da sagt Jesus etwas Interessantes in Vers 37: Es sei aber eure Rede: Ja, ja; oder Nein, nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen. Das ist interessant. Er sagt: Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen.
Ehrlich zu sein, die Wahrheit zu sagen, ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Charaktereigenschaften überhaupt. Und ob jemand im Alltag die Wahrheit sagt oder nicht, hat mit seinem Charakter zu tun, mit unserem Herzen.
Die erste Sünde in der Bibel ist die Lüge. Satan hat zu Adam und Eva gesagt: Ihr werdet nicht sterben. Das war die erste Lüge. Die letzte genannte Sünde in der Bibel, in Offenbarung 21,8, ist ebenfalls die Lüge. Es ist immer wieder die Lüge.
Und in Johannes 8 lesen wir, Vers 44. Das lese ich Ihnen vor: Johannes 8,44. Da sagt Jesus zu den Pharisäern, das waren die Religiösen, die aber unehrlich geworden waren: Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er, Satan, die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.
Das heißt: Die Lüge kommt von Satan, und Lügen ist sozusagen die Muttersprache des Teufels. Der Teufel lügt immer, er sagt nie die Wahrheit. Es kann halb wahr sein, aber nicht ganz.
Und wenn man in der Bibel die Passagen liest, in denen Satan redet, ist das ganz interessant. Dann stellt man fest: Er lügt selten frei und offen, weil das sofort jeder merkt. Dazu ist er zu klug. Aber so, wie Satan Lügen verbreitet, ist, dass er Fragen stellt. Zum Beispiel hat er zu Eva gesagt: Ja, hat Gott wirklich gesagt, ihr könnt nicht von allen Bäumen essen? Das kann doch nicht sein. Oder bei Hiob war es dasselbe. Da hat er gesagt: Ja, ist Hiob etwa umsonst so gottesfürchtig? Der glaubt nur an dich, weil es ihm so gut geht. Weil er an dich glaubt, aber wenn es ihm schlecht geht, dann verleugnet er dich auch noch.
So redet Satan immer. Und übrigens funktioniert auch das schlechte Nachreden genauso. Zum Beispiel, wenn man über andere redet, sagt man ja nicht direkt etwas Schlechtes, denn das wäre unchristlich. Das macht man nicht so offen. Aber man stellt so eine Frage in den Raum: Na ja, sollte man so etwas wirklich tun? Und so bringt man die anderen auf die Spur. Und so redet man schlecht über andere. Es geht meistens nicht direkt, aber sehr oft indirekt, dass man schlecht über andere Menschen redet.

Die Tiefe des Problems und die Wahrheit über uns selbst

Die meisten Lügen, die wir sagen, oder Halbwahrheiten sagen wir deshalb, weil wir etwas über uns selbst verbergen wollen. Es ist uns peinlich oder wir finden es zu blöd. Darum lüge ich, oder ich will irgendetwas erreichen. Und ich glaube, dass ich es mit der Lüge besser oder schneller erreichen kann.
Zum Beispiel Kain: Er war der erste Mörder. Er hat seinen Bruder umgebracht und gelogen, um den Mord an Abel zu vertuschen. Er hat gelogen, um etwas zu verbergen. Abraham hat gelogen. Jakob hat seinen eigenen Vater belogen, um den Erstsegen und den Zweitsegen zu bekommen. Er wollte nämlich den ersten Segen, obwohl er der Zweitgeborene war. Er hat gelogen. David hat gelogen. Nach seinem Ehebruch mit Batseba hat er immer wieder gelogen.
Lüge kommt immer aus einem falschen und korrupten Herzen. Und darum, und das ist wichtig, dass man das versteht: Lügen ist nur das Symptom. Das Problem liegt viel tiefer, es ist im Herzen. Und Jesus will immer zu unserem Herzen. Er sagt: Warum lügst du eigentlich? Warum tust du das? Warum willst du dich verbergen? Warum bist du nicht ehrlich über das, was du bist? Warum lässt du dir das nicht schenken? Warum willst du das mit Lüge erreichen?
Das Problem liegt meistens tiefer. In Sprüche 12,22 steht: Ein Gräuel für den Herrn sind Lippen, die Lügen; wer aber Treue übt, hat sein Wohlgefallen.
Warum ist Lügen so negativ bewertet von Gott? Weil Lügen die Muttersprache des Teufels ist. Und es ist interessant, wenn man die Evangelien durchliest: Jesus bleibt nie bei den Äußerlichkeiten hängen, er geht immer tiefer. Zum Beispiel hat er Ehebruch verurteilt, aber er war barmherzig mit der Ehebrecherin. Diebstahl hat Jesus Sünde genannt, aber er hat mit den Steuereintreibern und den Dieben gegessen.
Denn all diese Dinge sind nur äußere Symptome für tiefere Probleme. Wir sind unehrlich anderen gegenüber und Gott gegenüber, und das ist das eigentliche Problem. Und Gott ist an unserem Herzen interessiert.

Heuchelei, Gottes Wahrheit und ein Beispiel aus dem Alltag

Es ist auch interessant, dass es im Griechischen, wenn zum Beispiel jemand ein Schauspieler ist, so heißt: Er ist ein Hypokrit. Und im Englischen hat man das Wort „Heuchler“ ebenfalls als „hypocrite“; das ist das griechische Wort. Denn ein Hypokrit war im Griechischen ein Schauspieler.
Was tut ein Schauspieler? Ein Schauspieler gibt auf der Bühne vor, jemand zu sein, der er in Wirklichkeit nicht ist. Das ist ein Heuchler. Und Jesus sagt, wir sollen nicht heucheln. Denn was tut ein Heuchler? Er will vor anderen Menschen etwas sein, was er nicht wirklich ist. Das ist ein Heuchler, ein Hypokrit. Und letztlich ist das Lüge.
Es hat natürlich viele Gründe. Vielleicht, weil wir einen Komplex haben. Vielleicht, weil wir nicht zufrieden sind mit dem, was wir sind, und so weiter. Aber sogar unter Christen, denke ich mir so oft, kann man auch ein Heuchler sein. Zum Beispiel: Vielleicht betest du im Gebetskreis: „Herr, rette die Menschen, die verloren sind.“ Aber privat betest du nie dafür. Dann ist man ein Heuchler, weil du dann bei den anderen dein Gebet zeigst, aber in deinem privaten Gebet betest du nicht dafür. Das ist Heuchelei.
Oder dass man betet: „Herr Jesus, ich liebe dich so sehr“, aber im Privaten verbringe ich keine einzige Minute allein mit Jesus. Dann bin ich ein Heuchler. Und Jesus sagt, wir sollen nicht lügen, wir sollen nicht heucheln. Und weil Wahrheit die einzige Sprache Gottes ist, darum liebt Gott Wahrheit und Ehrlichkeit so sehr.
Jesus hat gesagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Und was auch interessant ist: Wir lesen in der Bibel einige Male, dass Gott nicht lügen kann. Zum Beispiel Titus 1,2 und Hebräer 6,18.
Manchmal bekomme ich die Frage: Es gibt Dinge, die Gott nicht kann. Dann sage ich: Ja, Gott kann nicht alles. Eines kann Gott nicht: Er kann nicht lügen. Es ist nicht so, dass Gott nicht lügt, sondern er kann es nicht, weil Gott immer die Wahrheit ist. Und das ist so befreiend. Zu Gott kann ich immer kommen, und ich weiß, er ist wahr. Er ist nicht hinten herum falsch, er hat kein zweites Gesicht, er ist Wahrheit.
Und darum ist es so schön, Christus zu kennen und von ihm lernen zu dürfen. Eine Geschichte hat mir einmal jemand erzählt: Da war ein junger Mann, ein zwanzigjähriger Bub, der in einer Bank gelernt hat, was auch immer er genau gelernt hat, vielleicht Kaufmann oder etwas Ähnliches. Zu diesem Zeitpunkt war er Sekretär für den Abteilungsleiter. Der Abteilungsleiter war sein Chef, und der Chef sagte zu dem Sekretär, dem Buben: Wenn der und der anruft, sag, ich bin nicht da.
Dann sagte der Bub: Es tut mir leid, Herr Chef, aber das kann ich nicht tun. Dann sagte der Chef: Es geht nicht darum, ob du das kannst oder nicht. Ich befehle dir, das zu tun. Sag ihm, ich bin nicht da.
Dann sagte der Bub: Es tut mir leid, aber ich kann und werde es nicht tun. Der Chef war natürlich verärgert. Am Nachmittag ging der Bub dann noch einmal zum Chef in sein Büro und sagte: Herr Chef, eines dürfen Sie wissen: Ich werde niemals für Sie lügen, und ich werde Sie niemals anlügen.
Und dann dachte der Chef wohl darüber nach. Am nächsten Tag ging er zu dem Buben zurück, zu den Angestellten, und sagte: Ich werde mich dafür einsetzen, dass du in dieser Bank auf den obersten Sessel kommst, weil du wahrhaftig bist. Das ist Wahrheit. Er hat nicht nur Wahrheit gesagt, weil es gerade passt, er ist wahr.
Und die Bibel sagt uns, dass wir, sagt Jesus uns, wahr sein sollen in dem, was wir sind. Und in der Bergpredigt geht es immer um dasselbe. Das, was wir äußerlich tun, ist nur das Symptom, aber der innere Mensch, um den geht es Jesus. Mord ist nur das Symptom von Zorn, Ehebruch ist nur das Symptom von Lust und Gier, Ehescheidung ist das Symptom von Treulosigkeit, und Schwören ist nur das Symptom dafür, dass ich eigentlich unehrlich bin. Und um das geht es Jesus.

Wahrheit als Verpflichtung im Alltag

Dann das Dritte: Wahrheit ist eine Verpflichtung.
Wahrheit ist eine Verpflichtung. Ein Missverständnis sollte man vielleicht ausräumen: Wahrhaftig zu sein heißt nicht immer, alles zu sagen oder immer transparent zu sein. Es bedeutet nicht, dass man denkt: Jetzt muss ich aber ehrlich sein, jetzt muss ich jedem alles erzählen, was ich denke. Nein.
Im Matthäus 6 befiehlt Jesus sogar, nicht immer alles zu sagen, also nicht immer transparent zu sein. Im Matthäus 6 sagt Jesus zum Beispiel, kommen wir einmal auf die Bibel, da sagt er in Vers 2: Wenn du nun Almosen, also eine Spende, gibst, so sollst du nicht vor dir herposaunen lassen wie die Heuchler in der Synagoge und auf den Gassen, damit sie von den Menschen geehrt werden; sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber deine Spende gibst, so soll deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut, damit deine Almosen im Verborgenen seien, und dein Vater, der ins Verborgene sieht, der wird dir vergelten.
Das heißt: Wenn du Geld gibst, das braucht niemand zu wissen. Da brauchst du nicht zu sagen: Jetzt habe ich noch über die Gans gespendet. Und nur dort zu spenden, wo aufgeschrieben wird und im Fernsehen gezeigt wird, das ist auch okay, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber worum geht es mir?
Ich weiß noch, früher, wenn ich Geld hergegeben habe, irgendwann an jemanden, der etwas gebraucht hat, dann habe ich so ein Kuvert genommen. Dann habe ich noch ein kleines Kärtchen dazu geschrieben. Aber ich musste ein bisschen etwas dazu schreiben, nicht? Gottes Segen und Hans Peter, sonst ist er ja ganz verwirrt, nicht? Aber warum habe ich Hans Peter dazu geschrieben? Damit ein bisschen Dank von ihm zu mir zurückkommt.
Und ich habe dann bald gelernt: Wenn ich ihm Geld gebe, schreibe ich gar nichts dazu. Und er hat keine Ahnung, für wen es ist. Wem dankt er dann? Dann dankt er dem, dem der Dank gebührt, nämlich Gott. Er hat sowieso alles von Gott geschenkt bekommen.
Und das ist es, was Jesus sagt: Ehrlich sein heißt nicht, dass du jetzt alles aussprechen musst. Oder zum Beispiel beim Fasten sagt Jesus dann im gleichen Kapitel, in Vers 16: Dann sollst du nicht düster dreinschauen, so als wärst du seit drei Tagen nichts gegessen, gell. Und dann fragt dich einer: Wie geht es dir? Auch schlecht, ich tue fasten, gell, und ich tue es ja für den Herrn, gell. Nein, das tust du überhaupt nicht für den Herrn, sondern er sagt: Wenn du fastest, dann zieh dich an, mach dich schön. Das braucht keiner zu bemerken, weil das zwischen dir und Gott ist.
Oder das Gleiche mit dem Beten, sagt er: Wenn du betest, dann brauchst du es auch nicht so zu machen, dass dich jeder sieht, sondern tu es allein vor dem Herrn im Kämmerlein oder auf deinem Spaziergang, und Gott, der ins Verborgene sieht, der wird dich belohnen.
Es ist auch so, wenn man Streit mit der Frau hat, das kommt ja öfter vor, das muss man auch nicht gleich jedem erzählen, nicht? Es braucht man auch nicht in die Kirchen zu kommen, und so wie es da aussieht, weiß man schon, es schaut nicht gut aus. Es ist gut, wenn man es ausräumt, nicht? Es gibt Dinge, die sind so privater Natur, und die muss man nicht an die große Glocke hängen.
Aber Jesus sagt: Im Miteinander, so wie wir miteinander reden, soll man ehrlich sein, soll man wahrhaftig sein.

Erziehung, Grenzen und die Entscheidung an der Weggabelung

Und eins ist auch bei unseren Kindern so, das haben auch wir gesehen, Vater und Mama: dass man ehrlich ist, wenn man redet. Da bin ich sehr dankbar.
Ich glaube, auch bei unseren Kindern war es so: Wenn sie unehrlich waren, durften sie viel tun. Aber wenn sie gelogen haben, waren sie auch einmal streng behandelt worden. Denn man muss ja selber auch damit kämpfen. Man kämpft ja selbst damit. Nur weil man jetzt Eltern ist, heißt das nicht, dass man ehrlich ist. Überhaupt nicht. Man kämpft ja auch damit.
Aber wir haben unseren Kindern beigebracht, dass Ehrlichkeit so wichtig ist. Denn wenn es um Lüge und Wahrheit geht, dann geht es immer um den Charakter eines Menschen, und das betrifft alle Bereiche. Ich bin froh, dass wir da streng waren, weil ich glaube: Wenn junge Menschen ehrlich sind, dann sind sie bessere Ehepartner, bessere Mitarbeiter, bessere Freunde, bessere Eltern und bessere Staatsbürger. Und wenn man Kindern lernt, ehrlich zu sein, dann schlägt man mit einer Klappe hundert Fliegen. Darum ist das so wesentlich.
Ich wage auch jetzt etwas zu sagen, es sind ja auch ein paar Eltern vor Kindern da. Das weiß man, aber es fällt immer wieder einmal auf. Es ist ja schwierig, wenn man über Erziehung redet, denn jeder hat so sein Ding. Aber eines möchte ich da ermutigend sagen, wir haben es als Kinder auch so gelernt: Sprich zu deinen Kindern immer nur das, was du auch tun wirst.
Ich beobachte es zum Beispiel immer wieder: Das Kind will etwas, dann geht es zur Mutter und sagt: Ich will das, Mama, ich will das. Und die Mutter sagt: Nein, das kriegst du nicht. Das Kind weiß aber genau, das Nein ist nicht Nein. Sondern es ist nur der Beginn einer langen Diskussion, bis sie dann Ja sagt. Und das Kind schreit und bettelt und trödelt, bis sie dann sagt: Da hast du es.
Aber dieses Nachgeben wird extrem schwierig für die Eltern und auch für die Kinder. Ich kann eigentlich nur raten: Tut das nicht. Denn wonach sich das Kind wirklich sehnt, sind klare Richtlinien zum Guten des Kindes. Das hilft dem Kind, ehrlich zu werden und wahrhaftig zu werden.
Es ist ja klar: Wenn das Kind etwas will und ich sage Nein, dann erwartet es natürlich nicht: Na klar, Mama, das verstehe ich vollkommen, das ist ja nicht sinnvoll. Natürlich kapiert das Kind das nicht. Jedes Kind braucht Grenzen und Zäune, und gegen Grenzen und Zäune tritt man ja, das ist auch normal. Aber letztlich gibt es dem Kind Sicherheit, wenn es weiß: Da sind die Grenzen, und Ja ist Ja und Nein ist Nein.
Und darum sagt Jesus: Lass dein Ja ein Ja sein und dein Nein ein Nein. Das ist gut für alle Bereiche unseres Lebens. Und unser Leben mit Gott beinhaltet eigentlich die Verpflichtung zur Wahrheit.
Es ist oft nicht leicht. Ich tue mir auch oft nicht leicht. Man ist Versuchungen ausgesetzt, und man weiß auch: Wenn ich jetzt die Halbwahrheit sage, geht es mir wahrscheinlich leichter, und so weiter. Man muss oft Entscheidungen treffen, bei denen man nicht weiß: Ist das gut oder ist das nicht gut? Aber letztlich ist man so frei, wenn man ehrlich ist.
Und es kann sein, dass vielleicht eine Beziehung, vielleicht auch eure Beziehung, eine Ehebeziehung, von Unehrlichkeit geprägt ist. Dann möchte ich euch ermutigen: Lerne, wahrhaftig zu sein, ehrlich zu sein. Vielleicht gibt es Unehrlichkeit am Arbeitsplatz, dann räume das aus. Und letztlich bringt es einem überhaupt nichts, man zerstört nur den eigenen Charakter.
Das ist ja immer das. Das ist bei vielen Dingen so. Wenn man zum Beispiel geizig ist oder neidisch: Ja, vielleicht hast du ein paar Euro mehr am Konto, aber weißt du was? Geizige Menschen sind nicht schön, sie sind kleinlich, das ist nicht schön. Du verlierst im Prinzip nur.
Ich denke mir oft: Welche Menschen sind für mich Vorbilder? Was sind schöne Menschen? Das sind immer großzügige Menschen. Großzügig mit ihrer Zeit, großzügig mit ihrem Verständnis, manchmal großzügig mit ihren Finanzen, die etwas helfen, wo es notwendig ist. Das sind schöne Menschen. Darum: Wenn man geizig ist, hast du vielleicht ein paar Euro mehr, aber man wird unschön. Es ist nichts Anziehendes.
Und so ist es auch mit Ehrlichkeit. Und es ist auch so: An diesem Punkt, ob man ehrlich oder unehrlich ist, sage ich oft, da steht man an einer Weggabelung. Und es gibt ja Weggabelungen, und dann gibt es auch Meilensteine im Leben. Aber das sind zwei verschiedene Dinge. Zum Beispiel Meilensteine: Da steigt man drauf und geht dann zum nächsten weiter. Zum Beispiel der Dauernhof ist für viele Studenten ein Meilenstein. Jetzt sind die Herbstbibelschüler drei Monate da, das ist ein Meilenstein für sie. Sie steigen da kurz drauf, da werden sie auch geprägt und geformt, hoffentlich von Gott und seinem Wort, aber dann steigen sie auf den nächsten.
Und so geht man weiter. Aber eine Weggabelung ist etwas anderes. Da stehst du nämlich an der Weggabelung, und jetzt musst du entscheiden: Gehe ich links weiter oder gehe ich rechts weiter? Und wo es um Ehrlichkeit und Lüge geht, steht man vor einer Weggabelung. Und da muss man eine Entscheidung treffen: links oder rechts.
Es ist wie beim Autofahren auf der Autobahn, beziehungsweise bei der Abfahrt. Wenn du eine Abfahrt verpasst, wo du heimfahren wolltest, kannst du ganz schön weit weiterfahren, bis zur nächsten. Und wenn du wieder verpasst, entfernst du dich immer weiter von daheim. Und so ist es, wenn man die Weggabelung immer wieder bewusst verpasst, sage ich einmal so, und den Weg der Lüge weitergeht: Dann kommt man immer weiter von dem weg, was Gott eigentlich von uns möchte und was für uns zum Besten ist, nämlich zu einem wahrhaftigen Menschen.

Warum Menschen oft nicht wahrhaftig sind

Im Johannes 12 könnt ihr nur aufschlagen, da erklärt Jesus einmal, warum es uns schwerfällt, die Wahrheit zu sagen. In Johannes 12,42 lesen wir: Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn, an Jesus. Also auch von den Obersten, den angesehenen, prominenten Menschen, haben damals viele an Jesus geglaubt. Doch wegen der Pharisäer, das waren die religiösen Obrigkeiten, die sehr viel Macht hatten, bekannten sie ihn nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden.
Denn dadurch kommt jetzt der Grund: Sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott. Und das ist oft der Grund, warum wir nicht die Wahrheit sagen. Wir lieben die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott. Und damit ich bei den Menschen gut dastehe, sage ich lieber das, damit man glaubt, ich bin so und so.
Und ehrlich zu sein braucht manchmal viel Mut, aber es lohnt sich immer. Es ist ja so: Wenn wir mit uns selber nicht zurechtkommen, so wie wir sind, dann fängt es an. Habe ich mich selber angenommen, wie ich bin? Wenn ich mich noch nicht so angenommen habe, wie ich bin, dann muss ich selber probieren, jemand anders zu sein. Und das sieht man in der Gesellschaft oft so sehr. Da sitzt man beieinander, und da merkt man: Vielleicht will man sich selber oder anderen wichtig sein. Man will irgendetwas zeigen, was man ist, was man tatsächlich gar nicht ist.
Und solange wir das sehen, was Gott aus uns gemacht hat, dass man sagen kann: Ich kann mich annehmen, so wie ich bin. Herr, so hast du mich gemacht, danke dafür. Wenn du in den Spiegel schaust und sagst: So sehe ich aus, es passt, danke, Herr. Das ist die Frage: Können wir das? Oder wenn man die Begabungen anschaut, nicht jeder hat die gleichen Gaben. Dann sage ich: Herr, danke dafür, es ist okay. Ich vertraue dir, dass du es gut mit mir machst.
Und da fängt es eigentlich an.

Der Ursprung der Scham und die Befreiung zur Wahrheit

Im Prinzip, kürzlich einmal, das hat mir sehr gefallen: Wenn man ganz am Anfang der Bibel schaut, bei Adam und Eva, wie Gott sie gemacht hat, da lesen wir einen Vers. Dort lesen wir: Er hat Mann und Frau geschaffen. Das ist in 1. Mose 2,25. Und sie waren beide nackt, der Mann und seine Frau, und sie schämten sich nicht.
Das ist interessant: Sie waren beide nackt, sie waren völlig wahrhaftig, ehrlich, abhängig, eigentlich schwach. Wenn du nackt bist, dann bist du offen, ehrlich. Und sie haben sich nicht geschämt. Das heißt, die Beziehung zwischen Mensch und Gott war völlig ungetrübt, sie war ehrlich. Keiner hat sich geschämt, weil der Mensch Mensch war, so wie ihn Gott geschaffen hat, und Gott ist Gott. So haben sie miteinander gelebt.
Und dann, im nächsten Kapitel, das ist so interessant, da kommt dann Satan, die Schlange, wie er gesagt hat, und sagt zu Adam und Eva: Gott weiß, in 1. Mose 3,5, an dem Tag, wo ihr von dieser Frucht esst, werden eure Augen aufgetan, und dann werdet ihr sein wie Gott und Gutes und Böses erkennen.
Und da hat Satan gesagt: Wartet, ihr könnt noch mehr sein. Ihr braucht nicht nur Mensch sein, so in Abhängigkeit und in Beziehung zu Gott. Wisst ihr was? Ihr könnt selber Gott sein. Und dann ist die Menschheit darauf hereingefallen. Nachdem sie von der Frucht gegessen hat, und das ist so bezeichnend, lesen wir dann: Und sie nahm von der Frucht und aß, und sie gab sie dem Mann, und der aß. Dann wurden den beiden die Augen aufgetan, sie erkannten, dass sie nackt waren, hefteten Feigenblätter zusammen, machten sich Schurze. Und dann lesen wir in 1. Mose 3,9: Und Gott rief: Wo bist du? Und er hat sich dann, und Adam sagte: Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich.
Da hat er sich geschämt. Warum hat er sich geschämt? Weil er etwas sein wollte, was er nie war. Er wollte plötzlich selber Gott sein und merkte: Das bin ich nicht. Und da sieht man wieder: Satan lügt immer. Satan hat gelogen. Er hat gesagt: Adam, Eva, wenn ihr das tut, dann seid ihr King, dann ist alles super. Und wisst ihr: Das ist immer eine Lüge. Die Sünde an sich, dass Adam und Eva jetzt gesagt haben: Ja, ich will noch schöner sein, ich will noch gescheiter sein, ich will noch begehrenswerter sein, das an sich ist nicht schlecht. Das Problem ist nur: Satan kann nie halten, was er verspricht. Nur Gott kann es halten. Satan lügt immer.
Das ist praktisch so, du musst dir vorstellen: Da steht Schönheit, Liebe, Gemeinschaft, Freude, Friede, und alles ist auf dem Plakat, und darunter steht Sünde. Und darum: Was der Mensch sucht, ist nicht schlecht. Darum muss man aufpassen. Menschen, die in der Sünde im Exzess etwas suchen, die suchen ja noch etwas Wahrhaftiges. Das Problem ist nur: Bei der Sünde finden sie es nie. Sie werden immer enttäuscht. Und dies ist: Nur Gott kann das halten.
Leider ist es oft so, dass Menschen glauben, das Schöne, das Begehrenswerte, das ist alles, was Sünde bietet, und was Gott bietet, das ist langweilig, das ist ein bisschen bieder, das ist nichts Besonderes. Und das ist die Lüge, die leider viele Menschen glauben.
Ich sage das deshalb: Warum lügen wir? Weil wir oft jemand sein wollen, der wir aber nicht wirklich sind. Und dann muss man lügen. Wenn ich der sein kann vor Gott und vor Menschen: Herr, so hast du mich gemacht, danke dafür, dann kann ich Frieden haben. Und das ist so ein freies Leben, das ist das freiste Leben, das es gibt. Wenn ich niemandem etwas beweisen muss, weder mir noch anderen noch Gott, ich darf einfach sein, und ich weiß, ich bin geliebt.
Und wenn ein Mensch weiß: Ich bin so geliebt, dann beginnt eine Veränderung von innen. Und dann ist der Mensch in der Lage, auch die Wahrheit zu sagen, weil er nicht mehr versuchen muss, jemand anders zu sein. Das ist eigentlich das Geheimnis. Darum: Es beginnt innen. Es fängt darum, wie jemand gesagt hat, nicht damit an, dass er gesagt hat: Okay, ich sage jetzt einmal die Wahrheit, jetzt reiße ich mich zusammen. Nein, das geht leider nicht so. Es fängt innen an.

Die Quelle der Wahrheit und der Abschluss

Und darum müssen wir uns, um wahrhaftig zu sein, an den wenden, der die Wahrheit ist. Jesus hat gesagt: Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Ruhe geben.
Kommt zu mir her. Und nur in der Gegenwart Jesu Christi, im Wissen: Ich bin geliebt, ich bin aufgehoben, ich bin gewollt, bin ich in der Lage, ehrlich zu sein, weil ich nichts beweisen muss. Und das ist eigentlich das Geheimnis des Evangeliums. Es ist nicht kompliziert, und es ist das Schönste, was uns passieren kann.
Jetzt bete ich noch mit euch, dann habe ich noch ein paar Ansagen, und dann gehen wir ein bisschen Jausen essen.
Lieber himmlischer Vater, wir möchten dir so danken, dass du uns in deinem Wort so klare Anweisungen gibst über das Leben hier auf Erden, in der Gemeinschaft mit dir und mit anderen Menschen. Es ist nicht kompliziert, es ist letztlich so einfach: Wir müssen zu dir kommen, und nur du kannst dies mit uns und in uns erreichen, was wir aus eigener Kraft nie vermögen.
Und, Herr Jesus, ich bete, dass wir wahrhaftige Menschen sind, Menschen, die ehrlich sind. Und dazu bete ich, Vater, dass wir Menschen sind, die wissen, dass sie angenommen und geliebt sind. Ich muss niemandem etwas beweisen. Und in dieser Freiheit, Herr, wünsche ich mir, dass wir leben lernen, dass wir uns dabei gegenseitig ermutigen, das zu tun, dass wir uns vergeben, auch uns selbst vergeben, da, wo es uns nicht gelingt, und anderen vergeben, wo es uns nicht gelingt, und uns ermutigen, auf dem Weg mit dir unterwegs zu sein.
Danke, lieber Herr, für die Zeit miteinander, für deine Gegenwart auch jetzt und für dein Reden. Amen.