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Aus Erfahrungen lernen

Jesu Leben und Lehre, Teil 368/686
08.01.2024Matthäus 12,39-40
SERIE - Teil 368 / 686Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 367: Aus Erfahrungen lernen.

 Matthäus 16,1-4.

Die Forderung nach einem Zeichen und Jesu Antwort

Und die Pharisäer und Sadduzeer kamen herbei und baten ihn, um ihn zu versuchen, er möge ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen.

Er antwortete: „Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht verlangt nach einem Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas.“ Danach verließ er sie und ging weg.

Die Art von Zeichen, die die Pharisäer und Sadduzeer forderten, war Jesus nicht bereit zu geben. Die einzige Ausnahme ist das Zeichen Jonas. Damit ist die Auferstehung gemeint, wie wir an anderer Stelle bereits gesehen haben, zum Beispiel in Matthäus 12,39-40.

Er aber antwortete und sprach zu ihnen: „Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten. Denn wie Jonas drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.“

Die Bedeutung der Auferstehung als Zeichen

Wir sehen, die Auferstehung ist ein Zeichen, wie es sich die religiöse Elite wünschen würde. Ein Zeichen aus dem Himmel, so außergewöhnlich und überwältigend, dass völlig klar ist, wer hier am Werk ist.

Hat die Auferstehung aber dafür gesorgt, dass sich Pharisäer und Sadduzäer scharenweise zu Jesus bekehrt haben? Die Antwort kennen wir: Nein. Natürlich sind einige Pharisäer gläubig geworden, und bestimmt auch einige von den Sadduzäern. Aber selbst nach der Auferstehung Jesu bleiben die beiden Gruppen skeptisch.

Trotz eines Zeichens aus dem Himmel glauben nicht alle. Wer nicht glauben will, weil Jesus ihm als Messias nicht passt, der glaubt auch nicht, wenn Gott ihm genau das gibt, wonach er fragt.

Jesu Weiterreise und die Warnung vor dem Sauerteig

Aber gehen wir im Leben Jesu weiter.

 Markus 8,13: Und er ließ sie stehen, stieg wieder ein und fuhr an das jenseitige Ufer. Jesus fährt also wieder ans Ostufer vom See Genezareth. Wohin genau, wissen wir nicht.

 Markus 8,14-17: Und sie, das sind die Jünger, vergaßen, Brote mitzunehmen, und außer einem Brot hatten sie nichts bei sich auf dem Boot. Und er gebot ihnen und sprach: „Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes.“

Und sie überlegten miteinander: „Das sagt er, weil wir keine Brote haben?“

Er erkannte es und sprach zu ihnen: „Was überlegt ihr, weil ihr keine Brote habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet?“

Die Jünger haben für die Fahrt deutlich zu wenig Essen dabei. Als Jesus davon spricht, dass sie sich vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes hüten sollen, verstehen sie nicht, was er meint. Sie haben jedoch eine Idee: Sie denken, dass Jesus sie auf versteckte Weise dafür kritisiert, zu wenig Essen eingepackt zu haben.

Aber das ist natürlich nicht das, was Jesus sagen will.

Die Lektion aus den Erfahrungen der Jünger

Und was jetzt kommt, ist eine Lektion in Sachen: Lerne aus deinen Erfahrungen.

 Markus Kapitel 8, Verse 17 bis 21:

Und er erkannte es und sprach zu ihnen: „Was überlegt ihr, weil ihr keine Brote habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet? Augen habt ihr und seht nicht, und Ohren habt ihr und hört nicht?“

Und erinnert ihr euch nicht, als ich die fünf Brote unter die Fünftausend brach? Wie viele Handkörbe voll Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie sagen zu ihm: „Zwölf.“

„Als ich die sieben Brote unter die Viertausend brach, wie viele Körbe voll Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie sagen: „Sieben.“

Und er sprach zu ihnen: „Versteht ihr noch nicht?“

Der Vorwurf der Begriffsstutzigkeit und seine Bedeutung

Macht Jesus hier seinen Jüngern einen Vorwurf? Ja, das tut er. Aber spricht Jakobus nicht davon, dass Gott uns keine Vorwürfe macht? In Jakobus 1,5 heißt es: „Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden.“

Wie passt das zusammen – dass Gott keine Vorwürfe macht, Jesus aber sehr wohl seine Jünger fragt, warum sie so begriffsstutzig sind?

Die Antwort lautet: Jakobus spricht davon, dass wir als Kinder Gottes unseren Vater jederzeit um Weisheit bitten dürfen. Wenn wir das tun, reagiert Gott auf unsere ehrliche Bitte um Weisheit nicht mit Vorwürfen.

Es geht Jakobus nicht darum, Gott als einen Vater darzustellen, der niemals Vorwürfe machen könnte. Das kann er sehr wohl. Gott hat eine Erwartungshaltung an unser Leben. Er erwartet, dass wir dazulernen, geistlich nicht stehenbleiben und reif werden.

Wenn es aber darum geht, dass wir Weisheit suchen, weil wir uns vom Leben gerade überfordert fühlen und nicht genau wissen, was dran ist, dann dürfen wir davon ausgehen, dass Gott uns dafür niemals verurteilt. Er verurteilt uns nicht für die Suche nach Weisheit, weil er weiß, wer wir sind.

Die Aufforderung zum Lernen und die Gefahr der Verhärtung

Und so sehr Weisheit ein Produkt von Nachdenken, Bibelkenntnis und Lebenserfahrung ist, so sehr ist Weisheit auch etwas, das oft genug über unsere menschlichen Möglichkeiten hinausgeht. Manchmal wissen wir einfach nicht weiter.

Wenn wir dann Gott um Weisheit bitten, wirft er uns diese Bitte nicht vor. Andererseits müssen wir gut zuhören, wenn Jesus hier seine Jünger fragt: „Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet? Augen habt ihr und seht nicht, und Ohren habt ihr und hört nicht?“

Merkt ihr, Jesus ist kein Fan von Begriffsstutzigkeit. Mehr noch, er verortet das Problem bei den Jüngern. Der Vorwurf lautet: „Ihr habt eine lange Leitung.“ Kann es sein, dass ihr bewusst nicht verstehen wollt? Warum könnt ihr eins und eins nicht zusammenzählen?

Was Jesus ganz konkret will, ist, dass sie aus ihren Erfahrungen mit ihm lernen. Fünf Brote für fünftausend – und am Ende bleiben zwölf Handkörbe voll übrig. Sieben Brote für viertausend – und am Ende bleiben sieben Handkörbe voll übrig. Sie könnten wissen, dass Jesus jederzeit in der Lage ist, einem Mangel an Essen ein Ende zu bereiten.

Wie kann es dann sein, dass sie denken, er würde ihre Essensplanung kritisieren? Eben – Begriffsstutzigkeit.

Ausblick und persönliche Anwendung

Wir werden uns in der nächsten Episode anschauen, was Jesus meint, wenn er vor dem Sauerteig der Pharisäer und der Herodianer warnt.

Zuvor müssen wir uns jedoch selbst fragen, wo wir in der Gefahr stehen, die Lektionen nicht zu lernen, die Jesus uns beibringen will. Wo wir eins und eins nicht zusammenzählen, weil wir auf dem Schlauch stehen. Oder anders gesagt: Wo dreht sich unser Denken so sehr um die Alltäglichkeiten des Lebens und um unsere kleinen Fehler, dass wir die großen Lektionen des Lebens verpassen? Die Lektionen, die Gott uns beibringen will.

Denn darum geht es doch, oder? Unser Leben mit dem Herrn Jesus ist eine große Unterrichtseinheit. Der Heilige Geist ist unser Privatlehrer, der unser Denken verändern möchte. Er führt uns durch eine Reihe von Erfahrungen, die nicht einfach zufällig geschehen, sondern uns erziehen. Diese Erfahrungen lassen uns Gott erkennen und machen uns passend für unsere Berufung.

Die Bedeutung des Nachsinnens über Gottes Wirken

Und was müssen wir tun?

Wir müssen im Kleinen das tun, was der Psalmist für die große Geschichte Gottes mit der Welt beschreibt. Psalm 143,5 sagt: „Ich gedenke der Tage der Vorzeit, überlege all dein Tun, ich sinne nach über das Werk deiner Hände.“

Das ist es, was Gott sich von uns wünscht: dass wir über den Weg nachdenken, den er mit uns geht, und über die Lektionen, die er uns schon beigebracht hat. Wir sollen das Gelernte nicht vergessen, sondern festhalten und anwenden.

Was könntest du jetzt tun? Du könntest darüber nachdenken, wo du in der Schule Gottes gerade stehst und welche Lektionen du gerade lernst.

Das war’s für heute. Denk noch einmal über die Predigt am Sonntag nach. Was hast du an Impulsen mitgenommen? Was willst du dir merken?

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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