Serie•Teil 22 / 37Matthäus-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein ungewöhnlicher Einstieg in ein heikles Thema
Ursprünglich sollte meine Predigt heute Morgen folgenden Titel haben: „Sex and the City“. Und ich dachte, ich lege vielleicht eine Folie auf: „Altersfreigabe ab sechzehn Jahren“. Wie ihr an den Predigtnotizen seht, habe ich mich das nicht getraut.
Meine Predigt heute Morgen heißt etwa folgendermaßen: Ehebruch, eine allgemeinverständliche Einführung in die Entstehung des geistigen und körperlichen Ehebruchs unter besonderer Berücksichtigung der Themen Gottes Wille und sexueller Reinheit auf der Basis eines alttestamentlichen Modells. Oder kurz: Augen weg vom Ehebruch.
Ich muss zugeben, in der Vorbereitung habe ich sehr viel Zeit und Gebet darauf verwendet, heute Morgen die richtigen Worte mir zu überlegen, um auf der einen Seite das Thema, das ein bisschen heikel ist in der Formulierung, richtig rüberzubringen und auf der anderen Seite nicht nur dem Thema mit der nötigen Ehrfurcht zu begegnen, sondern auch mit der nötigen Offenheit, damit am anderen Ende auch etwas ankommt. Denn ich will heute ganz bewusst nicht nur Gemeinplätze bringen, sondern vielleicht auch ein klein bisschen mehr an Stellen ins Detail gehen, wo man normalerweise in einer Predigt nicht damit rechnet.
Wir sind immer noch in der Reihe über die Bergpredigt. Wir wollen Matthäus 5 aufschlagen, und dort geht es heute um die Verse 27 und 28, Matthäus 5,27-28. Dort heißt es folgendermaßen:
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.
Das wird der Text sein, über den wir uns heute Morgen beschäftigen wollen.
Und wir befinden uns immer noch in einer größeren Argumentation, die unser Herr aufbaut, um seinen Zuhörern etwas zu sagen über die Gefahr einer falschen, eingebildeten Gerechtigkeit. In diesem Teil, der in Matthäus 5,21 beginnt, greift der Herr Jesus verschiedene Themen auf, die in einer bestimmten Weise damals von den Schriftgelehrten und Pharisäern falsch ausgelegt worden sind, zu kurz ausgelegt worden sind. Er beschreibt, wie Gott sich das Thema eigentlich denkt. Und indem er die eigentliche, ich sage mal, die göttliche Auslegung dieser Gebote bringt, deckt er die Selbstgerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer auf.
Er tut es, um Menschen davor zu bewahren, dass sie in sich selbst meinen: Na ja, bei mir ist eh alles in Ordnung, ich weiß gar nicht, Jesus, was du willst. Denn das ist so das Grundproblem, in dem ein Mensch stecken kann: dass er eine ganz falsche Sicht von sich selber hat und womöglich glaubt: Na ja, bei mir ist alles in Ordnung. Ja, ja, mein Nachbar, der braucht Gott, aber ich? Na, nee, ich nicht. Gehen Sie mal weiter, schon gut!
Genau diesen Punkt greift Jesus an. Und er hat das beim letzten Mal, also bei der letzten Predigt, die wir darüber gehört haben, getan im Hinblick auf einen ersten Bereich: Mord. Und jetzt geht es eben um einen zweiten Bereich, um Ehebruch. Es ist wieder ein Gebot aus den Zehn Geboten.
Und als wir uns beim letzten Mal gefragt haben, wo fängt eigentlich Mord an, da sind wir zu dem bekanntesten Mordfall der Bibel zurückgegangen, nämlich zu Kain und Abel, und haben uns das noch mal im Detail angeschaut, um festzustellen: Es stimmt. Wenn Jesus formuliert, dass Mord mit Zorn beginnt, dann hat er einfach Recht.
Da, wo ich das erste Mal über einen Menschen richtig mich ärgere, da fange ich an, die Beziehung, die ich zu ihm habe, umzubringen. Da werde ich recht eigentlich zum Mörder.
Beim Thema Ehebruch liegt die ganze Sache ein bisschen einfacher, weil schon das Alte Testament deutlich macht, wo Ehebruch anfängt. Und zwar machen das die Zehn Gebote deutlich. Da heißt es auf der einen Seite: Du sollst nicht ehebrechen. Und dann liest man die Zehn Gebote ein bisschen weiter, und dann kommt man am Ende zum zehnten Gebot. Und da heißt es dann: Du sollst nicht begehren. Und dann folgt eine Aufzählung deines nächsten Eigentums, deiner nächsten Eigentumswohnung, deines nächsten BMW und unter anderem eben auch deiner nächsten Frau.
Das heißt schon: Das Alte Testament macht deutlich, Ehebruch beginnt nicht mit dem Akt an sich, sondern viel, viel früher, da, wo ich in meinem Herzen anfange, eine Frau zu begehren.
Was ist Ehebruch? Na ja, Ehebruch ist das, wenn zwei Menschen miteinander ein Verhältnis anfangen und intim werden, und sie sind nicht miteinander verheiratet, sondern mindestens einer von ihnen ist in einer bestehenden Ehe. Das ist Ehebruch. Das heißt, wenn ein verheirateter Mann fremdgeht, wird er zum Ehebrecher. Und das gilt auch für die verheiratete Frau.
Ich bin mir darüber im Klaren, ich werde heute Morgen meine Predigt mehr aus der Sicht des Mannes predigen. Ich bin davon überzeugt, dass es Frauen leichtfällt, ihre Seite dann mit hineinzudenken. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass es Männern leichtfällt, vor dem Problem schnell davonzulaufen. Insofern ist es vielleicht günstiger, es mal bewusst ein bisschen mehr aus der Sicht des Mannes zu bringen, und das möchte ich heute Morgen auch tun.
Vor Kurzem bin ich dann natürlich auch mal gefragt worden: Jürgen, was ist denn eigentlich Ehe? Weil ihr kennt das ja: Also wenn man schon die Ehe bricht, dann muss ich wissen, ja, wann fängt denn Ehe an? Und das ist in Deutschland ganz einfach. Ehe fängt an, wenn du Ja sagst, und zwar vor dem Standesbeamten. Also da, wo zwei gesagt haben: Ja, ich will. ist alles vorbei. Selbst wenn du in dem Moment einen Herzinfarkt bekommst, zu spät. Du brauchst noch nicht unterschrieben haben. In dem Moment, wo du sagst Ja, bist du drin, bist du verheiratet.
Oder andersherum: Wenn du wissen willst, wann jemand verheiratet ist, dann frag ihn doch mal, was müsstest du tun, um einen anderen zu heiraten? Müsstest du dich vorher scheiden lassen? Und immer wenn der sagt: Ja, stimmt, ich müsste mich eigentlich vorher scheiden lassen, dann ist er verheiratet.
Also Ehe hat nichts damit zu tun, dass zwischen zwei Menschen schon sexuell irgendetwas gelaufen wäre, dass die schon intim miteinander waren. Ehe ist erst einmal, dass zwei Menschen sich sagen: Ich will mit dir leben, ja.
Und ein gutes Beispiel, um das zu illustrieren, sind Maria und Josef. Maria und Josef waren verheiratet, und das, obwohl die ersten Monate oder Jahre im körperlichen Bereich zwischen beiden überhaupt nichts lief. Und woher weiß ich, dass sie verheiratet waren? Na, ich mache meinen Heiratstest. Josef, was musst du machen, um sie wieder loszuwerden? Und Josef sagt: Ich muss sie entlassen. Und das hatte Josef vor. Er hatte vor, sich von ihr zu trennen, sich von ihr zu scheiden, die Scheidung einzureichen.
Und das zeigen mir Maria und Josef: Obwohl sie noch nicht zusammenlebten, obwohl sie körperlich noch nicht zusammengekommen waren, sind sie verheiratet. Und das müssen wir uns gut merken, wenn wir die Frage kriegen: Wo fängt Ehe an? In Deutschland fängt Ehe vor dem Standesbeamten an. Und jeder, der da Ja gesagt hat, der ist tatsächlich verheiratet.
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.
Zum Ehebruch braucht es einen Blick. Ich schaue eine Frau an. Und dann muss zu diesem Blick noch eine zweite Sache dazukommen: ein Begehren.
Und ich habe mir überlegt, was ist eigentlich dieses Begehren? Also, ich weiß genau, wovon der Text spricht, okay? Und mir muss keiner etwas vormachen, dass ihr es nicht auch wüsstet. Und ich habe mich gefragt: Was ist das, dieses Moment, was mich zu einem Ehebrecher werden lässt?
Und ich habe es versucht, so zu formulieren: Dieses Begehren, das ist so eine Art inneres Einverständnis mit mir selber. Das kriegt gar kein anderer mit, das dauert auch nur so eine halbe Sekunde. Wo ich mir sage: Also die Frau, die ich da jetzt gerade sehe, sei es in der U-Bahn oder bei Eishennig und wo ich so ein Stück länger hinschaue, da wäre ich bereit, ein Verhältnis einzugehen, wenn es niemand mitkriegt, wenn es für mich keine negativen Folgen hat, wenn ich quasi weiterleben könnte wie bisher, einfach nur so ein Stückchen mit ihr, so eine halbe Stunde, eine Stunde mit ihr parallel laufen könnte, ohne dass es sonst jemand mitkriegt.
Dieses innere Einverständnis, wenn das in uns hochkommt, in uns Männern, dann sind wir eigentlich schon einen Schritt zu weit gegangen. Dann sind wir, wenn wir verheiratet sind, zu Ehebrechern geworden. Und Ehebrecher, sagt die Bibel, Ehebrecher wird Gott richten. Hebräer 13,4.
Und weil das ein Punkt ist, der so schnell passiert, und ich glaube, ein Punkt, der auch so weit verbreitet ist, wollte ich heute Morgen mit euch zusammen einen Mann anschauen, ähnlich wie Kain beim letzten Mal, von dem wir viel lernen können, und das ist der König David. Und wir wollen uns anschauen: Lektionen aus dem Leben eines gefallenen Königs, um vielleicht unser eigenes Leben vor dem, was David erlebt hat, zu bewahren. Lektionen aus dem Leben eines gefallenen Königs. Also: Lektionen aus dem Leben eines gefallenen Königs.
Was ein starker Anfang nicht dauerhaft schützt
Der erste Punkt lautet: Geistlichkeit kann man nicht konservieren.
Wenn wir die Geschichte des Königs David im Alten Testament lesen, dann könnte man über weite Teile seines Lebens Psalm 1 schreiben: Glücklich der Mann, der seine Lust hat am Gesetz des Herrn; alles, was er tut, gelingt ihm. David ist ein begnadeter Feldherr, ein brillanter Organisator, ein Mann nach dem Herzen Gottes. Er ist beim Volk beliebt, er ist mutig. Wir kennen die Geschichte mit Goliath: Das war Mut plus Gottvertrauen. Er hatte das nötige Charisma, das nötige Enthusiastische, das man braucht, um Leute hinter sich herzuziehen, auch in ganz schwierigen Situationen. Er war ein Poet, viele Psalmen sind von ihm geschrieben. Er war ein Beter.
Sie würden sagen: Der Letzte in unserer Liste von Menschen, bei dem wir erwarten würden, dass er moralisch gesehen so tief fällt, wie er später in seinem Ehebruch mit Batsiba gefallen ist. Nicht unbedingt ein Kandidat für moralische Entgleisungen. Und doch: Man kann Geistlichkeit nicht konservieren.
Wenn wir sein Leben etwas genauer betrachten, dann werden wir feststellen, dass sich über die Jahre Dinge eingeschlichen haben, die seine Widerstandskraft, gerade im Punkt Sexualität und Ehebruch, Stück für Stück unterhöhlt haben. Und irgendwann ist dieses ganze Gebäude in sich zusammengebrochen, mit einem Moment, mit einer einzigen Versuchung, mit einem Blick.
Und natürlich fängt so eine Entwicklung viel früher an. Deswegen Punkt zwei: Desensibilisierung durch erlaubte Vergnügungen.
Na ja, David ist König. Und für Könige war es damals üblich, zum Teil auch politisch motiviert, mehrere Frauen zu haben. Auch David tut das, insbesondere nachdem seine Herrschaft in Jerusalem einmal gefestigt war, nachdem er so richtig fest dastand, die Feinde besiegt waren. Da heißt es in 2. Samuel 5,13: Und David nahm noch Nebenfrauen und Frauen aus Jerusalem.
Na ja, darf ich mal fragen, wie viele Frauen David zu der Zeit schon hatte? Ja, ungefähr sechs Stück. Also als er anfing, sich noch Frauen und Nebenfrauen zu nehmen, da hatte er schon sechs Frauen. Er war jetzt nicht der einsame Solokrieger, der sich auch mal eine Frau wünscht, irgendwann, wenn der Krieg vorbei ist.
Dabei hatte Gott schon viel früher, zu den Zeiten Moses, ein Gebot für die hebräischen Könige aufschreiben lassen, 5. Mose 17, könnt ihr das nachlesen? Und da heißt es explizit, dass ein König sich nicht viele Frauen anschaffen soll. Und so müssen wir wohl begreifen, dass David, indem er das tut und sich viele Frauen anschafft, obwohl das in seinem Kulturkreis völlig legal und völlig okay war, obwohl niemand das als Ehebruch werten würde, sich am Gebot Gottes versündigt. Er fing an, das zu tun, was gesellschaftlich erlaubt war, und nicht mehr das, was Gott geboten hatte.
Kent Hutchis, das ist der Mann, der das Buch Männer mit Profil geschrieben hat, aus dem ich viele gute Anregungen für die Predigt herausgezogen habe und das ich euch auf der Rückseite der Predigtnotizen auch empfehle, formuliert, ich zitiere ihn: Ihr Männer, es sind die legalen, in Anführungszeichen, die legalen sinnlichen Freuden, das kulturell akzeptierte Nachgeben, das uns zerstört. Ihr Männer, es sind die legalen sinnlichen Freuden, das kulturell akzeptierte Nachgeben, das uns zerstört.
Und ich muss ehrlich sagen, ich glaube, er hat wirklich Recht damit. Und ich bin nicht sicher, was wäre, wenn wir anfangen würden, ganz ehrlich unsere Fernsehgewohnheiten, um mal einen kleinen Bereich herauszugreifen, nur unsere Fernsehgewohnheiten am Wort Gottes zu prüfen. Ich meine nicht an dem, was kulturell akzeptiert ist, ich meine am Wort Gottes zu prüfen.
Wenn wir wirklich anfangen würden, die Filme, die wir schauen, mit diesem „What would Jesus do?“ zu prüfen, also sich die Frage zu stellen: Gibt es wirklich nichts in der Schrift, was gegen diesen Film spricht? Ich bin nicht sicher, ob wir an der Stelle nicht manches aus unserem Leben hinaustun müssten. Oder ich bin eigentlich ziemlich sicher, dass das eine oder andere gehen sollte und müsste.
Und ich habe den Eindruck, dass wir, und jetzt spreche ich mal ganz generell, ja, nicht du persönlich, sondern wir als Gruppe, insbesondere als Gruppe der Männer, an der Stelle viel tiefer im Schlamassel drinstecken, als uns das lieb und bewusst ist. Desensibilisierung durch erlaubte Vergnügungen.
Der dritte Punkt, den wir bei David sehen, ist ein Mangel an Disziplin in seinem Leben. Klar, der Mann wird älter, er ist ungefähr so um die fünfzig, als das mit Batsiba passiert. Die großen Kämpfe sind geschlagen. Da gibt es noch ein bisschen was zu tun, das kann sein Heeroberster Joab so die letzten Säuberungsaktionen, ja, so die letzten kleinen Städte niederwerfen. Er sieht Joabs Job, ja, warum soll ich da noch mitziehen? Und das kann er ganz gut. Also bleibe ich als König zu Hause. Ist ja auch in Ordnung. Und während andere die Arbeit tun, schlafe ich halt aus.
Und dann, wenn wir so diese Mentalität begreifen, ist es nicht mehr verwunderlich, wenn wir in 2. Samuel 11,2 lesen: Und es geschah zur Abendzeit, dass David von seinem Lager aufstand. Das ist dann, und ich weiß jetzt nicht, ob er nur einen verlängerten Mittagsschlaf gemacht hat, der dann halt bis abends ging, oder ob er gleich im Bett geblieben ist, aber wir merken etwas: Da fehlt was. Das ist nicht das, wo wir sagen: Hat er nicht mal in irgendeinem Psalm geschrieben, Tag und Nacht über dem Wort Gottes sinnen? Oder Beten bei der Nachtwache? Und so, das waren ja auch Zeichen, die es im Leben eines David gab. Aber jetzt finden wir ihn hier: Er schlendert ein bisschen länger, und er gibt uns eine wichtige geistliche Lektion mit.
Wenn wir es in unserem Leben an Ordnung und Zucht fehlen lassen, zwei Begriffe, die man heutzutage nicht mehr gerne hört, die aber dringend dazugehören, wenn wir diese Dinge in unserem Leben vernachlässigen, weil wir uns sicher fühlen, weil wir denken, es kann uns nichts passieren, wir haben alles erreicht, wir haben alles irgendwie im Griff, alles ist gut organisiert, wir überblicken die Situation, dann, genau dann, kommt wahrscheinlich die Versuchung, die dich zu Fall bringt, der du nicht mehr widerstehen kannst, weil du keine Ressourcen mehr hast.
Also der dritte Punkt war: fehlende Disziplin im Umgang mit Zeit.
Vom ersten Blick zur inneren Zustimmung
Der vierte Punkt: Aus einem Blick wird lustvolles Starren.
Also, David steht auf und geht hinaus auf sein Palastdach. Das scheint mir ein Flachdach gewesen zu sein, ein bisschen größer, auf dem man auch ein wenig spazieren gehen konnte. Es lag leicht erhöht, und die Sonne geht gerade unter. Sie taucht alles in ein warmes, weiches Licht. Er schaut über die Dächer und auf die Stadt Jerusalem, und er ist wahrscheinlich einfach froh und atmet kräftig durch.
Schön, ja! Und mit einem Mal sieht er dort eine Frau. Wenn es nur eine normale Frau gewesen wäre, wäre das kein Problem gewesen. Aber diese Frau badete gerade, und sie tat das einfach splitterfasernackt. Also schaust du einfach so ein bisschen herum, und mit einem Mal siehst du diese Frau, eine richtig schöne Frau noch dazu. Also keine hässliche, bei der du sagst: Da lohnt es sich ja nicht einmal hinzuschauen. Sondern eine, die – na ja, macht euch nichts vor – Versuchungen werden immer so sein, dass sie attraktiv ist. Man wird nie von einer hässlichen Frau versucht, das ist ein generelles Prinzip.
Also eine Frau, so, und er schaut da so herum, und sein Blick bleibt einen Moment hängen. Und dieser Moment entscheidet über das gesamte Schicksal seiner Dynastie bis zum Ende seines Lebens. Denn in diesem Moment, wo er diese Frau sieht, in diesem Moment, in dem sein Blick an einem verbotenen Objekt hängen bleibt, muss er eine Entscheidung treffen. Er muss die Entscheidung treffen: Mache ich meine Augen zu, kehre auf der Stelle um, gehe wieder hinein, mache die Tür zu und beschäftige mich mit etwas ganz anderem? Oder lasse ich es zu, dass ich länger hinschaue, dass das, was ich sehe, mich allmählich gefangen nimmt?
David, was kann dir diese Frau geben, die du nicht schon lange hast? Du hast schon zig Frauen, was erwartest du von der einen noch? Und trotzdem: Er schaut hin, sein Blick bleibt hängen, und aus dem König nach dem Herzen Gottes wird ein lüsterner alter Mann.
Und genau an der Stelle beginnt das, was Jesus sagt, dass jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen. Das beschreibt diesen Moment, und ich gehe immer davon aus, dass jeder von euch genau weiß, worüber ich rede.
Dietrich Bonhoeffer beschreibt diesen Moment, in dem die Lust über einen Menschen oder über einen Mann Kontrolle gewinnt. Er sagt: In diesem Augenblick verliert Gott an Realität. Der Teufel erfüllt uns dann nicht mit Hass auf Gott, sondern er will, dass wir Gott vergessen. Er will, dass wir Gott vergessen. Lustvoll blickende Augen verlieren Gott aus dem Blick.
Und ich denke, wir müssen uns diese Frage einfach auch einmal gefallen lassen, als Männer: Wie ist das bei uns? Haben wir das, diese Augen voll von Ehebrecherinnen, wie das im Petrusbrief heißt? Ist es so, dass in unserem Leben vielleicht über die Jahre hinweg Gott immer weniger real geworden ist und an seiner Stelle vielleicht die Gier nach irgendwelchen erotischen Bildern, Fantasien und Träumereien getreten ist?
Lassen wir uns einfach warnen vor dem, was einem David passiert ist.
Wenn Ausreden zur Sünde führen
Punkt fünf: Schauen wir uns an, wie David weitermacht. Irgendwie heißt der Punkt so, irgendwie kann man alles erklären. Natürlich weiß David, dass das nicht richtig ist. Ja, also du kannst ja nicht dreißig, vierzig Jahre lang Leben mit Gott einfach in einem Moment wegschnippen.
Und David hat anscheinend auch Leute in seiner Umgebung, die ihn noch versuchen aufzuhalten. Denn er fragt mal so seine Diener: Da drüben, da, Brunnengasse vier, ja, wer so unten da, da habe ich so eine Frau gesehen, könnt ihr mir mal sagen, wer die ist? Und da kommt einer, der anscheinend seine Absichten errät und der versucht, David noch abzubringen von dem, was er da plant. Und er sagt: Ist das nicht Batseba, die Tochter Eliams, die Frau des Urias, des Hethiters?
Oder ich drücke das mal mit meinen Worten aus: Ey David, hast du noch alle Tassen im Schrank? Die Frau ist verheiratet! Und es ist gut, wenn wir solche Freunde haben, ja? Es ist ein bisschen Pech, wenn du König bist und so ein Freund von so einem König und der König sich das in den Kopf gesetzt hat, es trotzdem zu tun. Und David ist so einer.
Wir wissen nicht genau, was David in dem Moment gedacht hat. Aber wir wissen eines: Es gibt im Umgang mit Sünde den Punkt, wo wir gezwungen sind, aus dem offensichtlich Bösen und Falschen das Gute zu machen. Irgendwie die Gewissensbisse und die Selbstanklagen, die automatisch hochkommen, wegzuerklären. Irgendwas uns einfallen zu lassen, womit wir das, was in uns schreit und sagt: Das geht nicht, wie wir das intellektuell ein bisschen besänftigen. Ja, ja, generell hast du recht, Gewissen, aber in diesem Fall gibt es diese kleine, feine Ausnahme. Und deshalb darf ich heute genau das, was du Sünde nennen würdest, Gewissen, doch tun.
Na, ihr lacht alle ein bisschen, ihr kennt das. Und für einen David ist es nur ein kleiner Schritt, dann noch zu sagen: Nachdem er das einmal geschafft hat, holt mir die Frau. Und natürlich, wer will einem König widersprechen? Und es kommt, nachdem man irgendwie alles erklären kann, Punkt fünf zum letzten, zum sechsten Punkt, zur Entartung: Am Ende Entartung, Ehebruch, Lüge, Mord.
Und man muss sagen: Diese Nacht, diese eine Nacht mit Batseba wird zum grausigen Wendepunkt in dem ganzen Leben des David. Er wird zum Ehebrecher, in der Folge dann zum Lügner, er wird zum Mörder, und er wird die bitteren Früchte dieser Beziehung politisch und familiär bis ans Ende seines Lebens ernten. Warum? Weil Sünde sich nie auszahlt. Und das hatte Gott nie so gewollt.
Und deswegen möchte ich mir jetzt mit euch anschauen, was will Gott eigentlich von unserem Leben? Und es gibt da eine Textstelle im Neuen Testament, 1. Thessalonicher 4,3-8, da finden wir ein paar Hinweise darauf, was Gott eigentlich will. Und ich möchte jeden ermutigen, diesen Text im Gebet in der stillen Zeit durchzudenken. Es ist ein sehr tiefer Text, und ich werde jetzt nur so wie ein Stein, der übers Wasser hüpft, den Text in einzelnen kleinen Punkten beleuchten, nur kurz aufsetzen, was dazu sagen und dann weiterspringen. Aber nehmt euch die Zeit, über diesen Text nachzudenken.
Da heißt es: Denn dies ist Gottes Wille, eure Heiligung. Und das zeigt uns eine ganz wichtige Sache erst einmal: Gott hat mit deinem Leben tatsächlich ein Ziel. Er will, dass wir in der Heiligung leben, das heißt, er will, dass wir ihm charakterlich immer ähnlicher werden. Und auf diesem Prozess des Ähnlicherwerdens gibt es ein paar Fallstricke, da gibt es ein paar Fallen, die da liegen und die wir bitte umlaufen müssen.
Da sagt er, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet. Unzucht ist jede Form von nicht erlaubter Sexualität. Ich werde das noch genauer ausführen in einer Predigt über Matthäus 5,31-32. Heute mag das genügen: Jede Form von nicht erlaubter Sexualität ist erst einmal Unzucht, und Gott sagt, das hat alles in deinem Leben einfach keinen Platz. Heiligung und Unzucht, das ist wie Feuer und Wasser, das gehört nicht zusammen.
Zweitens, dass jeder von euch sich seine eigene Frau in Heiligkeit und Liebe zu gewinnen wisse, nicht in Leidenschaft der Lust wie die Ungläubigen, die Gott nicht kennen. Natürlich weiß Paulus, dass wir alle irgendwie ja auch an Frauen interessiert sind. Und seine Frau zu gewinnen heißt: Natürlich muss ich irgendwann von dem „Ich bin solo“ hinkommen zu dem „Ja, ich will“. Dazwischen passiert ja irgendwas. Und es ist ein Prozess, der da stattfindet zwischen Mann und Frau. Es ist ein Gewinnen. Das fängt irgendwie mit Aufmerksam machen an und geht weiter mit Reden und vielleicht mal Ausgehen miteinander und dann irgendwann, was weiß ich wo, diese heimliche Offenbarung: Du, ich empfinde mehr für dich als bei dir.
Das muss ja irgendwie stattfinden. Und natürlich hat dieser Prozess überhaupt nichts mit Unzucht oder Unreinheit zu tun, wenn er in der richtigen Weise passiert. Also wenn der Kontakt Mann-Frau tatsächlich in einer geordneten Weise passiert, nämlich in Heiligkeit und Ehrbarkeit. Und Heiligkeit ist die Seite, dass Gott sagen kann: Wie du mit deiner Freundin umgehst, top, finde ich gut. Und Ehrbarkeit ist die Seite der Menschen, dass andere sagen: Wie ihr zwei das macht, finde ich richtig schön. Also Heiligkeit, dass Gott sagt: Super. Ehrbarkeit, dass die Menschen sagen: Super. So soll eine Beziehung angefangen, gepflegt und geführt werden.
Nicht in Leidenschaft der Lust. Wir sind keine lustorientierten, lustdominierten, von Lust irgendwie manipulierten Typen, die sich nicht beherrschen können, die alles sofort haben wollen, sondern wir sind Gläubige, wir sind Heilige. Wir sind bereit, den Weg Gottes zu gehen. Warum? Weil wir wissen, dass es am Ende wirklich funktioniert, weil wir das Beste haben wollen. Wir sind nämlich qualitätsorientiert. Wir wollen wirklich das, was funktioniert, und das wollen wir einfach: das, was Gott will.
Dass er sich keine Übergriffe erlaube, noch seinen Bruder in der Sache übervorteilen, weil der Herr Rächer ist über dies alles. Keine Übergriffe. Na ja, Freundinnen ausspannen, die Frau eines anderen wegnehmen, das gibt’s nicht, das sollte nicht sein. Und für den Fall, dass du doch in diese Richtung denkst, sei vorsichtig: Es gibt einen, der das rächen wird, das ist Gott.
Und wieder ist man schnell dabei, wenn sowas passiert, weil die Gefühle ja unglaublich an so einer Stelle mit Leuten durchgehen, zu sagen: Mein Fall ist die Ausnahme, in meinem Fall liegt alles anders. Und da möchte ich nur auf den letzten Satz hinweisen, wo Paulus noch einmal mit aller Deutlichkeit klar macht, worum es geht: Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern in Heiligung. Deshalb nun, wer dies, nämlich einen solchen Umgang mit Frauen, einen solchen Umgang mit dem Thema Sexualität, wer das verwirft, verwirft nicht einen Menschen, verwirft nicht meine Predigt, sondern Gott, der euch den Heiligen Geist gibt.
Das ist ein ernstes Thema. Und wir müssen uns die Frage stellen: Was kann uns helfen, in puncto Disziplin, sexueller Disziplin, durchzuhalten? Wie können wir das aufbauen, gerade wir als Männer? Ich habe ein paar Tipps mitgebracht, die mir persönlich helfen. Es mögen nicht alle sein, aber es sind die, bei denen ich persönlich sagen würde: Ja, die helfen mir.
Punkt eins: Gegenseitige Verantwortung. Finde einen Vertrauten, mit dem du regelmäßig über diese eher persönlichen Themen reden kannst. Sünden müssen ans Licht kommen, müssen bekannt werden. Sorge dafür, dass du jemanden hast, dem du dich da anvertrauen kannst. Das muss nicht unbedingt dein Ehepartner sein, es kann ein guter Freund sein. Vielleicht könnt ihr auch, ich sag mal, so eine Art Kampfgemeinschaft bilden: Okay, du betest für mich an der Stelle, ich bete für dich, und regelmäßig sagen wir uns, wie es uns geht. Einfach damit man die Themen mal anpackt.
Punkt zwei: Gebet und Gottes Wort. Nichts läuft im christlichen Leben ohne Gebet wirklich gut. Gott will, dass wir beten, und ich rate dir: Bete regelmäßig für dich selber und für die anderen. Ich weiß nicht, ob ihr für die Geschwister in der Gemeinde regelmäßig betet. Wenn ihr für mich betet, packt das Thema ruhig auf die Gebetsliste, nicht nur, dass er seine Predigten gut vorbereitet, sondern auch in dem Bereich, dass es richtig gut läuft. Und wenn da noch ein paar mehr Männer stehen auf eurer Gebetsliste, packt es bei jedem drunter, glaubt mir, das ist nicht verkehrt.
Und zweitens: Bibelferse. Wir brauchen natürlich in unserem Kopf ein bestimmtes Fundament, um immer wieder das, was wir in ganz konkreten Situationen als Versuchung erleben, irgendwie bewerten zu können und sagen zu können: Ist das, was jetzt passiert, erlaubt oder verboten? Und von daher brauchen wir einen regelmäßigen Umgang mit dem Wort Gottes. Wir brauchen Bibelferse, auswendig gelernt, die wir mit uns herumtragen, um in der konkreten Situation, da, wo wir dann anfangen zu rationalisieren, wo wir sagen: Naja, jetzt kann man ja auch ein bisschen anders sehen, dass dann einfach unser Gewissen so ein bisschen Unterstützung bekommt. Und dann gibt es dann so einen Vers, der heißt: Flieht die Unzucht. Und dass man dann, wenn so eine Situation da ist, man sagt: Naja, eigentlich könnte ich schon ein bisschen länger hinschauen, das schadet mir bestimmt nichts, dass man dann, wenn es in einem Akt der Verzweiflung ist, sagt: Flieht die Unzucht! Und davonrennt. Weil das nötig ist. Und dazu brauchen wir das Wort Gottes.
Drittens, der vielleicht wichtigste Punkt: Kontrolliere dein Gedankenleben. Der geistliche Kampf bei Ehebruch findet im Kopf statt, begehren ist der Angriffspunkt. Und wenn ich sage, kontrolliere dein Gedankenleben, dann meine ich damit, dass viele Gedanken, die in uns aufkommen, die einfach erst mal da sind, viele Gedanken, ich könnte das ja doch hinschauen oder so, viele dieser Gedanken, die uns aufkommen, sind erst einmal falsch. Daran müsst ihr euch gewöhnen, an dieser Aussage. Viele Gedanken, die einfach so in uns aufkommen, sind erst einmal falsch. Und wir merken es, wenn wir Punkt zwei, das Wort Gottes, kennen, dass wir sagen: Nein, also der Gedanke, der ist falsch, das kann ich nicht zu Ende denken, das will ich nicht weiter denken, das ist einfach falsch.
Viele Gedanken, die wir haben, sind erst einmal richtig falsch. Und deswegen müssen wir es lernen, wenn wir so durchs Leben gehen, jeden Gedanken, der hochkommt, unter den Gehorsam Christi zu stellen, das heißt, am Wort Gottes zu prüfen und mir selber immer wieder die Frage zu stellen: Ist der Gedanke, den ich jetzt gerade denke oder denken will, ist der eigentlich wahr? Oder ist das nur eine Lüge? Ich weiß, dass wir nicht so rangehen, aber das ist eigentlich unsere Aufgabe.
Du hast einen Gedanken, der erst mal und plötzlich ist er da. Ui, wo kommst du denn her? Das weiß ich auch noch nicht genau, wo der herkommt, aber ich weiß eines: Ich habe die Verantwortung, in dem Moment, wo er da ist, zu sagen: Hey, du Freund, du bist eine Lüge, dich will ich nicht zu Ende denken, und dann einfach aufzuhören. Das ist ein ganz aktiver Prozess, da können wir nicht einfach sagen, wir lassen das so ein bisschen laufen und schauen mal, wo wir dann ankommen mit unseren Gedanken.
Das Zweite, was wir lernen müssen, ist nicht nur, dass wir das Falsche nicht mehr denken, wir müssen auch lernen, das Richtige zu denken. Da möchte ich gerne mal einen Aspekt herausgreifen, was das Richtige für jeden einzelnen von euch ist, das kann man unterschiedlich betrachten. Ich habe mir gedacht, ich skizziere mal: Wie sollte ein Ehemann eigentlich über seine Ehefrau denken? Und das ist auch gleichzeitig ein Vers, den ich jetzt vorstellen will, der euch in der Diskussion mit Leuten hilft, die sagen, die Bibel sei leibfeindlich. Also wenn das mal jemals kommt, merkt euch die Stelle, die wird euch zeigen, dass es nicht so ist. Also Sprüche 5,18-19.
Manche Leute glauben, die Bibel würde so etwas Ähnliches wie ein himmlisches Zölibat lehren, Sexualität steht so zwei Millimeter neben Sünde und darf bestenfalls passieren, damit am Schluss Kinder rauskommen. Das ist das, was viele Leute über die Bibel tatsächlich glauben, weil es über Jahrhunderte hinweg ja auch ein Stückchen so propagiert wurde, wenn man das sagen will. Es ist anders in der Bibel, und Sprüche 5,18-19, ich habe es mal nach zwei Übersetzungen gebracht.
Erst nach der revidierten Elberfelder, die ist manchmal nicht ganz so leicht verständlich: Deine Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend, das geht noch, die liebliche Hirschkuh und anmutige Gämse, das nächste ist wieder leichter: Ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar. Das geht dann wenigstens ein bisschen klarer wieder, worum es geht.
Hoffnung für alle macht es ein bisschen schöner: Erfreue dich an deiner Frau, die du als junger Mann geheiratet hast, bewundere ihre Schönheit. Also das war die Hirschkuh und Anmut, das war die Gämse. Rausche dich immer wieder an ihren Brüsten und an der Liebe, die sie dir schenkt.
Und ich werde jetzt mal diesen Vers mit meinen Worten umschreiben: Lass dich immer wieder als Ehemann von den verführerischen Reizen deiner Frau überwältigen und bezaubern, bis dir förmlich die Sicherungen durchbrennen. Das ist eine etwas freie Übertragung des Textes, der aber von dem, was im Grundtext steht, tatsächlich gemeint ist. Also diese Worte, die da stehen, haben diese Schärfe und diese Dynamik, die ich jetzt versucht habe, ein bisschen salopp rüberzubringen.
Und ihr merkt schon, das ist viel mehr, als wenn ich nur sage: Begehe keinen Ehebruch. Oder geh nicht zu einer Prostituierten, um ein anderes Beispiel zu bringen. Es ist auch mehr als nur zu sagen: Naja, lass einfach der Natur ihren freien Lauf, wird schon irgendwie werden. Sondern das, was hier steht, ist eine Aufforderung zum Handeln, ist ein Gebot an Ehemänner, weil gerade Ehebruch genauso wie Treue im Kopf anfängt.
Stellt Gott uns vor eine Herausforderung, und er sagt: Ich möchte, dass du dir eine Haltung zulegst und dass in deinen Phantasien, in deinen Tagträumen, dass es da tatsächlich nur eine einzige Frau gibt. Gott hat nichts dagegen, dass wir begeistert sind von Schönheit, aber Gott hat etwas dagegen, wenn wir die falsche Schönheit schön finden.
Und die Herausforderung Gottes an Ehemännern besteht tatsächlich darin, dass du an dem Titelblatt von irgendwelchen TV-Zeitschriften, wo dann diese netten, hübschen, halbnackten Damen dargestellt sind, dass du vorbeigehst mit einem Lächeln und dass du wirklich wegschaust, das abtust. Und wenn du morgens aufwachst und neben dir liegt deine Frau, verzottelt, ja, ein bisschen brummelig, weil der Tag vorbei ist oder der Tag angebrochen ist und die Nacht vorbei und der Wecker gerade her, und du schaust sie an, es ist unsere Aufgabe, dann einfach wirklich romantische Gefühle zu entwickeln und zu sagen: Ja, das ist meine Frau.
Ihr merkt schon, es geht um Aktivität. Das heißt, dass wenn du ein Bild von Miss Universum siehst, dass dir das etwa genauso viel Emotion in dir hervorrufen lässt wie ein Blick in den Biomüll, wo oben die Kartoffelscheiben liegen. Das ist Gottes Herausforderung an Ehemänner. Lass dich immer wieder von den verführerischen Reizen deiner Frau überwältigen und bezaubern, bis dir förmlich die Sicherung durchbrennen.
Und jetzt haben wir ein Problem. Das Problem ist, dass wir durch Mode, durch Filme, durch Werbung, ich sag mal durch das, was an Alltagspornografie via Internet, Herrenmagazinen einfach präsent ist, getrimmt werden in eine bestimmte Richtung. Ein bestimmter Typ von Frau muss es sein, der hat attraktiv zu sein, der ist attraktiv, den finden alle attraktiv, aber meine Frau ist nicht so. Merkt ihr was, das ist ein Unterschied. Und eine Frau wird nie so sein wie das, was uns da manchmal entgegenlacht. Man will uns manipulieren, man will uns einen Traumpartner suggerieren, den es überhaupt nicht gibt.
Und wenn wir bereit sind, die Herausforderung Gottes, wie sie sich hier stellt, anzunehmen, dann heißt das für uns: Ich will selbst bestimmen, wen ich sexuell attraktiv finde. Ich lasse mich nicht länger manipulieren, ich lasse mir nicht länger etwas vorschreiben, sondern ich entscheide, wen ich attraktiv finde. Ich habe mich dann dafür entschieden: Meine Frau ist die einzige Frau, die meine Gedanken und Gefühle gefangen nehmen darf.
Ich habe es euch aufgeschrieben: Der Wahlspruch dieser Welt lautet, ich liebe eine Frau, weil sie attraktiv ist, und Gottes Gegenentwurf heißt: Ich finde eine Frau körperlich attraktiv, weil ich sie liebe. Jeder, der das zu Ende denkt, wird merken, das ist etwas ganz anderes als das, was er täglich hört. In unserer Gesellschaft wird Männlichkeit gleichgesetzt mit, wie viele Frauen jemand in einer bestimmten Zeiteinheit herumkriegt, was auch immer herumkriegen heißt. Und Gott sagt: Männlichkeit ist die Fähigkeit, mich gerade nicht von fremden Frauen wegverführen zu lassen, von meiner eigenen Frau. Das ist Männlichkeit.
Und wenn du ständig anderen Frauen hinterherblickst, dann bist du in Gottes Augen ein Waschlappen und eine Memme und sowas von untauglich und unzulänglich. Das kannst du dir überhaupt nicht ausmalen. Das ist sowas von kindisch und albern in Gottes Augen, wirklich, das ist noch nicht mal pubertär. Das ist einfach, da sagt Gott, das musst du lernen. Du musst es lernen, wenn du verheiratet bist, deine Frau in die Nummer eins zu setzen, und da muss sie bleiben. Und glaubt mir, das ist nicht einfach. Das ist wirklich nicht einfach.
Gene Gibson sagt mal: Jeder Mann hat gerade genug Liebe für eine Frau. Es ist seine eigene Frau, die es verdient, seine ganze Liebe zu bekommen. Ich glaube, das stimmt. Jedermann hat nicht mehr Liebe für fünf, sechs, zehn Beziehungen. Es reicht gerade für eine Frau. Verschwende deine ganze Liebe an deine Frau und arbeite an der Beziehung, das ist das, was Gott will.
Was sagt Jesus? Ehebruch fängt mit Blicken und Gedanken an. Es ist dieser Bereich der fiktiven Unzucht, wo noch nichts passiert ist im körperlichen Bereich, der uns den Appetit verdirbt, wo wir dann nach Hause kommen und uns wundern, dass die Lust an der eigenen Frau allmählich abnimmt und vielleicht einer grauenvollen Monotonie Platz macht. Wer es lernen will, seine Frau zu genießen, der muss es tatsächlich vorher lernen, ihren Konkurrentinnen Ade zu sagen. Ciao, mit euch haben wir nichts mehr zu tun. Ich habe eine Frau, brauche nicht zwei, brauche niemanden, der mich anlächelt, niemanden, der mich verführt, habe alles, was ich brauche. Und ich will ein Mann werden, einer werden, der es schafft, diese Frau mit allem, was er an Liebe hat, zu lieben. Und das reicht mir als Lebensaufgabe.
Ihr merkt, es hat etwas zu tun mit ganz aktivem Wegschauen, mit aktivem Andersdenken und oft genug mit aktivem Ausschalten. Das war mein Punkt drei: Kontrolliere deine Gedanken.
Zwei kurze Punkte, noch drei kurze Punkte: Kontrolliere deine Sehgewohnheiten. Hiob sagt: Ich habe einen Bund mit meinen Augen geschlossen, wie hätte ich da auf eine Jungfrau lüstern blicken sollen. Es gehört sich für Christen nicht, Frauen in den Ausschnitt zu schauen, sie zu taxieren, sie in Gedanken auszuziehen. Wenn du es nicht vermeiden kannst, dich mit einer hübschen Frau zu unterhalten, dann schaue ihr doch einfach in die Augen. Also kontrolliere deine Sehgewohnheiten.
Zum Thema Videokonsum und Fernsehwahnsinn habe ich auch schon gesagt: Wer sich ständig Müll anschaut, dessen Seele wird irgendwann zur Müllkippe. Ihr müsst selber entscheiden, was ihr da noch reinlasst.
Fünftens: Bedenke die Konsequenzen. Setz dich doch heute Nachmittag hin, gerade wenn du verheirateter Ehemann bist, ich habe das persönlich gemacht, das ist wirklich ein guter Tipp, und schreib dir einmal auf, was es dich kosten würde, wenn du tatsächlich Ehebruch begehen würdest. Schreib mal runter, was bedeutet es für deine Beziehung zu deiner Frau, für deine Beziehung zu deinen Kindern, für deine Beziehung zu deinen Arbeitskollegen und Freunden, für deinen Dienst in der Gemeinde, für dein Zeugnis in dieser Welt, was dir auffällt. Schreib es dir einfach auf, was könnte im schlimmsten Falle passieren, ein Kind, Aids und Sonstiges, schreib es dir auf. Bedenke die Konsequenzen, lass es nicht auf dich zukommen, und alle halbe Jahre liest du das mal durch.
Und sechstens: Kontrolliere deine Redegewohnheiten. Schlüpfrige Witze, Anspielungen und jede Form von schlechtem Reden über Frauen sollte für uns absolut tabu sein.
Ein ernster Schluss mit einem klaren Wunsch
Zum Schluss: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.
Wir haben heute oft gelacht, und ich bitte trotzdem darum, dass einfach das Problem als solches rübergekommen ist. Jeder hat an der Stelle in der einen oder anderen Weise zu kämpfen.
Ich möchte mich an dieser Stelle noch bedanken, bei den Schwestern unter uns, die unabhängig von allen Modetrends vernünftig angezogen in den Gottesdienst kommen. Vielen Dank, ihr macht es mir und uns Männern wirklich dadurch leicht.
Ich möchte mich auch entschuldigen bei allen Schwestern, die mir sagen: Jürgen, du bist zu kühl und distanziert. Das hat vielleicht damit zu tun, dass ihr einfach zu hübsch und ich zu schwach bin.
Zum Schluss möchte ich sagen: Mein Wunsch und Gebet für uns als Gemeinde ist, besonders für uns als Gemeindemänner, dass wir den Maßstab Gottes, so wie er sich in der Bibel zeigt, in einer total verkommenen und gerade sexuell pervertierten Gesellschaft hochhalten und uns gegenseitig dabei helfen.
Und möge der Herr auch diese Predigt genau dazu verwenden.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.

