Richtige Fragen stellen.
Liebe Freunde, zwei Männer sitzen im Gasthaus und essen zu Mittag, es kommt
der Herr Ober zum kassieren und fragt den ersten: Was hatten sie?" – Ein
Schnitzel und ein Bier." Da fragt er den nächsten und bekommt die Antwort:
Ich hatte Hunger und Durst". Um eine Frage richtig zu beantworten, muss
man sie erst einmal richtig verstehen beziehungsweise sie richtig verstehen
wollen. Von der richtigen Beantwortung von Fragen hängt im Leben sehr viel
ab.
Im Fernsehen bei Wim Toelke da kriegt der den ersten Preis, der am meisten
weiß. Zum Beispiel: Warum ist Khomeini keine Bratkartoffeln sondern am
liebsten nur Rühreier. Na, weil er Eier toller findet."
Im Examen entscheiden deine Antworten über das, was beruflich aus dir wird.
Da helfen dir dann nicht mehr solche Sprüche wie: Lieber eine fünf als gar
keine persönliche Note."
In der Partnerschaft da entscheiden deine Antworten über das, was aus euch
beiden wird. Denn irgendwann kommt einmal der Tag, an dem dir dein Partner
die Frage stellt, die eine Frage, die Frage, die entscheidende Frage, auf
die alles ankommt, nämlich: Liebst du mich."
Jesu Frage an dich.
Das ist auch die Frage, die Jesus stellt. Die Jesus stellt. Die Er dir
heute stellt, die Er dir heute durch mich stellt. Also, ich frage dich:
Liebst du Jesus?" Ich weiß natürlich, dass viele von euch jetzt bei sich
denken, also so geht das doch nicht. So kann man das doch nicht sagen, so
kann man das doch nicht fragen, so direkt.
Ja, warum eigentlich nicht? Ich habe in meinem Leben schon viele Fehler
gemacht. Aber ein Fehler war bestimmt, dass ich bestimmten Menschen diese
Frage nie gestellt habe. Ich habe zum Beispiel mit Vikaren zu tun gehabt in
der Ausbildung.
Ein Vikar, das ist so ein Zwischending zwischen Theologie Student und
Pfarrer. So eine Art theologischer Teenager. Eine Mischung aus kreativem
Chaoten und autoritärer Amtsperson. Ich hab diesen jungen Männern manche
Frage gestellt, zum Beispiel: warum wollen Sie Pfarrer werden? Was möchten
Sie, wenn sie Pfarrer sind? Wie stellen Sie sich das vor, wenn sie ein
Pfarramt führen und so weiter. Aber die Frage, die eine Frage,
entscheidende Frage, die habe ich denen leider nicht gestellt. Wenn ich
diese gebildeten, gut ausgebildeten, manchmal auch nur eingebildeten
Theologen gefragt hätte: Lieben Sie Jesus?", da hätten die vielleicht
gelächelt, ein bisschen unsicher, ein bisschen überheblich, wären vor
Peinlichkeit auf dem Stuhl hin und her gerutscht, hätten dann angefangen
rumzueiern, und hätten zu mir gesagt: Also so geht das nicht, so kann man
das doch nicht sagen. Das ist mir zu fromm, das ist mir zu einfach, das ist
mir zu pietistisch – so direkt kann man doch nicht fragen". Ja warum
eigentlich nicht?
Erstens mal ist es doch eine ganz einfache Frage. Muss man doch beantworten
können. Und zweitens mal hat Jesus diese Frage gestellt. Und zwar gleich
dreimal, und zwar dem Petrus. Wer war Petrus? Petrus war ein Fischer.
Pfoten breit wie Flundern, ein Maul so groß wie ein Hai, hartnäckig wie
eine Schildkröte, vorlaut wie ein Stichling, Temperament wie eine
Kaulquappe aber eine Seele wie ein Goldfisch.
Und zu dem sagt Jesus eines Tages: Folge Mir nach!" Das war das erste
Wort, das er von Jesus gehört hat. Und das hat genügt. Er stand auf, er
ließ alles hinter sich, und ging von da an mit Jesus. Drei Jahre lang ist
er mit Jesus durch die Gegend gezogen, zusammen mit elf anderen Jüngern.
Die anderen hielt der Petrus für Versager, sich selber hielt er für den
Größten.
Petrus überschätzt sich – und versagt.
Und als die Geschichte mit Jesus anfing, brenzlig zu werden, da behauptete
er großfressig: Und wenn die anderen alle Dich alle verlassen, ich werde
auf alle Fälle bei Dir bleiben." Und er hat nicht nur große Reden
geschwungen, sondern als das Kommando angerückte, um Jesus zu verhaften, da
hat er das Schwert geschwungen. Da war er der einzige, der zum Widerstand,
zum Schwert gegriffen hat und etwas getan hat. Und das war schon eine
Leistung. Und als sie dann Jesus den Schauprozess machten, da ist er
hinterhergeschlichen, hat sich in den Gerichtshof mit eingeschlichen, um in
der Nähe von Jesus zu sein und zu sehen, was mit ihm passiert. Sich soweit
vor zu wagen, in die Höhle des Löwen, das war schon eine Leistung. Aber
dann - klappte der Mann zusammen. Aus Angst, ausgerechnet aus Angst vor
einer Frau. Die hatten da im Gerichtsgebäude eine kleine Raumpflegerin, die
marschierte da somit dem Mülleimer gerade so durch den Hof, sieht sie im
vorbeigehen den Petrus und sagt: Na hör mal Kollege, du bist doch auch
einer von diesen Jesus-Leuten."
Da lässt Petrus die Luft ab, wie so ein Luftballon, in den man mit einem
kleinen Nadelstich hineingestochen hat. Da sackt der große Petrus zusammen
und leugnet: Jesus? Habe ich noch nie gehört!" Er wird ein zweites Mal
gefragt, er leugnet wieder, und als sie zum dritten Mal zu ihm sagen: Du
gehörst doch auch zu diesen Jesus-People", da vergisst er alles, was er in
drei Jahren gelernt hat. Er vergisst seine gute Erziehung, er fällt zurück
in die rüde Sprache und fängt an zu fluchen wie so ein Hochseefischer, und
sagt: Nu gottverdammich noch einmal, ich kenne den Menschen überhaupt
nicht." Den Menschen! Er spricht den Namen Jesus, den Namen seines
Freundes, seines Meisters, den spricht er nicht mal aus. Den Namen des
Mannes, zu dem er mal in der größten Stunde seines Lebens gesagt hat: Du
bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!" Davon ist jetzt nichts mehr
da, das ist alles vergessen, das ist alles Asche, das ist alles weg! Es ist
alles verleugnet. Petrus ist der absolute Versager! Vom hohen Ross seiner
Überheblichkeit fällt er hier runter in das tiefste Loch seines Lebens. Das
ist der totale Abfall von Jesus. Ich kenne den Menschen überhaupt nicht!"
Als Er gekreuzigt wird ist er nicht dabei, als Jesus begraben wird ist er
nicht dabei.
Eine Abrechnung der anderen Art.
Jetzt ist er wieder dabei, in seinem alten Beruf zu arbeiten, als Fischer
am See Tiberias. Da kommt Jesus zu ihm, direkt an seinen Arbeitsplatz. Es
ist die erste Begegnung des Auferstandenen, des vom Tode auferstandenen
Jesus mit dem Verleugner Petrus. Der absolute Sieger trifft den absoluten
Versager.
Petrus kann sich jetzt an allen fünf Fingern abzählen, wie die Sache jetzt
weiter laufen wird. Was jetzt fällig ist. Jesus wird zu ihm sagen: Du bist
'ne Pfeife, du hast versagt, du hast Mich enttäuscht, hier hast du
Parteibuch und Papiere, du kannst gehen, wir sind geschiedene Leute. Es ist
zwischen uns aus!" Aber Jesus tut nie das, was zu erwarten ist. Er tut
immer das Unerwartete, das Ungewöhnliche. Zum Beispiel, als sie Jesus zum
König machen wollten, da machte Er nicht mit, sondern machte Er sich davon.
Als sie Ihn ans Kreuz hängten, da gab Er nicht auf. Sondern Er vergibt
sogar seinen Mördern. Als sie Ihn ins Grab legten, war Er nicht lahmgelegt,
sondern da kommt Er wieder raus.
Und als Er jetzt dem Petrus begegnet, da macht Er ihm keinen Vorwurf,
sondern Er macht ihm eine Liebeserklärung. Johannes-Evangelium, Kapitel 21:
Als sie nun die Mahlzeit gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus:
Simon, Sohn des Johannes, hast du Mich lieber, als Mich die anderen haben?
Jesus tut hier nicht so, als ob überhaupt nichts passiert wäre. Er wischt
das Versagen des Petrus nicht einfach vom Tisch. Er schludert nicht einfach
über seine Sünde weg – im Gegenteil. Er nimmt sie unheimlich genau. Er
nimmt den Petrus hart ran. Aber nicht so wie die auf die plumpe Art wie
wir: Warum warst du denn nicht linientreu, Warum hast du Mich verleugnet?"
oder, was noch blöder ist: Was hast du dir denn dabei gedacht?" Das ist
immer die Frage, die Lehrer oder die Eltern stellen, wenn Schüler eine
Scheibe eingeschmissen haben oder sowas. Jesus stellt nicht solche Fragen.
Er stellt das ganz anders an. Dezent, aber deutlich. Er spricht das
Versagen des Petrus nicht einfach aus, aber er spricht es dreifach an.
Erstens: schon beim ersten Wort, das Jesus sagt, da weiß der Petrus
Bescheid. Denn Jesus redet ihn nicht einfach an mit seinem Namen Petrus.
Diesen Namen hatte Jesus ihm gegeben nach der Bekehrung. Sondern Er redet
ihn mit seinem alten Namen an: Simon, Sohn des Johannes". So hieß der Mann
vor der Bekehrung, als er noch kein Kind Gottes war, als er noch ein Kind
des Johannes gewesen ist. Und wenn Jesus ihn hier offiziell mit seinem
alten Namen anredet, da will er damit gleich als erstes sagen: Mit dir
muss Ich noch einmal ganz von vorne anfangen". Mit der Anrede Simon ist das
ungefähr so, wie wenn meine Lehrer mich mit Theodor angeredet haben. Ich
heiße eigentlich offiziell Theodor, aber mich nennen immer alle Theo. Aber
wenn meine Lehrer zu mir sagten: Theodor, da wusste ich, dass etwas im
Busch war. Das war Alarmstufe eins! Wenn Jesus hier sagt: Simon, Sohn des
Johannes", also wenn er hoch offiziell wird, dann will er ihm damit
klarmachen: Sünde, also deine Sünde – das ist eine offizielle
Angelegenheit. Sowas erledigt sich nicht von alleine. Das muss auch
offiziell erledigt werden. Sünde ist Trennung von Gott, und diese Trennung
hatte Petrus offiziell vollzogen, als er sich offiziell und öffentlich von
Jesus losgesagt hat: Ich kenne diesen Menschen nicht!"
Jesus nimmt jede Sünde blutig ernst. Sündenerkenntnis tut not.
Viele Menschen nehmen viele Sünden viel zu leicht. Jesus nimmt jede Sünde
ernst, blutig ernst. Er verblutet am Kreuz in aller Öffentlichkeit. Anders
ging es nicht. Und deswegen steht in der Bibel: ohne Blutvergießen gibt es
keine Vergebung[1]. Es musste erst einmal einer sterben, um den Schaden der
Menschheit zu reparieren. Um deine Schuld, auch die Schuld des Petrus aus
der Welt zu schaffen. Und wenn er ihn hier ganz offiziell mit seinem alten
Namen anspricht, da möchte er schon mit dem ersten Wort in dem Petrus etwas
wecken. Er möchte nämlich eine bestimmte Sehnsucht ihn ihm wecken. Die
Sehnsucht nach Vergebung. Nach Befreiung von der alten Schuld. Nach einem
neuen Leben. Viele Menschen, die sich Christen nennen, die haben diese
Sehnsucht noch nie verspürt – eben deswegen, weil sie noch nie den Ernst
der Sünde begriffen haben. Sünde ist keine Panne – Sünde ist eine
Katastrophe. Sünde ist Selbstmord! Sünde ist Selbstausschluss aus Gottes
Reich. Sünde ist die Eintrittskarte für die Hölle! Das ist die
Garantiebescheinigung für ewiges Verlorensein. Ich fürchte, auch in diesem
Gottesdienst sind immer wieder viele Menschen, die ihre Verlorenheit nie
erkannt haben.
Soll ich euch einmal sagen, was mir an diesem Gottesdienst bisher immer
gefehlt hat? Was ich mir bisher immer gewünscht habe, wonach ich mich
sehne? Was ich mir immer erhofft habe? Ich habe mir erhofft, dass in euch
eine tiefe Sündenerkenntnis entsteht. Und dadurch eine tiefe Sehnsucht nach
Vergebung. Das ist mein Wunsch. Und deswegen predige ich. Weißt du, dass du
durch deine Sünde vor Gott verloren bist? Und schämst du dich für deine
Schuld? Leidest du unter deiner Sünde? Weißt du, dass nur Jesus dich vor
der Hölle retten kann und dass er dich retten will? Hast du ihn schon mal
gebeten, dich zu retten? Sehnst du dich danach, ein anderer, ein erlöster
Mensch zu sein? Dann komm doch, und gib Jesus heute Abend noch dein Leben.
Weißt du, der am Kreuz hängt, mit ausgebreiteten Armen, der wartet noch
heute auf dich mit ausgebreiteten Armen der Liebe, dass du zu Ihm kommst.
Jesu "Therapie" mit Petrus.
Zweitens: Jesus sagt zunächst zu dem Petrus nicht: Hast du Mich lieb?",
sondern er sagt: Hast du Mich lieber als die anderen?". Das ist eine
diskrete, aber unüberhörbare Anspielung auf die dreifache Verleugnung, auf
die Szene, wo Petrus sich wie ein sieggewohnter Boxer aufgespielt hat und
gesagt hat: Wenn die anderen alle in die Knie gehen, ich stehe wie eine
Eins!" An diese Arroganz, als er sich für besser hielt als die anderen,
erinnert ihn Jesus hier auf sehr diskrete Weise. Mit der Frage: hast du
Mich lieber als die anderen." Und das Dritte, wodurch Jesus den Petrus an
seine Schuld erinnert: Er fragt ihn dreimal: Hast du Mich lieb?" Dreimal
hat Petrus Jesus verleugnet, dreimal fragt Jesus den Petrus nach seiner
Liebe. Er geht also mit seinem Jünger die Stationen, wo er gesündigt hat,
im Geiste noch einmal durch. Und Er erspart es dem Petrus nicht, seine
Sünde noch einmal Schritt für Schritt nachzuerleben. Der Petrus begreift:
als ich Jesus verleugnet habe, da war Er gar nicht vorbei, Er hatte ja
gerade seinen Prozess. Aber Jesus weiß alles. Er wusste das schon vorher.
Er wusste alles über Petrus, und Er weiß auch alles über dich. Ob deine
Sünde, wie beim Petrus, erst drei Tage alt ist oder schon viele Jahre, das
spielt keine Rolle. Jesus weiß Bescheid. Kein Mensch weiß, was und wie oft
du schon gesündigt hast, vielleicht weißt du es selber schon nicht mehr,
aber Jesus weiß es.
Jesu Frage ist eine Liebeserklärung.
Deswegen ist auch Er der einzige, der dich an deine Sünden, nämlich durch
seinen heiligen Geist, erinnern kann. Jesus überführt hier den Petrus Punkt
für Punkt seiner Schuld. Aber er macht es nicht, indem er ihn nach seiner
Schuld fragt, sondern indem er ihn nach seiner Liebe fragt. Liebst du
mich?" Wisst ihr, wer so fragt, der liebt den anderen. Es wird niemals ein
Mensch, dem du unsympathisch oder gleichgültig bist, dir diese Frage
stellen. Wenn du in den Bus steigst und einen anderen rempelst und latschst
ihm auf die Füße, da sagt er bestimmt nicht zu dir: Sagen Sie mal, lieben
Sie mich?"
Der sagt ganz etwas Anderes. Sondern wenn dich jemand fragt: Liebst du
mich?", da kann das nur jemand sein, der dich liebt, der dich bereits
liebt, bevor du deine Antwort gegeben hast. Die Frage: "Liebst du mich?"
ist eine Liebeserklärung. Wenn also Jesus den Petrus fragt: "Liebst du
mich?", dann will Er ihm damit erklären: Ich habe dich lieb, bevor du noch
irgendetwas sagst. Ich habe dich lieb nach wie vor, egal was passiert ist.
Obwohl Ich dein Versagen kenne und Ich will, dass es zwischen dir und Mir
wieder gut ist. Jesus liebt dich. Und Er will auch, dass es zwischen dir
und Ihm wieder gut ist. Er weiß von dir sowieso alles. Er weiß auch alles,
was die alle hier nicht von dir wissen. Was deine Mutter nicht weiß, und
was deine Freundin nicht weiß und was dein Ehepartner nicht von dir nicht
ahnt. Er erkennt die Gedanken, die nur du alleine in deinem Schädel gedacht
hast. Er kennt deinen Neid auf deine Klassenkameraden, deine Heuchelei,
deine elende Feigheit, deine ganze Erbärmlichkeit bis hin zu deiner
Gottlosigkeit, Er weiß das alles. Und Er liebt dich trotzdem. Kannst du dir
das vorstellen? Das kann man sich nicht vorstellen.
Kannst du ohne Jesus sein?
Aber Liebe, das ist ja nicht etwas, was über die Vorstellung läuft, über
den Verstand läuft, sondern über das Herz. Also frage ich dich jetzt, Hand
aufs Herz: Liebst du Jesus?" Weißt du, es geht hier nicht um Gefühle. Wenn
es um Gefühle geht, da genügt es, wenn du ein paar Bier hinein schüttest
und anschließend auf den Rummelplatz gehst und mit der Berg-und-Tal-Bahn
fährst. Da kriegst du schon Gefühle. Nein, es geht bei dieser Frage hier um
die ganz nüchterne Frage: kannst du ohne Jesus überhaupt sein? Was bleibt
von deinem Leben übrig, wenn du Jesus einmal wegstreichst? Welche Rolle
spielt Er in deinem Leben? Welche Stelle hat Er in deinem Leben inne?
Steht er bei dir an erster Stelle? Das ist nämlich die einzige Stelle, die
Jesus einzunehmen bereit ist. Er ist nicht bereit, auf der zweiten oder
irgendeiner anderen Stelle zu sitzen, sondern Er ist nur bereit, die erste
Stelle einzunehmen. Entweder Jesus hat in deinem Leben die erste Stelle
oder du hast Ihn überhaupt nicht in deinem Leben. Jesus bewirbt sich bei
dir heute um die erste Stelle in deinem Leben. Er bewirbt sich um deine
Liebe.
Hast du Mich lieb?
So lockt er dich aus der Tiefe deiner Schuld. Und er kommt nicht mit harter
Faust und schlägt in dein sündiges Leben rein, obwohl er dazu auch die
Macht und das Recht hätte. Aber es geht ja Jesus nicht um sein Recht, es
geht Ihm um deine Rettung. Deshalb kommt Er und deckt deine Sünde auf, in
dem Er dich nach deiner Liebe fragt. Petrus antwortet auf diese Frage
dreimal: "Ja, Herr, Du weißt, dass ich Dich liebhabe."
Kannst du das nicht auch mal sagen. Pack doch mal alles, deine ganzen
Zweifel, deine ganzen Unsicherheiten und deine Unklarheiten und deine
Sehnsucht und Alles, pack das doch mal in diese Frage rein und übergib dich
mit diesem einen Satz Jesus. Das könnte deine Bekehrung sein. "Ja Herr, Du
weißt es, dass ich Dich lieb habe." - sag das doch mal.
Das wichtigste zu Beginn und am Ende: Jesus nachfolgen.
Jesus lieben heißt seinen Willen tun, Ihm gehorchen. Ihm nachfolgen. Und
deshalb heißt das letzte Wort, was Jesus zu Petrus sagt: Folge Mir nach!".
Das ist buchstäblich das erste Wort, was Jesus zu Petrus gesprochen hat und
es ist buchstäblich das letzte Wort, das Er zu ihm spricht, was Er zu
seinen Jüngern spricht und was Er im Johannes Evangelium spricht.
Vor allen Predigten, die Jesus gehalten hat, vor allen Wundern, die Er
getan hat, und vor allen Erlebnissen, die Er geteilt hat, da steht alles
Erstes die Aufforderung: Folge mir nach!" Und nach allen Pleiten und nach
allem Schuldig werden, nach allem Versagen, nach allen Sündenbekenntnissen
und nach aller Sündenvergebung steht als letztes Wort: "Folge Mir nach!"
Damit hört Jesus auf.
Das erste und das letzte Wort haben das größte Gewicht. Denn die ersten und
die letzten Worte betonen das Wesentliche. Für Jesus ist das Wichtigste,
dass du mit Ihm gehst. Und deswegen ist das erste und auch sein letztes
Wort an dich: Folge mir nach!"
Als ich fertig war mit dem Schreiben dieser Predigt, da habe ich
festgestellt, dass ich vor 15 Jahren mit der ersten Predigt angefangen habe
genau eben mit diesen Bibelwort Folge mir nach". Folge mir nach. Und
eigentlich ist das ja der Inhalt von allen Predigten gewesen, die ich
bisher hier gehalten habe. Und falls es noch mal 100 Jugendgottesdienste
geben sollte, dann kann ich euch jetzt schon versichern, auch da werde ich
nichts anderes predigen als nur diese eine Aufforderung von Jesus: "Folge
mir nach".
Jetzt lasst uns beten.
(Jörg oder Wolfgang übernimmt) Jesus Christus, Du hast den Petrus nicht
verdammt. Du hast ihn nicht weggeschickt. Du hast ihn angesprochen, und Du
hast ihn lieb gehabt. Das brauchen wir auch: dass Du uns annimmst, und es
ansprichst, uns nicht wegschickst. Dass Du uns Mut machst, den Weg weiter
mit Dir zu gehen oder überhaupt erst anzufangen. Hab Dank für diese
großartige Gelegenheit in diesem Gottesdienst. Hab Dank für dieses
großartige Angebot, das Du uns machst, mit Dir neu zu leben. Hab Dank für
diese wunderbare Einladung von Dir, heute Abend. Hab Dank, dass Du nicht
nur einlädst, nicht nur Mut machst, sondern die Kraft gibst, den ersten
Schritt zu Dir zu tun und dann alle weiteren mit Dir zu gehen. Wir loben
Dich dafür. Wir wollen das weitersagen. Wir danken Dir dafür. Wir preisen
Dich dafür und wollen Dir die Ehre geben, vor allem und über allen, die in
dieser Welt etwas sagen wollen oder etwas zu sagen haben. Lasst uns
gemeinsam das Gebet unseres Herrn beten.
_
[1] Hebräer 9,22 – Anm. des Schreibers
