Einleitung und Predigttext
Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Gottesfurcht den Herren unter, nicht nur
den gütigen und freundlichen, sondern auch den launenhaften. In den alten
Bibeln hieß es, den wunderlichen. Denn das ist Gnade, wenn jemand ohne
Schuld Unrecht leidet, weil sein Gewissen an Gott gebunden ist. Denn was
ist das für ein Ruhm, wenn ihr Verfehlungen wegen geschlagen werdet, und es
geduldig ertragt. Aber, wenn ihr wegen eurer guten Taten leidet, und es
ertragt, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen. Hat doch auch
Christus für uns gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen, damit ihr
seinen Fußstapfen folgen sollt. Er, der keine Sünde getan hat, und in
dessen Munde kein Betrug war, der nicht mit Schmähungen antwortete, als er
geschmäht wurde, der nicht drohte, als er litt, sondern es dem anheim
stellte, der gerecht richtet. Der unsere Sünden mit seinem Leib an das Holz
hinauf getragen hat, damit wir, wenn wir für die Sünde gestorben sind, für
die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden. Denn
ihr wart wie irrende Schafe, aber nun seid ihr bekehrt zu dem Hirten, und
Bischof eurer Seelen.
Herr, hilf uns, dass wir das Wort umsetzen können in unserem Leben. Amen.
Es geht heute um die schwierigen Menschen, und wie man mit schwierigen
Menschen umgeht. Wenn ich recht sehe, wird das Leben heute mit jedem Jahr
immer komplizierter, und wenn man sagt, woran liegt es eigentlich, ich
meine, das schwierigste heute im Leben ist der Umgang mit den Menschen. Da
liegen die meisten Schwierigkeiten. Werden eigentlich die schwierigen
Menschen immer mehr, oder was ist das nur? Die Kinder klagen, dass sie mit
ihren Eltern nicht fertig werden, und die Eltern klagen, dass sie mit ihren
Kindern nicht mehr fertig werden. Und Ehegatten sagen, wir leben
miteinander, aber wir verstehen uns nicht mehr, wir sprechen verschiedene
Sprachen, und an der kleinsten Sache entzündet sich bei uns ein Disput. Wie
sieht es denn aus mit uns, wo wir im Geschäft sind? Manche sagen, die
leitenden Angestellten sagen, 80 % ihrer Kraft wird benötigt, um ihren
Posten noch zu behalten, und zu bewahren, und zu verteidigen vor denen, die
auch dahin wollen. Und die ganzen mitmenschlichen Spannungen heute im
Arbeitsleben, sie fordern ja die ganze Kraft heraus, und man hat die ganze
Kraft verbraucht in unnützen Ärgereien und Zänkereien. Jetzt geht es also
heute Morgen darum, wie man mit schwierigen Menschen umgeht. Das
allereinfachste wäre: wir würden die schwierigen Menschen abschaffen. Wir
würden die schwierigen Menschen einfach unschwierig machen. Wir würden sie
reparieren, dass sie wieder richtig funktionieren, aber ich glaube, dass es
ein hoffnungsloses Unternehmen ist. Und, auch wenn manch einer denkt,
schade, dass heute mein Chef nicht im Gottesdienst war, der hätte es hören
müssen. Das hätte ihm gut getan, vielleicht wäre er dann ein anderer
geworden. Wir wissen ja, die Probleme müssen irgendwie anders gelöst
werden. Die Bibel zeigt uns, dass der Glaube einen Weg weist aus den
notvollen Spannungen unseres Lebens heraus. Und das ist ganz wichtig, wir
können herauskommen aus diesen Nöten, die nicht nur unsere Kraft verzehren,
sondern die unser Gemüt, unsere ganze Persönlichkeit auffressen. Wir müssen
heraus und ich bin froh, dass wir praktische Lebenshilfe bekommen. Und das
muss klar sein: aus dem Glauben heraus klären, wie man sich verhält in so
schwierigen Spannungen und wie man richtig lebt unter so komplizierten und
komischen und wunderlichen und launenhaften Menschen, mit denen man es
tagtäglich zu tun hat. Petrus zeigt zum Beispiel hier in diesem Brief auch
auf, und nicht nur er. Da wird es deutlich, wie es einen Weg gibt aus dem
Glauben. Er gibt Orientierung, und sagt: wie war denn das, als ihr noch
nicht beim Nachfolgen Jesu wart, wie ihr noch nicht geglaubt habt an Jesus
als euren Herrn, damals wart ihr doch umher geworfen mit allen möglichen
Meinungen, gerade in solchen Lebensfragen, die wir angeschnitten haben
heute Morgen. Da wart ihr unsicher, wie man sich richtig verhält. Und wenn
das bei Christen auch so ist, dass Sie unsicher sind, dann könnte es ja ein
Zeichen sein, dass der Glaube noch gar nicht richtig in unserem Leben
wurzelt. Wenn man sagt, ich bin unklar in der Erziehung, was soll ich
machen, jetzt habe ich es antiautoritär probiert, das war nichts, dann habe
ich es autoritär probiert, ich habe hin und her probiert, ich lese ein
bisschen Spiegel, und ein bisschen Stern, und dann lese ich noch was sonst
so kommt, und dann schaue ich noch im Fernsehen, und dann suche ich mir
meine Orientierung zusammen, wie ich mich richtig verhalten soll in diesem
schwierigen 20. Jahrhundert. Ihr wart wie die irrenden Schafe, ihr wart
Konsumenten, die alle Lebensweisheiten in sich aufgesogen habt, und doch
keine Orientierung abgab. Ihr wart wie die irrenden Schafe, die Schafe, die
über eine dürre Weide gehen, und hier und da etwas ab knabbern, und
versuchen das umzusetzen. Haben Sie für Ihr praktisches, mitmenschliches
Leben Orientierungen aus dem Glauben? Dass sie sagen, ich weiß wie. Ich
weiß, wie ich mich verhalten muss mit schwierigen Menschen. Ich weiß den
Weg, den ich gehen muss. Und davon spricht er jetzt. Ihr seid bekehrt zum
Hirten und Bischof eurer Seelen, ihr habt einen wunderbaren Chef, der euch
Orientierung gibt in all den schwierigen Lebensfragen, und der euch leitet,
der euch Weisheit gibt, wie ihr euch verhalten sollte, mit den launenhaften
Leuten, die euch begegnen. Mit den schwierigen Kindern, die euch anvertraut
sind, da hat euch Jesus einen Weg gewiesen, und den könnte gehen. Und die
Bekehrung, die zeigt sich daran tatsächlich, die Bekehrung zeigt sich nicht
nur in neuen Worten, die man spricht, sondern zeigt sich in einem neuen
Lebensverhalten, und bis in diese Tiefe muss eine Umkehr hinunter wirken.
Davon müssen wir jetzt reden. Ich will dir Punkte zeigen, wie diese
Bekehrung sich auswirkt:
Bekehrt zu einem neuen Leitbild
Bekehrt zu einem neuen Leitbild.
Schwierige Menschen gab es schon zur Zeit Jesu, manchmal glaubt man es gar
nicht, aber tatsächlich, die Bibel ist voll davon, und sie schildert das ja
auch anschaulich, wie schwierig diese Menschen damals waren, und Petrus hat
sogar in der Gemeinde mit schwierigen Menschen zu tun gehabt, und auch mit
Christen, die viel gelitten haben unter solchen Persönlichkeiten. Und darum
ist das ein Brief voll von praktischer Lebensweisung. Hier war ein ganz
notvolles Stück für die Sklaven. Die gab es in der Gemeinde offenbar in
größerer Anzahl. Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie solche
Sklaven gelebt haben. Die waren gehalten wie Tiere. Rechte hatten sie
keine, als Menschen wurden sie nicht angesehen. Die Chefs haben sie herum
kommandiert, haben ihnen gepfiffen, wie man einem Hund pfeift, und haben
ihnen Befehle gegeben, da gab es bessere Chefs, aber es gab auch
widerliche, abscheuliche Tyrannen. Und die sind auf diesem armen Sklaven
herumgeritten, und haben sie fertig gemacht. Haben Sie ein Ärger, und haben
sie das spüren lassen. Es gibt ja auch heute noch solche Menschen,
beobachten Sie es mal in einer Gaststätte, wie manche Menschen einen Ober
behandeln. Wie man ihn bloß so kommandieren kann, als ob es ein Hund hin
wäre. Es ist schrecklich. Das liegt in dem Menschen irgendwo drin. Und
damals war das für die Sklaven eine Befreiung, als sie zum Glauben an Jesus
kamen, und sie haben gesagt, Sklaverei ist doch Sünde. Sklaverei ist doch
Unrecht, das kann doch gar nicht mehr für unser Leben bestimmend sein, wir
wollen doch raus aus dieser schrecklichen Tortur, Gott kann doch diesen
Zustand nicht dulden. Und nun versucht Petrus ihnen zu erklären, wie sie
als Jünger Jesu in so einem ungerechten Arbeitsverhältnis drin bleiben
können. Man schüttelt heute den Kopf, und wird sagen, ja, warum hat denn
der Petrus nicht geraten, sie sollen sich zusammenschließen, und sie
sollten diese Unrechtsstrukturen aufbrechen? Petrus hat geahnt, welche
unheilvolle Revolution das geben müsste. Und dass sie es wissen, es hätte
damals auch gar keine Überwindung dieser Herrschaftsstrukturen gegeben, die
Sklaven waren ja viel zu schwach, und sie hatten im römischen Imperium
überhaupt keine Waffen. Es war sowieso ein hoffnungsloser Weg, es gab nur
ein Überwinden dieser Strukturen, diese Unterdrückungsmechanismen von innen
her. Und da Petrus an dem Beispiel dieser Sklaven deutlich gemacht, wie ein
Christenleben aussieht, wie Bekehrung sich auswirkt. Und er hat gesagt: wir
haben da ein Muster. Das heißt ja dieses Wort eigentlich: ein Vorbild. Wir
haben ein Muster, dem wir nachfolgen können, und dieses Leitbild, dem wir
nachfolgen, das ist Jesus, und an ihm könnt Ihr euch orientieren. Und wenn
diese Sklaven in der Seelsorge zu Petrus gekommen sind, und ihn gefragt
haben, was soll ich denn jetzt machen, jetzt ist das noch vorgefallen bei
mir, und soll ich jetzt nicht davon gehen, und soll ich jetzt nicht mich
rächen und soll ich jetzt nicht den das heimzahlen? Da war Petrus sicher so
ratlos, wie wir Seelsorger ratlos sind, bis er überlegt hat, wie hätte sich
wohl Jesus in dieser Situation verhalten? Das Verhalten Jesu - ein Muster
für unser Verhalten. Das Wort, das hier am griechischen steht, für dieses
Vorbild, oder Vorlage, oder Leitbild, ist ein Wort, das im neuen Testament
fast nicht vorkommt, und in der griechischen Literatur eine Bedeutung hat,
die ganz anschaulich ist. Bei Platon wird das zum Beispiel erzählt, dass
damals die ABC Schützen das Schreiben lernten, indem sie die Buchstaben
nachfuhren, als die rillen in Steine gegraben waren. Man hatte damals noch
nicht die Schiefertafel, sondern hatte Steine, und in diesen Steinen war
also da A und B und C, das war eingegraben. Und da haben die ABC Schützen
das lernen müssen, wie der Bogen geht, und wie der Strich geht. Und da hat
der Lehrer gesagt: Fahr es noch einmal nach, nimm nochmal deinen Finger und
diesen Bogen, damit du richtig schön diese Kurve kriegst. Und Petrus sagt:
so müsst ihr es machen, wie die Kinder in der Schule. An Jesus das alles
noch einmal nachfahren. Studieren, wie er sich verhalten hat, das ist das
Leitbild! Das verstehen wir gar nicht, wie das sein muss. Immer wieder neu
einstudieren an seinem Leben. Wenn wir es von allein machen wollen, wird
das ganz kraxelig und dann wird es krumm und dann gibt es keine schönen
Buchstaben. Aber da ist es deutlich und klar vorgemacht, wie wir es tun
sollen. Und die Buchstaben, wie Jesus uns vorgemacht hat, die heißen
dulden, leiden, unterordnen. Also, jetzt müssen sie merkwürdige Naturen
sein, jetzt sind Sie demütig oder da haben sie sich in der Kirche schöne
Sitten angewöhnt, dass man nicht aufschreit und sagt, wie kannst du so
etwas predigen in unserem freiheitsdurstigen 20. Jahrhundert. Wir reden
doch von den Menschenrechten. Sie kommen nicht daran vorbei, dass Jesus uns
ein Leitbild gelassen hat, und sein Leitbild heißt nicht: um jeden Preis
Emanzipation, sondern sein Leitbild heißt: dulden, unterordnen, und leiden.
Und das hat eine Wirkung auf ihre Ehe, auf ihre Erziehung, auf ihrer
Hausgemeinschaft, und auf ihr Arbeitsverhältnis. Einen anderen Weg hat
ihnen Jesus nicht gewiesen. Ich freue mich, wo sie in einer guten
Gemeinschaft leben können, dass es selbstverständlich, aber wo sie mit
schwierigen Menschen zusammen sind, und die Welt ist voll schwieriger
Menschen, hat uns Jesus ein, nicht zwei, Leitbild gelassen. Und da können
sie immer nur dies studieren und nachfahren, und nun geht Petrus noch
weiter, und sagt, wenn ihr viel aushalten müsst, weil ihr euch ungeschickt
benehmt, das ist kein Wunder, aber wenn ihr viel leiden müsst, obwohl ihr
niemanden etwas angetan habt, dann ist dies Gnade bei Gott. Dann steht euer
Leben unter einem besonderen Segen. Nur wenn sie jetzt überhaupt merken,
dass es bei Bekehrung um ein völliges Umdenken geht. Es geht ja nicht um
eine Anpassung an den Menschen, und seine Modemeinungen. Bekehrung heißt
dann, Umdenken bis in meine letzten Lebensprinzipien hinein. Und da
gebraucht Petrus noch ein anderes Bild von den Fußstapfen. Das ist
natürlich in einem Land, wo es Wüste gibt und Sand, verständlich, da steht
man, und schaut den Horizont, aber nirgendwo findet man einen Weg. Wo soll
ich denn gehen? So steht man verlassen in der Welt, und sagt, wo soll ich
mich denn zurechtfinden in den Schwierigkeiten meines Lebens? Ich werde mit
meinen Problemen nicht mehr fertig, wo ich hinsehe, gibt es keine Lösung,
keinen Ausweg. Das sagt Petrus: doch, doch, schau mal in den Sand vor dir.
Da ist mitten durch diese Welt der Bitterkeit Jesus Christus gegangen, und
da sieh noch seine frischen Fußstapfen im Sand. Nimm deine Füße und tritt
in dieser Fußstapfen und gehe auch ihm nach, dann kannst du weiter kommen,
denn da ist einer gegangen, der ist zum Ziel gekommen. Schlecht gemacht wie
ein Verbrecher, habt ihr gesungen, ging er in den Tod. Was heißt denn das
für uns, dass wir seinen Fußstapfen nachgehen, und die kleinen Widrigkeiten
unseres Lebens gerne auf uns nehmen? Das will ja dazu sagen, dass wir nicht
meinen, das wären böse Schläge, sondern dass wir Sie um Jesu willen gerne
auf uns nehmen, da ist ein Weg, den wir gehen können. Da würde sich
Nietzsche jetzt erregen, und würde sagen, jetzt predigte er uns eine
Sklavenmoral, und ich würde sagen, das ist keine Sklavenmoral, sondern das
ist die Moral des großen Siegers und Überwinders Jesu Christus. Der ist
unser Leitbild, und der hat uns den Weg gewiesen, wie man diese Grenzen
dieser Welt sprengt. Damals, im römischen Imperium, gab es diese
Sklavenmoral auch nicht. Da gab es nur das Herrentum der Imperatoren. Und
solange die Welt steht, gibt es nur die Arroganz der Herrschenden, und
derer, die die anderen knechten und herunterstoßen, die Schar der
Christengemeinde soll eine andere sein. Nicht, die andere hinunterdrückt,
und die um ihr Überleben und ihre Rechte kämpft. Sondern eine Gemeinde, die
recht hat, weil sie sich von Christus angenommen weiß. Und die weiß, ich
kann auch einstecken, und ich kann auch tragen.
Bekehrt zu einer lösenden Kraft
Beim zweiten sind wir dann: Bekehrt zu einer lösenden Kraft
Das ist so schwierig, dass einstecken und das aushalten. Also mir geht es
ganz gegen den Strich, also ihnen wahrscheinlich auch. Wenn man jetzt sagt,
man solle beim Zusammenleben so eine Art haben, wie Jesus, und dulden,
unterordnen, also das widerspricht mir ganz. Und der Petrus, der das
geschrieben hat, der hat ja immer an diese Wunde gedacht, die sein Leben
zeichnete. Er hat dir, wie er mit Jesus ging, innerlich im Aufruhr gelebt.
Noch in der letzten Nacht, im Garten Gethsemane, da dachte er, das darf
doch nicht wahr sein. Und Jesus, jetzt noch, jetzt kommen sie in den Garten
Gethsemane hinein, und jetzt haben sie Schwerter, da muss man doch
losschlagen! Petrus, lass dein Schwert in seiner Scheide. Und da hält er es
nicht mehr aus, und schlägt hinein. Er hat es gut gemeint, aber mit unserer
gut gemeinten Art zerstören wir immer wieder, was Jesus meint. Neulich, als
wir dachten, wir müssten dieses klare und scharfe Wort sagen, neulich, als
wir meinten, wir dürften uns das nicht gefallen lassen, ich rede jetzt
konkret von ihrem Leben, da haben wir alles kaputtgemacht, was uns Jesus
lösen wollte. Und da erinnert sich Petrus immer daran, wie er Jesus
nachgeschlichen ist, er verstand gar nicht mehr, was los war, als er dort
im Hof des hohen Priesters war, vielleicht hat er noch durch ein Fenster
hineinspähen können, und da dachte er, das kann doch nicht wahr sein, wie
da einen Knecht kam, und Jesus ins Gesicht schlug. So einfach hinein, und
Jesus blieb ruhig. Aber, das ist doch nicht möglich. Und nicht bloß, weil
das eine Kränkung Jesu ist, sondern das war doch eine Schmähung des
Christus Gottes, da müsste doch der Himmel zerreißen, da müsste ein Blitz
nieder fahren. Kommt nicht. Der nicht widerschalt, da er gescholten ward,
der nicht drohte, da er litt. Ja aber, man kann sich doch das nicht
gefallen lassen, das kann doch nicht einfach ein Mensch einfach schlucken.
Das ist doch gar nicht möglich. Der nicht mit Schmähungen antwortete, als
er geschmäht wurde, der nicht drohte, als er litt. Sie haben ganz recht,
das kann man nicht, darum steht auch von Jesus hier da, was Jesus aktiv
gemacht hatte dagegen. Hätte Jesus zurückgeschlagen, wäre das nur ein
Geplänkel dieser Welt geblieben. Wir verfügen doch über ganz andere Mächte.
Und da möchte ich jetzt ihren Blick darauf wenden: Jesus stellte es dem
anheim, der da recht richtete, er transponiert das Ganze plötzlich vor den
Thron Gottes. Und sagte, da, Gott, lass das deine Sache sein. Darüber will
ich doch nicht kämpfen. Ja kann man das so tun? Ja. Wenn sie ihre
Berufsquerelen, ihre Schwierigkeiten, die sie mit Menschen haben, dem
anheimstellen, der da recht richtet, da würden sie Schwierigkeiten zuerst
bekommen, weil sie sagen, ja, ich kann das doch nicht Gott anheimstellen,
wenn Gott recht richtet, ja, da kriege ich ja noch etwas ab von dem Gericht
Gottes, denn unsere Plänkeleien und Streitereien in dieser Welt, die sind
ja doch von uns miteingebrockt. Bei ihren Kindern sehen sie es ja
neutraler, wenn die zwei sich heute Morgen schon gebalgt haben, dann wissen
Sie, da sind beide schuld. Wenn wir es Gott anheimstellen, dann ist es so
wichtig, dass von ihnen her nicht einen Hauch falscher Motive mit dabei
ist, dass nicht ein böses Wort von ihrer Seite gefallen ist, sonst wäre es
eine Heuchelei, das Gott anheimstellen, der da recht richtet. Das war Jesus
so wichtig, von Anfang an alle Schmähungen hinzulegen vor den Thron Gottes.
Was verzichten sie? Kämpfen sie um ihr eigenes Feld, um ihr Recht? An ihren
Berufsplatz kämpfen sie für ihre Ehre, für ihre Geltung, dann können sie
das ja nicht vor den Thron Gottes niederlegen und das zur Sache Gottes
machen. Jetzt sehen wir, wie es bei der Bekehrung darauf ankommt, ob ich
sagen kann, Herr, es ist doch deine Sache, ich bin in der Welt nicht, um
viel Ruhm zu sammeln, ich will doch für mich kein Geld. Ich will es...
Wirklich, können sie Lauterkeit der Motive sagen, Herr, es ist deine Sache?
Können sie es Gott anheimstellen? Das ist doch die lösende Kraft mitten in
den Schwierigkeiten mit Menschen. Es dem anheimstellen, und dann zu sagen,
ich brauche mich nicht rechtfertigen, Gott rechtfertigt mich. Ob das die
Menschen anerkennen, oder nicht, ich brauche nicht das letzte Wort haben,
ich kann schweigen. Das war doch die Kraft Jesu. Und bitte, wir hat Jesus
jeden Tag im Gebet vorbereitet. Wenn er nach Na-in hinein ging, wenn er
durch Samaria hindurch ging, kann hat Jesus sich morgens darauf
vorbereitet, dass an diesem Tag das Schlimmste geschehen kann. Und der hat
das dem Vater hingelegt. Herr, dann soll das dein Weg sein. Gehen Sie so in
ihrer Berufsarbeit hinein, in Jesu Namen? Fangen sie so ihre Ehe an, ihre
Erziehung? Herr, es ist deine Sache. Im Gebet auf das Schlimmste
vorbereitet sein, und dann erst dem anheimstellen. Überrascht sein, wie
wunderbar ich hindurch ging, natürlich werden Sie in dieser Welt viel Böses
erfahren, in dieser Welt gibt es Mächte, böse Mächte. Aber dass sie nicht
daran teilhaben, sondern sie unter den Segen Gottes stehen, das ist das
Wichtige, dass sie das Böse mit Gutem überwinden, und heraus gehen aus
dieser ganzen Art in dieser bösen Welt.
Bekehrt zum Licht in der Nacht
Ein drittes: Bekehrt - zum Licht in der Nacht
Bekehrt zu einem neuen Leitbild, bekehrt zur lösenden Kraft, bekehrt zum
Licht in der dunklen Nacht. Petrus hatte nur eine Angst in unserem eigenen
Leben, dass wir uns der Welt anpassen. Dass wir zurückschlagen, und dass
wir genauso handeln, wie dieser Menschen um uns her. Als da dieser eine
Kirchendiener da auf Jesus zutraut, in diesem Schlag ins Gesicht gab, da
hat er zum ersten Mal in seinem Leben erfahren, dass es etwas gibt, was
nicht teilhat an der Finsternis, die in ihnen wohnt. Und wenn in dieser
Welt ein Zeugnis gelegt werden muss, dann dieses Zeugnis, dass Menschen
frei sind von der Macht der Finsternis. Und das war überhaupt am ganzen
Lebensweg Jesu wichtig: Jesus hat bis hinein in seine letzte Verurteilung
mit einem Freimut gesprochen, nie irgendwelche Rücksichten genommen, aber
auch in einer Deutlichkeit ist er in der Wahrheit geblieben. Und wie ich
darüber nachgedacht habe, bin ich tief erschrocken, und ich wollte das,
dass es jetzt noch auf sie überspringt. Das Leben Jesu war ein Leben im
Licht mitten in dieser dunklen Welt. Wer von euch kann mich einer Sünde
zeihen, hat Jesus gesagt, das kann keiner von uns sagen, auch nicht von uns
Jesusjüngern. Und das ist schlimm. Dass wir mitschuldig sind an dem
Geplänkel dieser Welt, dass wir mitschuldig sind an den Leiden, an den
bösen Auseinandersetzungen. An dem Unrecht, das geschieht. Jesus war der
Einzige, der frei war. Darum ging er so distanziert, freigesprochen, und
als der Hohepriester ihn verurteilen wollte, suchte er irgend einen Anlass,
er fand keinen. Jesus sagt: Du kannst die Menschen fragen, ich habe überall
offen gesprochen, ich bin keiner, der im Geheimen schafft, im Untergrund,
der unterminiert, oder der hintenrum etwas Schlechtes sagt. Bis zum Letzten
offen und frei. Wenn man so von uns reden könnte, das sind Menschen, die
draußen in der Welt stehen, offen, freimütig, und nichts heimlich. Nichts
verdeckt, nichts Falsches von hinten her, auch nicht, wo man sich
durchlavieren muss. Glauben Sie doch nicht, dass sie irgendwo im Leben das
nötig hätten, sich über einen verdeckten Schachzug ein Vorrecht zu
besorgen. Wenn sie im Eigentum Jesu sind, wenn sie unter den Segen Jesu
stehen, bekehrt, zum Licht in der Nacht, dann sollen wir ganz Licht sein.
Er hat unsere Sünde hin aufgetragen an das Kreuz, damit wir jetzt der
Gerechtigkeit leben, und wie er im Lichte stehen, und das in unserem Leben
zum Ausdruck bringen, dass wir Nein sagen zu den Dunkelheiten und
Heimlichkeiten, Nein zu faulen Kompromissen. Aber, wenn einer sagt, in
dieser Situation, das hat Jesus nicht gelten lassen. Auch in dieser letzten
Situation frei und offen. Der, in dessen Munde kein Betrug war. Und der
keine Sünde getan hat. Hier ist die Frage, ob wir die Bekehrung ernst
meinen, und ob wir bis in die Wurzeln unseres Wesens hinein leben wollen.
Absagen von den faulen Kompromissen. Wir stecken da ja jetzt mittendrin. Da
sind ja jetzt eine ganze Reihe unter uns, die vor konkreten
Lebensentscheidungen stehen. Wagen sie es doch, dann zu sagen, ich will mit
Jesus leben. Und sein Segen ist mir wichtiger, als der kurzfristige
Lösungsversuch eines faulen Kompromisses. Kein Betrug in seinem Munde.
Keine Sünde. Der den Weg geht, den ihm der Vater aufgetragen hat. Er
erlaubt uns keine Zweideutigkeiten. Er lässt uns nur den klaren Weg. Da
steht er vor uns als Leitbild. Umgang mit schwierigen Menschen. Auch in
dieser letzten Verhandlung. Jesus hätte den ganzen Hohen Rat auffliegen
lassen können. Dieses morsche Gebäude, das liegt ihm auf den Lippen, das
diesen Menschen zu sagen, ihr Heuchler, ihr doofe Gesellschaft. Aber kein
Wort. Er hat es nicht nötig. Er kann es Gott anheimstellen, kein Betrug und
keine Sünde. Ach, dass wir die gute Sache des Reiches Gottes nicht
vermischen mit fleischlichem Eigentum. Alles schwer. Und wir wollen das neu
erkennen, dass Jesus keinen Gewinn hat von Tricks und irgendwelchen
falschen Halbheiten.
Da ist Frieden mitten im Kampf
Noch viertens: Da ist Frieden mitten im Kampf
Bekehrt zum Frieden mitten im Kampf. Frieden, das ist heute wichtig, wie
kriege ich Frieden? Wie habe ich Frieden, und ich habe etwas Sorge, dass
wir auch als Christen immer wieder darauf schielen, auf diese brüchigen
Friedensversuche. Wir unterstützen sie, wo wir nur können, nur wollen wir
dazu sagen, das ist nicht Frieden. Das ist nicht Frieden. Auch, wenn der
Khomeini sich morgen bekehren würde, ist noch kein Friede. Auch, wenn
Russland morgen Afghanistan räumen würde, wäre es noch keinen lange keinen
Frieden in dieser Welt. Wann wird es denn Frieden werden? Friede wird seien
in der Ewigkeit. Aber heute auch schon Frieden? Die schwierigen Menschen
werden nicht aufhören. Und bei ihnen in ihrem Leben werden die Spannungen
nicht aufhören. Nur, dass sie es wissen, es wird nicht ruhig werden, wie
sie es sicher träumen. Sie erträumen sich ein Paradies, und doch kriegen
sie Frieden. Friede wird sein, wenn sie sich unter den Schutz des großen
Hirten Jesus stellen können. Ihr seid bekehrt zum Hirten und Bischof eurer
Seelen, der ist der Versorger unseres Lebens, und nun stehen sie mitten im
Gewühl. Manche sind ja gescheucht, und die werden geschoben, und gepufft
von allen Seiten, und doch stehen sie im Frieden, weil sie unter dem Schutz
Jesu stehen. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was
mir nützlich ist. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Das hat
ein David gebetet, als ein Saul ihn tückisch verfolgte. Ist das bei Ihnen
so, dass sie sagen können, ich stehe unter dem Schutz des Herrn? Mir tut es
leid, dass man heute immer wieder unter Christen die Friedensbotschaft der
Bibel verwechselt mit diesen brüchigen menschlichen Friedensbemühungen.
Friede ist eine vollkommene Sache heute schon. Wenn ich mitten im Getümmel
und Kampf dieser Welt unter dem Schutz des Hirten stehe, der ihr Leben
führt. Da kann ihr Leben bedrängt und aufregend sein, wir können durch
wirre Kriegszeiten hindurch gehen, oder was auch einmal, wir wünschen uns
das nicht, aber es kann sein, da werden Menschen über sie reden, und sie
werden verlassen werden, und sie werden viel erleben. Und sie werden im
Frieden sein, weil sie so diesen 23. Psalm beten können, der Herr ist nahe,
und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, du bist da. Und du hüllst mich
ein in deine Nähe, und bei dir ist Geborgenheit und Frieden. Ich bitte Sie
um diese ganze Bekehrung. Amen.

