Zum Inhalt

Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer – Teil 13

Jesu Leben und Lehre | Episode 743
Matthäus 23,3925.08.2026
SerieTeil 10 / 10Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer
Wenn du Gott nur halbherzig suchst, bleibt am Ende Leere. Doch selbst nach Zurückweisung hält Jesus die Tür offen: Wer ihn als Retter erkennt, sieht mehr als nur mit den Augen.

Die Klage über die Stadt und ihre lange Geschichte der Zurückweisung

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 743
Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer, Teil 3
Hören wir noch einmal die Klage Jesu über die Einwohner von Jerusalem. Denn auch wenn die Weherufe sich an die theologische Elite richten, betrifft das Problem alle Kinder der Stadt.
 Matthäus 23,37-38
Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind. Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen.
Jesus verweist hier auf Jahrhunderte, in denen Gott dem Volk seine Arme hinstreckt und auf nichts als Ablehnung stößt. Immer wieder verlässt Israel seinen Gott und hängt sich an Götzen.
 Jeremia 2,13
Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die das Wasser nicht halten.
 Hosea 4,12
Mein Volk befragt sein Holz, und sein Stab gibt ihm Auskunft; denn der Geist der Hurerei hat es irregeführt, und sie huren von ihrem Gott weg.
 Hesekiel 8,10-11
Und ich ging hinein und sah, und siehe, da waren allerlei Abbilder von Kriechtieren und Vieh, abscheuliche und allerlei Götzen des Hauses Israel ringsherum, auf der Wand als Ritzzeichnung zu sehen. Und siebzig Männer von den Ältesten des Hauses Israel standen davor, und Jaasanja, der Sohn Schaffans, stand mitten unter ihnen, und jeder hatte seine Räucherpfanne in seiner Hand, und der Duft einer Weihrauchwolke stieg empor.
Das war die Realität vor der Wegführung nach Babylon: Götzendienst.

Die Rückkehr ohne echte Erneuerung

Und auch wenn offensichtlicher Götzendienst nach der Rückkehr aus dem Exil von den Propheten nicht mehr angeprangert wird, bleibt eine ungesunde Nähe zu den heidnischen Völkern, vor allem zu ihren Frauen. Eine umfassende und bleibende Umkehr des Volkes zu Gott, wie sie die Propheten immer wieder fordern, bleibt aus.
Es wird zwar irgendwie besser, weil die Götzenbilder verschwinden. Die offensichtliche Form der geistlichen Untreue verändert sich, aber das Herzensproblem bleibt bestehen. Israel kehrt aus Babylon zurück, aber wirklich geläutert ist das Volk nicht.
Die Propheten nach dem Exil kritisieren vielleicht nicht mehr Baals Altäre und Ascheras Standbilder, aber sie tadeln ein Volk, das Gott halbherzig dient: unreine Opfer, geistliche Lauheit, soziale Ungerechtigkeit, Treulosigkeit in der Ehe, zurückgehaltene Zehnten und eine erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber Gottes Ehre.
Zuletzt sendet Gott dann seinen Sohn, aber auch auf ihn wollen sie nicht hören. Also muss Gott endgültig gehen: Euer Haus wird euch öde gelassen. Und die Begründung lautet: Matthäus 23,39. Denn ich sage euch, ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Das Haus wird öde gelassen, weil Israel seinen Messias verwirft und sich Jesu öffentliche Wirksamkeit nun ihrem Ende nähert.

Der verborgene Weg der Hoffnung

Aber Gott wäre nicht Gott, wenn es nicht Hoffnung geben würde. Deshalb das Zitat aus Psalm 118, das wir schon vom Einzug in Jerusalem her kennen. Dort skandiert es die begeisterte Volksmenge. Hier spricht Jesus es zu den Schriftgelehrten und Pharisäern.
Aber was meint Jesus, wenn er sagt: „Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gepriesen sei der da kommt im Namen des Herrn“?
Schauen wir kurz noch einmal in Psalm 118. Der Psalm ist ein Danklied für Rettung aus Bedrängnis. Besonders wichtig ist Psalm 118,22, ein Vers, den Jesus in Matthäus 21,42 bereits auf sich bezogen hat: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.“ Die Bauleute sind in der Übertragung die religiösen Führer Israels. Der Clou: Gott macht den verworfenen Stein zum Eckstein seiner Rettung.
Und dann kommt der Ruf „Hosanna“ aus Psalm 118,25: „Ach Herr, rette doch! Ach Herr, gib doch Gelingen!“ Und dann folgt der Zuspruch aus Psalm 118,26: „Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn.“

Sehen und Bekennen als geistliche Wirklichkeit

Die Frage war, was Jesus meint, wenn er sagt, ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Zwei Begriffe sind hier wichtig: sehen und sprechen. Fangen wir mit dem Sehen an. Jesus verheißt ihnen, dass sie ihn von jetzt an nicht sehen werden. Das ist ein physisches Sehen. Jesus als Mensch, der angeschaut werden kann, wird die Erde verlassen. Aber dann sagt er: bis ihr sprecht.
Man kann Jesus also, obwohl er zur Rechten Gottes auf dem Thron sitzt, sehen. Was muss ich tun, um ihn zu sehen, sogar dann, wenn ich ein Pharisäer oder ein Schriftgelehrter bin? Ich muss etwas sagen, ich muss Psalm 118,26 zitieren: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Natürlich meint Jesus damit nicht im wortwörtlichen Sinn das Nachsprechen eines Bibelverses. Niemand wird gerettet, und niemand sieht Jesus, weil er formelhaft ein Stück Bibel nachplappert. Die Worte müssen Ausdruck meines Herzens sein. Es geht inhaltlich bei dem Vers um die Anerkennung Jesu als Messias und als Eckstein Gottes. Die Worte müssen innerlich gesprochen werden, als Ausdruck einer geistlichen Überzeugung.
Was Jesus hier seinen Feinden verheißt, ist Folgendes: Einerseits werdet ihr mich nicht wiedersehen, ich werde gehen, ihr seid mich los. Aber es gibt mehr als nur das Sehen mit den Augen. Es gibt ein Sehen mit dem Herzen. Und wenn ihr bereit seid, mich als den Messias anzuerkennen, dann werdet ihr mich sehen, nicht mit den Augen, sondern tief in eurem Innern.
So wie Hiob, der am Ende seiner Prüfung formuliert: Hiob 42,5 Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen. Gott zu sehen hat also damit zu tun, dass ich ihn besser verstehe, begreife, wer er wirklich ist. Und dieses andere Sehen geht Hand in Hand mit Glauben. Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat. Und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Und dieses Sehen hört nicht auf, denn durch das Anschauen des Herrn werden wir in sein Bild verwandelt. 2. Korinther 3,18 Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.
Merken wir uns: Gläubige sind solche, die den Herrn sehen. Und sie tun es, weil sie von ganzem Herzen in den Jubel der Pilger einstimmen: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.

Einladung zur Anbetung und zum Dank

Was könntest du jetzt tun? Nimm dir Zeit, um Jesus zu feiern. Er ist der Messias, er ist der Eckstein, und er kam, um für dich verworfen zu werden.
Das war’s für heute. Schreibe jetzt sofort zwei ermutigende SMS oder WhatsApp-Nachrichten an Geschwister aus deiner Gemeinde, die im Hintergrund dienen. Sag einfach mal Danke.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.