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Zachäus der Oberzöllner – Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 666/697
16.01.2026
SERIE - Teil 666 / 697Jesu Leben und Lehre

Einführung und thematische Orientierung

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 666: Zachäus, der Oberzöllner, Teil drei.

Zugegebenermaßen habe ich kurz darüber nachgedacht, aufgrund der Episodennummer einen Exkurs in die Offenbarung zu machen und außer der Reihe etwas zur Zahl sechshundertsechsundsechzig zu produzieren.

Aber dann dachte ich mir, dass es fürs geistliche Leben kaum einen Mehrwert bringt, wenn meine Hörer verstehen, dass sich die Zahl 666 aus dem Namen Kaiser Nero ableitet.

Mein Tipp ist immer: Behüte dein Herz vor sensationsheischenden Themen, die mit Endzeit oder Offenbarung zu tun haben.

Was wir wirklich brauchen, sind die gesundmachenden Worte des Herrn Jesus.

Fortsetzung der Geschichte von Zacchaeus

Und deshalb machen wir auch mit dem Oberzöllner Zachäus weiter. Für alle, die jetzt traurig sind: Schaut euch im Skript den Anhang an.

 Lukas 19,5-6: "Als er an den Ort kam, sah Jesus auf, erblickte ihn und sprach zu ihm: ‚Zachäus, steig eilends herab, denn heute muss ich in deinem Haus bleiben.‘ Er stieg eilends herab und nahm ihn mit Freuden auf."

Hier waren wir stehen geblieben.

Die Reaktion der Volksmenge und das soziale Umfeld

Zacchaeus freut sich, andere murren.

 Lukas 19,7: "Und als sie es sahen, murrten alle und sagten, er ist eingekehrt, um bei einem sündigen Mann zu herbergen."

Bemerkenswert ist, wie rasch sich die Stimmung einer Menschenmenge gegen den zuvorgefeierten Jesus wendet, sobald er sich mit offensichtlichen Sündern solidarisiert. Wir kennen dieses Phänomen bereits aus Lukas 15,2: "Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen, dieser nimmt Sünde auf und ist mit ihnen."

Anscheinend hat niemand ein Problem damit, sich in den Wundern Jesu zu sonnen. Aber sobald er sich mit Menschen abgibt, die offensichtliche Sünder sind, wird Jesus als Vorbild plötzlich suspekt. Merkt man das? Ein bisschen verhalten sich alle aus der Volksmenge so, wie der ältere Bruder im Gleichnis vom verlorenen Sohn. Da fehlt jegliche Freude an der geistlichen Entwicklung des Oberzöllners.

Merken sie nicht, was in Zacchaeus gerade passiert? Es scheint für religiöse Leute nicht die einfachste Übung zu sein, sich mit der Radikalität abzufinden, die Jesus aufbringt, um verlorene Sünder zu suchen.

Der Messias hat jedenfalls kein Problem damit, dass etwas von der sozialen Ächtung und dem schlechten Ruf des Zacchaeus auf ihn abfärben könnte. Wer damals etwas auf sich hielt, hätte eine Einladung von Zacchaeus niemals angenommen. In den Augen der Gesellschaft galt jeder, der bei ihm am Tisch saß, als Komplize und Kumpan.

Die Herausforderung der Nachfolge und das Beispiel des Paulus

Die entscheidende Frage für uns lautet: Sind wir auch bereit, persönliche Komfortzonen zu verlassen, um die rettende Botschaft vom Evangelium zu allen Arten von Menschen zu bringen?

Paulus formuliert dies im Blick auf sein eigenes Vorbild in 1. Korinther 9,20-22: „Und ich bin den Juden wie ein Jude geworden, damit ich Juden gewinne, denen, die ohne Gesetz sind, wie einer ohne Gesetz. Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.“

Paulus meint hier natürlich nicht Sünde. Wir werden keine Sünder, um die Sünder zu gewinnen. Unsere Loyalität gehört immer Gott allein.

Doch wenn es darum geht, Menschen fürs Evangelium zu gewinnen, ist der Apostel bereit, seine Rechte zu opfern. Er verhält sich so, dass es für seine Zuhörer ganz leicht ist, das Evangelium anzunehmen und errettet zu werden.

Der kluge Evangelist geht auf den Sünder zu, sucht den Kontakt und passt sich an. Er tut dies, weil Jesus dasselbe getan hat.

Die Freude des Zacchaeus und seine Buße

Die Volksmenge murrt, während die Freude des Zachäus in Busse umschlägt.

 Lukas 19,8: Zachäus aber stand auf und sprach zu dem Herrn: „Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem etwas durch falsche Anklage genommen habe, so erstatte ich es vierfach.“

Bitte lasst euch nicht verwirren, weil hier nichts von Glauben steht. Wenn es um Errettung geht, kann ich sowohl den Moment des Vertrauens beschreiben als auch den zwingend damit verbundenen Moment der Busse und Bekehrung. Das eine ist ohne das andere wertlos.

Rechtes Verhalten ohne Glauben ist berechnender Opportunismus. Glaube ohne der Busse würdige Werke ist nicht mehr als ein Gefühl oder ein Lippenbekenntnis.

Schauen wir uns an, was Zachäus tut: „Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen.“ Das ist, egal nach welchem Standard man die Sache bewertet, sehr großzügig.

Wir müssen uns vorstellen, was sich im Herzen bei Zachäus geändert haben muss. Ein Mann, der durch Betrug reich wurde, gibt die Hälfte seines Vermögens an Bedürftige weg? Das ist Busse so, wie Jesus sie sich wünscht. Hier werden Prioritäten völlig verschoben.

Hier wird mit einem sündigen alten Lebensstil ein für alle Mal und für alle sichtbar gebrochen. Zachäus’ radikale Umkehr wird seine gesellschaftliche Wahrnehmung vollständig verändern. Aus dem verachteten Kollaborateur wird ein sichtbares Zeugnis göttlicher Erneuerung.

Mindestens die Armen in der Stadt werden ihn als großzügigen Spender feiern und sich darüber wundern. Dass dieser Jesus nicht nur blinde Bettler sehend, sondern auch habgierige Oberzöllner freigebig machen kann, bleibt die Frage, was davon das größere Wunder darstellt.

Die gesetzliche Grundlage und das Ausmaß der Wiedergutmachung

Aber Zacchaeus ist noch nicht fertig. Wenn ich von jemandem durch falsche Anklage etwas genommen habe, so erstatte ich es vierfach.

Das mosaische Gesetz forderte in Fällen von Diebstahl oder Betrug, bei denen der Täter Reue zeigte und die Tat bekannte, eine Erstattung des gestohlenen Gutes zuzüglich eines Fünftels des Wertes, also zwanzig Prozent mehr. War der Täter nicht in der Lage, die Erstattung direkt an das Opfer zu leisten, sollte sie dem Priester zukommen.

In Fällen, in denen ein gestohlenes Tier geschlachtet oder verkauft wurde, forderte das Gesetz eine vierfache beziehungsweise fünffache Erstattung.

Zacchaeus’ Angebot, vierfach zu erstatten, ist somit eine bewusste Überschreitung der Mindestanforderung für Betrug und eine Angleichung an die höchste gesetzliche Forderung für bestimmte Diebstahlsdelikte. Das war nicht nur teuer für ihn, sondern auch ein klares Zeichen für die Tiefe seiner Reue und für die Radikalität seiner Sinnesänderung.

In Zukunft würde ihn niemand mehr als den Betrüger sehen können, der er einmal war – vor allem nicht diejenigen, denen er übel mitgespielt hat.

 Lukas 19,8: Zacchaeus aber stand und sprach zu dem Herrn: „Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen. Und wenn ich von jemandem etwas durch falsche Anklage genommen habe, so erstatte ich es vierfach.“

Die biblische Verankerung der Buße und der Aufruf zur Selbstreflexion

Das, was wir hier erleben, ist echte Buße und eine umfassende Bekehrung zu Gott.

Genau das beschreibt der Prophet Jesaja mit den Worten aus Jesaja 55,7: „Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken, und er kehre um zu dem Herrn. So wird er sich über ihn erbarmen und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung.“

Es ist wichtig, darüber nachzudenken, was jetzt geschehen kann. Überlege in Ruhe, wie deine eigene Bekehrung verlaufen ist. Gab es auch bei dir damals diesen Bruch mit dem alten Leben?

Schlusswort und Segenswunsch

Das war es für heute. Falls dir in einer Episode oder im Skript Fehler auffallen, schreibe bitte eine E-Mail an kontakt@frogwords.de.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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