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Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern – Teil 1

Jesu Leben und Lehre | Episode 723
Matthäus 23,1-324.06.2026
SerieTeil 1 / 8Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern
Wenn Worte und Leben nicht zusammenpassen, wird Glaube zur Show. Jesus fordert: Hör auf Gottes Maßstab – aber kopiere nicht die Heuchelei derer, die ihn lehren.
Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 723
Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern, Teil 1

Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter Weg, Wahrheit und Leben ist Episode 723 Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern Teil 1

Die Gegner Jesu hatten versucht, Jesus durch Fragen zu diskreditieren und als unwissend darzustellen. Das ist ihnen jedoch völlig misslungen. Vielmehr hat der Herr Jesus den Spieß einfach umgedreht, und damit ist er noch nicht fertig.

Die öffentliche Lehrsituation und der Beginn der Auseinandersetzung

 Matthäus 23,1-2
Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern und sprach: Auf Moses Lehrstuhl haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt.
Jesus redet hier nicht nur zu seinen Jüngern, sondern auch zu den Volksmengen. Was folgt, ist also keine interne Schulung für Jesusnachfolger, sondern Lehre für alle. Nachdem die Führung Israels seinen Messiasanspruch öffentlich im Tempel zurückgewiesen hat, geht Jesus jetzt zum Gegenangriff über, der in einer großen, von Weherufen geprägten Gerichtsrede gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer enden wird.
Die Schriftgelehrten waren die Fachleute für die Auslegung der Tora. Die Pharisäer stehen für eine fromme Erneuerungsbewegung, die neben der Tora auch weitere Gebote, die sogenannten Überlieferungen der Ältesten, bewahrten. Beide, also die Schriftgelehrten und die Pharisäer, haben sich auf Moses Lehrstuhl gesetzt. Das ist natürlich kein wirklicher Stuhl, sondern damit wird die allgemein anerkannte Lehr- und Auslegungsautorität im Blick auf das Gesetz des Mose bezeichnet.
Es ist wichtig, dass wir das gut verstehen. Jesus bestreitet nicht die grundsätzliche Bedeutung der Tora oder ihrer öffentlichen Auslegung. Auch wenn sich das Gesetz und die Propheten in Christus erfüllen, so sind die Tora-Texte vom Geist Gottes inspiriert. Die Kritik Jesu richtet sich gegen den Missbrauch geistlicher Autorität. Dabei unterscheidet er zwischen dem Amt oder der Funktion des Auslegers und dem Charakter des Lehrers. Man soll das, was der Tora gemäß gelehrt wird, ernst nehmen, aber nicht die damit verbundene Heuchelei nachahmen.

Was Jesus mit Gehorsam gegenüber der Lehre meint

 Matthäus 23,3 Alles nun, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Werken. Denn sie sagen es und tun es nicht.
Wenn Jesus davon spricht, dass man „alles“ tun soll, was sie lehren, dann steht seine Aussage unter der näheren Bestimmung des Verses davor. Es geht um Moses Lehrstuhl, also um die Auslegung der Tora.
Wir wissen aus Matthäus 15, dass Jesus die Überlieferungen der Ältesten verwirft, weil sie Gottes Gebote aufheben. Matthäus 15,7-9: Heuchler, treffend hat Jesaja über euch geweissagt, indem er spricht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.
Weil Jesus explizit die Überlieferung der Ältesten verwirft, kann die Formulierung „alles“ hier nicht jede pharisäische Tradition einschließen. Das ist eine rhetorisch verallgemeinernde Formulierung, wie sie jeder Mensch in normalen Gesprächen verwendet.
„Alles“ bedeutet: Was die Schriftgelehrten und Pharisäer aus der Tora im Sinne eines Mose rechtmäßig lehren, das soll man tun und halten. Das Problem der Toralehrer ist weniger falsche Lehre als vielmehr ein falsches Leben. Sie tun nicht, was sie lehren, denn sie sagen es und tun es nicht. Sie sind Heuchler.
Jesus fordert hier von seinen Zuhörern, dass sie zwischen der Autorität des Wortes Gottes und dem schlechten, ja irreführenden Vorbild der Toralehrer unterscheiden. Seine Kritik richtet sich gegen Autoritäten, die Forderungen formulieren, sich diesen aber im eigenen, persönlichen Leben wieder entziehen.

Das Gesetz als Wegbereiter für den Glauben

Frage: Wie kann Jesus kurz vor dem Kreuz und damit kurz vor der Einsetzung des neuen Bundes so etwas sagen? Hat er nicht an anderer Stelle davon gesprochen, dass das Gesetz und die Propheten bis auf Johannes den Täufer gehen und von da an das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt wird? Ist der alte Bund zur Zeit Jesu nicht ein Auslaufmodell, das kurz vor dem Verschwinden steht? Was soll dieser Schwerpunkt auf das mosaische Gesetz?
Und die Antwort ist ganz einfach: Das Gesetz ist dazu da, Menschen zu Jesus zu bringen. Wie ein spezieller Sklave das Kind zur Schule brachte, so bringt das Gesetz den Juden zum Glauben an Jesus. Galater 3,22-23:
Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der offenbart werden sollte. Also ist das Gesetz unser Erzieher auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt werden.
Am Gesetz selber ist nichts Falsches. Paulus kann deshalb formulieren: Römer 7,12:
So ist also das Gesetz heilig und das Gebot heilig und gerecht und gut.
Man muss nur wissen, wozu es da ist. Und das gilt bis heute. Heute noch kann das mosaische Gesetz eine Hilfe sein, um Sünder von ihrer Sündhaftigkeit zu überführen. 1. Timotheus 1,8-10:
Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn jemand es gesetzmäßig gebraucht, indem er dies weiß, dass für einen Gerechten das Gesetz nicht bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Widerspenstige, für Gottlose und Sünder, für Heillose und Unheilige, Vatermörder und Muttermörder, Mörder, Unzüchtige, mit Männern Schlafende, Menschenhändler, Lügner, Meineidige und wenn etwas anderes der gesunden Lehre entgegensteht.
Merkt ihr: Man muss das Gesetz gesetzmäßig gebrauchen. Man muss es zu dem verwenden, wozu es da ist, wie ein Werkzeug. Mit einem Hammer schlage ich einen Nagel in die Wand, aber ich schäle damit keine Orange. Und so kann ich mit dem Gesetz jedem Menschen zeigen, dass er Rettung braucht und ein Sünder ist. Aber es kann nicht retten. Das kann nur Jesus.
Und in diesem Sinn wird das Gesetz mein Erzieher auf Christus hin, und zwar bis heute.

Die bleibende Verantwortung gegenüber Gottes Wort

Und genau deshalb macht der Herr Jesus nichts falsch, wenn er formuliert: Matthäus 23,3: Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber handelt nicht nach ihren Werken, denn sie sagen es und tun es nicht.
Seine Zuhörer sollen sich die Heuchelei der Torallehrer nicht zum Vorbild nehmen. Und dieses Prinzip gilt bis heute: Wo wir auf Bibellehrer treffen, die nicht tun, was sie predigen, ist das auch für uns kein Freibrief zum Sündigen.
Es ist fatal, das Wort Gottes zu verwerfen, weil es Pastoren gibt, die fremdgehen, Pfarrer gibt, die Geld veruntreuen, oder Priester gibt, denen man Missbrauch vorwirft. Ein gesundes geistliches Leben braucht ein ebenso gesundes Urteilsvermögen.
Jesus betont doppelt, nämlich das Tun und das Halten. Auch wenn die Ausleger moralisch versagen, müssen wir trotzdem das Wort Gottes ernst nehmen und uns genau danach richten. Dort, wo bei einem Bibellehrer Lehre und Leben nicht zusammenpassen, achten wir auf die Lehre, nicht auf das Leben. Jedenfalls insoweit, als die Lehre aus dem Wort Gottes kommt und das Wort Gottes sauber ausgelegt wird.
Was könntest du jetzt tun? Überlege für dich, ob es bei dir eine Diskrepanz zwischen deinem religiösen Auftreten und deinem Leben gibt. Was passiert, wenn keiner zuschaut?
Das war's für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitterliste für die Männer in deiner Gemeinde und bete für sie.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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