Matthäus 16,21-2223.01.2024
Serie•Teil 1 / 3Die erste Leidensankündigung
Dieser Inhalt wird noch redaktionell aufbereitet.
Aktuell können Elemente fehlen oder falsch angezeigt werden.
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einführung und Ausgangspunkt
Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 378: Die erste Leidensankündigung, Teil I.
Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Episode mit dem Blinden, der in zwei Schritten geheilt wurde. Damals habe ich behauptet, dass dieser Mann und seine Heilung eine Gegenstandselektion für die Jünger ist. Er illustriert, was sie verstehen müssen. Er illustriert, dass man sehen kann, aber doch noch nicht richtig sieht.
Und genau das erleben wir jetzt.
Eben noch liegt Petrus völlig richtig, wenn er Jesus als Christus und als Sohn des lebendigen Gottes bezeichnet. Und im nächsten Moment liegt er völlig daneben. Ja, er bekennt Jesus als den Christus, aber er hat keine brauchbare Vorstellung davon, was es heißt, der Messias Gottes zu sein.
Und er fing an, sie zu lehren: Der Sohn des Menschen muss vieles leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort mit Offenheit. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihn zu tadeln. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger und tadelte Petrus und sagte: Geh weg hinter mich, Satan, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.
Schauen wir uns erst einmal an, was Jesus hier seinen Jüngern vermitteln will. Es sind im Wesentlichen drei Dinge: Der Messias wird erstens Ablehnung durch die religiöse Elite, dann zweitens seine Ermordung und schlussendlich drittens eine Auferstehung erleben.
Das ist nicht ganz das, was Petrus sich unter einem Messias vorstellt. Für ihn war der Messias ein Held, der Israel als Volk zu neuem Glanz führt. Natürlich war es dafür wichtig, dass dieser Held die religiöse Elite von sich überzeugt. Und das Letzte, was man erwarten würde, wäre, dass er im Verlauf seiner Mission stirbt. Wer stirbt, kann nicht der Messias sein.
So argumentiert übrigens auch Gamaliel, rückblickend auf die Geschichte Israels und gerade im Blick auf andere, möchte gern Messiasse.
Apostelgeschichte 5,34-37: Es stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer mit Namen Gamaliel auf, ein Gesetzesgelehrter, angesehen bei dem ganzen Volk, und befahl, die Leute für kurze Zeit hinauszutun. Und er sprach zu ihnen: Männer von Israel, seht euch bei diesen Menschen vor, was ihr tun wollt. Denn vor diesen Tagen stand Theudas auf und sagte, dass er selbst etwas sei, dem eine Anzahl von etwa vierhundert Männern anhing. Der ist getötet worden, und alle, die ihm Gehör gaben, sind zerstreut und zunichte geworden. Nach diesem stand Judas der Galiläer auf in den Tagen der Einschreibung und machte eine Menge Volk abtrünnig und brachte sie hinter sich. Auch der kam um, und alle, die ihm Gehör gaben, wurden zerstreut.
So, ich hoffe, ihr habt zugehört: Theudas und Judas, das waren solche Volkshelden, von denen man dachte, dass sie Gottes Messias sein könnten. Waren sie aber nicht. Warum nicht? Der ist getötet worden, beziehungsweise auch der kam um. Der Tod ist das Aus für die Ambitionen aller Möchtegern-Messiasse.
Und jetzt kommt Jesus? Behauptet der Messias zu sein und sagt seinen eigenen Tod voraus?
Lukas 9,22: Und sprach: Der Sohn des Menschen muss vieles leiden und verworfen werden von den Ältesten und von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet und am dritten Tag auferweckt werden.
Jetzt könnte man fragen, warum regt sich Petrus so auf, wenn Jesus doch davon spricht, dass er auferweckt werden wird. Auferstehung ist doch das Gegenteil von Sterben. Tja, das stimmt zwar, allerdings können die Jünger nichts mit dem anfangen, was Jesus sagt. Sie verstehen tatsächlich nicht, was er mit Auferstehung meint. Aber sie trauen sich auch nicht zu fragen.
Nach der sogenannten zweiten Leidensankündigung lesen wir deshalb Markus 9,31-32: Er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird überliefert in der Menschen Hände, und sie werden ihn töten; und nachdem er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen. Sie aber verstanden die Rede nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.
Merkt ihr, sie verstanden die Rede nicht. Jesus fängt hier also, kurz nachdem die Jünger verstanden haben, dass er der Messias ist, an, sie mit einer Messias-Idee zu konfrontieren, die nichts und wirklich gar nichts mit dem zu tun hatte, was in ihren Köpfen war. Er stellt mit seinen Worten ihre Vorstellung vom Messias als allseits beliebten und erfolgreichen Volkshelden einfach mal auf den Kopf.
Matthäus 16,21: Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse.
Zum göttlichen Messias gehören Ablehnung, Ermordung und Auferstehung. Er muss vieles leiden und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden.
Und jetzt, wo das klar ist, bekommt genau der Petrus, der doch eben noch selbst sicher seinen Rabbi als Messias bekannt hat, ein riesiges Problem. Denn so einen Christus kann er sich nicht vorstellen. Wenn sein Rabbi so eine Vorstellung vom Messias hat, dann muss der sich irren. Vielleicht hat er ja in der Sonntagsschule nicht aufgepasst oder er weiß nicht, was das bedeutet, wenn er so ein Bild vom Messias verkündigt.
Markus 8,32: Und er redete das Wort mit Offenheit, und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihn zu tadeln.
Matthäus 16,22: Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihn zu tadeln, indem er sagte: Gott behüte dich, Herr, dies wird dir keinesfalls widerfahren.
Mit meinen Worten: Herr, das geht gar nicht, was du da sagst. Bist du dir nicht darüber im Klaren, worum es beim Messias geht und was die Leute von dir denken werden, wenn du so etwas sagst?
Die Spannung zwischen Erwartung und Offenbarung
Bevor wir uns in der nächsten Episode die Antwort des Herrn Jesus anschauen, nur kurz ein Gedanke beziehungsweise eine Frage. Und die geht so: Wie sehr rechnen wir eigentlich noch damit, dass Jesus uns in theologischen Fragen überrascht? Denn genau das passiert hier. Petrus hat eine Theologie im Kopf, eine Vorstellung davon, wie der Messias zu sein hat, und dann kommt Jesus und streicht diese Vorstellung einfach durch.
Wie ist Petrus zu seiner Sicht auf die Dinge gekommen? Natürlich durch seine Erziehung. Er hat Predigten gehört, vermutlich selbst ein wenig in den jüdischen Schriften studiert und sich mit anderen unterhalten. Und dann hat er ganz stark das übernommen, was religiöse Autoritäten ihm beigebracht haben.
Und heute ist das kaum anders. Vieles von dem, was ein Christ an theologischem Wissen hat, hat er durch Predigten oder Bücher. Vielleicht hat er selbst ein wenig in der Bibel gelesen, und dann hat er mit anderen Geschwistern diskutiert. Und was uns klar sein muss, ist dies: Dieser Prozess des Lernens kann zu falschen Ergebnissen führen, genauso wie bei Petrus.
Lasst uns bloß immer wieder eines nüchtern festhalten: Wir können uns irren. Natürlich wollen wir das nicht. Petrus hat das ja auch nicht gewollt. Nur ist er eben trotzdem ein gutes Beispiel dafür, wie etwas richtiges Wissen schnell dazu führen kann, dass man viel zu hoch von sich denkt. Eben noch wird Petrus von Jesus gelobt, und schon fühlt er sich dazu berufen, seinen Rabbi zu tadeln.
Lass mich dir deshalb die Frage stellen: Bist du in theologischen Fragen noch korrigierbar, oder macht dir die Idee Angst, dass du Dinge falsch verstehen könntest? Und ich rede jetzt nicht vom Evangelium, das sollte allen Christen klar sein. Aber bei anderen, weniger wichtigen und oft auch weniger klaren Themen: Wie sieht es da aus? Bist du da noch korrigierbar, oder darf an bestimmten Punkten nicht einmal Jesus deiner Sicht widersprechen, weil du so sehr von deiner Position überzeugt bist, dass nichts und niemand mehr dich davon abbringen kann?
Ein praktischer Prüfstein für die eigene Lehre
Was könntest du jetzt tun? Fang an, zu allen theologischen Positionen, die du hast, Bibelstellen herauszuschreiben. Wo steht in der Bibel, was du glaubst?
Das war's für heute. Weißt du noch, worum die Predigt am Sonntag ging? Wie wirst du sie für dich nacharbeiten?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.
