Einleitung
Zu beten ist ein Grundbedürfnis der Menschheit, alle alten Kulturen
liefern uns Zeugnisse von Gebeten. Der Mensch hat eine Sehnsucht etwas
höheres zu verehren. Er erhofft sich davon Schutz und Kraft in der
Unkontrollierbarkeit des Lebens.
Wenn Paulus nun über das Gebet anspricht, so ist das nichts Fremdes für
die Christen. Sie praktizierten Formen des Gebets als sie noch Heiden
waren. Paulus sagt also:
Lasst nicht nach im Beten und werdet nicht müde, Gott unablässig zu
danken! (Kol 4,2)
I. Sprechen mit Gott
Das mit dem Beten ist so eine Sache. Alle wiedergeborenen Christen haben
ihr neues Leben mit einem schlichten Gebet begonnen.
Eigentlich ist Beten nichts anderes als ein Sprechen mit Gott. Ich teile
mich Gott mit. Ich Spreche zu ihm. Verschiedene Phasen werden im Gespräch
mit Gott durchlebt. So kann es uns plötzlich so ergehen wie auf dieser
Karikatur. (Folie: Schallplatte)
Jesus sagt:
Wenn ihr betet, dann leiert nicht Gebetsworte herunter wie die Heiden.
Sie meinen, sie könnten bei Gott etwas erreichen, wenn sie viele Worte
machen.(Mt 6,7)Wir sollen nicht einfach plappern. Nicht beten, damit wir gebetet haben.
Gott hört auch nicht einfach auf unsere Gebete, weil wir beten. Israel
sagte er klipp und klar:
Wenn ihr im Gebet eure Hände zu mir ausstreckt, blicke ich weg. Und
wenn ihr mich auch noch so sehr mit Bitten bestürmt, ich höre nicht
darauf; denn an euren Händen klebt Blut! (Jes 1,15)Wann sind unsere Hände voll Blut? Wenn wir Sünden pflegen oder wenn wir
Jesus als den Sohn Gottes nicht annehmen.
Jesaja fordert das Volk auf:
Wascht euch, reinigt euch! Macht Schluss mit eurem üblen Treiben; hört
auf, vor meinen Augen Unrecht zu tun!(Jes 1,16) Lernt Gutes zu tun, sorgt für Gerechtigkeit, haltet die Gewalttätigen
in Schranken, helft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht!« (Jes 1,17)
Gott will mit uns in enger Beziehung stehen, er möchte mit uns das Leben
teilen. Er möchte, dass wir zu ihm ein offenes und ehrliches Verhältnis
pflegen. So wie wir im Psalm 62,9 lesen:
Ihr, die ihr zu seinem Volk gehört, setzt allezeit euer Vertrauen auf
ihn, schüttet euer Herz bei ihm aus; denn Gott ist unsere Zuflucht!(Ps
62,9)
So ein Zufluchtsort will Gott für uns sein.
II. Vernachlässigt das Gebet nicht
Lasst nicht nach im Beten
In der Apostelgeschichte begegnet uns ein reges Gebetsleben.
Nachdem Jesus die Jünger verlassen hatte, gingen sie nach Jerusalem
zurück, dort beteten sie, es heisst:
Sie alle beteten anhaltend und einmütig miteinander. Auch eine Gruppe
von Frauen war dabei, unter ihnen Maria, die Mutter von Jesus; Jesu
Brüder gehörten ebenfalls dazu. Apg.1,14.
Nach dem Pfingstereignis heisst es von der Gemeinde:
Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel
sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und
Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet. Apg.2,42.
Und als Petrus im Gefängnis war reagiert die Gemeinde indem sie sich
zum beten treffen:
Während Petrus nun also streng bewacht im Gefängnis sass, betete die
Gemeinde intensiv für ihn zu Gott. Apg.12,5.
Das Gebet hatte bei den ersten Christen einen sehr wichtigen Platz.
Bedingt war das natürlich mit durch die ständigen Schwierigkeiten, die
sie zu bewältigen hatten, das trieb sie förmlich ins Gebet.
Paulus weiss aber auch um die Gefahr, dass wir im Gebet müde werden. Er
kennt die menschliche Natur. Ein anschauliches Beispiel geben uns die
Jünger in Gethsemane.
Als er zu den Jüngern zurückkam, schliefen sie. Da sagte er zu Petrus:
Ihr konntet also nicht einmal eine einzige Stunde mit mir wach
bleiben? / Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der
Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach. Mt.26,40-41.
Deshalb ermutigt Paulus die Kolosser im Gebet nicht nachzulassen. Die
Christen sollen ihre Anliegen zu Gott bringen. Ständig mit ihm in
Verbindung sein. Wenn wir mit Gott nicht in Verbindung sind, können wir
von ihm auch nichts erwarten. Darum schreibt Jakobus:
Ihr verzehrt euch nach etwas, was ihr gerne hättet. Ihr mordet und seid
eifersüchtig, aber das bringt euch dem ersehnten Ziel nicht näher. Ihr
versucht es mit Kampf und Gewalt; aber ihr bekommt trotzdem nicht, was
ihr wollt, weil ihr Gott nicht darum bittet. (Jak 4,2) Und wenn ihr ihn bittet, bekommt ihr es nicht, weil ihr nur in der
Absicht bittet, eure unersättliche Genusssucht zu befriedigen. (Jak
4,3)
Wenn wir Gott bitten, so werden wir viel von ihm empfangen. Man könnte
natürlich fragen, Warum müssen wir eigentlich beten, Gott weiss doch, was
wir brauchen. Ja klar weiss Gott was wir brauchen. Trotzdem möchte er von
uns angesprochen werden. Nur so bleiben wir nämlich in einer lebendigen
Beziehung zu ihm.
Wie eindringlich und aufdringlich wir Gott unsere Anliegen vorbringen
können erzählt Jesus selbst in einem Gleichnis.
Mit einem Gleichnis zeigte Jesus seinen Jüngern, den Männern und
Frauen, dass sie immer beten müssen und darin nicht nachlassen dürfen. (Lk 18,1-8)Jesus erachtet es also gar nicht als unverschämt, er fordert uns gar
auf, in einer solchen Weise Gott zu bitten.
Anwendung
Wollen wir im Gebet nicht nachlassen, dann müssen wir unser Leben ein
bisschen organisieren. Schliesslich machen wir das mit Dingen, die uns
wichtig sind fast automatisch.
Gewohnheiten einüben: z.B. regelmässige Gebetszeiten, Gebet mit Partner
oder Freunden.
Bewusst Gebetstreffen besuchen.
Spontane Gebete (vor Autofahrt, in einem Gespräch, usw.)
Als Christen müssen wir achte geben, dass unsere Gebet nicht zur
Pflichtübung werden, denn dann werden unsere Gebete auf den Nullpunkt
kommen.
Lernen wir wieder neu, von Gott wirklich etwas zu erwarten und von ihm
etwas abzuringen.
Lasst nicht nach im Beten
III. Vergesst nicht zu danken
Noch einen wunden Punkt spricht Paulus an:
werdet nicht müde, Gott unablässig zu danken!
Wie schnell vergessen wir, was wir gutes bekommen haben! Statt dankbar
zu bleiben, wollen wir schon kurze Zeit später noch mehr und noch mehr.
Paulus ermutigt die Kolosser durch den ganzen Brief dankbar zu sein.
Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem
Erbteil der Heiligen im Licht. Kol.1,12.
und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr
gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar. Kol.2,7.
Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe,
regiere in euren Herzen; und seid dankbar. Kol.3,15.
Laßt das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt
einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen
Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Kol.3,16.
Mangelnde Dankbarkeit macht blind für das, was Gott uns geschenkt hat.
Petrus sagt:
Wer dagegen all das nicht hat, ist kurzsichtig und geistlich blind. Ein
solcher Mensch hat völlig vergessen, was es bedeutet, dass er von
seinen früheren Sünden gereinigt worden ist. (2.Petr 1,9)Dankbare Menschen sind Menschen, die empfangen. Christen sind
empfangende Menschen. Dank hält uns in der rechten Haltung und
Abhängigkeit zu Gott.
Anwendung
Wann hast Du dem Herrn das letzte Mal für deine Erlösung gedankt?
Wenn wir dankbar sind, so vergessen wir nicht unsere Wurzel, deshalb
verhilft uns eine echte Dankbarkeit wach zu bleiben, und uns nicht durch
falsche Lehren verführen zu lassen.
Lerne dankbar zu sein.
Schluss
Im Wissen darum, dass in unserer Gemeinde viel und treu gebetet wird -
wofür ich sehr dankbar bin - möchte ich zum Schluss noch einige meiner
Hoffnungen aussprechen.
Ich hoffe , dass wir als Gemeinde im Gebet eifrig sind. Dass wir nicht
müde werden und es als Selbstverständlichkeit betrachten, alles mit Gott
zu besprechen.
Ich hoffe, dass wir als Gemeinde das Gebet ernst nehmen und vor
Organisation nicht zurückschrecken. Vielleicht übernimmt jemand oder
sogar ein Team die Verantwortung für die Gebetsorganisation in unserer
Gemeinde.
Ich hoffe, dass in unserer Gemeinde alles Tun, alle Projekte mit Gott
besprochen werden.
Ich hoffe, dass bei allem beten nicht Tradition und Pflichterfüllung
oder Werkglaube die Motivation zum Beten ist.
Paulus schreibt:
Lasst nicht nach im Beten und werdet nicht müde, Gott unablässig zu
danken! (Kol 4,2) Amen.
