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Zwischen Hosianna und Kreuz

29.03.2026

Der besondere Feiertag und die Frage nach dem König

Feiertag, und ich will zunächst einmal die Kinder fragen: Wer weiß, was wir für einen Feiertag heute haben? Palmsonntag, richtig! Und was feiern wir an Palmsonntag? Oh, ein bisschen lauter, ich habe dich nicht gehört. Jesus ist mit dem Esel nach Jerusalem eingeritten, genau. An diesem Palmsonntag werden ja sozusagen Palmenzweige ausgeliehen, ja, das wird heute gefeiert.

Palmsonntag: Jesus zieht auf einem Esel nach Jerusalem ein. Genau das wird heute gefeiert. Also wir feiern heute einen König, König Jesus. Und mein Thema für heute, vielleicht kriege ich die Präsentation vorne an die Wand, vielen Dank: Zwischen Hosianna und Kreuz – der Weg in die Karwoche.

Zwischen Hosianna und Kreuz – der Weg in die Karwoche.

Wenn wir an einen König denken oder an eine Regierung, an einen Regierenden, dann denken wir an Macht, an Herrlichkeit, an Einfluss, an Stärke. Doch der König, der am Palmsonntag nach Jerusalem einzieht, zeigt eine völlig andere Art von Königsherrschaft. Er kommt nicht mit Gewalt, sondern in Sanftmut. Er kommt nicht, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen.

Und Palmsonntag, dieser heutige Tag, offenbart die Identität von König Jesus deutlich wie kein anderer Tag. Aber dieser Tag, dieser Feiertag heute, konfrontiert uns auch mit der Frage: Wie begegnen wir diesem König damals und heute?

Dazu schlagt bitte Matthäus 21 auf. Wir lesen die ersten elf Verse, Matthäus 21,1-11:

Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage kamen, an den Ölberg, da sandte Jesus zwei Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das euch gegenüberliegt, und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und führt sie zu mir. Und wenn jemand etwas zu euch sagt, so sollt ihr sprechen: Der Herr benötigt sie. Dann wird er sie sogleich senden.

Dies aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten geredet ist, der spricht: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und auf einer Eselin reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen des Lasttiers.

Als aber die Jünger hingegangen waren und getan hatten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte, führten sie die Eselin und das Fohlen herbei und legten die Kleider auf sie. Und er setzte sich darauf.

Und eine sehr große Volksmenge breitete ihre Kleider auf dem Weg aus, andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Volksmengen aber, die vor ihm hergingen und die nachfolgten, riefen und sangen: Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser? Die Volksmengen aber sagten: Dieser ist der Prophet Jesus, der von Nazaret in Galiläa.

Soweit unser Text heute Morgen.

Der Einzug als Beginn von Leiden und Erfüllung

Und mit unserer Geschichte heute betritt Jesus Jerusalem in seinen Leidens- und Siegesweg, auf dem er erfüllen soll, wozu er gesandt ist. Er wird diese Stadt und auch das Umland von Jerusalem erst wieder verlassen, als er als Ausgestoßener mit dem Kreuz auf seiner Schulter außerhalb der Stadt gekreuzigt wird.

Innerhalb dieser Klammer, also zwischen dem Einzug nach Jerusalem und dem Ausgestoßensein, geschieht nun alles Folgende, was in den Evangelien beschrieben wird. Alle vier Evangelien setzen diese Klammer, in der diese Erzählung stattfindet.

Jesus bereitet seine Jünger auf diese Karwoche vor, also auf diese Woche, die jetzt vor uns liegt und die heute mit Palmsonntag beginnt. K, das heißt Leiden, also Leidenswoche. Jesus macht seinen Jüngern eine dreifache Leidensankündigung. Die letzte Ankündigung steht in Matthäus 20,17-19. Dort sagt Jesus:

Und als Jesus nach Jerusalem hinaufging, nahm er die zwölf Jünger für sich allein zu sich und sprach auf dem Weg zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den hohen Priestern und Schriftgelehrten überliefert werden, und sie werden ihn zum Tod verurteilen und werden ihn den Nationen überliefern, damit sie ihn verspotten, geißeln und kreuzigen, und am dritten Tag wird er auferstehen.

Jesus sagt seinen Jüngern also schon im Voraus, was jetzt in dieser Woche geschehen wird. Das ist sozusagen die Krönung seines ganzen Lebens. Jetzt steht diese Karwoche an, mit dem Einzug nach Jerusalem, mit der Verurteilung, mit der Kreuzigung und dann nächsten Sonntag mit der Auferstehung.

Jesus sagt seinen Jüngern damit gewissermaßen voraus, was geschehen wird, und auch, was der Grund dafür ist, dass sie jetzt nach Jerusalem gehen. So wird sein Auftrag deutlicher, und so lässt sich dieser Einzug besser einordnen.

Aber die Jünger haben es nicht verstanden. Das schreibt Johannes selbst in seinem Evangelium, dass sie das nicht zusammenbrachten. Sie haben nicht verstanden, was hier geschieht.

Aber ich hoffe, dass wir es heute verstehen, warum dieser Palmsonntag so wichtig ist: der König, der anders kommt.

Die Sanftmut des Königs und die falschen Erwartungen der Menge

Und ich habe den ersten Punkt für euch mitgebracht. Er lautet folgendermaßen: Sein Königtum zeigt sich in Sanftmut oder Demut.

Palmsonntag markiert den Höhepunkt der öffentlichen Wirksamkeit Jesu. Es ist der Moment, in dem er nach Jahren des Rückzugs, in denen er sich zurückgezogen hat, und nach Jahren der Stille sich ganz offiziell als König ausrufen lässt. Es gab schon solche Aufrufe. Denken wir an die Speisung der Fünftausend, Johannes 6,15. Da wollte die Menge Jesus zum König machen. Aber als die Menge Jesus zum König machen wollte, ist er allein auf einen einsamen Berg gegangen. Der Zeitpunkt war noch nicht da. Aber jetzt ist der Zeitpunkt da. Jetzt offenbart sich Jesus als der Messias.

Doch wie geschieht das? Nicht mit einem Streitross, nicht mit einem großen Heer marschiert Jesus hinein, nicht mit politischer Macht, sondern auf einem Esel, dem Tier der Sanftmut, der Demut, des Friedens. Und es erfüllt sich die Prophetie aus Sacharja 9,9. Dort heißt es: „Frohlocke laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König wird zu dir kommen! Gerecht und ein Retter ist er, demütig auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Esel.“

Und hier konnte jedermann wissen, dass Jesus der Messias ist. Es gab keine Entschuldigung. Keiner konnte jetzt sagen: Wir wissen nicht, wer dieser ist. Aber er kommt reitend auf einem Esel, der König von Israel. Jeder kannte diese Stelle aus Sacharja, diese Prophetie, Sacharja 9,9: Dein König kommt auf einem Esel. Das ist ein markantes Zeichen. Wenn es hieße, da kommt jemand auf einem hohen Ross mit Gewalt, mit Soldaten, da hätte jeder fragen können: Ja, ist das wirklich der Messias? Aber dieses Zeichen ist so außergewöhnlich, dass jeder wusste: Hier kommt der König von Israel. Und ab hier gibt es keine Entschuldigung. Keiner konnte sagen: Wir wissen nicht, wer dieser ist.

Aber dieser König ist anders. Dieser König ist anders. Jesus wählt bewusst den Esel als Reittier. Und Jesus gibt zwei seiner Jünger den Auftrag, einen Esel zu besorgen. Sie sollen in das nächste Dorf nach Betfage gehen. Dort finden sie einen Esel und sein Fohlen, und sie sollen ihn mitbringen. Und es ist sehr interessant, wenn wir sehen, dass der Eigentümer ohne Widerrede die zwei Esel ziehen lässt.

Und wir sehen, dass dieser Tag, dieser Palmsonntag, keine Aneinanderreihung von zufälligen Situationen ist, die sich hier aneinanderreihen, sondern das ist von Gott gewollt. Das ist der Tag Gottes, den er festgesetzt hat, um eines zu proklamieren: Hier ist der König von Israel. Es entsteht nicht zufällig, sondern Gott plant diesen Tag. Und wenn Gott dir einen Auftrag gibt, oder hier den Jüngern den Auftrag gibt, dann sorgt er auch dafür, dass es umsetzbar ist. Er schafft die Voraussetzungen, damit der Auftrag gelingt.

Und so bringen die Jünger diese zwei Esel mit sich, und Jesus zieht auf diesen Eseln nach Jerusalem ein. Jesus setzt ein Zeichen: Er ist der Friedenskönig. Er ist kein politischer Revolutionär. Er kommt nicht, um zu nehmen, sondern um zu geben. Er kommt nicht, um über Territorien zu herrschen, über Israel, über Jerusalem, sondern über Herzen. Er kommt nicht, um sich erhöhen zu lassen, sondern er kommt, um sich zu erniedrigen.

Und Jesus zieht ein, und die Menschen rufen: Hosianna dem Sohn Davids! Und wisst ihr, was Hosianna bedeutet? Hosianna bedeutet: Herr, hilf uns! Herr, rette uns! Es ist in Anlehnung an Psalm 118,25. Da kommt diese Bitte vor: Herr, hilf uns, rette uns. Wir brauchen Hilfe, wir sind verloren. Herr, hilf uns!

Und sie sehen in Jesus den König, den sie wollen. Sie sehen in Jesus diesen König, der jetzt kommt, um die Römer aus dem Land zu werfen. Und wir sehen, dass sie Palmenzweige schwenken. Palmenzweige, das war ein jüdisches Sieges- und Freiheitssymbol. Sie breiten ihre Kleider vor Jesus aus. Es ist eine königliche Ehrerweisung, so finden wir das im Alten Testament immer wieder beschrieben. Und die ganze Stadt war in Aufregung.

Man schätzt, dass damals in Jerusalem circa zwei Millionen Pilger waren. Zwei Millionen Menschen. Das waren nicht zwanzig Leute, die da Jesus hinterhergelaufen sind. Da war eine ganze Volksbewegung, da war ein ganzer Aufmarsch an Menschenmassen, die Jesus hinterherlaufen und vorauslaufen und zu ihm rufen: Hosianna, dem Sohn Davids, hilf uns, rette uns! Die ganze Stadt war in Bewegung.

In Johannes 12 und in Lukas 19 wird uns auch berichtet, dass viele Menschen Jesus folgten wegen der Wunder, die sie gesehen haben. Wie Lazarus aus dem Grab auferstanden ist, das ist erst vor Kurzem geschehen. Und die Menschen kommen und sagen: Ja, dieser Jesus, der hat Macht über den Tod. Und wenn er Macht über den Tod hatte, wenn er den Lazarus aus dem Tod wieder zurückgeholt hat, dann hat er auch die Macht, die Römer aus dem Land zu vertreiben und eine andere Regierung zu etablieren.

Aber die Menschen haben auch Heilungen und Wunder erlebt, die Speisung der Viertausend, der Fünftausend, die vielen Heilungen, die geschehen sind. Und deswegen laufen die Menschenmassen Jesus nach. Herr, hilf uns! Herr, rette uns!

Doch die meisten dieser Menschen suchten Befreiung, Befreiung von Rom. Sie suchten politische Veränderung. Und es ist auch verständlich. Die römische Besatzungsmacht, das war kein Zuckerschlecken. Die Römer, so wie sie mit ihren unterdrückten Völkern umgegangen sind, das war kein Zuckerschlecken. Das war kein einfaches Leben. Und sie suchten Veränderung. Sie wollten König Jesus auf dem Thron haben und nicht den Kaiser aus Rom. Und man kann es ein bisschen nachvollziehen.

Und wir werden später sehen, dass selbst die Jünger diesen Wunsch hatten. In Apostelgeschichte 1,6, als Jesus schon längst gestorben, auferstanden ist und sich ihnen gezeigt hat, fragen sie: Wann wirst du das Reich wieder aufbauen? Wann wird das Königreich von David wiederhergestellt werden? Das war dieser tiefste Wunsch dieser Menschen.

Und wir sehen hier, dass die meisten Christus, den Messias, politisch verstanden. Sacharja 9,9 haben wir gerade gelesen. Da heißt es: „Gerecht und ein Retter ist er.“ Aber es stellt sich nun die Frage: Von was denn retten? Herr, hilf uns! Aber von was? Von den Römern? Ist das Jesu Auftrag, die Römer aus dem Land zu vertreiben? Nein, Christus will eine viel tiefere Not der Menschen beantworten. Und zwar die Frage der Versöhnung mit Gott.

Jesus ist der König, den sie brauchen. Jesus ist der König, den sie brauchen. Und in Lukas 19,10 wird beschrieben, warum dieser König auf die Erde gekommen ist: Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Dieser König, der jetzt nach Jerusalem einzieht, er will das wirkliche Problem von uns Menschen angehen und uns von unseren Sünden lösen. Dieses Problem, das seit Adam und Eva herrscht, dieses verdorbene Herz, und wir haben es letzten Sonntag in der Predigt gehört, darum geht es Jesus. Es geht ihm um die Beziehung zu Gott.

Es ist nicht verwerflich, wenn man politische Veränderung will. Das war ein hartes Joch, was die Römer den Israeliten aufgebürdet haben. Aber es war nicht primär ihr erstes Problem, das die Juden hatten. Das primäre Problem bestand darin, dass sie schuldig vor Gott waren, dass sie Sünder waren: Herr, hilf uns!

Jesus ist im Begriff, diesen Menschen zu helfen. Aber anders, als sie sich das ausdenken, anders, als sie sich das ausmalen. Wie rettet er? Wie ist dieser König, und wie kann dieser König retten?

Der Weg zum Kreuz und die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung

Das ist mein zweiter Punkt heute Morgen: Sein Königtum führt über das Kreuz. Sein Königtum führt über das Kreuz.

Die Menge jubelt. Freude auf den Straßen. Es scheint, als ob eine große Wende, eine große Veränderung kommen würde. Die Menschen sind in großer Erwartung, ausgelassene Freude. Das Königreich von David wird wiederhergestellt, dieses Großreich Israel kommt jetzt, nimmt Fahrt auf.

Und in dieser jubelnden Menge, in dieser Freude auf den Straßen, da ist eine Person, die sich nicht freuen kann. Da ist einer, der nicht jubeln kann, und zwar Jesus. Jesus weint.

Lukas schildert uns die inneren Abläufe, die in Jesus stattgefunden haben, wie es Jesus erging, als er auf dem Esel nach Jerusalem einritt und die Menschenmengen Hosianna dem Sohn Davids zurufen, sie ihn huldigten. Lukas 19,41: Als Jesus sich nun der Stadt näherte und sie vor sich liegen sah, weinte er über sie.

Warum denn? Ist doch Partystimmung. Alle freuen sich, alle jubeln, alle erwarten jetzt die große Veränderung. Aber Jesus sieht mehr. Jesus sieht in das Herz dieser Menschen hinein. Lukas 19,42 heißt es: und sagte: Wenn doch auch du am heutigen Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringen würde! Nun aber ist es dir verborgen, du siehst es nicht.

Und dann kündigt Jesus Gericht an über Jerusalem, dass Jerusalem zerstört werden wird, weil sie den Messias nicht annehmen wollen. Und Lukas 19,44: Weil du die Zeit, in der Gott dir begegnete, nicht erkannt hast.

Wir sehen hier zwei unterschiedliche Wahrnehmungen dieser Situation. Die Menschen feiern Jesus, den König, aber Jesus sieht viel tiefer. Jesus sieht in das Herz dieser Menschen hinein, und Jesus weiß, dass sie dieses Angebot nicht annehmen werden. Gnade und Gericht so nah beieinander: An diesem einen Tag, an diesem Palmsonntag, entscheidet sich die Zukunft von Jerusalem, entscheidet sich die Zukunft der Menschen.

Aber die Menschen wollen keinen echten Frieden. Diese Menschen, die Hosianna rufen, sie wollen nur ihre eigenen Wünsche in Erfüllung gehen sehen. Sie wollen ihre eigenen Pläne verwirklicht sehen. Sie wollen Jesus nur vor ihren eigenen Karren spannen, und sie verpassen den, um Hilfe zu bitten, der echten Frieden bringen kann.

Sie rufen zu Jesus: Hosianna, hilf uns. Aber sie denken an das Falsche. Sie denken an das Falsche. Sie denken, der Messias sei eine politische Figur. Sie wollen Befreiung, Lebenserleichterung. Nichts Verwerfliches, aber das ist nicht Problem Nummer eins.

Jesus selbst beklagt in Matthäus 23 während dieser Karwoche, als er mit den Führern von Israel, Pharisäern und Schriftgelehrten spricht, in Matthäus 23,37: Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die, die Gott zu dir schickt! Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, wie eine Henne, die ihre Küken unter ihre Flügel nimmt, aber ihr habt nicht gewollt.

Wie traurig, wie zerreißt es hier das Herz von Jesus. Wie viele Propheten habe ich nach Jerusalem geschickt? Wie viele Propheten haben dich aufmerksam gemacht auf diesen lebendigen Gott? Aber du bist nicht umgekehrt. Du hast diese Propheten mundtot gemacht. Du hast sie umgebracht. Aber ihr habt nicht gewollt. Und auch jetzt wollen sie nicht. Sie wollen einen politischen Jesus, aber sie wollen keinen Messias, der über ihr Leben herrscht.

Und wer Gnade nicht annehmen will, dem bleibt nur Gericht. Und deswegen kann sich Jesus nicht freuen, weil er diese verlorene Menschheit vor sich sieht, die nicht erkennt, was ihnen echten Frieden bringt. Ja, noch mehr: Sie lehnen ihn ab. Sie lehnen ihn ab. Sie wollen nicht.

Es gibt da noch eine andere Gruppe, die überhaupt nicht erfreut ist, dass dieser Jubel da ist, dass Jesus als dieser gefeierte Messias nach Jerusalem einzieht. Das waren die Pharisäer. Und dort heißt es in Lukas 19,39: Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. Also während Jesus auf dem Esel nach Jerusalem einreitet und die Menschenmenge ihm zuruft und huldigt, da waren einige Pharisäer aus der Menge, erhoben Einspruch und sagten: Meister, verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!

Den hat es überhaupt nicht geschmeckt, dass plötzlich der Messias kommt, dass es ganz offensichtlich der Messias ist. Was haben denn die Jünger geredet? In Lukas 19,38 heißt es: Gesegnet sei er, der König, der im Namen des Herrn kommt! Frieden bei dem, der im Himmel ist, Ehre dem, der droben in der Höhe wohnt.

Und das hat den Pharisäern nicht geschmeckt. Sie wollten keinen Jesus, der ihnen den Platz streitig macht. Jesus sagt doch: Gebiete doch Einhalt, die können dich da nicht so feiern. Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: Ich sage euch, wenn sie schweigen, werden die Steine schreien.

Das war von Gott so geplant. Das war dieses öffentliche Bekenntnis: Hier ist der Messias, hier ist der Retter der Welt. Jetzt sollte es jeder wissen. Jeder sollte es wissen. Jetzt kommt der Retter der Welt, jetzt kommt dieser König.

Und Jesus zieht nach Jerusalem ein, aber nicht zuerst zum Thron. Er geht nicht in den Palast und setzt sich auf den Thron. Dieser König zieht ein, um am Kreuz zu sterben. Der König muss sterben, bevor er herrschen kann. Und die gleiche Menge, die ruft Hosianna, ruft wenige Tage später: Kreuzige ihn, kreuzige ihn!

Fünf Tage später singen sie ein ganz anderes Lied. Nicht Hosianna, gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Wir wollen ihn nicht. Kreuzige ihn. Wir brauchen ihn nicht.

Zwischen Hosianna und Kreuz: Warum? Warum verwarfen plötzlich die Menschen Jesus? Weil Jesus nicht die Erwartungen der Menschen erfüllte, weil Jesus den Willen des Vaters tat. Und wir müssen eines sehen: Die Sünde trennt den Menschen von Gott. Und da reicht es nicht, ein politischer Messias zu sein. Ein politischer Messias kann die Trennung zwischen Gott und den Menschen nicht lösen.

Aber Christus kam als das Lamm Gottes, die Schuld zu tragen, und der Einzug in Jerusalem ist der Einzug in seinen Opferweg bis zum Kreuz. Wie rettet dieser König? Der König rettet, indem er sich hingibt und nicht, indem er herrscht.

Es waren unzählige Schafe zu dem Zeitpunkt in Jerusalem und um Jerusalem herum. Man spricht davon, dass circa zweihundertfünfzigtausend Schafe am Freitag geschlachtet worden sind, und im Alten Testament heißt es, dass sie vier Tage vorher schon ausgesucht werden sollen. Das war eben dieser Zeitraum, ungefähr um Palmsonntag. Jeder wusste, was das bedeutet, und genau in diese Situation hinein kommt dieser König als das Opferlamm, um sich hinzugeben, um sich opfern zu lassen. Er kommt nicht, um zu herrschen.

In Markus 10,45 heißt es: Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

Ein anderer König, ein König, der in Sanftmut kommt, ein König, der demütig in Jerusalem einreitet. Sein Königsein führt über das Kreuz, und das sahen die Menschen nicht kommen. Obwohl sie es hätten wissen können, obwohl Jesus das gesagt hat, verkündigt hat durch die Propheten, obwohl Jesus diese dreifache Leidensankündigung seinen Jüngern gesagt hat, konnten sie es nicht einordnen. Damit haben sie nicht gerechnet.

Sie erwarteten einen König, der glorreich in Jerusalem einzieht, aber nun zieht ein König ein, auf dem das Kreuz wartet. Aber Jesu Königsherrschaft stellt die Menschen damals und auch heute vor eine Entscheidung.

Die Frage nach der wahren Identität Jesu

Das ist mein dritter Punkt heute Morgen: Sein Königtum fordert Entscheidung. Sein Königtum fordert Entscheidung.

In Matthäus 21,10 haben wir gelesen: Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser? Die Volksmenge aber sagte: Dieser ist der Prophet Jesus, der von Nazaret in Galiläa.

Diese Frage kommt nun auf: Wer ist dieser? Wer ist jetzt der, der auf diesem Esel nach Jerusalem einreitet? Und die Menge antwortet: Der Prophet Jesus, der von Nazaret in Galiläa. Und am Anfang wird diese Frage beantwortet: Ist er der Sohn Davids? Ob das aus tiefster Überzeugung oder doch nur Ausdruck ihrer spontanen Gefühle war, weiss ich nicht. Aber sehr wahrscheinlich war das keine echte Überzeugung, dass das der Messias ist. Sondern es fühlte sich einfach gut an, diesem neuen König in Jerusalem zuzujubeln, auf dieser Welle der Euphorie mitzureiten, mitzulaufen, in dieser Masse die Lieder mitzusingen und Jesus zu huldigen. Es hat ja nichts gekostet.

Und diese Menschenmassen, sie waren wie ein Fähnchen im Wind. Heute jubeln sie ihm zu: Hosianna. Und morgen schreien sie ihm ins Angesicht: Kreuzige ihn. Heute ein König, morgen ein Verbrecher.

Wer ist dieser? Nun, Palmsonntag stellt uns vor die gleiche Frage: Wer ist dieser König? Und diese Frage gilt auch für dich. Einer, der deine Wünsche erfüllt? Einer, der parat stehen muss, um dich zu deinem Glück zu verhelfen? Einer, von dem du Lebenshilfe erwartest, dass dein Leben gelingt und vorwärts geht und immer nur bergauf? Einer, der wie ein Rettungsanker in deinem Leben da ist, wenn es schwierig ist, wenn du dich irgendwie mal verlaufen hast, wenn du in der Sackgasse feststeckst? Hilf mir, ist Jesus dein Problemlöser?

Nichts gegen diese Probleme, sie sind berechtigt. Und wir brauchen Lebenshilfe, wir brauchen Unterstützung, wir brauchen Ermutigung, wir brauchen jemanden, der uns hilft. Das macht Gott auch. Aber es ist nicht primär das, was deine und meine Sorge sein sollten.

Viele Menschen bewundern Jesus, solange er ihre Wünsche erfüllt. Hosianna dem König. Sie denken, dass sie Jesus vor ihren Karren spannen können. Ist das bei dir auch so? Solange Jesus deine Wünsche erfüllt, schreist du ihm Hosianna zu, Herr, hilf! Du huldigst ihn und betest ihn an, legst deine Kleider vor ihm aus, als Ehrerbietung vor diesem König. Aber nur, solange er deine Wünsche erfüllt, solange es so geht, wie du das gerne hättest.

Vielleicht findest du dich heute Morgen in dieser Masse dieser Menschen wieder, die Jesus zujubeln, aber aus falschen Interessen. Oder siehst du in Jesus deinen Retter, Heiland und Herrn, der dich von der Sklaverei der Sünde befreit, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dein grösstes Problem, das du hast, das Problem der Sünde, lösen kann, der das Leben vom Verderben erlöst, der dir Versöhnung mit Gott schenkt? Siehst du in Jesus diesen Retter, der dich von deiner Schuld befreien kann? Hast du ein tatsächliches Bild von diesem König, oder ist es verzerrt?

Palmsonntag ruft uns zu einer Entscheidung auf. Wie siehst du ihn? Mit welchen Augen siehst du diesen König? Dieser König Jesus ruft dich in seine Nachfolge. Jesu Einzug nach Jerusalem führte nicht zum Thron, sondern zum Kreuz. Und der Ruf Jesu in die Nachfolge führt dich auch zum Kreuz. Das christliche Leben ist kein Weg des äusseren Triumphes, sondern des inneren Sieges über Sünde, Stolz und falsche Erwartungen. Das ist Nachfolge.

Wenn Jesus dich zur Nachfolge ruft, dann ist das der Weg zum Kreuz. Und das wollen viele nicht wahrhaben. Sie wollen Ruhm, sie wollen Ehre, sie wollen Pracht, sie wollen Herrlichkeit, sie wollen, dass alles glattläuft. Aber das bekommst du nicht beim echten Jesus. Er kann dir die Sünden vergeben, er kann dir ewiges Leben geben. Aber wenn er dich in die Nachfolge ruft, dann ruft er dich dazu auf, dein Kreuz auf dich zu nehmen. Das wollen viele nicht. Da ist die Hürde zu hoch.

Durch sein Sterben am Kreuz und die Auferstehung lesen wir in der Bibel, dass Gott diesem König Jesus alle Macht gegeben hat, alle Macht. Matthäus 28,18 sagt Jesus selbst: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf der Erde. Und Paulus führt es aus in Philipper 2,8-11: Er, Jesus, erniedrigte sich selbst und gehorchte Gott bis zum Tod, zum Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn über alles erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen steht. Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt, von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr. Und jeder Mund wird anerkennen: Jesus Christus ist der Herr. So wird Gott, der Vater, geehrt.

Jetzt noch einmal zurück zu dieser Frage: Wer ist dieser? Und Paulus beantwortet es hier: Jesus Christus ist der Herr. Jesus Christus ist der Herr. Und dieser Herr beansprucht die absolute Herrschaft über dein ganzes Leben. Weil du in seinem Herrschaftsgebiet lebst, weil du in seinem Königreich lebst.

Und es gibt nur zwei Optionen: Entweder du beugst heute deine Knie vor ihm, oder du wirst deine Knie einmal vor diesem König beugen müssen. Aber dann wird es die entsprechenden Konsequenzen mit sich bringen. Dieser König ist ein echter König, ihm ist alle Macht gegeben worden. Vor diesem König muss jeder sein Knie beugen. Vor diesem König musst du deine völlige Kapitulation eingestehen. Das sind die Bedingungen, wenn du diesem König nachfolgen willst.

Aber wenn du deine Kapitulation eingestehst, wenn du deine Knie vor diesem König beugst, dann erhältst du ewiges Leben. Ewiges Leben! Versöhnt sein mit Gott. Das ist ein anderer König. Das ist kein König, der dich ausnützt, dich niedermacht und noch mehr ausquetscht. Wenn du dich vor diesem König beugst, dann erhältst du ewiges Leben, dann werden dir die Sünden vergeben.

Und jetzt ist die Zeit dafür. Palmsonntag ist ein Feiertag, ein Gedenktag, ein Tag, an dem Jesus uns in seine Nachfolge aufruft, weil ihm alle Macht gehört auf dieser Welt und weil du in seinem Herrschaftsgebiet lebst. Beuge deine Knie vor ihm. Heute ist noch Gnadenzeit, aber es wird Gericht kommen. Jerusalem wurde 70 nach Christus völlig zerstört, weil sie nicht wollten. Sie wollten dieses Angebot nicht annehmen.

Und vielleicht sitzt du hier und denkst: Ach, das klingt schon wieder hart. Das ist schon wieder so ein Bild: Jesus ist alles, und ich muss mich beugen und demütigen und ich muss mich unterordnen. Ja, das ist es. Aber ich möchte dich an den ersten Punkt erinnern. Sein Königtum zeigt sich in Sanftmut und in Demut. Und der König Jesus selbst sagt, was in seinem tiefsten Inneren ist, wie sein Herz schlägt: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn das Joch, das ich auferlege, drückt nicht, und die Last, die ich zu tragen gebe, ist leicht.“ Matthäus 11,29-30

Hast du das gehört? Hast du das gehört, was hier gesagt wird, was Jesus hier sagt? Mein Herz ist demütig und sanftmütig, und mein Joch, das ich dir gebe, ist leicht, und die Last, die ich dir auferlege, drückt nicht. Was ist das für ein König? Den findest du sonst nicht auf dieser Welt. Alle versuchen, dich noch mehr auszuquetschen. Es ist ein Vorrecht, diesem König folgen zu dürfen. Es ist ein Vorrecht, diesem König folgen zu dürfen. Es gibt keinen Zweiten, der solch ein demütiges Herz hat.

Und deswegen möchte ich dich heute aufrufen: Folge ihm nach, beuge deine Knie vor ihm. Jetzt ist sein Königtum hier auf dieser Erde nicht sichtbar. Es ist eine wirkliche Realität, Jesus herrscht, aber wir sehen es noch nicht, weil er sein Reich noch nicht sichtbar auf dieser Welt aufgebaut hat. Aber der Tag wird kommen, und damit möchte ich schliessen mit meinem vierten Punkt. Er kommt nicht direkt aus dem Text, aber er ist im grösseren Zusammenhang mit eingewoben.

Die kommende Herrschaft in Macht und Herrlichkeit

Sein Königtum wird sichtbar in Macht und Herrlichkeit. Palmsonntag verweist auf zwei Einzüge: seinen ersten Einzug in Demut, in Sanftmut auf einem Esel.

Aber die Bibel spricht auch davon, dass Jesus in gleicher Weise nach Jerusalem einziehen wird, aber in Macht und Herrlichkeit. Da wird er kommen als König der Könige, da wird er auf dem Schlachtross kommen, da wird er mit seinem Heer kommen. Das wird in Offenbarung 19 und Matthäus 24 beschrieben.

Bei seinem ersten Einzug kam er, um zu sterben. Aber beim zweiten Einzug wird er kommen, um zu herrschen, ganz offensichtlich. Das wird jeder sehen. Und wer sich dem König im ersten Einzug vor diesem König die Knie gebeugt hat, der wird sich über den zweiten Einzug freuen. Weil jeder, der seine Knie heute nicht beugt, dem wird beim zweiten Einzug, da wird er sich beugen müssen. Dann muss er es, dann hat er nicht mehr die Option, es freiwillig zu tun.

Und ich möchte einfach auf diese Realität hinweisen, dass unser Leben, wenn du diesem König folgst, eine Realität ist, die auf dieser Welt nicht sichtbar ist. Das bringt aber auch Folgen mit sich. Unser Leben ist auf die Ewigkeit ausgerichtet, nicht auf das Diesseitige, nicht nur auf diese Welt. Und deswegen werden wir aufgefordert in Kolosser 3,2: Richtet eure Gedanken auf das, was im Himmel ist, nicht auf das, was zur irdischen Welt gehört. Entschuldigung, das war Kolosser 3,2 und Philipper 3,20: Euer Bürgerrecht ist im Himmel.

Wenn du deine Knie vor diesem König gebeugt hast, dann hast du ein Bürgerrecht im Himmel. Dann sollen wir aber auch so denken und unser Leben so einrichten. Dieser König wird wiederkommen, und daher plane in deinem Leben nicht nur das Irdische, nicht nur das Sichtbare, sondern orientiere dich an der Ewigkeit. Richte deinen Blick auf diese ewige Herrschaft Jesu Christi.

Weil dieser König Jesus wiederkommen wird, bewerte Erfolg nicht an Karriere, an Geld, an Status, sondern an der Treue zu Christus. Weil dieser König wiederkommen wird, sehe Leid, Enttäuschung, Ungerechtigkeit im Lichte seines kommenden Reiches. Das ordnet unsere Perspektive auf dieser Welt ganz neu.

Ich möchte zum Schluss kommen. Zwischen Hosianna und Kreuz, der Weg in die Karwoche. Und wir haben gesehen, wie diese Woche alles verändert: Einzug nach Jerusalem, Kreuzigung, Auferstehung nächsten Sonntag.

Und dieser Palmsonntag offenbart einen anderen König, einen König, der sein Königtum in Demut und in Sanftmut entfaltet, einen König, der bereit ist, über das Kreuz zu gehen, einen König, der aber auch von dir und mir heute eine Entscheidung erwartet. Und eines Tages wird sein Königtum sichtbar in Macht und Herrlichkeit wiederkommen.

Jim Elliot antwortet an diesen König. Er schrieb seine Antwort am 28.10.1949 in sein Tagebuch: Er ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, um zu gewinnen, was er nicht verlieren kann. Nochmal: Er ist keiner, der hingibt, was er nicht behalten kann, um zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.

Was ist deine Antwort an diesen König? Was ist deine Antwort an diesen König? Amen.