Einleitung
Jetzt wollen wir den Predigttext für heute lesen aus der Bergpredigt.
Matthäus 5 Vers 13 bis 16.
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit
soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet
und lässt es von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge
liegt, nicht verborgen
sein.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Eimer,
sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten
Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Ich spreche gern mit Ihnen, aber noch lieber spreche ich mit Menschen, die
mich nicht kennen. Warum? Die, die mich keinen, die wissen, jetzt kommt er
gleich mit einem evangelistischen Überraschungsangriff oder jetzt kommt
irgendwas. Jetzt gibt er ein Wort des Glaubens. Aber bei den Menschen, die
man nicht kennt, kann man viel ungenierter sich heranpirschen. Also, da
sitzt man im Eisenbahnabteil und unterhält sich über die Steuerpolitik der
Regierung und über das Wetter. Oder mit einem Tramper im Auto. Und der weiß
ja nicht, wer man ist.
Und dann fragt man so: Was sind eigentlich Ihre Lebensziele: Oh, meine
Lebensziele, ja, dann wird ausgepackt: Ich möchte eine gute Stellung, und
ich möchte einen guten Posten haben, ich möchte Geld verdienen. Ja, und
dann? Ah, ich hoffe, dass ich da lange wirken kann und dass ich aufsteige.
Und dann? Und dann freue ich mich jetzt schon, sagen manche schon in früher
Jugend: Dann freue ich mich auf den Ruhestand, oh, das wird schön. Und dann
fragt man weiter. Es ist ja interessant, wenn man nicht predigt, sondern
bloß fragt. Da können Sie oft viel mehr dem anderen sagen, als wenn Sie den
selber reden lassen!
Ja, und dann? Ja, dann hoffe ich, dass ich ganz ganz ganz alt werde. Und
dann? Dann werden Sie erleben, dass Sie jeder ganz dumm anguckt, wie man
gar nimmer dümmer gucken kann. Und sagt: Ja, was ist mit Ihnen los, haben
Sie vielleicht einen Sinn im Leben?
Dann kann ich ruhig sagen: Ja! Hoffentlich haben Sie einen, wofür Sie
leben. Und nicht bloß, wenn Sie alt sind, sondern heute. Und nicht ein
Lebensziel, das nur in Geld aufgeht, oder in Positionen und in Ehre. Wofür
leben Sie denn? Wofür leben Sie denn? Die meisten Leute sagen dann in den
Gesprächen, da haben Sie prima Gespräche, die sie dann führen können, es
hat alles überhaupt keinen Sinn. Man rackert sich ab, und rackert sich ab,
und es kommt am Ende nichts raus. Es ist ja erschütternd, wie auch die
Krankheiten viele Menschen plötzlich vor die Sinnlosigkeit ihres Lebens
führen, und selbst gläubige Leute. Und es kommt zum Vorschein, sie hatten
kein Lebensziel, Sie haben gar keinen Lebenssinn. Ja, was ist denn des
Lebens Sinn?
Den kann man sich nicht selber geben.
Den muss einem Gott geben. Der muss Sie berufen. Ja, zu was beruft er sie?
Heute habe ich Ihnen zu überbringen, dass Gott für jeden von Ihnen eine
Berufung hat, und eine Platzanweisung, einen Dienst, der Ihr ganzes Leben
umfassen soll, die Freizeit und den Beruf, im Ruhestand, und in der Jugend:
Ihr seid das Licht der Welt. Ihr seid das Salz der Erde. Wozu lebst du?
Damit ich das Licht scheinen lasse. Das passt auch noch, wenn einer
jahrelang gelähmt im Bett liegt. Warum lebt er noch? Hat das Leben noch
einen Sinn. Das ist auch ein Lebenssinn, wenn man behindert ist. Dass ich
das Licht scheinen lasse. Dass Menschen den Vater im Himmel preisen über
den guten Werken. Ich habe es nicht lassen können, ich habe wieder drei
Teile. Erster Teil:
Das kann man gar nicht fassen.
Also jetzt, bei allem Respekt vor Ihnen, ich schätze und ehre Sie. Und
bewundere Sie, aber das Sie das Licht der Welt sein, dass ich das Licht der
Welt sein soll, die Tranfunzel der Welt vielleicht. Aber, das Licht der
Welt! Sagen Sie, was ist denn Welt? Dass George Bush und Michael
Gorbatschow, das ist die Deutsche Bank und die Britische Bank, und das ist
Schauspiel und Theater, Universität und Forschung. Was braucht die Welt uns
Christen? Die pfeift doch auf uns, die Welt, was will die denn von den
Christen haben? Wie wenn Sie unser Licht haben wollte! Im Fernsehen können
sie die Bibeltreuen auch nur bloß durch den Kakao ziehen. Die wollen doch
uns nicht! Was wollen die von uns? Sie erleben das doch auf Schritt und
Tritt! Dass das niemanden interessiert. Ach, in unserer Stadt. Der OB, der
interessiert sich doch nicht für uns. Wir sollten nicht für ihn sein, das
will der doch gar nicht haben. Unsere jungen Leute erleben das in der
Schulklasse, dass die Lehrer lächeln, die Mitschüler lächeln über
Frömmigkeit, über die Bindung an das Wort Gottes, über all das, was wir
andern vermitteln wollten, wenn wir den Mund aufmachen und irgendwo etwas
erzählen, wir ernten doch nur Spott bei unsern Kollegen, was will denn die
Welt von uns überhaupt, von uns haben. Sie will nichts, und wir können
nichts von dem Licht machen. Also, ich will das mal ganz trocken so sagen,
damit wir jetzt auch uns nicht im Gottesdienst in so eine fromme Stimmung
hineinlullen, und dann so sagen: Ha, wir müssen jetzt eben Licht sein. Du
in deiner Ecke und ich in meiner hier, wir können ja gar keine Lichter
sein, weil wir so kleine Lichter sind. Und ich wüsste auch nicht, mit was
wir leuchten sollten. Mit was denn? Womit wollten wir denn den anderen
Eindruck machen? War das eigentlich damals zur Zeit Jesu anders? Was waren
denn das für zwölf Männer? Die da um Jesus herumstanden. Dass sie wissen,
die Bergpredigt ist nicht an die Welt gerichtet, sondern an gläubige Jesus-
Jünger. So fängt die Bergpredigt schon an, dass Jesus zu den Jüngern
sprach, die Bergpredigt ist überhaupt nur verständlich, wenn sie das
wissen, das geht gläubige Jünger an, das können sie nicht jedem übertragen.
Damals waren das doch schwache und unbegabte Leute, die keinen Einfluss
hatten. Dass der Pilatus sich um diese paar Hanseln nicht gekümmert hat,
war doch klar, nachdem er den Fall Jesus abgehakt hat, war doch für ihn das
Thema erledigt, und er hat das nicht einmal mehr in Jerusalem zur Kenntnis
nehmen wollen, was diese paar Christen da noch tun, und wenn da die
Gemeinde wächst, das ist doch nichts Interessantes. Aber selbst die
damalige Kirche hat ja diese Jesus-Jünger nicht ernst genommen. Sie hat mit
ihrer ganzen Verachtung und mit ihrer Gleichgültigkeit die gestraft, und
die Menschen lachten über sie und verspotteten sie. Was hat denn damals die
römische Kultur sich interessiert fürs Christentum, als Paulus durch die
Lande eilte, er saß doch die meiste Zeit seines Dienstes im Gefängnis.
Untätig, zu Unrecht verurteilt. Dann hat man die wenigen Christen in Rom
vollends in die Katakomben gejagt und zur Bedeutungslosigkeit
heruntergewürdigt. Rom hat rauschende Feste gefeiert, in Rom wurde die
Politik gemacht, da wurde die Weltherrschaft befestigt, dort waren Pläne
gemacht, und da war die Geisteskultur da und da war die Wissenschaft zu
Hause. Aber das, was diese Christen in den Katakomben in aller Stille
lebten, hat das Römerreich überdauert. Lux lucet in tenebrae. Das Licht
leuchtet in der Finsternis. Das war ihr Wahlspruch. Das Licht leuchtet in
der Finsternis. Merken Sie: Es ist überhaupt nicht wichtig, ob Sie auf
einem einflussreichen Posten stehen, ob Ihnen die Leute zujubeln, ob sie
Anerkennung, Geltung haben bei den Menschen, ob Sie Einfluss haben bei
Ihnen, das ist gar nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass irgendein Licht
scheint, und dass Gottes Geheimnis, es war sogar so, dass die Christen in
dem zerbrechenden Römerreich das lebten, und zwar Jahrhunderte voraus, was
nachher überdauert hat. Und man sah das erst viel später, dass hinter
dieser ganzen großen prunkvollen Römerherrschaft die Fäulnis war, da war
alles morsch. Ist das nicht für uns aktuell heute? Warum ist das uns so
wichtig, wie wir von unseren Zeitgenossen beurteilt werden? Was die zu uns
sagen. Wenn Jesus sagt: Ihr seid das Licht der Welt, ist bloß wichtig, dass
wir das Licht richtig leuchten lassen. Vor ein paar Monaten war ich mit
meiner Frau in San Francisco, und wir sprachen mit einem Mitarbeiter von
der Bewegung Juden für Jesus Jews for Jesus, und er brachte uns zurück zu
unserm Auto, und wir hatten unser Auto unter einer solchen Hochstraße
geparkt, wissen sie, wo die Autobahn auf Stelzen mitten durch die Stadt
geht, und ich sagte dann zu diesem Freund, hör mal, da ist doch bei euch
vor einiger Zeit in San Francisco so ein Erdbeben gewesen. Und da sind doch
die Hochstraßen zusammengeknickt und haben die Autos unter sich begraben,
mir ist ganz mulmig, wenn ich meinen Wagen da unten parke. Wenn das
runterbricht. Und dann sagte der: Ihr habt das größte Erdbeben noch vor
euch in San Francisco, das kommt ja noch, und dann sagte er so bezeichnend:
Ja, wir, die wir hier leben, wir denken einfach nicht daran. Und dann
geht's ganz gut. Wir denken nicht dran. So leben wir ja auch immer wieder
und machen uns gar nicht bewusst, dass alles, auf dem wir leben, der ganze
Boden wackelt doch. Das ist doch unsicher. Manchmal scheint es mit, die
einzig Vernünftigen unserer Zeit sind die Politiker, die Schulden machen,
bis zum Gehtnichtmehr, denn die wissen, dass das Geld eh kaputtgeht.
11:21Wissen sie, in dieser Zeit, was hält denn noch, was hat denn Bestand
in dieser Zeit, worauf gründen Sie denn Ihre Sicherheit, auf Ihre
Gesundheit? Auf Ihre Lebenspläne, was sie alles machen wollen, oder sind
wir Christen wieder Menschen, die sich der Ewigkeit zuwenden, die einen
Lichtschein der Ewigkeit in unsere Welt hinein geben? Macht das was aus,
wenn die Leute sagen, das sind solche, die leben gar nicht richtig hier,
ja, wir wollen gar nicht so richtig hier leben in dem Diesseits. Das ist
für uns sehr unsicher, sehr wacklig. Und warum ist es doch so, kaum zu
fassen, wir sollen das Licht der Welt sein, wir sollen es den Menschen um
uns her sagen, nicht Unglückspropheten spielen, und sagen, es knickt alles
zusammen, es ist alles nichts mehr wert, sondern wir sollen Licht
weitergeben, erhellendes Licht.
Da bin ich beim zweiten Punkt:
Lass dein Licht leuchten.
Lass dein Licht
leuchten.
Ja, lass dein Licht leuchten. Was ist denn dein Licht? Dein Verstand? Deine
Klugheit, dein hübsches Gesicht, deine feine, anständige Art? Es gibt so
viele Christen, die sagen: Ich möchte durch meinen Lebenswandel überzeugen.
Bei mir habe ich die Hoffnung aufgegeben darauf. Also, man ärgert ja so
viele mit seiner Art. Die ärgern sich, an dem Naturell, das man hat, die
ärgern sich an der Ungeschicklichkeit, was ist denn das Licht? Darf ich es
an einer Geschichte verdeutlichen: Als Kinder in den Sommerferien waren wir
immer droben in Hülben. Und da war es immer diese interessante Tour in die
Falkensteiner Höhle. Die kennen Sie doch, mit dem großen Eingang. Da haben
einmal Goldgräber Gold gesucht, darum ist das Loch so groß geworden. Wenn
sie reingehen, das wird ganz nieder. Und dann kommt ein Schlammfeld, und
dann kommen die Seen, und das ist kaltes Wasser, und wenn man durchgeht.
Aber früher, wir waren ja nicht so ausgerüstet, wie die heutigen
Höhlenforscher, wir sind mit den Kerzen hineingegangen. Und ein Windstoß,
da zieht's ja immer durch irgendwelche Löcher in den Kalkfelsen, ein
Luftstrom-Durchzog, da hat er die Kerze ausgeblasen, dann stand man im
Dunkeln da. Und dann gab es immer, das war schon Tradition, dass einer den
blöden Witz machen musste, so, jetzt lasst mal euer Licht leuchten, Sie
kennen doch den dummen Witz. Also, da leuchtet nichts im Dunkeln, da steht
man plötzlich da, und man braucht ein Streichholz, man braucht eine Kerze,
was ist denn das Licht der Christen. Womit sollen denn die Christen in der
Welt leuchten, womit sollen sie andern denn leuchten? Wenn Sie ein bisschen
Bibel kennen, wissen sie, es gibt in der Bibel nur ein Licht: Das ist das
Licht der Höhe, das ist der Herr Jesus Christ. Ich wüsste nicht, was die
Bibel sonst mit Licht bezeichnet. Mache dich auf, werde Licht, denn dein
Licht kommt. Das haben sie nicht in sich drin! Das wäre vermessen, wenn Sie
das glauben. Und wenn Sie noch so viel Gaben haben, das haben sie nicht in
sich. Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. Das Volk,
das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da
wohnen im finstern Land, scheint es helle. Uns ist ein Kind geboren. Da ist
das Licht. Oder der Vater von Johannes dem Täufer sagt es: Uns ist
erschienen der Aufgang aus der Höhe, wie der strahlend helle Morgen, wenn
die Sonne aufgeht. Jesus ist da. Oder Jesus sagt es: Ich bin das Licht der
Welt. Ich habe nichts dagegen, dass Sie den Menschen auch Ihre Güte und
Freundlichkeit zeigen, aber wenn wir von unserem Licht reden, sollen wir
wissen, was wir meinen. Wir wollen der Welt das helle Licht von Jesus
bringen. Wir wollen der Welt das helle Licht von Jesus bringen, dass das
hineinleuchtet in die Welt. Ich muss immer aufpassen, wenn ich Beispiele
aus der Technik bringen. Viele von Ihnen, die verstehen mehr als ich, ich
bin schon froh, wenn ich eine Beißzange vom Hammer unterscheiden kann. Und
da sitzen hinten all die Waldmänner und bedienen diese Videogeräte und so.
aber ich will mich trotzdem mal auf dieses technische Gebiet verlegen. Das
ist ja trotzdem kein Geheimnis, dass da irgendwo in der Glühbirne ein Draht
zu leuchten anfängt, weil der Strom durchgeht. Und dann gibt der einen
Lichtschein. Es ist sicher ein ähnliches Geheimnis, wenn Mensch mit Jesus
lebt. Weil das ja immer auch unsere persönliche Färbung trägt, unser
Zeugnisgeben von dem Licht ist ja getränkt von unserer Person, wir tun das
verschieden, ob wir Frau oder Mann sind, alt oder jung, nach unserer Art
und das ist auch schön, wenn dieses Zeugnis persönlich kommt, darum sagt
auch Jesus: Lasst euer Licht leuchten. Das, was er uns an Erkenntnis
geschenkt hat vom Heil, und was wir erfahren, erlebt haben, sagt es doch so
weiter. Oder wie in der Neonröhre, wo das Gas plötzlich leuchtet. Das in
sich gar keine Strahlung hat. Aber wenn der Strom hindurchkommt, fängt es
zu leuchten an. So soll unser Leben ein Licht hineingeben, einen Jesus-
Schein in die Welt. Und ich bin so froh, dass es nicht nur Licht heißt,
Licht heißt doch 16:55 da sehen Menschen plötzlich ihren Weg. Trauernde
haben Ewigkeitshoffnung. Kranke werden mutig. Zweifler können glauben. Gebt
ihnen Licht. Leute, die über die Sinnlosigkeit ihres Lebens klagen, können
plötzlich wieder gewiss gehen, weil ihr Licht weitergebt. Ich bin ja froh,
dass da auch steht vom Salz. Es ist ja ein ganz anderes Bild, ein
verschiedenes Bild. Salz ist nicht gut, wenn man es auf die Zunge nimmt,
das hat ja nur seinen Wert, wenn man es hineinmischt in den Teig. Salz ist
etwas Unangenehmes. Das schmeckt nicht mal so gut, das schmeckt erst in der
richtigen Konzentrierung. Man kann das Bild nicht von allen Seiten
ausdeuten, dann stimmt es irgendwo nicht mehr. Man muss auf den springenden
Punkt kommen. Vielleicht ist auch das von Jesus gemeint, das kommt in dem
Buch Bernanos Tagebuch eines Landpfarrers Christen sollten nicht der Honig
der Welt sein, sondern Salz." Nicht der Honig der Welt, sondern Salz. Wir
sollen den Leuten nicht jede Lebenslage versüßen. Wir brauchen nicht immer
ein fröhliches Grinsen am Tag haben. Es ist auch unsere Pflicht, Salz zu
geben. Ich will in dieser Predigt hier nicht versäumen. Sie müssen in Ihrem
Leben einen radikalen Schnitt machen, wo Sie in der Sünde leben. Sie müssen
umkehren. Und wir müssen auch unseren Freunden und Zeitgenossen unbequeme
Dinge sagen. Und wenn uns Leute sagen: aber ihr kommt immer wieder und
erinnert an die Gebote Gottes. Wir erinnern euch um euretwillen dran. Weil
ihr nie glücklich werden könnt, wenn ihr Gebote Gottes brecht. Dabei ist
das Thema, das wir bringen wollen, vom grenzenlosen Erbarmen Jesu. Da
müssen wir Salz geben. Licht und Salz. Beides gehört dazu. Das Pikante und
das strahlend Helle. Das ist wunderbar, wenn man dann das Licht weitergeben
darf, aus seinem Leben, was man selber an Lichtstrahlen eingefangen hat.
Sie brauchen gar nicht mehr reden, als das, was Sie verstanden haben.
Erzählen Sie immer nur das mit ganz schlichten Worten, was sie begriffen
haben. Das ist das, was wir weitererzählen sollen.
Noch ein dritter Punkt:
Unser Platz ist in der Finsternis.
Also das erste war: Das kann man nicht fassen. Jetzt verstehen Sie, warum
ich ein bisschen gliedern will. Damit das nicht durcheinanderrutscht. Damit
wir die einzelnen Stufen auch verstehen. Das ist uns zu groß. Der Welt
Licht zu geben, doch, das sollen wir. Schande über die Christen. Dass sie
alles mögliche tun, sie bauen Riesenkirchen. Aber sie geben das Licht doch
nicht weiter. Dazu hat uns Jesus beauftragt. Ich sehe nirgendwo in der
Bibel ein Wort, um große Kirchen zu bauen. Und Kirchenmacht aufzurichten.
Sondern Lichtschein von Jesus weiterzugeben. Das ist das Wichtigste. Lass
dein Licht leuchten. Unser Platz ist in der Finsternis. Das Licht leuchtet
erst richtig schön im Dunkeln. Jesus spricht von der Stadt auf dem Berge,
dachte er an Sfat in Nordgaliläa hoch oben auf den Bergen, wenn man bei
Nacht die Lichter sieht, vom See Genezareth aus. Dort oben sehen Sie die
Häuser, dort oben leben die Menschen, jeder sieht es vom Lande aus. Denken
Sie an die Positionslampen auf dem Flughafen, wo die Flugzeuge sich
orientieren und einschweben. Denken sie an die Verkehrslichter. In der
Nacht sieht man sie am allerbesten. Eine Kerze, die brennt in der
Winternacht, das Licht im Dunkeln. Das Licht, das frisst das Dunkel auf.
Darum hat uns Jesus in das Finstere gestellt, dass wir dort leuchten. Es
ist ein ganz schlimmes Missverständnis, wenn Sie immer wieder meinen, für
die Verkündigung seine die Pfarrer zuständig. Wir haben dieses Recht, weil
wir gut bezahlt werden für diesen Job, aber ich fühle mich schon immer so,
wenn ich den Talar anziehe, wenn ich in eine andere Form gepresst würde.
Man stellt ein Licht auch nicht unter einen Eimer und wenn man unter der
Glocke es schwarzen Talars ist, dann ist man in eine Rolle gesperrt. Viel
schöner, wenn Sie draußen in der Welt als Mensch zu Mensch das Licht
weitergeben. Dann verstehen Sie auch, dass Gott das manchmal braucht, dass
einer in einer Krankenstube unter seinen Mitpatienten liegt, damit er dort
Licht gibt, wo hoffnungslose Leute sind. Verstehen Sie, warum Sie gerade in
einer Familie ganz allein leben, in einem Haus, in Ihrer Nachbarschaft?
Warum klagen eigentlich so viele Christen, dass sie in einer schweren
Lebensführung sind. Vielleicht hat das Gott in seiner Regie so gewollt. Ich
meine, sicher. Dass wir dort das Licht richtig leuchten lassen. Dass der
Kontrast deutlich wird. Warum war ein Ludwig Hofacker so krank? Weil seine
Botschaft besonders zum Klingen kam. In unsern Tagen ist ja das Modegift
unserer Zeit die Verführung, die alle Menschen ergriffen hat, der Traum von
der Selbstvergottung des Menschen. Jeder Mensch, der den göttlichen Funken
in sich trägt. Er ist von ewigem Geblüte, und die Menschen wollen es nicht
wahrhaben, was der Mensch für eine verwelkende Blüte ist. Er ist eine
Blüte, aber eine schnell verwelkende Blüte. Darum sitzt man nicht mehr am
Sterbebett. Darum nimmt man die Krankheit nicht mehr zur Kenntnis, darum
wird die verdrängt, darum weicht man all dem aus, was uns immer so
erschüttert. Ist das nicht unsere Aufgabe, dass wir auch mit unseren
Leiden, gerade mit den Lasten, die Gott uns auferlegt hat, mit den
Behinderungen, die wir haben, umso mehr das Licht leuchten lassen, und
davon reden, und sagen: Ich habe eine große Zukunft, und dann sagen.
Hoffentlich sagen wir dann: Ich möchte es auch noch leuchten lassen, wenn
der Herr mich hinüberruft in seine Ewigkeit, ins dunkle Todestal, soll's
leuchten. Dass ich ein Segen sein darf für andere, Herr, setze mich zum
Licht. Ganz bestimmt hat dies Wort auch seinen Sinn im Blick auf unser
Verhalten im Geschäft und im Beruf. In Familie und Ehe. Oder ob wir als
Singles leben, oder im Urlaub sind, oder in der Nachbarschaft, oder unter
Freunden und Bekannten, dass wir da im Lichte leben, wie wir es vorhin aus
Epheser fünf gehört haben, da verträgt es sich nicht, dass wir irgendwo
noch mit Werken der Finsternis mitmischen. Aber das ist wichtig, dass wir
im Dunkeln leuchten, dass wir uns nie beschweren sollen, wie finster die
Welt ist, wie dunkel, wie hoffnungslos. Vielleicht sind Sie selbst auch in
einer Christengemeinde, wo es ganz dunkel ist. Macht nichts. Dann sieh, das
Jesuslicht will leuchten. Seinen Sieg ein Zeuge Ihres Glaubens. Und reden
Sie von der großen Jesusliebe, die Sie ergriffen hat. Von dem wunderbaren
Erbarmen, von dem Sie jeden Tag neu nehmen. Und wo Sie den Menschen sagen:
Ach, wissen sie, meine Fehler, das ist mir bewusst, sagen Sie's auch, vor
den Menschen offen, dass Sie nicht ein solcher sind, den man nicht antasten
darf mit seiner Kritik, sagen Sie, ich bin froh, wenn Sie es mir immer
wieder sagen. Aber ich lebe von dem Wunder, dass er mich gebraucht. Und das
ich ein Licht sein darf in einer finstern Welt. Dazu hat er Sie berufen.
Amen.
