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Ein kluger Lebensstil

Lukas 16,1-906.02.2011
Was zählt wirklich, wenn du nichts mitnehmen kannst? Jesus fordert dich heraus, Geld und Zeit so zu nutzen, dass sie über dein Leben hinaus Wirkung haben.

Nachfolge als bewusste Richtungsänderung

Jesus ruft Menschen zur Nachfolge. Wenn ein Mensch auf Jesus hört und sich entschließt, ihm nachzufolgen, dann sprechen wir von Bekehrung. Die Bekehrung ist also nichts anderes als der Entschluss: Ich will jetzt, ab diesem Tag, mit Jesus unterwegs sein.
Und wenn sich jemand dazu entschließt, dann ändert er die Richtung in seinem Leben. Wer die Richtung ändert, lebt nicht mehr genau so weiter, wie er es vorher getan hat. Da wird sich das eine oder andere ändern. Einiges wird sichtbar sein, anderes weniger sichtbar.
Heute schauen wir uns eine Geschichte an, die Jesus seinen Jüngern erzählte, um ihnen einen wichtigen Aspekt der neuen Lebensführung aufzuzeigen: einen klugen Lebensstil. Das Besondere an der Geschichte ist, dass Jesus einen gottlosen, unehrlichen und hinterlistigen Verwalter den Jüngern als Vorbild hinstellt. Ein gewagter und, wie könnte es bei Jesus anders sein, ein außerordentlich gelungener Vergleich. Vielleicht ist es auch eine Geschichte, die dem einen oder anderen von euch beim Lesen schon Mühe bereitet hat.
Lukas berichtet diese Begebenheit direkt nach diesen großartigen Gleichnissen über die Retterliebe Gottes, nämlich über das verlorene Schaf, die verlorene Münze und den verlorenen Sohn. Bei diesen Gleichnissen ging es jeweils um die Retterliebe Gottes. Bei der Geschichte, die wir heute anschauen und die diesen Erzählungen folgt, geht es um die Nachfolge. Es geht darum, worauf wir achten müssen, um ein kluges Leben zu führen.
Nun lesen wir zuerst diese Geschichte:
Jesus wandte sich zu den Jüngern und sagte: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Über diesen gingen Klagen bei ihm ein. Es hieß, er veruntreue ihm sein Vermögen. Da ließ er den Verwalter rufen. Was muss ich da von dir hören?, sagte er zu ihm. Leg die Abrechnung über deine Tätigkeit vor. Du kannst nicht mehr länger mein Verwalter sein.
Der Mann überlegte hin und her. Was soll ich nur tun?, dachte er. Mein Herr wird mich entlassen. Für schwere Arbeit tauge ich nicht, und ich schäme mich zu betteln. Doch dann sagte er sich: Jetzt weiß ich, was ich tun kann, damit die Leute mich in ihren Häusern aufnehmen, wenn ich meine Stelle als Verwalter verloren habe.
Nacheinander rief er alle zu sich, die bei seinem Herrn Schulden hatten. Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?, fragte er den Ersten. Hundert Fass Olivenöl, antwortete der. Darauf sagte der Verwalter: Hier, nimm deinen Schuldschein, setz dich schnell hin und schreibe stattdessen fünfzig.
Dann fragte er den Nächsten: Und du, wie viel bist du ihm schuldig? Hundert Sack Weizen, lautete die Antwort. Der Verwalter sagte zu ihm: Hier, nimm deinen Schuldschein und schreib stattdessen achtzig.
Und da lobte der Herr den ungetreuen Verwalter dafür, dass er so klug gehandelt hatte. In der Tat, die Menschen dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Menschen des Lichts. Und darum sage ich euch: Macht euch Freunde mit dem Mammon, an dem so viel Unrecht haftet, damit ihr, wenn es keinen Mammon mehr gibt, in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet.

Die Krise des Verwalters und sein Ausweg

Nun hatte dieser Verwalter ein riesiges Problem. Seine Betrügereien waren dermaßen offensichtlich geworden, dass er mit hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen konnte, entlassen zu werden und seinen Job zu verlieren. Er musste seinem Chef zur Übergabe der Geschäfte eine Abrechnung vorlegen, und dann war es endgültig aus für ihn. Damit verlor er seine ganze Existenzgrundlage. Das war hart für diesen Mann. Klar, er war selbst schuld, und unsere Barbe muss nicht allzu groß sein, aber es ist hart.
Aber was sollte er jetzt tun? Wie sollte er weiterleben? Es würde ihn jetzt niemand mehr als Verwalter einstellen. Arbeitslosenkasse und Sozialhilfe gab es damals nicht. Er war schlicht und ergreifend am Ende.
Er überlegte sich, wie er weiterleben könnte. Der Mann dachte hin und her: Was soll ich nur tun? Mein Herr wird mich entlassen. Für schwere Arbeit tauge ich nicht, und ich schäme mich zu betteln.
Zwei Möglichkeiten sieht er, die ihm aber überhaupt nicht zusagen. Er könnte eine körperliche Arbeit nicht annehmen, er würde das nicht verkraften. Als Verwalter ist er es sich nicht gewohnt, körperlich zu arbeiten. Da ist er noch einsichtig. Das würde ich ihm auch nicht zutrauen, mir auch nicht. Und die zweite Möglichkeit würde besser zu seiner körperlichen Konstitution passen: betteln. Das ist nicht so anstrengend, aber demütigend. Unter seiner Würde wäre das. Das wäre ihm zu peinlich, da würde er sich schämen. Kommt also auch nicht in Frage.
Aber etwas muss er doch tun. Gar nicht so einfach, eine gute Lösung zu finden.
Doch durchtrieben, wie er war, hatte er einen Geistesblitz. Jetzt weiß ich, was ich tun kann, damit die Leute mich in ihren Häusern aufnehmen, wenn ich meine Stelle als Verwalter verloren habe. Jetzt weiß ich, was ich tun kann, damit meine Zukunft gesichert wird.
Er weiß sich zu helfen. Er wusste auch zu betrügen. Er sieht einen Weg, wie er nach der Entlassung ein angenehmes Leben führen kann, ohne zu hart zu arbeiten und ohne sich schämen zu müssen. Und so funktioniert das:
Er ließ, bevor er seine Schlussrechnung machte, alle Schuldner seines Herrn zu sich kommen. Und er fragte jeden einzelnen unter vier Augen: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Dann sagte er jeweils, welchen Teil der Schuld er, solange er noch im Amt war, streichen könne. Er lässt aber nur einen Teil der Schuld streichen. Denn hätte er die Schulden dieser Leute ganz erlassen, dann wäre es bei der Übergabe sofort aufgefallen. Dann hätte sein Herr ja gar keine Schulden mehr gehabt, und das wäre bemerkt worden.
Also sagt er zum Beispiel dem einen, der hundert Fass Olivenöl schuldete: Hier, nimm deinen Schuldschein, setz dich schnell hin und schreibe stattdessen fünfzig. Also gleich die Hälfte. So ging das bei allen Schuldnern. Dem einen ist er mehr, dem anderen weniger entgegengekommen. Warum, wissen wir nicht.
Damit hatte er diese Schuldner in die Pflicht genommen. Nun sind sie ihm einen Gefallen schuldig. Und darauf wird der Verwalter zurückkommen, wenn er entlassen ist. Dann wird er dort anklopfen und sagen: Leute, wisst ihr noch, ich habe euch da viel geschenkt, und jetzt seid ihr dran.
Und jetzt, nachdem er die Schuldscheine geändert hatte und alle geändert waren, legte er die Abrechnung seinem Herrn vor. Nun konnte er getrost in die Zukunft blicken. Er war versorgt. Dieser Mann hatte sozusagen im letzten Moment seine Haut gerettet. Er konnte seinen Kopf in letzter Minute aus der Schlinge ziehen.
Es ist ja immer wieder erstaunlich, wie kreativ Menschen mit hoher krimineller Energie sein können. Und ich weiß nicht, was die Jünger dachten, als sie Jesus zuhörten. Vermutlich dachten sie, Jesus würde ihnen sagen, dass das Verhalten dieses Verwalters Gott ganz und gar nicht gefallen würde und dass sie sich ja nicht so verhalten sollen, in einer unehelichen, unmoralischen Weise. Sie sollen nie auf die Idee kommen, solche krummen Touren zu drehen. Denn das sei ein schlechtes Zeugnis in diesem neuen Leben.
Und ich bin mir sicher, dass die Jünger das, was Jesus jetzt sagt, überhaupt nicht erwartet haben. Da lobte der Herr den ungetreuen Verwalter dafür, dass er so klug gehandelt hatte. Ich kann mir vorstellen, dass die Jünger nur perplex dagesessen sind.
Was hat er jetzt wirklich? Hat er das jetzt gesagt, oder haben wir das missverstanden? Haben wir wirklich das gehört? Hat Jesus tatsächlich gesagt, dieser untreue und hinterlistige Verwalter sei zu loben und sogar noch ein Vorbild für uns? Soll ein Mensch mit solcher krimineller Energie unser Vorbild sein?
Das sind ja viele von uns, die schon an dieser Stelle genau straucheln wie die Jünger. Ist denn das möglich, dass Jesus einen solchen moralisch verwerflichen Menschen lobt und als Vorbild hinstellt?
Eins ist sicher: Jetzt hat Jesus die volle Aufmerksamkeit seiner Jünger, denn jetzt wollen sie wissen, was er denn meint.

Was Jesus an der Geschichte wirklich lobt

Nun, vom moralischen Standpunkt aus fand Jesus das, was der Verwalter getan hat, bestimmt nicht richtig. Vorbildlich war nicht die Moral dieses Verwalters. Vorbildlich war vielmehr, dass dieser Mann genau wusste, wie die Gesetzmäßigkeiten in einer gottlosen Gesellschaft funktionieren. Er war so klug, dass er diese Gesetzmäßigkeiten so ausreizen konnte, dass er damit seine Haut rettete. Das war die Klugheit.
Deshalb sagt Jesus: In der Tat sind die Menschen dieser Welt im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Menschen des Lichts. Nicht die untreue und skrupellose Verhaltensweise sieht Jesus als vorbildlich an, sondern dass dieser Verwalter es versteht, aus seiner aussichtslosen Lage einen Ausweg zu finden, der in der Gesetzmäßigkeit der gefallenen Schöpfung funktioniert. Der Verwalter konnte sein Problem so lösen, dass man ihn nicht anklagen konnte.
Jesus spricht von den Menschen dieser Welt. Damit meint er die Menschen, die nicht in einer persönlichen Beziehung zu Gott leben. Unter ihresgleichen ist das, was er getan hat, klug gewesen. Also nochmals: Es geht hier nicht um Moral. Deshalb haben viele Schwierigkeiten mit dieser Erzählung, weil sie über die Moral stolpern. Aber Jesus lobt nicht die Moral dieses Mannes. Er denkt gar nicht an die Moral, sondern daran, dass dieser Mann in seiner gottlosen Gesellschaft einen Weg findet, es so zu machen, dass er quasi aus einer Problemsituation eine Lösung macht.
Vom moralischen Standpunkt aus ist das absolut verwerflich, was dieser Mann getan hat. Nun vergleicht Jesus die Kinder des Lichts mit den Menschen dieser Welt. Menschen des Lichts sind eben die Jünger, zu denen er spricht. Es sind Menschen, die Jesus nachfolgen. Jesus sagt ja selbst von sich: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht des Lebens haben. Das sind die Kinder des Lichts, die mit Jesus unterwegs sind. Oder ein andermal sagt Jesus: Glaubt an das Licht, solange ihr das Licht habt, damit ihr zu Menschen des Lichts werdet.
Nun macht Jesus den Jüngern den Vorwurf, dass die Menschen der Welt klüger handeln unter ihren Leuten als die Kinder Gottes. Die Menschen der Welt kennen die Gesetzmäßigkeiten in dieser Welt, zumindest der Verwalter, und wissen das auszunutzen. Die Kinder des Lichts kennen offenbar die Gesetzmäßigkeiten der neuen Welt, in der sie jetzt eigentlich leben, dadurch, dass sie Kinder des Lichts sind, noch nicht richtig. Sie leben unklug.

Der Blick auf das Kommende

Der wichtigste Vergleichspunkt in dieser Erzählung ist die Entlassung des Verwalters. Für ihn bricht mit der Entlassung eine neue Zeit an, und auf diese muss er sich vorbereiten. Er muss gewissermaßen von einer Zeit als Verwalter ausgehen. Wahrscheinlich war er wohlhabend und hatte als Verwalter sogar ein eigenes Haus. Nun muss er überlegen: Wie komme ich auf die andere Seite? Wie kann ich, weil ich jetzt mit meinem Job alles verliere, diese Grenze überschreiten?
Die Entlassung entspricht dem Ende des Lebens. Auch die Kinder des Lichts verlieren hier ihre materielle Existenzgrundlage, und sie müssen sich auf die neue Zeit vorbereiten. Wie der Verwalter vor seiner Entlassung sollen auch wir uns, bevor wir sterben, Gedanken darüber machen, was eigentlich auf der anderen Seite zählt.
Offensichtlich verhalten sich die Jünger in dieser Beziehung nicht besonders klug. Deshalb erzählt Jesus diese Geschichte. Jesus meint, sie würden ihr Leben so leben, als würde dieser Tag nicht kommen, obwohl jedem klar sein sollte, ob Christ oder nicht Christ, dass wir nichts Materielles, nichts von dem, was in dieser Welt von Bedeutung ist, mit hinübernehmen können. Genauso wie dieser Verwalter nichts von dem, was er durch seinen Job hatte, in seinen neuen Lebensabschnitt mitnehmen konnte.
Paulus sagte einmal: Oder haben wir etwas mitgebracht, als wir in diese Welt kamen? Nicht das Geringste. Und wir werden auch nichts mitnehmen können, wenn wir sie wieder verlassen. Das soll uns bewusst sein.
Jesus will den Jüngern sagen, dass sie wie dieser Verwalter wissen sollen, dass die Entlassung kommen wird, sprich: dass sie sterben werden. Sie sollen von dem Verwalter lernen, der so klug war, sich über die Zeit danach Gedanken zu machen und eine Lösung zu suchen, wie er nachher weiterleben kann, was ihm für den Abschnitt nach der Entlassung wirklich hilfreich ist. So sollen sie überlegen, was für die Zeit nach dem Tod zählt. Was ist dann schon heute bedeutungsvoll für das Leben, das nach dem Tod kommt?
Die Klugheit dieses Verwalters bestand genau darin, dass er darüber nachgedacht und für diesen Fall eine Lösung gefunden hat. Die Jünger sollen begreifen, dass sie ihr Leben im Blick auf die bevorstehende Zeit gestalten sollen. Sie sollen ihr Leben ausrichten, so wie Paulus es machte, wenn er sagt: Wir richten unseren Blick nämlich nicht auf das, was wir sehen, sondern auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare ist vergänglich, aber das Unsichtbare ist ewig.
Diese Lebensgestaltung ist wichtig. Die Jünger sollen nicht so leben, als ob wir in dieser Welt die wirkliche Erfüllung des Lebens finden könnten.

Umgang mit Besitz im Licht der Ewigkeit

Deshalb gibt Jesus eine klare Anweisung an die Jünger: Macht euch Freunde mit dem Mammon, an dem so viel Unrecht haftet.
Am Mammon haftet sehr viel Unrecht. Uns ist das oft nicht bewusst, unser Geld ist ja nicht sauber. Der Geldfluss in unserer Welt ist immer eine schwierige Angelegenheit. Unser Wohlstand baut einfach auch auf der Armut anderer Menschen auf, in anderen Kulturen. Ihr müsst euch nur mal überlegen, was wir für ein T-Shirt bezahlen, was für Preise wir haben. Das ist ja manchmal unglaublich. Da fragt man sich: Wie ist es möglich, dass wir hier so wenig bezahlen müssen? Das ist nur möglich, wenn Menschen für ganz wenig arbeiten.
Wir können das nicht ändern. Wir können das leider nicht ändern, wir sind in dieser Gesellschaft verhaftet. Aber das ist auch die Meinung: Das Geld ist ungerecht, der Mammon ist ungerecht.
Interessant ist, dass ihr sagt: Macht euch Freunde mit dem Mammon, an dem so viel Unrecht haftet, damit ihr, wenn es keinen Mammon mehr gibt, in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet. Der Verwalter hatte nur für sein irdisches Leben gesorgt, aber die Jünger sollen über das irdische Leben hinaussehen und die Ewigkeit vor Augen haben.
Dem ungerechten Mammon, dem Hab und Gut, dem immer etwas Unrechtes anhaftet, diesem Mammon gibt Jesus eine tiefe geistliche Bedeutung. Mit diesem Mammon können wir, wie der Verwalter, sozusagen indirekt Freunde machen oder, wie Jesus hier sagt, schauen, dass die ewigen Wohnungen gut eingerichtet sind, bereit sind.
Natürlich meint Jesus nicht, dass wir Menschen beschenken, um sie nachher zu erpressen, wie das der Verwalter gemacht hat. Wer uns belohnen wird, das ist sowieso Gott selbst. Unseren Lohn werden wir von Gott bekommen.
Bereits im Alten Testament heißt es in den Sprüchen: Bedürftigen helfen heißt, dem Herrn etwas leihen; der wird es voll zurückerstatten. Voll!
Jesus fordert uns auf, mit unserem Hab und Gut so umzugehen, dass wir einen Reichtum anhäufen, der in dieser Welt nicht sichtbar ist. An einer anderen Stelle sagt es Jesus in aller Deutlichkeit: Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen, wo Diebe einbrechen und sie stehlen! Sammelt euch stattdessen Reichtümer im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie zerfressen und wo auch keine Diebe einbrechen und sie stehlen!
Diesen Schatz, der niemals abnimmt, entsteht so, wie es der Verwalter gemacht hatte, indem wir unseren Umgang mit Geld und Zeit so gestalten, dass es für das Reich Gottes bedeutungsvoll ist. Gott belohnt alles, was wir in dieser Welt für sein Reich tun.
Das zeigt Jesus einmal in aller Deutlichkeit: Wer einem von diesen Geringen, Geringgeachteten, auch nur einen Becher kaltes Wasser zu trinken gibt, einfach weil er mein Jünger ist, der wird, das versichere ich euch, nicht ohne Lohn bleiben. Selbst ein Glas Wasser, das wir jemandem geben, der für Jesus unterwegs ist und dieses Glas Wasser braucht, wird Gott voll belohnen.
Das heißt doch nichts anderes, als dass das, was wir hier für die Gläubigen tun, in den Augen Gottes Ewigkeitswert hat. Natürlich ist es in unserer Zeit nicht einfach, damit umzugehen. Überall wird Geld und Zeit gefordert, wo Christen in Not sind. Aber auch wenn das schwierig ist, ist es unsere Aufgabe, zu prüfen, wo wir helfen können. Und wo nicht. Wo wir helfen müssen und wo nicht.

Klug leben als Kinder Gottes

Jesus geht es nicht um die Beträge. Es geht ihm auch nicht darum, dass wir alles verschenken, was wir haben, oder kein Auto mehr fahren dürften oder was auch immer. Sondern es geht ihm um unsere Gesinnung.
Haben wir einen klugen Lebensstil als Kinder Gottes, so wie dieser ungetreue Verwalter sich in seiner Welt klug verhalten hatte? Ist unser Blick wirklich auf das gerichtet, was zählt und was über diese Welt hinaus zählt? Oder erst dann, wenn wir merken: Jetzt geht es ins Krankenhaus, und jetzt geht es dem Ende zu, und jetzt muss ich mir vielleicht mehr Gedanken machen? Oder prägt das unser Leben?
Wenn wir das tun, dürfen wir uns freuen. Und ich denke, viele von uns tun das. Viele von uns, die hier sitzen, leben einen klugen Lebensstil, und viele von euch werden vielleicht jetzt denken: Jawohl, und ich will weitermachen. Ich weiß, wie viele sich einsetzen, beten, Missionare unterstützen, Menschen helfen, in der Gemeinde mitarbeiten. Viele von uns haben diesen klugen Lebensstil. Aber vielleicht können wir noch ein bisschen klüger werden. Das ist ja immer möglich.
Jeder, der so lebt, darf sich freuen, denn er häuft bei Gott einen großen Reichtum an. Jesus fordert uns auf, klug zu leben. Er möchte, dass wir die echten Werte erkennen. Und warum möchte er das eigentlich? Weil er möchte, dass wir einen großen Lohn bekommen. Weil er es uns gönnt.
Klug leben kann nur, wer wie dieser ungerechte Verwalter seine aussichtslose Lage erkennt und realisiert, dass er alles in dieser Welt zurücklassen muss, dass er nichts hinüberbringen kann. Er muss es praktisch indirekt hinüberbringen. Er hat das ja indirekt gemacht. Er hat quasi vor der Entlassung die Leute beschenkt. Dann hätte er auch Geld mitnehmen können, dann hätte er das Geld ja rüberschmuggeln müssen. Aber mit leeren Taschen ist er gegangen, und nachher wurden sie wieder gefüllt. Und genau das ist seine Klugheit.
Und wir sollen hier quasi mit leeren Taschen gehen. Aber wir sollen so leben, dass uns dann in dem neuen Lebensabschnitt die Taschen bildlich gesprochen gefüllt werden. Als Kinder Gottes sollten wir erst recht wissen, dass wir nichts von dieser Welt mitnehmen können. Wir sollten uns davor hüten, unser Herz an unseren Besitz zu hängen. Sonst müssen wir uns von Jesus den Vorwurf gefallen lassen, dass die Menschen der Welt sich in ihrem Umfeld klüger verhalten als wir.
Darum sage ich euch: Macht euch Freunde mit dem Mammon, an dem so viel Unrecht haftet, damit ihr, wenn es keinen Mammon mehr gibt, in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet.
Amen.
Ich bete mit uns.
Ich danke dir, Vater, für diesen großen Reichtum, den du uns geschenkt hast, dass wir Kinder des Lichts sein dürfen, dass wir ewiges Leben bekommen haben. Ich danke dir, Herr Jesus, dass du für uns am Kreuz gestorben bist und unsere Schuld auf dich genommen hast und so überhaupt den Weg für uns in diese neue Welt geöffnet hast. Und ich danke dir, dass es sogar möglich ist, in diesem Leben so zu leben, dass wir praktisch hier ein Stück weit die Ewigkeit vorbereiten.
Und wir bitten dich, dass du uns auch hilfst, dass wir uns von diesem ganzen Wohlstand, in dem wir leben, nicht gefangen nehmen lassen, dass wir uns nicht nur um Materielles drehen, sondern dass wir immer wieder den Blick frei bekommen für das, was wirklich zählt, und dass wir lernen, klug zu leben, einen klugen Lebensstil zu führen, zur Verherrlichung deines Namens.
Amen.