Lukas 9,51-5607.05.2024
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Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 423: Feuer vom Himmel.
Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 423 Feuer vom Himmel.
Der Weg nach Jerusalem und die verborgene Bewegung des Messias
Jesus ist in Galiläa, und seine leiblichen Brüder schlagen ihm vor, zum Laubhüttenfest nach Jerusalem zu ziehen. Aber Jesus möchte nicht, noch nicht. Johannes 7,10
Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf zum Fest, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen.
Jesus reist inkognito hinterher, und er nimmt dabei auch noch eine für einen Juden eher ungewöhnliche Route. Lukas 9,51-52
Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme erfüllten, da richtete er sein Angesicht fest darauf, nach Jerusalem zu gehen. Und er sandte Boten vor seinem Angesicht her. Und sie gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, um für ihn Unterkunft zu bereiten.
Jesus wählt den Weg durch Samarien. Problem nur: Die Samariter weigern sich, ihm eine Unterkunft zu geben. Warum? Weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Was sie nicht ahnen und auch nicht ahnen können, ist die Wichtigkeit seiner Mission. Nicht nur für jeden Juden, sondern auch für sie und für die ganze Welt.
Der Herr Jesus geht nicht einfach nur nach Jerusalem. Es sind die Tage seiner Aufnahme, die sich langsam erfüllen. Wir sind noch nicht am blutigen Ende seines irdischen Lebens angekommen, aber das Ende, inklusive Neuanfang und Himmelfahrt, wirft bereits seinen Schatten voraus. Wenn man so will, wird ein neues Kapitel in der Lebensgeschichte Jesu aufgeschlagen. Es geht jetzt zügig Richtung Kreuz, Auferstehung und Verherrlichung.
Das wissen die Samariter natürlich nicht. Für sie ist Jesus nur ein Pilger auf dem Weg nach Jerusalem, und der findet bei ihnen keine Unterstützung. Lukas 9,53
Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er entschlossen war, nach Jerusalem zu gehen. Schade und auch nicht wirklich nett.
Ein gefährlicher Vorschlag aus dem Geist des Zorns
Aber für Johannes und Jakobus geht dieser Mangel an Gastfreundschaft dann doch viel zu weit, und sie machen einen Vorschlag.
Lukas 9,54: Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sprachen sie: „Herr, willst du, dass wir sagen, dass Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren soll?“
Ich habe keine Ahnung, wie die beiden auf diese Idee kommen. Also, ich ahne schon, woher die Idee stammt. Beim Propheten Elija lesen wir 2. Könige 1,10: Elija aber antwortete und redete zu dem Obersten über fünfzig Mann. Wenn ich ein Mann Gottes bin, so fahre Feuer vom Himmel herab und fresse dich und deine fünfzig Mann. Da fuhr Feuer vom Himmel herab und fraß ihn und seine fünfzig Mann.
Ich vermute mal, dass Jakobus und Johannes diese Stelle vor Augen hatten, als sie ihren Vorschlag machen. Aber wie kommen die beiden auf die Idee, dass Jesus hier zustimmen würde? So nach dem Motto: Ja, ihr beiden, coole Idee. Lasst uns Gott um Feuer vom Himmel bitten, um dieses ganze Dorf abzufackeln. Ist doch klar: Wer uns keine Unterkunft anbietet, der hat definitiv nichts anderes verdient. Tolle Idee!
Man muss sich manchmal wirklich fragen, wie gut Jakobus und Johannes ihren Rabbi kannten. Wahrscheinlich wäre Jesus der letzte Mensch in der Weltgeschichte, noch hinter Mahatma Gandhi und Mutter Teresa, der so einen Akt von Rache gut finden würde. Ich frage mich wirklich, wie die beiden auf so einen Gedanken kommen.
Allerdings verstehe ich jetzt ein wenig, warum Jesus sie Donnersöhne nennt. Jakobus und Johannes scheinen leicht reizbar und aufbrausend zu sein. Und wie das so oft bei Menschen ist, die leicht zornig werden, denken sie ihre Idee nicht zu Ende.
Warum Gericht nicht mit Rache verwechselt werden darf
Es ist doch so: Wenn Jesus hier jetzt zustimmen würde, wenn es also gerecht und angebracht wäre, jedes Dorf zu vernichten, das unfreundlich mit Gottes Messias umgeht, was würde dann von Galiläa und von Judäa übrig bleiben? Müssten dann nicht noch viel mehr Dörfer dem Feuer Gottes zum Opfer fallen? Müsste nicht ihr eigener Heimatort Bethsaida sofort brennen? War es nicht Jesus, der über ihren Wohnort ein Wehe ausgesprochen hatte?
Matthäus 11,21: Wehe dir, Korazin! Wehe dir, Bethsaida!
Versteht ihr den Punkt? Die Jünger fragen: Herr, willst du, dass wir sagen, dass Feuer vom Himmel herabfällt und sie verzehrt? Und sie vergessen darüber, dass Jesus nicht parteiisch ist. Gericht wird kommen, sowohl über Samarien als auch über Israel. Aber nicht jetzt. Jetzt geht es dem Herrn Jesus darum, eine Rettungsmission zu Ende zu bringen und keinen Rachefeldzug zu beginnen. Irgendwie haben Jakobus und Johannes das überhaupt nicht verstanden.
Ein kleiner Einschub: Ist es nicht interessant zu sehen, wie sehr sich Johannes verändert hat? Wenn ich mir gerade die Johannesbriefe durchlese, dann steht dieser Apostel wie kein Zweiter für das Thema Liebe. Johannes hat den Wert von Liebe total verstanden. Ein Vers wie: Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe. So ein Vers kann förmlich nur aus der Feder des Johannes stammen. Und welcher Apostel bezeichnet sich rückblickend als den Jünger, den Jesus lieb hatte? Das ist Johannes.
Aus dem Donnersohn, der am liebsten Feuer vom Himmel beten würde, wird der Apostel der Liebe. Mich fasziniert diese Veränderung, weil sie zeigt, was möglich ist, wenn ich von der Liebe Jesu ergriffen werde. Da wird aus einem Hitzkopf, der nichts vom Wesen seines Herrn versteht, ein Apostel, der für Liebe brennt. Das ist absolut faszinierend und mutmachend.
Verwandlung durch die Liebe Jesu
Johannes zeigt, was möglich ist, wenn wir uns den Herrn Jesus zum Vorbild nehmen und wenn wir es zulassen, dass der Heilige Geist unseren Charakter verändert. Wir dürfen anders werden.
Und um das auch zu sagen: Dieser Veränderungsprozess geht nicht von heute auf morgen. Er braucht Zeit. Aber als jemand, der selbst einmal ein Donnersohn war, jähzornig, aufbrausend und genauso ungerecht wie Jakobus und Johannes, möchte ich Mut machen, dranzubleiben.
Was sind schon ein paar Jahrzehnte Heiligung, wenn wir am Ende zu alten, weisen, lieben Menschen werden? Niemand lasse sich von seinem Charakter als Christ in seinen Zwanzigern oder Dreißigern frustrieren. Gott kann und will uns verändern, bis ins hohe Alter hinein. Und das sehen wir bei Johannes.
Das eigentliche Ziel der Sendung Jesu
Zurück zum Text: Feuer vom Himmel – das war das Thema. Lukas 9,55-56.
Er wandte sich aber um und schalt sie. Und sie gingen in ein anderes Dorf.
Jetzt wissen wir, was der Herr Jesus von dem Vorschlag hält, nämlich gar nichts. Zum Schluss möchte ich euch deshalb die letzten Verse noch einmal nach dem Textus receptus vorlesen. Ich denke, dass sie nicht zum Original gehören. Aber sie treffen den Ton, mit dem Jesus seine Jünger ausgeschimpft haben könnte.
Lukas 9,55-56 nach der Schlachter-Übersetzung:
Er aber wandte sich um und ermahnte sie ernstlich und sprach: Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erretten. Und sie zogen in ein anderes Dorf.
Schlussfrage und Segen
Was könntest du jetzt tun? Du könntest überlegen, von welchen bösen Charakterzügen du dich verabschieden möchtest. Wer könnte dir dabei helfen?
Das war es für heute.
Eine kleine Frage: Hast du schon den Gottesdienst vom Sonntag, vor allem die Predigt, nachbereitet? Inwiefern hat das Gehörte dein Leben geprägt?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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