Event•Teil 13 / 21Pfingstjugendtreffen 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein persönlicher Einstieg in Familie, Berufung und den Weg nach Rumänien
Bevor ich anfange, würde ich euch gerne meine Familie vorstellen: meine Frau Anna und ich. Wir haben viele Jahre Jugendarbeit gemacht, in Basel und in Lörrach. Dann haben wir den Ruf bekommen, vier Kinder auf einmal zu adoptieren, vier Geschwister. Dafür sind wir aus Basel, aus unserem schönen Loft, ausgewandert nach Rumänien.
Dort wohnen wir seit acht Jahren, und wir haben unsere vier Kinder. Auf dem nächsten Foto könnt ihr sehen, wie sie jetzt aussehen, adoptiert. So sind wir, es sind alles Geschwister, und meine Frau in der Mitte, das ist Anna. Wir sind seit 19 Jahren verheiratet.
Ich glaube, das Wichtigste im Leben sind Beziehungen. Und ich habe das sehr spät im Leben gelernt, viel zu spät, meiner Meinung nach. Das bedeutet: viel wichtiger als mein Einkommen oder mein Haus oder mein Auto, meine Karriere, viel, viel wichtiger als all das ist etwas, das man eigentlich nicht für Geld bezahlen kann, nämlich Beziehungen.
Heute lebe ich das mit meiner Familie als Missionar in Rumänien. Weil wir nach Rumänien gezogen sind, konnte ich nicht mehr lokale Jugendarbeit machen. Aber ich hatte diesen Beruf: Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit auszurüsten, Eltern mit gutem Zeug zu versorgen. Und so haben wir Mr. Jugendarbeit gestartet, und wir sind jetzt am Rebranden zu The Pulse, weil wir mehrsprachig werden.
Genau, hier könnt ihr das sehen. Das ist bei der Gründungsarbeit in Augsburg. Da rechts seht ihr den Dave Patty, einen guten Freund von mir. Er hat ein Buch geschrieben, das ist das hier: Grundlagen Jugendarbeit. Und davon kriegt jeder von euch hoffentlich eins. Wenn wir weniger als zweihundert sind, kriegt jeder eins. Das können wir nicht für die Session gebrauchen. Wenn jetzt die Ordner helfen könnten, dass jeder so ein Buch bekommt, dann wird es verteilt, während ich mich hier vorstelle. Okay, nur zweihundert kriegen was. Und wenn ihr keines braucht, gebt es einfach jemandem, der eines braucht. Das wäre nice.
Genau, da ist noch der Danny. Der Danny ist hier auf dem Pfingstjugendtreffen, der hilft dem Social-Media-Team mit. Der ist auch einer der Mitgründer. Dann ist da unser Unternehmensberater, das ist der Unternehmensberater auch von Johannes Hartl, und der kümmert sich auch um die Mehrkonferenz. Also wir haben die gleichen Leute, die uns geholfen haben, jetzt eben Pulse auf die Beine zu stellen, die hinter anderen erfolgreichen Ministries in Deutschland stehen.
Genau, wenn ihr einen dieser QR-Codes scannt, kommt ihr auf die Website und könnt euch zum Newsletter anmelden. Und heute, aber auch nur heute: Wenn ihr euch heute anmeldet, könnt ihr ein Spikeball-Set gewinnen. Ich ziehe das einfach nach der Veranstaltung, also von all denen, die sich angemeldet haben. Dann schicke ich euch direkt raus: Ihr habt ein Spikeball-Set gewonnen oder einen Gutschein für ein Spikeball-Set, und dann könnt ihr es direkt bei unseren Partnern bei Spikeball.com einlösen. Der Gründer von Spikeball ist übrigens auch Christ.
Okay, ich habe hier etwas draufgeschrieben: Kultur frisst alles. Das habe ich freizitiert, das hat Peter F. Drucker nicht wirklich so gesagt. Peter F. Drucker hat gesagt: Kultur ist Strategie zum Frühstück. Mit anderen Worten: Wenn ihr euch eine tolle Gemeinde hinstellt, aber diese Gemeinde eine schlechte Kultur hat, dann übernimmt die Kultur, und die Gemeinde wird dann irgendwann nicht mehr so toll sein. Man kann sich die grössten Pläne machen, aber wenn die Kultur nicht stimmt, geht das Projekt den Bach runter. Deswegen: Kultur frisst nicht nur die Strategie zum Frühstück, sondern Kultur frisst letztendlich alles.
Ich gehe mal davon aus, dass die meisten von euch irgendeine Leitungsfunktion oder eine Position in der Gemeinde haben. Vielleicht seid ihr Mitarbeiter oder möchtet gerne mal leiten. Deswegen spreche ich zu euch als möglichen zukünftigen Leiterinnen und Leitern.
In Rumänien haben wir Weinreben in fast jedem Hof, in fast jedem Hintergarten. Und wenn ihr an Weinreben denkt, dann denkt ihr wahrscheinlich, wie in Deutschland typisch, an so gut klein gehaltene Weinberge, die auf Frucht zurückgeschnitten sind, also sehr optimiert sind. In Rumänien ist das anders. In Rumänien, wenn wir da Weinberge haben und wenn Leute Wein bei sich zu Hause pflanzen, also Trauben, dann lassen die den richtig wuchern nach oben, weil man gerne den Schatten haben möchte. Man schneidet dort auf Komfort, nicht auf Frucht. Das ist ein Riesenunterschied, und das hat sehr viel mit Kultur zu tun.
Wenn ihr an eure Gemeindearbeit denkt, an euren Einsatz im Ministry für das Reich Gottes, begegnet euch früher oder später immer wieder die Situation, dass das ganze Programm so strukturiert ist, dass es mehr und mehr Komfort für die Mitglieder erzeugt und weniger Frucht für das, wofür Gott es eigentlich gedacht hat. Und mein Ziel mit der Veranstaltung heute ist, euch zu inspirieren und euch auszurüsten mit dem Werkzeug, das ihr braucht, damit wir eine Kultur bauen wie Jesus.
Das ist das Buch, das ihr in eurer Hand habt. Es analysiert die ersten eineinhalb Jahre vom Ministry von Jesus, und Dave hat da einige Sachen herausgearbeitet, nämlich sechs grundlegende Gewohnheiten, die Jesus praktiziert hat, die seine Kultur einmalig gemacht haben. Da gehen wir dann nach und nach rein. Ihr könnt im Buch drin blättern. Aber bevor wir da einsteigen, stelle ich mir vor, Jesus wäre eine AI.
Das klingt schon fast blasphemisch. Wenn Jesus eine AI wäre und ihr diese AI programmieren müsstet, dann müsstet ihr ein System-Prompt festlegen, also eine Anleitung für diese AI, anhand derer sie funktioniert. Wenn ihr aber nur einen einzigen Satz sagen dürftet: Wir sagen Jesus AI, das ist dieser eine Satz, und aufgrund von diesem einen Satz funktioniert dann diese AI. Was würdet ihr sagen?
Tauscht euch kurz mit eurem Nachbarn aus, und dann ruft rein. Einen Prompt. Okay, hat jemand eine Idee? Keine Idee? Ja. Beantworte alle Fragen in Liebe. Beantworte alle Fragen in Liebe, ja, das ist interessant. Andere Ideen, wie würdet ihr diese AI prompten? Beantworte alle Fragen auf Grundlage der Bibel. Also du würdest es im Wort Gottes verankern, du würdest es in Liebe verankern. Andere Ideen? Debatte mit der Welt. Nochmal? Kleine Debatte für die Welt. Also mach dich auf Diskussion.
Ich habe eine interessante Theorie. Ihr hört ja ganz oft, dass Jesus auf die Welt kam aus Liebe. Johannes 3,16: So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gegeben hat. Und wenn ich mir aber Jesus anschaue und seine, angenommen, er wäre programmiert gewesen, was er nicht ist, dann sehe ich aber immer wieder, dass er optimiert war oder programmiert war auf den Willen des Vaters, den Willen des Vaters zu tun. Ihr kennt ja den Spruch: Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über. Immer wenn Jesus irgendetwas gelehrt hat, kam er darauf zurück: Ich tue den Willen des Vaters. Das, was ich bei mir sehe, und als er die Jünger angeleitet hat, wie man betet, da kam das richtig raus. Da sagt er: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe. Das ist der Master-Prompt.
Er ist optimiert für die Heiligkeit Gottes. Also alles, was er tut, deutet auf die Heiligkeit Gottes hin. Alles, was er tut, setzt den Willen des Vaters um. Und alles, was er tut, baut eben das Reich Gottes. Also wenn Jesus eine AI wäre, würde er immer gucken: Was ist der Wille des Vaters, und wie kann ich ihn so umsetzen, dass der Vater geheiligt wird?
Und jetzt kommen wir zu uns. Eine Frage für euch, und die klingt vielleicht erst mal komisch: Wir wissen, wie Jesus geordnet ist, und jetzt: Würdest du sagen, du bist eher ein Mitarbeiter im Reich Gottes oder ein Fürarbeiter im Reich Gottes? Das kann jetzt ein bisschen verwirrend sein. Was ist der Unterschied zwischen einem, der mitarbeitet, und einem, der fürarbeitet?
Hier, vielleicht ist es auch der nächste Slide, gehen wir ein bisschen tiefer rein. Genau, Jesus war motiviert von der Anerkennung des einen wahren Gottes, also davon, Anerkennung von Gott zu erhalten, und er war motiviert von der Heiligkeit Gottes. Die Schriftgelehrten und Pharisäer, mit denen er immer wieder geclashed ist, die haben sich nicht wie Mitarbeiter Gottes verhalten, sondern wie Fürarbeiter. Sie haben Dinge für Gott gemacht, aber im eigenen Interesse. Ihre Programmierung war anders. Sie waren motiviert darüber, was andere über sie gedacht haben, und sehr damit beschäftigt, wie ihr Image auf Social Media oder in der Presse oder bei den Leuten da draussen war.
Das ist ein kleiner, aber sehr weitreichender Programmierunterschied. Denn wenn man als Fürarbeiter Gottes unterwegs ist und dann irgendwann Kritik erhält, dann passt man sich an. Ihr kennt das wahrscheinlich von der Geschichte von Petrus später: Der hat Kritik bekommen, also hat er eingelenkt und hat nicht mehr so den Willen des Vaters getan. Das ist ultra, ultra wichtig.
Wie kommt man also dahin, ein Mitarbeiter Gottes zu werden und kein Fürarbeiter? Und jetzt kommen wir zu uns: Angenommen, Jesus würde uns als AI programmieren, was wäre sein Master-Prompt für uns? Hey, ist nicht so schwer, wir können ihn nachschauen: Matthäus 28,18 folgende. Da promptet er. Und wenn ihr euer Buch aufschlagt, ich hoffe, die meisten von euch haben eins, in den ersten Seiten, genau Seite vier, wenn ihr euch die Seite vier anschaut, da ist der Vers oben aufgeschrieben.
Jesus ging auf seine Jünger zu und sprach: Ich habe von Gott alle Macht im Himmel und auf Erden erhalten. Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden. Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein, ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist.
Spannend! Es gibt in dieser Stelle nur zwei Aufträge, also Prompts, Imperative, Befehle, nur zwei, aber in unserer deutschen Übersetzung klingt es so, als hätten wir mehrere. Was ich eben faszinierend finde: Es gibt nur diese zwei Aufforderungen, nämlich die eine: Macht zu Jüngern. Und das Zweite ist: Siehe, also schaut auf mich, achtet auf mich. Also wir sollen zu Jüngern machen und auf Jesus schauen, ihn ganz genau beobachten, damit wir seine Kultur aufsaugen.
Wir sollen zu Jüngern machen, indem wir lehren, taufen und so weiter. Also das ist eine Ausdrucksform oder wie wir das umsetzen. Aber die eigentlichen Befehle, die eigentlichen Prompts, sind nur: Macht zu Jüngern, die wiederum andere Jünger machen, und schaut auf mich.
Die meiste Zeit unseres Lebens sollte darauf gehen, Jesus genau zu beobachten, sein Leben zu studieren, wie er situativ handelt, was seine Gewohnheiten und seine Prioritäten sind. Wenn wir sehen, wie Jesus mit Leuten interagiert hat, und das könnt ihr auch auf Seite sechs sehen in dem Buch, dann seht ihr so die typischen Challenges, die Jesus so bringt: Challenge eins bis Challenge fünf. Gestern Abend hatten wir Challenge zwei, also die Herausforderung, umzukehren und zum Kreuz zu kommen. Für diejenigen, die das noch nicht gemacht haben, die noch ein bisschen weiter weg davonstehen, denen sagt Jesus: Komm und sieh. Macht Sinn, oder? Wir kennen viele Leute in unserem Umfeld, die noch nicht viel von Jesus wissen. Denen müssten wir sagen: Hey, komm und sieh, komm, schau dir das an, komm mal mit in den Gottesdienst, ich muss dir Jesus zeigen.
Dann kommt die Challenge: Kehr um und tu Busse. Dann die Challenge: Folge mir nach. Und jetzt wird es interessant. In der Evangelisationstheorie gibt es eine sogenannte Engelsskala, haben manche vielleicht schon mal gehört. Die geht von minus zehn auf null und dann auf plus zehn und beschreibt so ein bisschen: Wenn jemand Gott noch nicht kennt und weit weg von ihm ist, dann ist er in minus zehn, vielleicht aggressiv gegenüber Gott. Und wenn man Gespräche mit ihm hat, Apologetik zum Beispiel oder so, dann kommt er näher. Und bei null kommt dann der Moment, wo er sein Leben Jesus gibt, umkehrt und Busse tut. Und dann wächst er im Glauben, bis er irgendwann eine zehn ist.
Das Problem bei diesem Modell ist, dass es eigentlich wie so ein An-Aus-Schalter funktioniert. Man sieht die minus zehn: Okay, er ist aggressiv dagegen. Dann kommt er zum Kreuz, und dann wächst er im Glauben. Was mir bei diesem Modell hier gefällt, ist: Hier ist klar, man fängt an und man wächst dann. Und die meisten bleiben genau hier in ihrer geistlichen Entwicklung stehen. Ich folge Jesus, das heisst, ich gehe ins Programm. Ich folge Jesus, heisst, ich lese manchmal die Bibel. Aber Jesus macht ja weiter mit seinen Jüngern in den ersten eineinhalb Jahren. Er sagt: Jetzt werdet ihr ausgerüstet, ich equippe euch, um Menschenfischer zu werden. Also ihr gebt ihm schon eine Vision, ihr werdet eine Aufgabe bekommen. Und dann, als Letztes, sendet er sie aus.
Wo stehst du jetzt gerade? Welche Herausforderung spricht Jesus dir heute Nachmittag zu? Wo stehen die meisten von den Kids oder Jugendlichen bei euch in der Gemeinde? Sind die hier, sind die schon hier, sind die hier? Und wie kommen wir dann hier weiter?
Und da gehen wir jetzt: Das hier sind also diese sechs verschiedenen Prioritäten von Jesus, die er in den ersten Monaten oder ersten eineinhalb Jahren in seinem Dienst umsetzt. Ich habe die jetzt mal so umgekehrt gelistet wie bei euch im Buch, so dass sie aufeinander aufbauen.
Jesus liess sich taufen von Johannes dem Täufer. Ein ganz besonderer Tag, denn so der offizielle Start seiner aktiven Ministry-Karriere. Ich stelle mir das so ein bisschen vor, wie: Habt ihr mal in der Schule so einen 100-Meter-Lauf gemacht oder 50-Meter-Lauf? Man steht dann so am Start, und dann kommt der Schuss, und dann läuft man los. Das ist so der Moment. Der Startschuss fällt, er wird getauft, und Gott bestätigt das: Das ist mein geliebter Sohn, an dem habe ich Wohlgefallen.
Und was ist das Erste, was Jesus macht zum Start seiner Ministry-Karriere? Wir dürfen reinrufen. Er geht in die Wüste. Was macht er dort? Er fastet und er betet. Genau, die ersten vierzig Tage. Der offizielle Start ist: Meine grösste Priorität ist, ich brauche eine starke Gebetsbeziehung mit dem Vater. Und er setzt sich um, und dann wird er dort versucht. Alles das Erste, was er macht.
Was wäre das Erste, was ihr machen würdet, wenn ihr offiziell neu in den Ministry starten würdet? Werden eingesetzt, die Welt zu verändern. Wie würdet ihr die Welt verändern? Würdet ihr auch vierzig Tage beten und fasten? Es ist so gegenkulturell, was Jesus hier macht. Gebet ist mit das Wichtigste, was wir als Gemeinden haben.
Oh, können wir bei der Präsentation weitermachen? Da war ... Aber überspringen wir das mal. Da müsste eine Grafik sein von Silas Köhler aus dem True Story Gen Z Heft, ein Marketing-Ding, das heisst Positionierungsding. Ja, das ist das Positionierungskreuz, ein Marketing-Tool. Das kann man jetzt nicht so gut erkennen vielleicht, aber ich habe Theologie und dann Marketing studiert. Wenn man Kunden berät, sich zu positionieren auf dem Markt, dann muss man herausfinden: Was kann der gut, und was kann er nicht so gut, und wie kann er dem Kunden dienen?
Wir haben das mal gemünzt auf: Wenn wir als Christen so ein Positionierungskreuz hätten, wie würde es bei uns aussehen? Ein Positionierungskreuz funktioniert so: Rechts sieht man, wonach Jugendliche ein niedriges Bedürfnis haben und nach rechts hin ein hohes Bedürfnis. Und dann von unten Dinge, die es überall gibt, also am Bahnhof, an jedem Kiosk, und dann nach oben Dinge, die einzigartig sind, also die seltener zu finden sind.
Pizza, Baguette und Tischkicker kriegt man so ziemlich überall auf der Welt, also es ist nichts, was uns wirklich einzigartig macht. Aber was uns einzigartig macht und wo wir eben ein hohes Bedürfnis abdecken, ist ganz oben rechts. Was wir als Christen haben: Wir haben nämlich die drei besten Antworten auf die drei grössten Fragen der Menschheitsgeschichte, die Antworten auf die Frage der Identität, die Frage der Zugehörigkeit und der Frage des Sinns im Leben.
Und da kommen wir später auch noch im Detail dazu, aber Gebet ist mit eines der stärksten Tools, die wir anbieten können. Ich war viel in Gemeinden unterwegs, wo nicht so häufig gebetet wurde. Vielleicht von vorne organisiert gebetet, und dann war ich in Gemeinden unterwegs, die viele Aufrufe nach vorne gemacht haben, einfach nur zum Beten. Und in solchen Gemeinden gilt: Je häufiger man betet, desto häufiger passiert was. Gebet ist unsere Superpower. Gebet ist genau das, wofür wir geschaffen sind.
Okay, Jesus betet also. Ich habe eine Challenge für euch. Und bevor wir zu dem kommen: Geht mal auf Seite 14, eines der herausforderndsten Zitate, die ich je in meinem Leben zum Thema Gebet gelesen habe. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ihr dem zustimmen werdet, aber ich lese euch mal vor.
Petey Forsyth sagt: „Wir denken normalerweise an Mord, an Ehebruch, an Diebstahl als die schlimmsten Sünden. Ja, macht Sinn. Aber“, sagt er, „die Wurzel aller Sünden ist die Selbstgenügsamkeit, die Unabhängigkeit von Gott. Wenn wir nicht im Gebet auf Gottes Führung und Kraft warten, dann sagen wir mit unseren Taten, wenn nicht sogar mit unseren Lippen, dass wir ihn nicht brauchen.“ Er sagt: Nicht zu beten zeigt eigentlich, dass wir in Sünde leben. Ultra heftig. Kann man diskutieren? Ich lasse es einfach mal da liegen.
Geht mal auf Seite 16. Vielleicht kann man Hintergrundmusik einspielen, während wir das eine Minute lang machen, und bewertet euch mal selbst. Da ist eine Selbstevaluation mit fünf verschiedenen Fragen. Da könntet ihr dann sagen: Frage 1, ich bete regelmässig mit Namen für die Mitglieder der Jugendgruppe. 1, wenn es gar nicht zutrifft. Macht einen Haken bei 5, wenn es voll zutrifft. Und so könnt ihr euch durch das ganze Buch selbst bewerten, um zu schauen, wo ihr im Thema Gebet steht. Machen wir das mal eine Minute lang. Wenn wir Musik laufen lassen können, wäre nice, und dann machen wir hier weiter.
Ich habe hier vorne noch ein Buch, wenn einer eins braucht. Ja, ich glaube, haben wir noch mehr? Nein, ich habe nur 200 dabei. Aber wenn ihr eins haben wollt, könnt ihr mir auf dem Kontaktformular von Mr. Jugendarbeit schreiben. Wir haben bestimmt noch 500 zu Hause rumliegen.
Oh, Fun Fact: Über 8 Leiter haben wir in Europa schon mit dem Material ausgebildet. Das wird unter anderem in der Ukraine, in Lwiw zum Beispiel, beim Baptistenseminar benutzt. Das wird an Bibelschulen in Deutschland benutzt. Genau, es ist gutes Zeug.
Ja, braucht ihr noch Zeit? Ich gebe euch noch ein bisschen Zeit. Okay, ich schliesse noch schnell das Positionierungskreuz ab. Wenn ihr die Chance habt, jemals eine Jugendarbeit auf die Beine zu stellen, achtet auf das Positionierungskreuz. Wenn ihr eure Energie in Quadranten steckt, wie zum Beispiel in den Einkauf von einem schönen Ledersofa, so wie ich das als Jugendleiter gemacht habe, dann ist es ein Fail, wenn ihr euer ganzes Budget dafür ausgebt, weil das nichts mit eurem eigentlichen Sinn und Zweck und Auftrag zu tun hat. Das ist nur ein Supplement, also unterstützend.
Also verschwendet eure Zeit und Energie nicht mit Tischkickern und Pizza-Baguettes, die sind nice to have. Wenn ihr aber Energie investiert, dann investiert sie auf tiefe Gespräche, auf Jüngerschaft. Das ist die ganze Sache.
Wir haben Lobpreismusik und Bibelarbeit nach links getan, weil das Bedürfnis zwar hoch ist, aber die meisten wissen es nicht, dass sie es wirklich brauchen. Und es kommt erst, wenn man Jesus wirklich erlebt hat. Im Englischen gibt es so einen Spruch: Man muss die Kleider erst waschen, bevor man sie bügelt. Das heisst, wir müssen Jesus erst erleben und die Vergebung, und dann kommt Bibelarbeit und Worship und so das Bügeln. Das kommt dann in Folge, aber Waschen ist wichtiger als Bügeln.
Gut, ich habe mit ein paar Jugendgruppen aus Wien das Training gemacht, und da habe ich sie gechallengt, in 21 Tagen jeden Abend um 21.21 Uhr für ihre Jugendlichen beim Namen zu beten. Das haben wir gemacht, und die fanden das so gut, die haben weitergemacht. Das läuft jetzt schon seit über zwei Monaten: Jeden Abend um neun Uhr einundzwanzig beten für die Jugendlichen beim Namen.
Das Faszinierende ist, dass wir am ersten Abend nach fünf Minuten fertig waren, am zweiten wieder nach fünf, dann nach zehn Minuten, und dann hat es Klick gemacht. Man so: Ich habe keine Ahnung, was die Jugendlichen wirklich beschäftigt. Ich kenne ja eigentlich nur den Namen, aber ich weiss nicht, wo sie stehen in ihrer Entwicklung mit Jesus auf dem Weg. Ich weiss auch nicht, was ihre Herausforderungen sind. Und weil wir aber mit dem Gebet angefangen haben und weil Gebet die Baseline war, mussten die Jugendleiter jetzt die Jugendlichen fragen: Hey, wie geht’s dir? Und so wurde Beziehung gebaut aus dem Gebet heraus.
Und das ist die richtige Sequenz, die richtige Reihenfolge. So hat Jesus auch gemacht: Erst gebetet und sich voll in die Beziehung mit dem Vater gegeben und dann Beziehungen gebaut. Also, ich würde euch gerne herausfordern. Wenn ihr eine Challenge annehmt, dann den 21-Tage-Gebets-Challenge.
Dann kommen wir zur nächsten Priorität: Beziehungen. Jesus legt so viel Zeit und Energie auf Beziehungen, und das kann ich euch zeigen, indem wir uns Johannes, das erste Kapitel, anschauen. Wenn ihr auf Seite 22 geht, kann man das ganz gut sehen. Ich denke nicht, dass wir Zeit haben, das ganze erste Kapitel durchzulesen, aber ihr seht: Auf der Seite 22 sind die ersten 14 Tage aufgelistet, wo Jesus aktives Ministry nach dem Fasten dann startet.
Also er kommt wieder bei Johannes dem Täufer vorbei, Tag eins, oder noch bevor er vorbeikommt, tauft Johannes, und da werden die Priester und die Leviten rübergeschickt, um Johannes auszufragen, ob Johannes jetzt der Christ sei oder nicht. Das ist Tag eins. Und Johannes sagt: Nein, bin ich nicht. Ich bin nicht würdig, ihm die Sandalen zu öffnen und so, aber der Messias, also der Christus, der versprochene Retter, der kommt noch.
Tag zwei kommt Jesus dort vorbei, und Johannes verkündet, dass Jesus das Lamm Gottes ist und der Sohn Gottes ist. Daraufhin interessieren sich die Jünger von Johannes besonders viel. Einer davon ist Andreas. Genau, Tag drei: Zwei von Johannes’ Jüngern folgen Jesus und verbringen den Tag mit ihm. Einer von ihnen, Andreas, geht und holt seinen Bruder Simon.
Das ist faszinierend. Jesus könnte alles machen. Und da sind jetzt diese zwei Jungs, und die sagen: Hey, wo wohnst du eigentlich? Und er sagt: Komm mit, ich zeige euch das. Er nimmt sie mit zu sich nach Hause, verbringt Zeit mit ihnen, investiert in die Beziehung. Er sucht sich nicht Bühnen raus, auf denen er steht und predigt, sondern er teilt einfach Leben. Und dann geht es weiter, da kommen noch mehr Leute dazu. Jesus will ihre Freunde kennenlernen, die Verwandten von denen.
Tag vier: Jesus bittet Philippus, mit ihm nach Galiläa zu gehen. Philippus findet Nathanael und erzählt ihm von Jesus. Jesus sieht Nathanael unter dem Feigenbaum und spricht mit ihm. Was ich so faszinierend finde in dieser Situation, wie Jesus jetzt seine Crew zusammenstellt: Jesus sieht den Philippus und sagt: Komm, folg mir nach. Philippus sagt: Yes, ich bin voll dabei, erster Abend auf dem Kreuz, er rennt mit. Und dann geht er zu seinem Bruder, dem Nathanael, und sagt: Hey, wir haben den von Gott versprochenen Retter gefunden. Und der Nathanael sagt: Was kann denn aus Nazareth schon Gutes kommen? Ich glaube dir nicht. Der ist so mit der Abwehr oben und sagt: Hm, du bist so leichtgläubig, diese essential oils oder was auch immer du dem jetzt aufgesprungen bist. Kritisch steht er da und macht sogar einen negativen Witz gegenüber Jesus.
Und Jesus geht liebevoll darauf ein und gewinnt ihn zurück, weil Jesus ihm die Beziehung wichtiger ist als Recht zu haben. Er lässt sich also angreifen von dem Nathanael, und dann geht er darauf ein, dass er ihn kennt, und gibt ihm eine neue Vision: Und du wirst noch Grösseres sehen. Dann nimmt er sie mit auf eine Reise, sie gehen nach Kana, verbringen ein paar Tage zusammen. Also ihr eigenes Camp sozusagen. Dann gehen sie auf eine Hochzeit, da macht Jesus Wasser zu Wein, und ein paar Tage Aufenthalt.
Was ich faszinierend finde, ist, dass Jesus die meiste seiner Zeit, angenommen, Jesus wäre jetzt hauptamtlich gewesen, so wie vielleicht manche von uns, die meiste seiner Zeit nicht im Tempel verbringt, nicht im Büro verbringt, keine Excel-Spreadsheets macht und auch nicht AI promptet, sondern die meiste Zeit in Community verbringt mit anderen Leuten in der Gemeinschaft. Und da kann man so viel daraus lernen. Es zeigt, wie wichtig ihm Beziehungen sind. Beziehungen, die man nicht aus der Ferne lebt, sondern Beziehungen, die man im Körper lebt.
Hier mein kleiner Ausdruck: Gott hat uns den Körper geschenkt. Und wir haben eine Generation, die herausgefordert ist wie keine andere, alles, was sie tut, im Kopf zu machen, vorne im Bildschirm, am Handy. Wenn wir beten, dann beten die meisten von uns mehr so innerlich, im Kopf. Wenn früher Leute gebetet haben, dann haben die das laut gemacht. Wenn früher im Mittelalter Leute einen Liebesbrief bekommen haben, dann mussten die in den Wald rausrennen, um den zu lesen, weil by default das standardmässig laut gelesen hat. So leise im Kopf drin lesen, das ist eine ganz neue Erfindung.
Gott hat uns einen Körper geschenkt und möchte, dass wir den Körper auch benutzen. Wenn wir sehen, dass Jesus betet, sehen wir, dass er auf Knien betet. Wir sehen, dass er die Hände hebt. Er benutzt seinen ganzen Körper. Wenn wir in Beziehung leben, dann sollen wir das auch mit dem ganzen Körper machen. Das ist ein bisschen mein Challenge an euch: Versucht mal, aktiver euren Körper zu benutzen für die Nachfolge. Wenn ihr betet, probiert mal auf Knien zu beten, mal die Hände zu heben. Wenn ihr in Beziehung steht, versucht mehr, Schulter an Schulter gemeinsam zu machen, so wie Jesus das gemacht hat, nicht im Büro zu sitzen und Zoom-Calls zu machen, sondern eben rauszugehen. Nehmt die Leute mit zum Einkaufen, zu den Ausflügen oder zu den Orten, wo ihr sowieso gerne hingehen würdet, auf die Hochzeiten, an die Orte und zu den Leuten, die euch wichtig sind. Und baut so Beziehungen.
Beziehungen sind wichtig, dann machen wir weiter. Gehen wir hier zu Beziehungen. Da habe ich zwei Tools für euch, die mir richtig geholfen haben. Ich war ja früher Schulseelsorger an der Freien Evangelischen Schule in Lörrach, bevor ich nach Basel gegangen bin, und dort habe ich Beziehungen immer auf drei Stufen gebaut, drei Ebenen. Das ist systematischer Beziehungsaufbau, das haben mir die Amerikaner beigebracht. Wir Deutschen denken nicht so systematisch, wenn es um Beziehungsaufbau geht, wir sind halt Freunde. Wie sind wir Freunde geworden? Hier ist der systematische Aufbau, wie die meisten Beziehungen entstehen, ohne dass wir wissen, dass sie so entstehen.
Erste Stufe ist sehen und gesehen werden. Ich musste also regelmässig in die Mensa gehen, damit mich die Schüler sehen. Das habe ich jeden Tag gemacht. Dann wussten sie: Das ist der Anlieger, das ist der Schulseelsorger, zu dem kann man gehen, wenn man Probleme hat und so. Wenn man nämlich regelmässig gesehen wird, dann werde ich Teil des Umfelds und werde als normal wahrgenommen. Lasst ihr euch regelmässig blicken bei den Menschen, die euch wichtig sind.
Stellt euch mal einen Vater vor, der immer abwesend ist. Der lässt sich nicht mehr sehen, der wird nicht mehr gesehen. Die Beziehung – das Prinzip gilt: Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Beziehung bröckelt einfach dahin, je weniger man gesehen wird. Kennt ihr vielleicht auch Freundschaften von früher, man hat sich lange nicht mehr gesehen oder irgendwie ist die Beziehung nicht mehr da. Auf jeden Fall: Regelmässig sich sehen zu lassen ist wichtig, am besten bei Mahlzeiten oder so.
Dann Ebene zwei: Fragen stellen. Und wir befinden uns eigentlich im Idealfall immer auf allen drei Stufen gleichzeitig. Wir müssen gute Fragen stellen, das ist unsere Superpower. Gute Fragen kriegen wir auch auf MrJugendarbeit.com zu Fragen wie: Was ist dein Highlight der Woche? Was ist dein Lowlight der Woche? Basic, aber auch interessante Eisbrecherfragen.
Oder vielleicht so: Gott möchte, dass wir Interesse haben. Das lateinische Wort Interesse heisst dazwischen sein, also richtig drin sein im Leben von den Leuten. Das Gegenteil von jemandem, der Interesse zeigt, also der dazwischen ist, der mittendrin ist, ist der Idiotist, also jemand, der eigentlich nichts mitbekommen will von Politik, von dem, wie es anderen Menschen geht. Das ist vom griechischen Default der Idiot, das ist das Gegenteil. Also entweder hast du Interesse am Leben von anderen oder du wirst ein Idiot im griechischen Denken. Und was hier Beziehung baut, ist echtes Interesse zeigen. Sei kein Idiot.
Und das Dritte ist: gemeinsam Abenteuer erleben, Schulter an Schulter. Sie kommen: Lass mal Lasertag spielen gehen. Ich habe gehört, viele Leute brechen sich die Nase, wenn sie im Dunkeln gegen die Wand laufen. Ich will sehen, ob das auch bei uns passiert. Und dann kann man sagen: Hey, weisst du noch damals, als da einer beim Lasertag in die Wand gelaufen ist? Ja, das war krass. Alle diese drei Ebenen gleichzeitig bauen eine gute Beziehung.
Wenn ihr an eure Freundschaften denkt, dann könnt ihr euch bestimmt zurückerinnern, wann ihr mal ein cooles Abenteuer hattet. Ihr könnt euch bestimmt zurückerinnern, wann euch mal gute Fragen gestellt wurden, hätte jetzt jemand wirklich Interesse an mir? Und dass ihr euch häufig gesehen habt. Das ist ein Tool.
Gehen wir ein bisschen weiter. Noch ein Tool für Communitybau ist das hier: die drei R. Und jetzt reden wir von einem grösseren Massstab. Angenommen, ihr wollt eine richtige Community bauen, eine Gemeinde, eine grosse Jugendarbeit: Es braucht drei R. Es braucht Rhythmus, Regeln und Rituale.
Rhythmus ist im Idealfall wöchentlich für eine Jugendarbeit. Alle zwei Wochen wird schon schwieriger. Wenn ihr es auf monatlich macht, dann ist es eigentlich fast unmöglich, gute Beziehungen zu bauen. Die meisten Jugendarbeiten scheitern daran, dass sie einfach keinen guten Rhythmus haben. Und wenn man einen guten Rhythmus wie wöchentliches Programm für mehrere Monate hat, dann kann es richtig losgehen. Es kann sein, dass ihr bei euch in eurer Arbeit einfach nur noch nicht lange genug den guten Rhythmus gehalten habt, um tiefe Beziehungen zu bekommen.
Das zweite ist Regeln, und damit meine ich nicht Gesetzlichkeit, sondern ich meine: Angenommen, ihr seid eingeladen auf eine Party, eine Hausparty bei jemandem zu Hause. Ihr wisst aber nicht, was der Dresscode ist. Ihr wisst nicht, ob man jetzt da reingehen, laufen und die Schuhe ausziehen muss oder anlassen darf. Ihr wisst nicht, ob man sich im Kühlschrank bedienen darf. Ihr wisst vieles nicht. Das heisst, euch fehlen die Regeln für dieses Community-Event, und ihr fühlt euch unwohl.
Wenn man aber die Regeln kennt, fühlt man sich wohl. Wir sind hier per Du, wir umarmen uns, wir wollen das Beste füreinander und so weiter. Also einfach kommunizieren, was erwartet wird von den Teilnehmern.
Und das Dritte: Rituale. Unsere Rituale sind natürlich klar. Wenn wir zusammenkommen, wir singen – haben wir vorhin gemacht –, wir beten, wir öffnen das Wort Gottes und hören daraus etwas, wir helfen uns, boosten uns in der Nachfolge. Genau, die drei Sachen braucht es.
Ich schaue mal gerade weiter. Gut, gehen wir jetzt wieder zurück zum Hauptding Beziehung. Dann kommen wir zu Gottes Wort. Jesus hat sich immer wieder zurück auf Gottes Wort besonnen. Wenn ihr euch das genau anschaut: In der ersten Woche, die wir uns da angeschaut haben, sagen die Jünger: Hey, wir haben den gefunden, über den es in der Schrift steht. Und die haben da jemanden erwartet. Und Jesus sagt: Ja, das bin ich. Und das Gleiche bei Philippus und Nathanael und so weiter. Jesus benutzt das Wort, die Bibel, die ganze Zeit. Und das ist unglaublich wichtig für uns, die Bibel zu kennen, aus dem einfachen Grund: Die Bibel enthält ein Weltbild. Ein Weltbild, das so komplett gegensätzlich zu dem ist unserer Kultur.
Ein paar extreme Beispiele: Wenn ich meine Bibel aufmache, dann lese ich da: Oh, das ist faszinierend. Jesus erzählt ja mal ein Gleichnis von einem Seemann, dass manche Samen auf bestimmten Boden fallen, der nicht so gut ist. Da kommen die Vögel und nehmen es weg, deshalb ist der Boden zu hart oder steinig, genau. Wenn man sich das genau anschaut, dann sieht man, dass Jesus dort eigentlich die drei typischen Feinde beschreibt, die wir als Christen haben: die Welt, also das System dieser Welt, das eigentlich komplett Gott entgegengerichtet ist, weil es Werte hat und Dinge promotet wie Geltungsdrang, Unmoral oder hedonistisches Ausleben von Wünschen und Bedürfnissen. Das ist die Welt.
In der Bibel, wenn ich mich aufmache, sehe ich zum Beispiel hier in 1. Johannes 2,15: Hängt euer Herz nicht an die Welt oder an nichts, was zu ihr gehört. Wenn jemand die Welt liebt, hat die Liebe des Vaters keinen Platz in ihm. Die Welt, also diese Art, die Welt zu lieben, ist, sich selbst zu so einem steinigen, harten Boden zu machen.
Dann sehen wir einen anderen Feind, den wir haben: das Fleisch. Also in Römer 8,13: Denn wenn euer Leben von den Begierden bestimmt ist, werdet ihr sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die alten Verhaltensweisen tötet, werdet ihr leben. Und dann haben wir da noch den dritten Feind: den Teufel. Jakobus 4,7 steht: So unterwerft euch nun Gott, widersteht aber dem Teufel, der wird dann von euch fliehen.
Okay, so weit. Die Bibel enthält ein Weltbild, und viele Dinge stehen der Welt komplett entgegen. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir sie so gut kennen. Also das Fleisch sollen wir töten, die Welt sollen wir nicht lieben, genau, nicht lieben, und dem Teufel sollen wir widerstehen. Faszinierend: Wir haben drei Feinde, denen wir taktisch ganz anders begegnen im Alltag. Du kannst den Teufel nicht töten. Dem Teufel kannst du nur widerstehen, und dann wird er fliehen. Du kannst die Welt auch nicht töten, die sollst du einfach nur nicht lieben. Faszinierend!
Okay, so ein kurzer Ausdruck. Es ist wichtig, dass wir die Bibel und das Weltbild darin einfach kennen, und Jesus zitiert die Bibel die ganze Zeit. Wenn wir aber die Bibel lehren, ist es voll wichtig, voll, voll wichtig, dass wir nicht nur die Wahrheit predigen, sondern dass wir es auch mit dem Alltag von den jungen Leuten verbinden. Ganz konkret heisst es: möglichst nur die Fragen beantworten, die die anderen auch wirklich haben. Nicht zeigen: Guck mal, was ich alles weiss. Sondern man muss erst mal eine Beziehung haben, und wenn man die Beziehung hat, dann lernt man, was die Fragen von den Leuten sind, und dann benutzt man Gottes Wort, um diese Fragen effektiv zu beantworten.
Gehen wir weiter zum Bereich Vision. Kennt jemand von euch Diana Nyad? Hast du den Namen schon mal gehört? Nee? Diana Nyad stand mal mit ihrem Papa am Strand und sagte zu ihr: Diana, weisst du eigentlich, was dein Name bedeutet? Sie sagt: Nee, weiss ich nicht. Dein Name ist einzigartig. Dein Name ist auch irgendwie deine Berufung. Und es stellt sich heraus, dass der Name bedeutet, dass sie richtig gut im Schwimmen ist, und darin hat sie ihre Berufung gesehen, so dass Diana dann oft versucht hat, von Florida nach Kuba zu schwimmen. Das ist eine weite Strecke. Und sie hat es immer nicht geschafft, bis sie 64 Jahre alt wurde, weil es gibt auch einen Netflix-Film dazu, und man kann dann auch online sehen: Die hat es wirklich versucht, dann noch das letzte Mal mit 64 Jahren, und hat es dann geschafft.
Sie ist über 50 Stunden lang am Stück geschwommen, und es gibt ja Seewespen dort, also so Quallen, die die richtigen Wunden reissen und so. Die hat es durchgezogen. Und dann sieht man, wie sie so halb tot, wie so ein Zombie aus dem Wasser kommt, aber sie hat es geschafft. Und das alles, weil ihr Vater ihr gesagt hat, was die Vision für ihr Leben ist, was ihr Name bedeutet. Vision hat so einen megakrassen Effekt.
Und Jesus spricht seinen Jüngern auch immer wieder Vision zu. Und wenn ihr an euer eigenes Leben denkt: So, das hier ist das typische Leben von einem Jugendlichen. Man dreht sich so im Kreis. Man hat immer wieder die gleichen Herausforderungen, fällt vielleicht in Sünde, steht wieder auf. Aber irgendwann sagt man: Okay, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Ich bin schon so aufgefallen. Wer weiss, wer weiss, ob mein Leben jemals besser wird oder anders wird.
Und in so eine Situation reinkommt Jesus und trifft in Petrus einen seiner Jünger, der finanzielle Probleme hat, der oft Dinge sagt, ohne richtig zu überlegen, und darauf dann Kritik bekommt. Und zu diesem Petrus sagt er direkt beim ersten Treffen: Du bist der Fels, auf dem ich die Gemeinde bauen werde. Er erinnert seinen Namen. Du bist Simon, aber nein, für mich bist du der Petrus. Und er spricht ihm damit eine neue Vision ins Leben.
Und ab dem Zeitpunkt, nicht sofort, aber Stück für Stück, befand sich sein Leben auf einer komplett anderen Bahn. Und je länger er dieser Berufung folgt, desto weiter entfernt er sich von dem alten Simon, der er gewesen wäre, der er geblieben wäre, und er wird zu dem Fels, auf dem die Gemeinde gebaut wird.
Wie kommuniziert man, wie kommuniziert ihr Vision an die nächste Generation weiter? Ich würde es so machen: Zuerst mal jungen Leuten zu sagen, ich denke, ein anderes Leben ist für dich möglich. Kannst du dir das vorstellen? Mach das erst mal denkbar. Ich kann mir vorstellen, dass du ein richtig guter Worship-Leader wirst irgendwann mal. Ich kann sehen, dass du eine gute Mama wirst. Oder ich könnte mir für dich gut vorstellen, dass du in den vollzeitlichen Dienst gehst und Pastor wirst oder whatever. Einfach nur: Ich könnte mir das für dich vorstellen.
Überlegt euch mal und betet auch dafür, dass Gott euch eine Vision gibt für jeden einzelnen eurer Freunde, für jeden einzelnen bei euch in der Jugendarbeit, und dann versucht, diese Vision zu kommunizieren. Jetzt denkt ihr vielleicht: Okay, ich habe jetzt keinen prophetischen Dienst, ich will jetzt auch nicht etwas Falsches sagen und dann liege ich voll falsch oder so. Nee, ich will eher so: Dann formuliert es doch eher so wie einen Schuh. Ich habe hier einen Schuh für dich, könnte der passen? Und dann probier den mal an. Ja okay, der passt oder der passt nicht. Probier es für dich aus. So kommuniziert man Vision.
Habt ihr eine Vision für euer eigenes Leben? Was glaubt ihr, ist die Vision, die Gott für euch hat? Ich bin mir sicher, Gott hat für jeden Visionen. Vielleicht an der Stelle noch erwähnen: Ich denke nicht, dass Gott dich auf einem bestimmten Job festlegen möchte, und wenn du den verpasst, dann hast du deine Berufung fürs Leben verpasst. Gott ist es wirklich viel, viel wichtiger, dass du eine Beziehung mit ihm hast und nah an seinem Herzen bist. Dass du genug bist aufgrund von dem, was er für dich getan hat. Ihm ist nicht so wichtig, welchen Job du ausübst. Da hast du viel Freiheit. Es gibt bestimmte Jobs, die natürlich ausgeschlossen sind. Also, das ist Vision.
Und das Letzte, mit dem würde ich gerne schliessen, ist Liebe. Liebe. Ich habe einen Freund, der ist Jugendleiter, und der hat eine richtig coole Arbeit angefangen. Seine Gemeindeleitung war dagegen, hat es ihm eigentlich nicht erlaubt, er hat es trotzdem gemacht. Er hat so einen Underground-Club gestartet, wo sie ähnlich wie Tenzing so ein Musikprogramm gemacht haben bei sich in der Gemeinde, und sie haben viele Jugendliche da gehabt, die nichts mit Gemeinde, mit Kirche oder so zu tun hatten. Es lief richtig gut, sie hatten 70, 80 Leute da, und es kamen einfach richtig viele Jugendliche aus dem Ort. Die kannten Gott nicht, die kannten Gemeindekultur nicht. Die haben sich dann jeden Freitag aufgebrezelt, die haben auch Raucherpausen gehabt und so ein wissvolles Programm.
Und dann dachte er sich irgendwann: Okay, es wird Zeit, dass ich meine Gemeindekids auch noch irgendwie mit einbaue. Und die kamen dann einmal, und dann ist es richtig gecrashed, weil die Gemeindekids so voll gesetzlich waren und sagen: Nee, ihr dürft nicht rauchen und Gott und so. Das Ergebnis war: Die 70, 80 sind alle nicht mehr gekommen, weil sie sich abgelehnt gefühlt haben, weil sie die Liebe nicht gespürt haben. Das ist richtig, richtig schade.
Oh, vielleicht haben wir noch die eine Slide mit der Identität. Ich wollte ja sagen, die drei wichtigsten Fragen, dass wir die noch abschliessend beantworten. Genau: Wer bin ich, wo gehöre ich hin und was kann ich bewegen? Gebt es weiter an die nächste Generation. Hier sind unsere drei besten Antworten, ich glaube, die besten Antworten auf der Welt, um die drei Fragen zu beantworten.
Da sind sie: Die Frage, wer bin ich, beantworte ich am liebsten mit: Ich bin genug aufgrund von dem, was Jesus für mich getan hat. Das starke Wort ist genug. Ich muss mich nicht beweisen, ich muss nichts leisten. Ob ich heute noch irgendetwas für den Rest meines Lebens mache für das Reich Gottes oder nicht: Ich bin genug, weil Jesus alles gemacht hat. Er steht im Mittelpunkt.
Das Zweite ist: Ich gehöre zum Volk Gottes, also meine Zugehörigkeit, mein Tribe, meine Leute sind eben andere, die auch wie ich rausgerufen sind und zu Jesus gehören. Und der Sinn meines Lebens ist, dass ich eingeladen bin, an Gottes grösserer Geschichte teilzuhaben. Alle diese drei Sachen haben eine Sache gemeinsam: Ich werde aus dem Zentrum meines Universums rausgenommen, und Gott wird ins Zentrum des Universums gestellt. Ich lebe als Teil seiner grösseren Geschichte, ich muss mich nicht selbst verwirklichen. Und ich finde, das gibt mir richtig, richtig grossen Frieden.
Ich hoffe, ihr könnt es für euch aufnehmen und weitergeben im Ministry. Wenn ihr möchtet, wir machen auch Trainings, meldet euch bei mir einfach über das Kontaktformular, und dann gehen wir mit eurer Jugendgruppe durch. Alles, was wir machen, ist kostenlos und spendenbasiert, wir sind Missionare, genau. Und danke für eure Zeit und Aufmerksamkeit, ich glaube, wir haben dann noch ein bisschen Zeit für Q&A.
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