Generierte Mitschrift
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Einleitung und Rückblick auf das vorige Thema
Wir haben vorigen Sonntag über die Stellung der Frau in der Bibel, in der Gemeinde und in der Gesellschaft gesprochen. Heute wollen wir mit den Aufgaben der Frau in der Gemeinde fortfahren.
Hoffentlich denken jetzt nicht alle Männer: Ach du liebe Zeit, hätte ich doch daheim bleiben können. Ich denke, das sollten wir Männer auch hören, auch um unsere Frauen ermutigen zu können. Und wir erwarten auch, dass die Frauen demnächst kommen, wenn die Männer an der Reihe sind, um uns da zu ermutigen.
Gleichwertigkeit und Unterschied in Gottes Ordnung
Die Aufgaben der Frauen in der Gemeinde
Ich will noch einmal kurz wiederholen, was wir letzte Woche gesagt haben. Die Bibel lehrt, dass Mann und Frau vor Gott völlig gleichwertig sind. Gott liebt Frauen genauso wie Männer und Männer genauso wie Frauen. Sie sind vor ihm völlig gleichwertig.
Im Blick auf das Heil gibt es überhaupt keinen Unterschied. Da gibt es keine Privilegien. Paulus schreibt: Hier ist nicht Mann oder Frau; ihr seid allesamt einer in Christus. Im Blick auf die Erlösung, auf das Heil, gibt es keinen Unterschied. Auch Petrus bestätigt das. Er nennt die Frauen in seinem Brief „Miterben der Gnade“ – ein schöner Ausdruck. Frauen sind Miterben der Gnade, genauso wie die Männer.
Dennoch gibt es wesensmäßige Unterschiede zwischen Mann und Frau. Gott schuf den Mann zuerst, und er schuf ihn als Haupt. Danach schuf er die Frau, und zwar als Ergänzung. Ich kann das jetzt nicht mehr alles im Einzelnen wiederholen; das haben wir ja letzte Woche gehört. Und wer nicht da sein konnte, kann eine Kassette davon anhören.
Aber ich möchte heute Morgen noch ein gutes Beispiel ergänzen, und zwar von dem kanadischen Missionar Richard Haferkamp, der in Belgien arbeitet, oder jetzt wieder in Amerika. Alexander zeigt uns das auf der Folie. Da brachte Richard Haferkamp diesen Vergleich:
Ein Bauer macht Heu und gebraucht einen Pferdewagen. Wer geht zuerst, das Pferd oder der Wagen? Immer das Pferd. Oder habt ihr schon einmal einen Wagen gesehen, der vom Pferd geschoben wird, hinten dran? Ich nicht.
Heißt das jetzt aber, dass das Pferd wichtiger ist als der Wagen? Nein. Der Bauer kann sein Heu weder ohne Pferd noch ohne Wagen transportieren. Die beiden gehören zusammen. Trotzdem muss das Pferd immer zuerst gehen. Aber das macht das Pferd nicht wichtiger. Sie sind beide wichtig, gleichwertig, aber sie müssen in der richtigen Ordnung stehen, hintereinander.
So ist es auch mit Mann und Frau in der Ehe und in der Gemeinde. Mann und Frau sollen nicht im Wettstreit liegen, sondern sie sollen sich ergänzen. Sie gehören zusammen. Aber Gott hat es so gemacht: Der Mann vorne. Er soll vorangehen, er soll Führung geben, Leitung, Verantwortung, Würde, aber auch zugleich Bürde.
Die Spannweite möglicher Aufgaben und die erste Priorität
Heute Morgen geht es um die Aufgaben der Frau in der Gemeinde. Das hängt natürlich inhaltlich mit ihrer Stellung zusammen.
In diesem Zusammenhang gibt es zwei extreme Meinungen. Das erste Extrem lautet: Die Frau ist dem Mann in allem gleich und darf alles tun, was der Mann tut. Das haben wir heute in der Emanzipationsbewegung. Da muss die Frau unbedingt Baggerfahrerin werden. Dann sitzt sie oben auf dem Bagger, und ja, das sehe ich manchmal, und Busfahrerin und Lkw-Fahrerin unbedingt. Dann muss sie irgendwelche Metalle verarbeiten, Berufe lernen, schwere Sachen herumschleppen und alles Mögliche. Sie muss unbedingt emanzipiert sein. Nicht nur in diesen Dingen, sie muss auch in alle Sphären kommen, in Ämter usw.
Das ist das eine Extrem: die Frau in allem gleich wie der Mann. Aber das andere Extrem heißt: Die Frau darf außer Haushalt und Kinder gar nichts tun und auch in der Gemeinde außer praktischen Arbeiten gar nichts tun. Das wäre das andere Extrem und ist genauso falsch.
Im speziellen Fall liegt die Lösung in der Mitte. Eine Frau darf in der Gemeinde viele Aufgaben erfüllen, und nur ganz wenige hat Gott den Männern vorbehalten. Zwei bis drei nenne ich am Schluss, damit es noch ein bisschen spannend bleibt.
Also erst einmal die Prioritäten der Frau. Wir können das auch da ein bisschen mitverfolgen, die Prioritäten der verheirateten Frau und Mutter. Wir haben das letztes Jahr auch im Eheseminar mal gestreift. Das war damals ein ganz anderer Kreis, mit ganz anderer Zusammensetzung.
Lasst uns diese Stelle noch einmal aufschlagen: Matthäus 22, wer noch eine Bibel braucht, da hinten sind noch genug. Da kann ich auch die Seitenzahl sagen: Matthäus-Evangelium Kapitel 22, Verse 34-40, Seite 32 im Neuen Testament. Da ist die Frage nach dem höchsten Gebot.
Matthäus 22,34: Als aber die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Das ist die typische Luther-Übersetzung. Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Wenn das höchste Gebot heißt: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben, heißt das auch: Die größte Sünde, die wir tun können, ist, Gott, unseren Herrn, nicht über alle Dinge zu lieben. Das erste Gebot zu brechen: Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Das ist nicht umsonst das erste Gebot.
Hier sehen wir die Priorität der Frau. Das gilt für den Mann genauso, für jeden gläubigen Menschen: der Herr an der ersten Stelle, Gott. Er soll in allen Dingen den Vorrang haben. Immer zuerst die Frage: Herr, was willst du, und was dient dir?
Erste Priorität der Frau: Gott, Gott lieben.
Die zweite Priorität einer verheirateten Frau ist ihr Ehemann. Er braucht ihre ganze Zuwendung und Unterstützung. Gott hat die Frau als Gehilfin des Mannes geschaffen. Das ist die zweite große Aufgabe der verheirateten Frau. Wir haben letzte Woche im ersten Mose gelesen: Ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei, ein entsprechendes Gegenüber.
Die große Aufgabe der verheirateten Frau ist Gehilfin des Mannes, ganz gleich, welchen Beruf er ausübt. Selbst dann, wenn er keinen Beruf ausübt und sie berufstätig sein muss, ist diese Berufung nicht aufgehoben: Gehilfin des Mannes zu sein. Bei der unverheirateten Frau oder bei der Witwe kann ihr bereits der Dienst für den Herrn in seiner Gemeinde zur zweiten Priorität werden, denn sie hat ja keinen Mann, dem sie Gehilfin sein kann. Da kann schon das Nächste an den Platz rutschen. Aber bei der verheirateten Frau ist es der Mann.
Die dritte Priorität der Frau sind ihre Kinder, vorausgesetzt, dass sie Kinder zur Welt bringen konnte. Wir können den Dienst der Mütter an ihren Kindern überhaupt nicht hoch genug einschätzen. Es ist eine tiefe Tragik, dass die modernen Mädchen diese hohe Berufung der Frau so dermaßen madig gemacht haben und ständig machen, dass eine Frau sich heute fast entschuldigt, wenn sie Kinder hat und zu Hause ist und den Haushalt versorgt. Wir kennen ja diese Formulierung: „Ich bin nur Hausfrau“, wie man das so sagt, dass man unter den Teppich passt.
Darum mache ich den Muttis unter uns Mut, so wie es auch meine liebe Silvia letzten Mittwoch getan hat bei dem Thema die christliche Mutter. Lasst euch nicht anstecken vom Geist unserer Gesellschaft heute, dass nur der hohe Lebensstandard und die berufliche Selbstverwirklichung wichtig sind. Wenn ihr euch in Gottes Namen euren Kindern widmet, werden sie es euch später danken, und ihr werdet dabei nicht zu kurz kommen.
Die Gehilfin des Mannes und Mutter der Kinder sind erfüllende Aufgaben. Darum ist diese Platzanweisung ganz wichtig: Prioritäten Gott zuerst, danach der Ehemann, danach die Kinder. Diese Aussagen haben wir im Titusbrief. Wir lesen diese Stelle nachher später noch.
Vielfältige Dienste im Gemeindeleben
Zum zweiten: der Dienst der Frau in der Gemeinde. Da gibt es eine große Palette von Möglichkeiten, was uns das Neue Testament zeigt, und auch schon im Alten Testament teilweise, was Frauen tun können, die dem Herrn in der Gemeinde dienen wollen.
Da möchte ich ganz oben den Dienst der Gastfreundschaft nennen. Das wird in der Bibel sehr hoch geschätzt. Heute haben wir Hotels und Pensionen und so weiter, aber trotzdem ist der Dienst der Gastfreundschaft, des Beherbergens und auch der Gastfreundschaft im gastronomischen Sinn, also dass man zum Essen, zum Kaffeetrinken und so weiter einlädt, in der Bibel sicher etwas ganz, ganz Hohes. Da steht nichts vom Kaffeetrinken, aber vom Einladen in die Häuser und so weiter. Damals hat man noch andere Dinge verzehrt, Wein und so weiter.
Also: der Dienst der Gastfreundschaft. Frauen können ihre Häuser öffnen, zum Beispiel für einen Frauengebetskreis. Kleine Gebetszellen können sich treffen, mit zwei oder drei Frauen vormittags, wenn die Männer im Beruf stehen und die Kinder vielleicht in der Schule oder im Kindergarten sind. Sie können sich zu Gebetszellen treffen und die Häuser öffnen, immer vorausgesetzt, der Mann ist einverstanden, wenn er gläubig ist. Oder auch, wenn er noch nicht gläubig ist, dass er einverstanden ist mit diesen Aktivitäten der Frau.
Es kann sein, dass Frauen Frauenstunden halten, wenn sie eine Gabe in diese Richtung haben. Dass sie Bibelarbeiten weitergeben, im kleinen Kreis an Frauen, über biblische Frauengestalten oder andere Frauenthemen, oder Material verwenden, das es dazu gibt, evangelistische oder weiterführende Frauenbibelstunden im Haus.
Es gibt Mütterkreise oder Mutter-Kind-Gruppen, wo eine Frau das Haus öffnet und junge Mütter mit ihrem Kleinkind einlädt. Die Kinder krabbeln dann im Kinderzimmer herum, und die Frauen trinken eine Tasse Tee. Dann unterhalten sie sich über wichtige Themen, auch aus der Bibel, oder über Erziehungsthemen und so weiter.
Frauen können unter Umständen in ihrer Wohnung die ganze Gemeinde aufnehmen. Auch in der Bibel sehen wir das: Aquila und Priscilla haben immer wieder die Gemeinde in ihrem Haus beherbergt. Das war ein Ehepaar. Aber auch Lydia hat die Gemeinde in ihrem Haus aufgenommen. Das erfahren wir in Apostelgeschichte 16. Die Gemeinde kam in ihrem Haus zusammen. Und im Römerbrief 16 wird auch mehrmals genannt, dass sich Gemeinden im Haus von Frauen versammelten. Das waren dann entweder Witwen, oder es waren Frauen, deren Männer auch einverstanden waren damit; das ist dort offengelassen.
Auf jeden Fall werden wir im Neuen Testament oft aufgefordert, Gastfreundschaft zu gewähren. Auf diese Weise haben manche sogar Engel beherbergt. Und es ist wichtig, dass wir das erkennen: ein ganz wichtiger Dienst ist die Gastfreundschaft, auch zum Übernachtenlassen, wenn jemand auf der Durchreise ist, oder eben auch zum Einladen.
Und ich möchte besonders ermutigen: Ladet euch untereinander in die Familien ein, immer wieder einmal, um euch kennenzulernen. Ich glaube, es war noch nicht jeder bei jedem zu Hause, das ist klar. Aber ladet besonders auch unsere Alleinstehenden ein, die wir hier in der Gemeinde haben, alleinstehende Männer oder alleinstehende Frauen. Ladet sie ein, auch zum Essen, zum Kaffeetrinken, zum Abendbrot, zu gemeinsamen Unternehmungen mit der Familie. Und ladet euch auch als Familien gegenseitig ein.
Nicht, dass wir nur noch umeinander reisen und tun, aber einladen, einer den anderen, das ist wichtig. Die Wohnungen zu öffnen, ein Stück Privatleben auch preiszugeben, einzuladen.
Seelsorge, Besuchsdienst und praktische Hilfe
Der nächste Punkt: der Dienst der Frauen in der Seelsorge an Frauen, an Jugendlichen und an Kindern.
Frauen, die eine Gabe zur seelsorgerlichen Begleitung haben, die sich in der Schrift auskennen und auch von Gottes Wort her raten können, haben hier ein großes Betätigungsfeld: Seelsorge an Frauen, an Jugendlichen bis zu einem bestimmten Alter und auch an Kindern. Viele Frauen haben die Fähigkeit, sich einzufühlen, und die Fähigkeit, zu ermutigen, mehr als wir Männer. Manchmal jedenfalls. Was für ein weites Betätigungsfeld!
Die seelsorgerlichen Nöte nehmen weltweit zu, auch unter den Christen, unter den Gläubigen. Sich um Einzelne zu kümmern, nachzugehen und zur Seite zu stehen, ist ein sehr wichtiger Dienst.
Dann haben wir den Dienst der Kranken- und Altenbesuche. Hier tun sich Frauen auch meistens leichter als Männer. Kranke zu besuchen, das sind oft Menschen, die manchmal ganz hilflos oder gar alt oder sterbend sind. Frauen können sich da einfach oft leichter einfühlen, weil die Frau von ihrer Wesensart meistens wärmer und herzlicher ist als der Mann. Sie kann tiefer mitfühlen.
Da wünschte ich mir viele Frauen auch hier bei uns in der Gemeinde, die diesen Dienst des Besuchens von Alten tun. So viele Alte haben wir jetzt nicht, die zu uns gehören, aber Kranke immer wieder, auch unsere Geschwister. In Vogelstang, ich glaube, dass da erst sehr wenige von unserer Gemeinde bei ihnen waren, und sie freuen sich, wenn Geschwister aus der Gemeinde kommen. Sie können nicht immer hierher kommen, heute Morgen auch nicht, einfach aus gesundheitlichen Gründen. Aber sie freuen sich, wenn Besuch kommt, dass wir so auch ermutigen können. Oder im Krankenhaus, wenn jemand im Krankenhaus liegt, ist das auch eine sehr wichtige Aufgabe, dann zu besuchen.
Der Dienst des Helfens möchte ich hier als Nächstes aufführen. Ich lehne mich hier an das Handbuch von Ernst Maier an, der dazu eine sehr gute Ausführung hat. Frauen können Kranken eine Mahlzeit kochen oder zeitweise den Haushalt mitversorgen. Oder wenn jemand entbinden muss und für eine Zeit lang nicht da ist, oder gerade entbunden hat, dann kann sich da gegenseitig geholfen werden. Oder wenn eine Frau krank ist, die zwei kleine Kinder zu Hause hat. Ich denke an die Zeit, als Andrea mal krank war und ihre zwei Kleinen so reihum versorgt wurden in der Gemeinde. Oder auch als Silvia damals entbunden hat, haben viele uns den Benjamin abgenommen.
Diese Dienste des Helfens: Frauen können auch ihr handwerkliches Geschick für Basare oder andere Dinge einsetzen. Sie können Röcke und Kleider nähen wie Tabea. Sie können dem Herrn mit ihrer Habe dienen wie Maria, Magdalena, Johanna und Susanna, von denen es heißt, dass sie dem Herrn mit ihrer Habe dienten. Frauen haben meistens ein barmherziges Wesen und können helfen, wo es nur geht.
Zeugnis, Mitarbeit und evangelistische Aufgaben
Dann möchte ich den Dienst des Zeugnisgebens nennen. Frauen dürfen nach dem Neuen Testament, und sollen sogar, ihren Glauben bezeugen, wo es nur geht. Zeugnis geben.
Ich erinnere daran, dass wir letzte Woche sagten: Die ersten Auferstehungszeuginnen waren Frauen. Sie haben bezeugt, sie haben den anderen gesagt: Wir haben den Herrn gesehen, er lebt, er ist auferstanden. So können Frauen heute sagen: Der Herr lebt in meinem Herzen, und ich habe Erfahrung mit ihm gemacht, und du kannst ihn auch kennenlernen.
Frauen bezeugen ihren Glauben aber auch durch ihre Stellung, die sie einnehmen in der Ehe, in der Familie, dadurch, dass sie in diesen Dingen gegen den Strom schwimmen, dass sie nicht Emanzipation um jeden Preis anstreben. Frauen bezeugen ihren Glauben auch durch gute Werke, durch gute Taten in der Schrift und durch ihren gottesfürchtigen Lebensstil insgesamt. Da legt die Bibel großen Wert darauf. In 1. Timotheus 2,9-10 heißt es, Frauen sollen ihre Gottesfurcht bezeugen durch gute Werke.
Das ist ein ganz breites Betätigungsfeld der Frau: gute Taten tun, wo es nur geht, helfen, sich einbringen, in der Gemeinde, im zwischenmenschlichen Bereich, wo nur möglich.
Dann der evangelistische Dienst der Frau: Habt ihr gewusst, dass Frauen in der Missionsarbeit des Paulus eine ganz besondere Rolle gespielt haben, eine große Rolle? Paulus hat viel mit Frauen zusammengearbeitet. Da möchte ich euch bitten, dass wir Römer 16 aufschlagen. Ich habe das eben schon mal kurz erwähnt, das müssen wir jetzt lesen. Das ist köstlich, was uns die Bibel da sagt, Römer 16. Nur mal unter diesem Aspekt: wie viele Frauen hier genannt werden in der Mitarbeit des Paulus.
Römer 16, Seite 195 im Neuen Testament, Vers 1: Ich befehle euch unsere Schwester Phöbe an, die im Dienst der Gemeinde von Kenchrea ist. Die hatte sogar den Dienstauftrag einer Diakonin. Hier steht, Luther übersetzt: die im Dienst ist. Da steht: sie war Diakonin. Sie war Diakonin, ja. Den Dienst der Diakonin können Frauen tun. Dienerin heißt das einfach. Sie war Gemeindedienerin, Gemeindeschwester in Korinth.
Dann in Vers 3 bis 5a wird die Priska erwähnt: Grüßt die Priska und den Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus. Es ist interessant, dass die Priska meistens zuerst erwähnt wird. Das lässt darauf schließen, dass sie geistlich eventuell dem Aquila ein bisschen voraus war und dass sie so ein bisschen geistlich die Hosen anhatte. Das kommt manchmal vor, dass Frauen den Männern geistlich überlegen sind. Das muss nicht so sein und muss nicht so bleiben. Da dürfen die Männer ruhig nachziehen. Aber manchmal ist es so. Und hier die Priska, die da besonders den Dienst hatte, und in Vers 5 sehen wir die Gemeinde in ihrem Hause.
Dann in Vers 6: Die Maria. Grüßt Maria, die viel Mühe und Arbeit um euch gehabt hat.
Dann ein kleiner Sprung in Vers 12. Ich habe schon mal gesagt, für Leute, junge Familien, die ausgefallene Namen für ihre Kinder suchen, die haben hier gute Anhaltspunkte: Grüßt die Tryphäna und die Tryphosa, die in dem Herrn arbeiten. Grüßt die Persis, meine Liebe, die sich viel Mühe hat im Dienst des Herrn. Also Frauen, die dort in der Gemeinde in Rom wichtige Dienste getan haben, viel Mühe haben.
Und dann noch in Vers 13: Grüßt Rufus, den Auserwählten in dem Herrn, und seine Mutter, die auch mir eine Mutter geworden ist. Paulus hatte eine geistliche Mutter, die Mutter des Rufus, die in besonderer Weise für ihn gebetet hat, hinter ihm stand.
Ihr seht, eine ganze Reihe Frauen werden hier aufgezählt. Und noch in Vers 15: Grüßt Philologos und Julia, Nereus und seine Schwester und Olympas und alle Heiligen bei ihnen. Da wird die Schwester genannt, Julia, und die Schwester des Nereus. Wieder zwei Frauen, die er hier extra erwähnt. Im Philipperbrief nennt er Euodia und Syntyche und so weiter. Viele Frauen, die in der Missionsarbeit des Paulus mitgearbeitet haben, im Team, im evangelistischen Dienst, im Hausbesuchsdienst, im Traktatdienst, wenn es das damals schon gab, und so weiter.
Frauen können auch in der Gemeinde Aufgaben übernehmen, wie Büchertisch, vielleicht auch mit Mann zusammen, wie Hannelore und Rudi hier bei uns. Oder Frauen könnten hier bei uns in der Gemeinde Dienst übernehmen. Kassettenverleih vorne ist im Augenblick noch verwaist, das suchen wir noch jemanden, der das in die Hand nimmt, dafür zu sorgen, dass immer die Kassetten wieder rechtzeitig kommen und sie zu verleihen, immer wieder eine Kassette hier vorne vorstellen, eine gute Kassette, die man hören kann. Ein wichtiger Dienst der Multiplikation, dass jemand die Kassettenarbeit übernimmt. Und auch unsere Leihbücherei, die wollen wir in den anderen Raum unterbringen. Wenn die Küchenwand da ist, haben wir ja Platz in dem anderen Schrank. Wollen wir die Bücher, die unten im Keller noch stehen bei Wunschix, auch hier zum Verleih anbieten. Viele gute Bücher, auch das müsste jemand in die Hand nehmen, separat von der Büchertischarbeit die Bugs haben.
Viele, viele Möglichkeiten im missionarischen, im evangelistischen Dienst. Wenn eine Frau Interesse hat, dem Herrn zu dienen, ein weites Betätigungsfeld.
Die Grenzen des Dienstes in gemischten Versammlungen
So, nun kommen wir zum Dritten. Jetzt wird es spannend: Wovor Gott die Frau bewahren möchte, so habe ich das hier genannt.
Gott möchte gar nicht, dass die Frau diese Aufgaben tut, weil es für sie vielleicht auch eine Überforderung wäre, von ihrer Konstitution her. Er möchte die Frau bewahren. Es sind zwei bis drei Aufgaben. Wir haben erst einmal jetzt eine Fülle von Dingen aufgezählt, die eine Frau mit Herz und Seele in der Gemeinde Jesu ausüben kann. Das sind bei Weitem noch nicht alle Aufgaben. Aber nun kommt die kleine Einschränkung. Es ist fast wie im Paradies: Ihr dürft essen von allen Bäumen, nur von diesem Baum sollt ihr nicht essen.
Und so auch die Frau: Sie hat viele Aufgaben in der Gemeinde. Und jetzt kommen zunächst zwei Einschränkungen. Nämlich: Eine solche heilige Grenze für den Dienst der Frau besteht in dem Dienst der lehrhaften Wortverkündigung in gemischten Versammlungen, so möchte ich das nennen. Sie soll nicht lehren, sie soll nicht in gemischten Versammlungen lehren. Ich muss das so differenzieren, denn in Frauenversammlungen, wo Frauen unter sich sind, darf eine Frau sehr wohl lehren, und das soll sie auch lehren. Bitte schlagt mit mir jetzt die Stelle in Titus auf, Titus 2.
Wir dürfen also nicht einfach pauschal sagen, eine Frau darf nicht lehren. Wir müssen sagen, sie darf nicht lehren in gemischten Versammlungen. Das ist etwas anderes, vor Männern und Frauen. Titus ist kurz vor Petrus, Seite 255 im Neuen Testament. Titus Kapitel 2, wir lesen die Verse 1 bis 5. Da ermutigt Paulus den Titus, Seite 255:
„Du aber rede, wie es sich ziemt nach der heilsamen Lehre: den alten Männern sage, dass sie nüchtern seien, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld; desgleichen den alten Frauen, dass sie sich verhalten, wie es sich für Heilige ziemt, nicht verleumderisch, nicht dem Trunk ergeben; sie sollen aber Gutes lehren. Und die jungen Frauen anhalten, dass sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben.“
Das sind die Prioritäten, die wir vorhin hatten: Gott zuerst, dann Männer lieben, Kinder lieben, keusch, häuslich, gütig sein, sich ihren Männern unterordnen, damit nicht das Wort Gottes verlästert werde.
Da sehen wir: Die alten, älteren Frauen sollen lehren, nämlich jüngere Frauen. Und Kinder. Es ist durchaus möglich, dass die Frau lehrt, aber sie soll nicht in gemischten Versammlungen predigen oder lehren. Und da sagt der Timotheusbrief, wenn wir etwas zurückgehen in den ersten Timotheusbrief, Kapitel 2, die Stelle ist jetzt sehr wichtig für unser Thema, Vers 11 bis 14, 1. Timotheus 2, Seite zweihundertachtundvierzig, Vers 11 bis 14:
„Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber hat sich zur Übertretung verführen lassen.“
Paulus sagt: Sie soll nicht lehren. Ich gestatte ihr nicht, dass sie lehre. Sie soll in der Gemeinde keine Stellung einnehmen, die ihr Autorität über Männer gibt. Darum geht es. Sie soll keine Stellung einnehmen, wo sie Autorität hat über die Männer. Wo das dennoch geschieht, sei es, wo es wolle, da ist es gegen Gottes Schöpfungsordnung.
Und wichtig ist, dass diese Anordnung zeitlos begründet wird, nämlich mit dem Sündenfall. Paulus sagt nicht: Das soll so sein, weil das jetzt gerade im Jahr sechzig nach Christus nicht üblich ist, aber im Jahr neunzehnhundertneunzig ist das kein Problem, da kann es ruhig so sein, dass die Frau lehrt. Nein, er begründet es mit dem Sündenfall. Er sagt, die Frau wurde verführt damals, sie war offen für außerbiblische Inspirationen, sie hat da eine offenere Flanke als der Mann und soll deswegen nicht lehren. Auch Männer können falschen Inspirationen anheimfallen, aber die Frau insgesamt leichter als der Mann. Das muss ich so sagen, das ist einfach eine Sicht hier aus der Bibel gewonnen. Wenn das jemand von euch anders sieht, ist das durchaus möglich, aber ich sehe es so. Zeitlos begründet, nicht zeitgebunden, mit dem Sündenfall.
Und darum schreibt auch Paulus in 1. Korinther 14, das will ich hier nur noch anmerken, dass die Frau schweigen soll in der Gemeinde. Das heißt aber eben nicht, dass sie nicht beten soll, dass sie nicht Zeugnis geben soll, dass sie nicht berichten kann, wie wir es hier eben auch getan haben. Sondern das bezieht sich eindeutig auf die Lehre in 1. Korinther 14, Verse 34-35. Sie soll nicht weissagen und sie soll nicht lehren, in dem Sinn verkündigen.
Dann fragt ihr euch vielleicht: Was ist mit so gesegneten Frauengestalten wie Corrie ten Boom und mit Frau Doktor Gertrud Wasserzug und so weiter, die doch im großen Segen auch gepredigt haben, sogar evangelisiert haben? Ich habe Kassetten von Frau Doktor Wasserzug, da evangelisiert sie in großen Versammlungen. Was sollen wir davon halten? Das lassen wir einfach stehen. Da muss sich jede Frau auch vor Gott selber verantworten, wie weit sie da ihre Befugnisse von der Schrift her eingehalten oder auch übertreten hat. Dass Gott das dann trotzdem gebrauchen kann, dass es auch Männer gibt, die durch Frauen zum Glauben gekommen sind, ist alles gar keine Frage. Aber Gottes ursprüngliche Absicht und Ordnung ist es so nicht. Die Frau soll nicht in gemischten Versammlungen predigen.
Mir ist heute Morgen noch aufgefallen, ich habe noch im Alten Testament gelesen: Als Miriam, die Schwester des Mose, sich mit Aaron zusammen über Mose erheben wollte, da hat Gott das sofort und sehr drastisch unterbunden, und sie wurde aussätzig. Gott wollte nicht, dass sie der alttestamentlichen Gemeinde vorstand und lehrte. Er hat das sofort unterbunden.
Leitungsdienst, besondere Zurückhaltung und Schlussgedanken
Eine zweite Grenze im Aufgabenbereich der Frau ist der Ältestendienst. Das hängt ganz eng mit dem zusammen, was wir eben gesagt haben, mit der Lehre. Eine Frau soll in der Gemeinde nicht lehren. Älteste aber sollen lehren. Also ist es ganz logisch, dass eine Frau diesen Dienst nicht ausüben kann, den Leitungsdienst, den geistlichen Leitungsdienst in der Gemeinde.
Wir haben in der ganzen Heiligen Schrift keinen einzigen Hinweis darauf, dass eine Frau Ältestendienst ausgeübt hätte, weder im Alten noch im Neuen Bund. Hier und da waren Frauen Prophetinnen, hier und da waren Frauen Richterinnen und alles, aber sie waren nie Ältestinnen. Dafür gibt es einfach keinen Schriftbeleg.
Bei den Diakonen ist es anders, das dürfen Frauen sein. Vorher haben wir sie eben kennengelernt, weil sie nicht Autorität über die Gemeinde haben, sondern der Gemeinde mit ihren Gaben dienen. Aber in der Lehre, in der Leitung, haben Frauen sonst Autorität über die Männer, und das will Gott nicht haben.
Ich weiß sehr wohl, dass das in manchen Kirchen anders praktiziert wird, auch heute schon in Freikirchen. Aber da müssen wir wieder entscheiden: Gottes Wort oder Menschenregeln, Schriftgeist oder Zeitgeist. Wir müssen uns einfach entscheiden.
Ich möchte ermutigen, dass wir uns als einzelne und als Gemeinde an diese biblischen Ordnungen halten.
Noch eine letzte Sache will ich erwähnen. Das kann ich jetzt nicht mit der Bibel begründen, sondern nur mit der Erfahrung. Eine Frau sollte sich auch in der Seelsorge an okkult gebundenen Menschen zurückhalten. Ich kann dafür keine Bibelstelle anführen, aber aus der Erfahrung von Doktor Kurt Koch und vielen anderen, die auf diesem Gebiet besonders tätig waren, müssen wir das so sagen: Eine Frau sollte sich in der Seelsorge an okkult gebundenen Menschen zurückhalten.
Das ist einfach auch eine sehr schwere Aufgabe, auch für uns Männer schon sehr schwer. Es ist auch nicht für jeden Mann dran. Da muss man wirklich schon von Gott in diese Aufgabe hineingerufen und geführt sein. Da sollten sich Frauen zurückhalten, und auch beim Händeauflegen.
Ich finde in der Bibel keine einzige Stelle, dass Frauen Hände aufgelegt hätten. Da würde ich mich als Frau auch zurückhalten. Und ich würde mir auch von keiner Frau die Hände auflegen lassen, nicht weil ich etwas gegen Frauen habe, sondern weil ich das in der Bibel nicht finde. Gott will es nicht. Das sollte als Begründung einfach genug sein.
Am Schluss unseres Themas habe ich die eine Bitte: Lasst euch, ihr lieben Schwestern, ihr lieben Frauen, nicht auf diese wenigen Einschränkungen fixieren, dass wir jetzt nur darauf schauen: Ach, das darf ich nicht in der Gemeinde, das soll ich nicht. Vielleicht könnte ich das viel besser als der oder der Bruder, aber ich darf es halt nicht. Lasst euch nicht auf diese Einschränkungen fixieren, das wäre ein Teufelstrick, möchte ich mal sagen.
Wir haben so viele Dinge eben genannt, wo die Frau sich wirklich mit ganzer Freude und Einsatz einbringen kann, dass wir uns da voll und ganz darauf konzentrieren können. Es geht darum, dass sich Mann und Frau in der Ehe, Familie und Gemeinde ergänzen. Denkt an unser Beispiel Pferd und Wagen: Gemeinsam werden wir dann die Aufgaben erfüllen, die uns gestellt sind.
Lasst uns noch einmal über dem, was wir jetzt gehört haben, kurz still werden, zusammen aufstehen und dem Herrn danken.
Herr, unser Gott und Vater, wir wollen dir auch heute Morgen durch unseren Herrn Jesus danken für deine guten Ordnungen in dieser Welt, in der Schöpfung, aber auch in der Ehe, in der Familie, in der Gemeinde. Wir sehen, du bist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Danke, Herr, dass du auch das Zusammenleben in der Gemeinde klar geregelt hast, auch die Kompetenzen klar abgesteckt hast.
Und nun mach uns doch allen Freude und Mut, dir zu dienen in deiner Gemeinde, mit den Gaben, die du uns anvertraut hast, mit den Möglichkeiten, mit den Kräften, mit Zeit und Gesundheit und Geld und allem, was du uns in die Hände gibst.
Ich danke dir auch für die Schwestern in unserer Gemeinde, für jede Frau, die gläubig ist und die dir dienen will. Hilf unseren Frauen gerade in unserem Zeitgeist heute, diese biblischen Prioritäten zu sehen, ihre Berufung anzunehmen. Und hilf auch, dass viele unserer Schwestern hier in der Gemeinde konkret dir dienen können.
Herr, danke, dass du uns als eine Dienstgemeinde gerne sehen möchtest. Lass uns dahin wachsen, mehr und mehr. Amen.

