Serie•Teil 1 / 5Die Bergpredigt
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Einleitung und erste Beobachtungen zur Bergpredigt
Beliebt, beliebt wie die Apostel, weil sie unbekannt ist. Ich denke an den Apostel Paulus: wohlbekannt und unbekannt, so ist die Bergpredigt. Die Leute in der Friedensbewegung lieben die Bergpredigt. Make love, not war. I just can’t stand the neighbor next door, sagen wir auf Englisch. Während des Vietnamkrieges hat man dieses Lied gesungen: Macht Liebe, nicht Krieg. Meinen Nachbarn kann ich nicht aushalten.
Das ist das Problem: Man sieht hier gewisse Inhalte in dieser gewaltigen Predigt, mit denen man einverstanden ist, aber man verwirklicht diese Prinzipien nicht im eigenen Leben. Man erwartet von dem anderen, dass er das tut. Man erwartet das komischerweise von Nationen und von der Gesellschaft im Allgemeinen. Aber diese Predigt ist im Wesentlichen beliebt, weil sie unbekannt ist.
Ich habe einmal mit jemandem geredet. Ich fragte ihn: Wissen Sie mit Sicherheit, dass Sie in den Himmel kommen, wenn Sie sterben? Er sagte: Jawohl. Ich sagte: Oh, wirklich? Können Sie mir davon erzählen? Er sagte: Ja, ich lebe einfach ordentlich nach der Bergpredigt. Und ich dachte: Lesen wir die gleiche?
Der Erzbischof von Canterbury schrieb einmal in einem Zeitungsartikel, dass es unmöglich wäre, die Staatsgeschäfte Großbritanniens auf der Grundlage der Bergpredigt zu führen, weil die Nation dem König, das heißt dem König Jesus, nicht treu ist.
Schon in diesen Abendstunden werden wir über diese gewaltige Predigt nachdenken. Es ist wichtig, heute Abend ein wenig Hintergrund vor Augen zu führen und zunächst etwas über das Matthäusevangelium zu sagen. Ich möchte nicht über das ganze Buch reden, sondern über das, was dieser Predigt vorausgeht. Denn im Matthäusevangelium sieht man große Abschnitte von zusammengewürfelten Geschichten, Vorträgen, Wundern usw. Sie sind nicht irgendwie chaotisch geordnet, aber auch nicht in allen Einzelheiten chronologisch. Nein, Matthäus schreibt verschiedene Dinge und stellt sie so zusammen, dass er verschiedene Themen behandeln kann. Und am Ende jeder dieser großen Abschnitte entsteht eine Predigt. Diese Predigt fasst das zusammen, was ihr in den vorhergehenden Kapiteln vorausgegangen ist.
Der König Israels und die Vorgeschichte im Matthäusevangelium
Wenn man das Matthäusevangelium liest, beginnt es gleich am Anfang mit einem Stammbaum. Im Gegensatz zum Stammbaum im Lukasevangelium geht dieser nicht ganz zurück bis auf Adam. Denn Matthäus hat nicht vor Augen, uns den Menschensohn zu zeigen, den Sohn Adams, des Sohnes Gottes, sondern hier wird der Messias vor Augen geführt, hier der König Israels.
Und dieser Stammbaum beginnt mit den zwei großen Stammvätern: Abraham, dem Stammvater des jüdischen Volkes, in dem eines Tages alle Völker gesegnet werden sollten, und David, dem Stammvater der jüdischen Könige. Jesus ist Sohn Abrahams und Sohn Davids.
Im Matthäusevangelium steht Josef im Brennpunkt, nicht Maria wie im Lukasevangelium. Immer wieder wird Josef hier als derjenige gezeigt, der Führung vom Herrn bekommt, der für seine Familie verantwortlich ist. Josef ist eigentlich derjenige, der das Recht gehabt hätte, als König zu herrschen, wenn seine Familie nicht disqualifiziert gewesen wäre.
Man liest im Buch Jeremia, dass der große König Konja oder Jekonja, wie man seinen Namen auf Deutsch auch sagen kann, dass von seinem Nachwuchs, von seinem Nachkommen, niemand auf dem Thron Davids sitzen würde. Es gibt einige Möglichkeiten, seinen Namen zu sagen. Der Prophet sagte, dass keiner seiner Nachkommen auf dem Thron Davids sitzen würde.
Und so hat man ein großes Paradox in der Schrift. 2. Samuel 7 verheißt David, dass einer seiner Nachkommen auf dem Thron sitzen wird. Und dann wird einem der Könige in der königlichen Linie verkündigt, dass er und kein einziger seiner Nachkommen jemals auf dem Thron sitzen würde. Wie wird Gott diese Verheißung erfüllen?
Es ist tatsächlich eine Tatsache: Keiner von Konjas Nachkommen ist jemals auf den Thron gekommen. Josef, der in seiner Linie stand, ist ebenfalls nicht auf den Thron gekommen, obwohl er das Thronrecht hatte. Gott blieb nur eine Möglichkeit, seine Verheißung an David und seine Gerichtsverheißung an Konja zu erfüllen. Und das war, dass der König Jesus durch eine Jungfrau geboren wird und auf den Thron Davids kommt.
Er hatte das Recht wegen seines Stiefvaters Josef. Durch Josef bekam er das Thronrecht, im Matthäusevangelium. Aber er ist eigentlich nicht sein Nachkomme.
Das Kommen des Messias und der Konflikt mit den Mächten
Matthäusevangelium beginnt mit Problemen. Gott schickt seinen verheißenen Messias in diese Welt, und der Messias ist, im Gegensatz zu dem, was viele Christen denken, eine politische Figur. Er ist ein König, ein Politiker.
Und er kommt in diese Welt, und ein anderer Politiker hört von seinem Kommen. Und das ist ein Problem. Es gibt zwei Fürsten: einen Fürsten dieser Welt, der die Fürsten dieser Welt animiert und ihnen Macht gibt, und es gibt den Fürsten, den Herrn Jesus. Er kam in diese Welt, und Herodes sah in Jesus einen Usurpator, einen, der seinen Thron an sich reißen will. Und so versucht er, den neugeborenen König zu töten.
Matthäusevangelium erzählt dann die Geschichte von dem großen Herold des Königs, von Johannes dem Täufer. Er kam, um einen Weg zu bereiten dem Herrn, dem Herrn Jehova, dem Herrn Yahweh, eben wie damals die Kaiser. Ein Kaiser, dessen Weg bereitet wurde in eine Stadt oder zu einem Volk, hatte Johannes die Aufgabe, das Volk für ihren Herrn zu bereiten.
Damals war es etwa wie heute in Nepal: Wenn der Kaiser oder der König von Nepal ein Städtchen besucht, dann werden alle Häuser angestrichen, zumindest die Fassade, die er von der Straße aus sieht. Alle Hunde werden vergiftet. Alle Bettler aus der Stadt getrieben. Der König kommt, man bereitet seinen Weg.
Damals hat man die Straße geebnet und alle Schlaglöcher beseitigt. Ich weiß nicht, ob sie Schlaglöcher hatten, wie man heute in Ostblockländern hat, aber es gab doch Unebenheiten in der Straße. Und das geziemt sich nicht, dass der große Kaiser kommt mit seiner Krone und auf einmal sein Streitwagen in ein Schlagloch trifft. Dann, oh, seine Krone, das geht doch nicht. Und so hat man den Weg geebnet.
Johannes hatte die Aufgabe, ein Volk vorzubereiten, einen Weg vorzubereiten in ihr Herz hinein. Einen Weg für Gott. Und es hieß nichts anderes als Umkehr, was wir heute Bekehrung nennen: ein Herz, ein Leben bereitzumachen für den Eingang des Königs.
Man sieht das so gut bei einem Zachäus. Zachäus erinnert mich an mich, wenn ich an die Tante denke, die uns an der Universität besuchen kam. Weißt du, die Tante kommt und sie ist nicht erwartet, und das Zimmer im Studentenheim sieht ziemlich aus, gell? Und sie möchte kommen und das Zimmer sehen und all das. Man holt sie am Bahnhof ab, und dann geht man dem Studentenheim entgegen. Und man denkt immer wieder: Na ja, wie wird das sein, wenn sie mein Zimmer sieht? Und man sagt: Na ja, Tante Doris, weißt du, es sieht ziemlich aus bei mir daheim, einiges ist nicht in Ordnung.
Zachäus ist unterwegs mit dem Herrn Jesus, unterwegs nach Hause. Er sagt: Oh Herr, wenn ich jemanden betrogen habe, werde ich es vierfach wiedererstatten, und die Hälfte meiner Habe gebe ich den Armen. Wisst ihr, was das ist? Das ist genau das, was Johannes gemeint hat: den Weg bereiten, damit der Herr zu einem kommen kann.
Johannes auf nationaler Ebene, Buße war der erste Teil seiner Botschaft, und das Nachwort: Denn das Reich der Himmel ist euch nahe gekommen. Der König kommt.
Die öffentliche Bestätigung des Königs und die Kraft seines Reiches
Matthäus beschreibt in Kapitel drei weiter die öffentliche Salbung des Königs, wie er bei seiner Taufe mit dem Öl des Geistes gesalbt wird. So etwas Gewaltiges! Auf einmal wird der Heilige Geist sichtbar und die Stimme des Himmels hörbar. Gott sagt: Das ist mein Sohn. „Das ist der Mann für meinen Thron.“
Aber wie wird der König auf seinen Thron kommen? Wird er wie ein üblicher Politiker zu seiner Machtstellung kommen? Der Fürst dieser Welt ist dort, um ihm zu begegnen. Er sagt: „Oh, du bist der Sohn Gottes.“ Das hat mehrere Bedeutungen, Geschwister. Mehrere Bedeutungen, nicht nur Gottessohn, nicht lediglich der ewige Sohn des Vaters. Sohn Gottes ist auch der Titel des Königs. Wenn du Gottes Sohn bist, wenn du der Messias bist, wenn du der rechtmäßige König Israels bist, dann brauchst du dich nur vor mir niederzuwerfen und meine Macht und Autorität anzuerkennen. Ich habe sie bekommen, ich gebe sie, wem ich will. Hier, ich zeige dir alle, die ganze Herrlichkeit aller Weltreiche in einem Augenblick. Das ist deins, wenn du mich anerkennst.
Liebe Leute, das gleiche Lied wurde durch die ganze Weltgeschichte hindurch gesungen: Du brauchst nur seine Macht und seine Autorität anzunehmen, und er bereitet viel für dich vor. So sind sehr viele Politiker an ihre Machtstellungen gekommen. Nein, so wird er nicht seinen Thron besteigen.
Kapitel vier erzählt, wie ein großes Licht in Galiläa leuchtet, ein Fensterort. Und Jesus predigt das Evangelium des Reiches, Kapitel vier, und er redet über den Eingang ins Reich. Das Reich der Himmel ist euch nahe gekommen. Inwiefern war das Reich der Himmel ihnen nahe gekommen? Ja, der König selbst stand in ihrer Mitte.
Wie man in Lukas 17,20-25 liest, behandelt dieser ganze Abschnitt die Thematik: Wann kommt das Reich Gottes?, wollen die Pharisäer wissen. Er antwortete ihnen: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte. Noch wird man sagen: Siehe hier oder siehe dort. Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
Ich bin froh, dass es so übersetzt ist. In den englischen Übersetzungen liest man: The Kingdom of God is in you, is in euch. Weißt du, das passt sehr gut zu der Philosophie vieler Leute über das Königreich Gottes, weißt du, wie ein kleiner Funke von Gott ist in jedem, gell? Das Königreich Gottes ist in euch! Vergesst ja nicht, liebe Geschwister, zu wem er hier redet: zu gottlosen Pharisäern. Der Herr Jesus sagt nicht, das Königreich Gottes ist in euer Herz, euch Pharisäer. Nein, das Königreich Gottes ist mitten unter euch, denn mitten unter ihnen war der König selbst.
So wird man nicht sagen: Siehe hier, siehe dort, da kommt das Reich. Denn das Reich war schon da, angeboten in der Person des Königs selbst. Und wenn man weiter liest: „Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen. Und man wird zu euch sagen: Siehe hier oder siehe dort. Geht nicht hin, folgt auch nicht. Denn gleich wie der Blitz blitzend leuchtet von einem Ende unter dem Himmel bis zum anderen Ende unter dem Himmel, so wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag.“
Er wird kommen. Ja, das Reich kam. Das Reich Gottes war ihnen nahe gekommen. Aber das Reich Gottes wird eines Tages sichtbar mit großer Herrlichkeit kommen, wenn der König wiederkehrt mit seinen heiligen Engeln in seiner Herrlichkeit. Aber er bot ihnen das Reich Gottes an, und sie sollten sich vorbereiten. Sie sollten Buße tun, denn der König war da mit seinem Reichsangebot. Aber das Reich der Himmel kam nicht nur mit Worten, sondern, wie Paulus sagt, mit Kraft.
Heilungen als Zeichen der Herrschaft Gottes
Schauen wir Kapitel vier am Ende, Vers 23: Jesus zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen, predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk.
Und sein Ruf ging aus in das ganze Syrien. Sie brachten zu ihm alle Leidenden, die mit mancherlei Krankheiten und Qualen behaftet waren. Dann nimmt er drei Beispiele heraus, um uns die Macht des Reiches Gottes vor Augen zu malen, die Macht dieser Botschaft, die er verkündigt hat, von dem kommenden Reich. Drei Beispiele: Sie waren behaftet mit Krankheiten und Leiden, mit Besessenen und Mondsüchtigen, oder besser übersetzt: Epileptikern, und mit Gelähmten. Und er heilte sie.
Überlegt einmal, was diese drei Krankheiten in Wirklichkeit bedeuten. Besessene, das sind Menschen, die die Gewalt über ihren eigenen Geist verloren haben. Sie werden von einem fremden Geist beherrscht und sind zumindest hin und wieder nicht in Kontrolle. Sie verlieren die Herrschaft über sich, sie sind einem Geist ausgeliefert. Sie werden geheilt.
Ein Epileptiker, das ist ein Mensch, der die Herrschaft über sein Gehirn verloren hat. Es gibt so viel Energie und solche Impulse, er wird so überwältigt, sein ganzer Körper wird durchgerüttelt, zerrüttet von den Auswirkungen eines Gehirns, das außer Kontrolle geraten ist. Und Gelähmte werden geheilt. Das sind Menschen, die die Herrschaft über ihre Glieder, über ihren Körper verloren haben.
Krankheitsfälle oder Leiden sind ein sehr interessanter Anlass für die Bergpredigt. Wenn Menschen die Gewalt, die Herrschaft über ihren Geist, über ihr Gehirn, über ihr Denken, über ihre Gehirnfunktion und über ihren Körper verloren haben, dann, liebe Geschwister, wird in der Bergpredigt sichtbar, wie das Königreich der Himmel seine Gewalt ausübt über den Geist, über das Denken, über die Triebe und über die Körper eines Menschen.
Er heilte sie. Und dieses Wort heilen hat in der Bibel, in der griechischen Sprache, eine wunderbare Bedeutung. Es ist zweideutig. Es kann gesund machen heißen, aber zugleich auch retten. Und die Errettung in Verbindung mit dem Königreich der Himmel ist Gottes Herrschaft über meinen Geist, über meinen Verstand und meine Seele und über meinen Körper.
Die Bergpredigt ist das Manifest des Königs. Der König stellt sein Regierungsprogramm vor. Sein Programm unterscheidet sich von Politikern allgemein. Die Rede ist hier nicht von Strukturveränderungen, von Äußerlichkeiten, sondern von dem innerlichen Leben eines Menschen. Die Rede ist nicht in erster Linie von Großtaten oder Taten überhaupt, sondern von Reinheit des Herzens und von der Motivation im Hintergrund. Nicht so sehr von Physischem und von Politik, sondern mehr von Sittlichkeit und Ethik nach dem Motto: Was Menschen sind, wird bestimmen, was sie tun. Der Charakter eines Menschen ist hier im Vordergrund.
Und wenn man die Predigt einmal vor Augen führt – ihr bekommt übrigens morgen auch euren Überblick über die Bergpredigt, ihr braucht heute Abend nichts abzuschreiben. Es wird klarer sein, wenn es auf eurem A4-Blatt steht – dann wird klar: Die Predigt beginnt eigenartig. Jesus nimmt Platz, er setzte sich und begann zu reden. Und die Predigt endet ungefähr auch gleich.
Form und Autorität der Rede Jesu
Kapitel 5, Vers 1, außer: Als er aber die Volksmengen sah, stieg er auf den Berg. Und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm, und er tat seinen Mund auf, um zu lehren, und sprach.
Manchmal, wenn wir bei der Tischgemeinschaft sind, lesen wir die Schrift öfters. Wir haben Familienandacht, und manchmal mache ich die Familienandacht über den Abschnitt, den ich gerade studiere. Ich möchte das alles durch Kindergehirne verarbeiten; das ist manchmal interessanter.
Meine Kinder haben bei dieser Stelle spontan zu lachen begonnen. Und ich habe einen der kleinen Buben gefragt: Warum lachst du? Er sagt: Das ist so griebig, sagt er, so lustig, wie das hier in der Bibel steht. Ich sagte: Wieso? Ja, als er sich gesetzt hat, traten seine Jünger herzu, und er tat seinen Mund auf und lehrte sie. Er tat seinen Mund auf.
Ich sagte: Freund, es gibt genügend Brüder in unserer Versammlung, die stehen auf und reden so, als ob niemand wüsste, was sie sagen wollen. Weißt du, das ist die erste Regel in der Verkündigung des Wortes Gottes: Wenn du deine Geschwister liebst, Brüder, steh auf und tu deinen Mund auf, bevor du redest. Aber er setzte sich und redete.
Wenn du einen Bibelabschnitt liest, dann schau, wie er beginnt und wie er endet. Denn Bibelabschnitte sind wie Häuser. Meistens hängt der Schlüssel da vorne in der Tür oder hinten. Er setzte sich und redete, und die hintere Tür sieht etwa ähnlich aus, Kapitel 7:
Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte, da erstaunten die Volksmengen sehr über seine Lehre. Denn er lehrte sie wie einer, der Gewalt hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten. Nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Wie haben die Schriftgelehrten gelehrt? Sie setzten sich, sie redeten ex cathedra, vom Stuhl redeten sie. Am liebsten von dem Stuhl Mose. Hier ist offizielle Verkündigung. Zu dieser Zeit fand offizielle Verkündigung im Stuhl statt. Man redete und sprach vom Stuhlsitzen, wie der Papst, wenn man offiziell reden will.
„Lehre unseres Herrn, seine offizielle Verkündigung, das, was er hier sagt, hat offiziellen Charakter. Er redet in seiner Eigenschaft wirklich als Schriftgelehrter. Hier legt er im Wesentlichen das Gesetz Gottes vor Augen und ein Leben diesem Gesetz entsprechend. Zweitens redet er als König selbst. Er redet zu seinen Jungen.
Liebe Geschwister, er redet hier nicht in erster Linie zu den Volksmengen. Er redet in Anwesenheit der Volksmengen, aber er redet zu den Jungen. Diese Verkündigung, diese Lehre setzt göttliches Leben voraus.“
Die Seligpreisungen als Programm des Reiches
Hier geht es nicht um die Verkündigung, wie man in das Reich Gottes eingehen kann, obwohl ich diese Bergpredigt auch fruchtbar benutzt habe, um zu evangelisieren. Wenn auf dem Plakat steht: „Heute Abend redet Fred Colvin über die Bergpredigt“, und das Thema heißt: „Die Bergpredigt zeigt uns den Eingang in das Himmelreich“, dann sind das immer die meisten Leute, die hören wollen, was die Bergpredigt sagt. Aber ich zeige Ihnen, was das Gesetz sagt, über Ihr Leben und über den Eingang in das Himmelreich.
Aber das eigentliche Thema ist hier der Jünger des Herrn, der ihm nachfolgen will: „Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben. Glückselig die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden. Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren. Glückselig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Glückselig die Friedenstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen. Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und jedes böse Wort lügnerisch wider euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.“
Glückselig, happy, glücklich: die Armen, die Trauernden, die Demütigen, die Hungernden, die Verfolgten. Es ist, als ob Jesus zum Schaufenster des Lebens kommt und alle Preisetiketten verändert. Die Welt hat eine andere Bergpredigt, nach Philippus. Glückselig die Macher, denn sie werden in dieser Welt etwas erreichen. Glückselig die Hartgesottenen, die Kaltherzigen, denn sie lassen sich von dieser Welt nicht verletzen. Glückselig die Schimpfer, denn sie setzen sich durch. Glückselig die Gleichgültigen, denn ihre Sünden bedrücken sie nicht. Glückselig die Verweltlichten, denn sie können sich ausleben. Glückselig die Unruhestifter, denn sie fallen auf.
Die erste Lektion hier bei der Vorstellung des Reichsprogramms des Herrn, die erste Lektion in Staatsbürgerschaftskunde, betrifft den Charakter der Untertanen im Königreich. Der große König, der im vierten Kapitel sein Königreich angekündigt hat, setzt sich nieder, redet ex cathedra mit königlicher Vollmacht und spricht über den Charakter seiner Jünger. Er wirft damit eine Frage auf. Er redet zu den Jüngern. Wer ist hier gemeint?
Eingangs wollen wir uns die Frage stellen: Wer ist gemeint in dieser Predigt? Ich kenne Leute, die sagen: Ich bin kein Jünger, ich bin ein Kind Gottes. Ja, ich meine, der Stern auf ihrem Auto hätte sie auch nicht als Jünger des Herrn verraten, aber in ihrer Gotteskindschaft möchte ich nicht in Mitleidenschaft ziehen. Aber das wäre so, etwas zu sagen: Ich bin nicht Ehemann meiner Frau, ich bin Vater meiner Kinder. Ich bin nicht Vater meiner Kinder, ich bin doch Sohn meines Vaters. Ich bin nicht Sohn meines Vaters, ich bin Amerikaner.
Ja, einmal habe ich gesagt: Es tut mir leid, ich bin Amerikaner, als ich einen Fehler machte bei einem Vortrag. Und einer hat dazwischen gerufen: „Ah, du brauchst bei uns nicht beten, Fred, aber bereuen darfst du schon.“ Wie bitte? Ja, ja, er kann nichts dafür.
Wer ist hier gemeint? Die Jünger.
Wer die Adressaten sind und wie die Bergpredigt einzuordnen ist
Manche werte Ausleger deuten, dass die Bergpredigt nicht so sehr auf den jüdischen Charakter dieser Predigt hinweist und sagen, sie betreffe die Versammlung nicht. Die Gemeinde sei hier nicht im Bild. Hier seien in erster Linie die Juden gemeint, und die Predigt habe besonders im tausendjährigen Reich ihre Gültigkeit.
Ich mache einen kurzen Abstecher. Wenn wir an die Kirchengeschichte denken, wie wäre es gewesen, wenn man im apostolischen Glaubensbekenntnis, das jeder Christ sozusagen auswendig gekannt hat durch die ganze Kirchengeschichte, einen kleinen Zusatz gemacht hätte? Etwa: Ich glaube, dass die Bergpredigt mir gilt. Und ich möchte nach bestem Wissen und Gewissen und mit Gottes Hilfe so leben.
Was wäre, wenn das im apostolischen Glaubensbekenntnis gestanden hätte? Hast du bemerkt, dass im apostolischen Glaubensbekenntnis überhaupt kein Wort über die Lebensführung eines Christen steht? Das ist auch in der Kirchengeschichte offensichtlich, wie sie sich gegenseitig niedergemetzelt haben, obwohl sie eben nicht nach der Bergpredigt geleitet wurden. Ja, es ist vielleicht ein trauriger Kommentar über die Christenheit allgemein. Sie lebten zumindest so, als ob die Bergpredigt zu ihnen nicht spricht, als ob die Bergpredigt aus einem ganz anderen Haushalt wäre.
Ich redete mit einem Bruder im Festival am Sonntagnachmittag. Du weißt, wie es ist: Nach der ersten Stunde gehst du nach Hause, man sättigt sich eine Weile, und dann wird man müde. Und wenn man zu Besuch ist, kann man sich nicht niederlegen, und die Verkündigungsstunde kommt noch dazu. Was machen wir jetzt? Wir müssen nicht glauben, wie vieles gesündigt wird, gerade in den Stunden nach dem Abendmahl, nach dem Tisch des Herrn, in dieser Zwischenzeit.
Was tun wir? Ich sagte: Ja, reden wir über die rhetorische Struktur der Bergpredigt. Und der Bruder sagte: Okay. So sagte ich: Hol mir Tapeten. Wir hatten Tapeten, ein großes Stück, und wir haben die Bergpredigt durchgearbeitet. Und weißt du, was er mir gesagt hat? Ein verantwortlicher Bruder, der seit Jahren Verkündigungsdienste tut, sagte: Ich habe die Bergpredigt nie gepredigt. Ich sagte: Wirklich? Er sagte: Ich habe die Bergpredigt nie studiert. Ich sagte: Wirklich? Wieso? Er sagte: Ja, weil hier in der Gegend jeder meint, es betrifft uns eh nicht.
Man sagt, dass das nicht passiert, aber das passiert, Brüder. Und du sollst aufpassen, bevor du ein Stück des Neuen Testaments nimmst und sagst, das ist für andere Leute, das ist nicht für uns. Oh, wenn Christen nur nach diesen Grundsätzen leben würden!
Reich Gottes, Gegenwart des Königs und die Spannung der Abwesenheit
Manche kommen mit dem Einwand, das sei eigentlich für die Juden, also für eine andere Zeit. Was sollen wir dazu sagen?
Zunächst einmal hat Matthäus die besondere Aufgabe, den verheißenen König vor Augen zu führen, denjenigen, der eines Tages Davids Thron besteigen wird. Zuerst geht es um seine Person, dann um die Beglaubigung seines Machtanspruchs durch die Wunder und anschließend um die moralischen Prinzipien seines Königreiches.
Ja, das war ein wichtiges Thema im Alten Testament. Es ist auch ein wichtiges Thema im Matthäusevangelium. Es geht um die Prinzipien, nach denen man im tausendjährigen Reich leben wird. Hier haben wir die vorzeitige Regierungserklärung des Königs für das Tausendjährige Reich, wenn Gerechtigkeit hier auf Erden herrschen wird.
Aber ist das Königreich nur auf diese Erde bezogen? Geht es nur um das kommende Reich vor Augen? Nein, überhaupt nicht. In erster Linie hat diese Predigt sogar einen gegenteiligen Charakter. Er sagt zum Beispiel: Ihr seid das Licht der Welt. Wie kann er das sagen? In Johannes 9,5 sagte er: Während ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
Diese Predigt setzt die Abwesenheit des Königs voraus, nicht seine Anwesenheit. „Glückselig, wenn ihr verfolgt seid“, und „glückselig die Verfolgten“ – meint ihr, dass seine Jünger im tausendjährigen Reich verfolgt werden? Nein, die Abwesenheit des Königs ist vorausgesetzt. Gott hat in dieser Predigt einen besonderen Titel. Ich glaube, 23 Mal wird er „Euer Vater“ genannt. Ist das der Titel Gottes, der das tausendjährige Reich auszeichnet?
Dann sagt man: Hier ist reines Gesetz, nur Gesetz, man findet hier keine Kraft. Die Prinzipien dieser Predigt zu halten – oh, wirklich? Jesus redet in dieser Predigt immer wieder vom Gebet und von einem Vater, der weiß, was wir brauchen, bevor wir ihn bitten, und der uns geben wird, wenn wir inständig bitten. Die Kraft des Gebetes wird uns vor Augen gemalt. Und wenn du die Parallelstelle im Lukasevangelium liest, sagt er noch etwas: Er sagt, bittet, und er wird euch den Heiligen Geist geben.
Das war die Bergpredigt. Die Bergpredigt redet von der Kraft des Gebetes und von der Person des Heiligen Geistes, die zu den Gläubigen kommen sollte. Und es gibt keine Kraft? Leute sollten die Bibel ein wenig genauer anschauen.
Diese Predigt ist das Regierungsprogramm des tausendjährigen Reiches, ja, das stimmt. Aber in erster Linie zeigt sie, wie man im Hinblick auf das kommende Reich lebt. Dazu gehört das tägliche Gebet, bei dem man zunächst um das erste Anliegen bittet, und das ist die Heiligkeit des Namens Gottes. Das zweite Anliegen ist: „Oh, möge dein Reich kommen!“ Das ist mir wichtiger als mein tägliches Brot.
Hier ist das Leben in der Spannung der Abwesenheit, das Leben in der Abwesenheit des Herrn Jesus, in der Erwartung seines kommenden Reiches.
Praktische Konsequenzen und der Charakter des Königs
Manche haben gesagt: Na ja, diese Predigt ist nicht allzu praktisch. Nicht praktisch? Rede hier von ein paar Mantel, von Mantel, jemand bittet um deinen Mantel, und was passiert, wenn jemand dich auf den Backen schlägt, das kommt mir sehr praktisch vor. Sehr praktisch.
Und die Rede ist: „Und es kann nicht gehalten werden“, schreibt jemand. Ja, derjenige, der es gepredigt hat, hat es dreißig Jahre gehalten, bevor er es gepredigt hat. So hat er gelebt.
Wie sieht das Leben in dem Königreich der Himmel aus, das heißt, im Königreich, das vom Himmel aus regiert wird? Welche Grundsätze herrschen dort? Wenn man diese Regierungserklärung liest, ist die Antwort klar ersichtlich. Der Charakter Gottes, der der Charakter des Königs selbst ist, ist der ethische Standard oder der Maßstab des Reiches. Eigenartig: Hier ist ein Königreich, wo der König selbst sich an den Grundsätzen seines Reiches hält. Hast du jemals davon erfahren?
Denk an einen Landeshauptmann oder, was sagt man hier, Minister, was sagt man hier so lange? Ministerpräsident der Vereinigten Staaten, der war ziemlich ein wilder Hund. Und einmal hat er gesagt, dass, wenn man ihn wählt, er die Steuern während seiner Amtszeit nicht erhöhen würde. Und etwa einen Monat nach seiner Wiederwahl hatte er schon einen Gesetzentwurf vorbereitet für eine Steuererhöhung. Und sein Assistent sagte: Speedy, er war sein Regierungssprecher, was werde ich den Leuten sagen? Gerade vor einem Monat hast du gesagt, dass du versprichst, die Steuern nicht zu erhöhen. Er sagt: Sag ihnen, ich habe gelogen.
Aber hier ist ein anderer Politiker. Hier ist einer, der lebt nach den Grundsätzen seines Reiches. Er verlangt nichts von seinen Untertanen, was er selbst nicht verkörpert. Er kam, um das Gesetz zu erfüllen, und es fällt gleich auf, dass diese Predigt nicht weniger, sondern mehr als der alte Bund von uns verlangt.
Matthäus 5, die Verse, die wir vorgelesen haben, beschreiben nicht nur den Charakter des idealen Untertanen im Königreich. Diese Verse beschreiben den Herrn Jesus selbst, wie er ist und wie er gelebt hat.
Glückseligkeit neu verstanden: Armut im Geist und die erste Seligpreisung
Glückselig lesen wir hier. Und Glückseligkeit bedarf einer gewissen Begriffserklärung.
Der griechische Begriff meinte ursprünglich groß und wies auf äußerlichen Wohlstand hin. Im griechischen Ohr war „glückselig“ das gleichbedeutende Wort für „reich“. Das Wort hatte wenig mit Moral zu tun. Die Götter, die griechischen Götter, waren glückselig wegen ihrer Macht und ihrer Größe. Und sie verlangten hohe moralische Standards von anderen Leuten, aber sie setzten den gleichen Maßstab nicht an sich. Sie lebten in Ausschweifung, sie nutzten ihre Möglichkeiten aus, und sie waren die Glückseligen.
Aber die Heilige Schrift schüttelt alle heidnischen Vorstellungen von sich. Alle Vorstellungen von Wohlstand und Größe schüttelt sie ab. Moral gewinnt zentrale Bedeutung. Glückseligkeit ist nicht, was wir meinen mit Happiness. Glückseligkeit ist nicht ein Zustand, abhängig von momentanen Umständen.
Thomas Watson schrieb vor zweihundert, dreihundert Jahren: Weltlicher Genuss oder Happiness ist beflügelt wie ein Schwarm von Vögeln im Garten. Sie bleiben eine Weile. Aber wenn du ihnen näher trittst, fliegen sie weg. So ist Happiness, so ist das Glück.
Mein Freund Gene Gibson hatte eine Katze namens Glück. Und der Grund, warum die Katze so getauft wurde, war gerade deswegen: Wenn man sich der Katze nähern will, dann war die Katze immer davon, immer davon. Aber wenn man die Katze ignoriert hat, dann kam sie und saß auf dem Schoß. Das Glück ist beflügelt.
Und Jesus verkündigt hier, dass wahres Glück unmöglich auf verfluchtem Erdboden gedeihen kann. Wahre Glückseligkeit steht in Verbindung mit reinem Charakter, ist ein Begriff voller Himmelslicht. Hier begegnet uns ein ganz neuer Begriff, ein neues Glück. Ein neuer Lebensstil, begründet auf einer neuen Gerechtigkeit, der vorzüglichen Gerechtigkeit, besser als die übliche religiöse Frömmigkeit, wie sie bei den Pharisäern und Schriftgelehrten verkörpert war.
Hier ist Happiness, das in Anfechtung und Verfolgung gedeiht, das sich der Trübsal rühmt, das die Welt nicht nur erträgt, sondern auch überwindet, das sich auf seine Belohnung im Himmel freut. Hier ist wahres Glück.
Und wenn Jesus sagt: „glückselig“, dann redet er nicht als Philosoph, er redet als König. Hier verkündigt der König seinen Reichsspruch, seinen Urteilsspruch.
Die Struktur der Seligpreisungen und ihre innere Ordnung
Du liest in Matthäus hinein etwa fünf Kapitel, und du liest: glückselig, glückselig, glückselig. Wenn du aber am Ende angefangen hättest und fünf Kapitel zurückgelesen hättest, weißt du, was du gelesen hättest? Fünf Kapitel zurück vom Ende: wehe euch, wehe euch, achtmal. Es sind acht allgemeine Glückselig- oder Seligpreisungen und acht Wehrufe am Ende, und sie widerspiegeln sich.
Wie liest Matthäus 23? Du meinst, du hast das Ganze irgendwo vorher gelesen, und du hast recht. Matthäus 23 sind die Wehrufe über Leute, die nicht nach diesen Prinzipien der Bergpredigt leben. Vergleiche einmal die beiden.
Glückselig die ... Dann führt er acht Kategorien von Leuten an. Glückselig, wieso denn? Sie sind glückselig im Hinblick auf die Belohnung. Hier redet der König offiziell seinen Urteilsspruch. Diese Leute sind zu gratulieren. Ich gratuliere die Armen im Geiste, ich gratuliere die Trauernden.
Glückselig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Dass Glückseligkeit und Armut in einem Satz vorkommen, wie kann das sein? Beachte hier: Armut in der Sphäre des Geistes. Die Rede hier ist nicht in erster Linie von körperlicher oder physischer, sondern von geistlicher Armut. Nicht von finanzieller Armut.
Einmal bei der Familienandacht haben wir über die Bergpredigt geredet, und ich habe diese Stelle vorgelesen. Es war an dem Abend, nachdem er seinen Mund öffnet und sprach. Ich las diesen Vers: Glückselig die Armen im Geiste. Und ein Bub hat den anderen mit dem Ellbogen gestoßen, und er hat zurückgestoßen. Sie haben gelacht, ich habe gelacht. Ich sagte: Was ist da los? Und er sagte: Der Hans-Peter sagt, der Joshua hat mir gesagt, ich bin geistesarm.
Glückselig die Armen im Geiste. Armut im Geist ist nicht das Gegenteil von Geistesreichtum, wirklich. Viele Leute, die die Schrift nicht kennen, verstehen diesen Vers so: glückselig sozusagen die Babys, die sterben, glückselig die Geistesbehinderten. Ich meine, irgendwie stimmt es doch: unwissend zu sein über gewisse Zusammenhänge in unserer Gesellschaft, das ist eine gewisse Glückseligkeit, nicht wahr? Aber das ist nicht, was hier gemeint ist.
Die Armen, von einem Zeitwort, das heißt sich zurückziehen, zusammenkauern, verkriechen. Es heißt Bettelarmut. Armut: Dieses Wort beschreibt den Bettler mit seiner Hand vor seinem Gesicht, der in der Ecke kauert und sagt: „Almosen, Almosen.“
Dieses Wort habe ich einmal verstanden, mit etwa hundertachtzig Stundenkilometern, als ich mit Christoph, einem Freund von mir, über die Bergpredigt geredet habe. Übrigens: Wenn ich die Bibel studiere, dann rede ich fast immer mit meinen Freunden über das, was ich lese. Das ist ein guter Hinweis für euch. Redet nicht nur über negative Dinge, redet über die Schrift.
So sind wir irgendwie im Tiefflug, und wir reden über diesen griechischen Begriff. Dann fragte Christoph: „Fred, hast du je gebettelt?“ Puh, das hat mich getroffen. Hast du je gebettelt? Er sagte: Nein. Und ich zitterte innerlich irgendwie.
Betteln, auf andere Leute angewiesen sein, von ihrer Gunst abhängig sein, furchtbar. Mein Stolz, mein Selbstrespekt, mein Ansehen, meine Selbstgenügsamkeit, alles nichts, alles weg. Die Armen im Geiste, das sind Leute, die ihre Bettelarmut im Geiste wahrnehmen. Armut im Geiste, die Armen im Geiste, das ist das Bewusstsein der geistlichen Leere, das Überzeugtsein, dass wir in unserem inneren Leben arm sind an allem, was Gott wohlgefällig ist. Es ist durchdrungen zu sein von der Überzeugung, dass ich auf mich selbst gestellt nicht vor Gott bestehen kann.
Das ist Bettelarmut: schuldig und unwürdig vor einem heiligen Gott zu stehen, mit leeren Händen und mit keinem Anspruch auf die Gnade Gottes. Ich bin angewiesen. Ich habe keinen Anspruch auf irgendetwas. Ich traue mich nicht zu sagen: Sei mir gerecht. Denn wenn Gott mir gerecht wäre, würde er mich vernichten, mein Leben auslöschen.
Nein, das Beispiel in der Schrift von dem Pharisäer und dem Zöllner ist vielsagend. Der Pharisäer steht in der Öffentlichkeit und betet: Ich danke dir, dass ich kein Ehebrecher und kein Dieb und kein Mörder bin und dass ich nicht wie dieser Zöllner da hinten bin. Ich danke dir, Gott, so.
Und der Zöllner traut sich nicht, seine Augen zum Himmel zu heben. Er schaut nur nach unten und hat sich auf die Brust geschlagen und sagt: Gott, sei mir barmherzig, dem Sünder, nicht einem Sünder, sondern dem Sünder.
Geistliche Armut, Demut und der Weg in Gottes Reich
Bettelarmut. Denkt an den Namen des aussätzigen Feldherrn, des Syrers. Er kommt nach Israel, weil er hört, dass es in Israel einen Propheten gibt, der selbst Aussatz heilen kann.
Er geht natürlich zum Königspalast. Aber der König meint, er komme vielleicht zum Angriff und suche nur einen Anlass dazu. „Ich bin kein Prophet“, sagt er, und er schickt ihm den Gottesmann.
Er kommt zu dem Propheten Elija, und Elija würdigt seinen Besuch nicht einmal mit einem persönlichen Auftritt. Er schickt seinen Knecht an die Tür. Und stellt euch vor: Dieses große Feld, dieser mächtigste Mann in diesem ganzen Weltteil, muss mit einem Knecht reden. Er kann nicht einmal mit dem Propheten selbst reden.
Und der Knecht bringt eine komische Botschaft: Wir müssen nur zu diesem Jordanfluss gehen und siebenmal eintauchen, und dann wirst du geheilt. Und er fällt herab in seinem Stolz, in seiner militärischen Würde, und kehrt um in die Heimat.
Sein kluger Leutnant oder Diener sagt ihm: „O mein Herr, wenn er dich um Großes gebeten hätte, hättest du es getan.“ Ja, natürlich. „Ich habe so viele Wechselkleider hier, ich weiß nicht, was mit dem ganzen Zeug ist. Und der Wagen ist ohnehin so erschwert von dem Silber und Gold. Ich habe genug, ich hätte reichlich bezahlt.“
Ja, Herr, er hat dich aber nicht um Großes gebeten, sondern um Geringes. Und du sitzt auf deinem großen Hengst, und du bist stolz. Dein Stolz ist intakt, aber du bist noch aussätzig.
Haben wir nicht Flüsse genug? Wir haben große und namhafte Flüsse, sodass ich mich in diesem evangelikalen Dreckloch Jordanfluss taufen lassen muss? Wir haben nennenswerte Flüsse in Damaskus.
Nein, der große Mann wird herabsteigen von seiner Porsche. Und in den Fluss hinein. Und einmal, zweimal. Das war noch schwieriger. Das dritte Mal. Was hat er gedacht? Das vierte Mal. Das fünfte Mal. Mir wird zu blöd. Das sechste Mal. Und das siebte Mal. Und er wurde geheilt.
Überlegt das, liebe Leute, was Gott uns sagen will: Armut im Geiste. Das, liebe Geschwister, ist der Eingang in das Reich Gottes. Das sind die Anfänge echter Buße.
Gott sagt: Ich wohne an einem hohen und erhabenen Ort. Wer ist das Haus, das ihr für mich bauen könntet, und wo ist der Ort, an dem ich mich ausruhen würde? Meine Hände haben alles gemacht, das ganze Weltall. Ich bewohne den höchsten Himmel, und ich neige mich herab zu dem Demütigen, zu dem mit zerschlagenem und gebeugtem Geist, der zittert und vor meinem Wort bebt.
Denkt an eine andere Stelle in Jesaja 57,15. Ja, das habe ich so mehr oder weniger mit Jesaja 66,1 und 2 vermischt. Der zerschlagene und gebeugte Geist ist, um zu beleben. Den gebeugten Geist, um das Herz der Zerschlagenen zu beleben.
Diejenigen, die zu Gott mit gebeugtem Geist kommen, werden nicht mit zerschlagenem Herzen seine Gegenwart verlassen. Er wird sie beleben. Das griechische Wort ist dasselbe wie in Matthäus 11: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, ihr werdet Ruhe finden.“ Das Wort Ruhe ist dasselbe griechische Wort wie hier in der Septuaginta das Wort beleben.
Ich erinnere mich an das Gebet eines Bruders beim Brotbrechen: „Ach Gott, wir sind so wertlos.“ Das war einer der vielleicht drei Anlässe in meinem ganzen Leben, wo ich aufgestanden bin und einen Bruder beim Brotbrechen korrigiert habe. Dreimal in zwanzig Jahren, das ist etwa richtig. Tu es nicht häufiger als das.
Wir sind nicht wertlos, Freunde. Das Preisetikett an deinem Leben ist das Blut Jesu Christi, das Wertvollste, was es in diesem Universum gibt. Du bist nicht wertlos. Aber überwältigt von der Größe Gottes gewinnen wir die rechten Perspektiven über unser Leben.
Geistlicher Stolz ist ausgeschlossen. Die Armen im Geiste kennen einen Reichtum. Sie haben einen Reichtum in Christus geschenkt. Sie sind ohnmächtige, hilflose Menschen, die von Gottes Allmacht aufgefangen werden.
Weißt du, was Geistesarmut ist, oder Armut im Geiste, so soll es lieber heißen? Es heißt, dass ich bereit bin, ein Empfänger zu sein. Was habe ich, was ich nicht empfangen habe? Ist dir geholfen, bist du beeindruckt von irgendeiner Predigt von mir, dann ist meine Antwort: Was bin ich? Was habe ich, was ich nicht empfangen habe?
Das ist der Ausgangspunkt. Armut im Geist ist der einzige Weg ins Reich Gottes und die einzige richtige Haltung für den Herrn Jesus.
Aber warum sind die Armen im Geiste glückselig? Wir lesen hier: Denn ihrer ist das Reich der Himmel. Die Verheißung ist nicht der Himmel selbst, die Zwerge der Helligkeit oben. Es steht nicht hier: Denen ist der Himmel. Nein, sondern ihrer ist das Reich der Himmel. Die Erde unter der Herrschaft der Himmel.
Eines Tages wird man das sichtbar sehen. Die Regierung über dieser Erde wird vom Himmel her erfolgen. Gott regiert irgendwie auf seine souveräne Art und Weise jetzt vom Himmel. Aber eines Tages wird das Königreich kommen, und dann wird man den Willen Gottes tun auf Erden, wie er getan wird im Himmel.
Wie Nathanael einmal sagte: „Du bist der Sohn Gottes, der König Israels“, zu Jesus. Der König erwiderte: „Du wirst Größeres sehen als dies. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen.“
Liebe Geschwister, eines Tages werden wir sehen, was jetzt unsichtbar läuft. Wir werden Engel sehen, die hinauf zu einem Thron steigen. Und wir werden Engel sehen, die mit ihren Aufträgen auf diese Erde niederfahren. Wir werden einen Thron sichtbar über dieser Erde sehen.
Glückselig die Armen im Geiste, denn ihnen gehört dieses Reich, der Himmel. Die Juden erwarteten den Sieger, und ihre Erwartungen an den Sieger werden auf den Kopf gestellt: die Armen im Geiste gehören dem System des Königs an.
Ein Königreich, in dem Selbstgenügsamkeit keine Tugend ist, ein Königreich, wo Eigenwille ein Laster ist. Dort ist Demut wahre Größe, und Armut des Geistes war großer Reichtum.
Dadurch, dass wir unser eigenes Reich aufgeben, Geschwister, empfangen wir seines. Und das ist wahre Glückseligkeit.
Überblick über die innere Gliederung der Seligpreisungen
Wie viel Zeit haben wir? Fünfundzwanzig Minuten. Hast du die Stunde? Wie viele Minuten hat eine Stunde hier in Deutschland? Ja, dann sage ich etwas zur Struktur. Und ihr könnt darüber nachdenken für morgen, okay?
Es gibt neun Seligpreisungen. Acht davon sind allgemeine Aussprüche unseres Herrn über Menschen in der dritten Person: glückselig die Armen im Geist, glückselig die Trauernden, die Sanftmütigen. Eine Seligpreisung betrifft seine Jünger, da sagt er: glückselig seid ihr.
Sieben dieser Seligpreisungen betreffen den Charakter des Gläubigen. Und zwar geht es darum, was mit einem Menschen in dieser furchtbaren Welt geschieht, dessen Leben so gekennzeichnet ist. Er wird verfolgt. Was sagte Paulus? Die Gottseligen werden verfolgt. Das verspreche ich dir, Timotheus: Wenn du so lebst, wenn du so bist, wenn ein Leben von diesen sieben Eigenschaften gekennzeichnet ist, dann wirst du verfolgt.
Aber wie gesagt: Acht der Seligpreisungen sind allgemeine Aussprüche, glückselig die, in der dritten Person. Und sie sind etwa in zwei Quartette, also in zwei Vierergruppen, gegliedert. Die erste Vierergruppe hat in erster Linie mit meiner Haltung Gott gegenüber zu tun und stellt die Gerechtigkeit in den Vordergrund. Die zweite Vierergruppe hat mit meiner Haltung meinen Mitmenschen in dieser Welt gegenüber zu tun. Und hier wiegt nicht so sehr die Gerechtigkeit, sondern die Liebe vor.
Das ist interessant: Die erste Vier hat in erster Linie mit meinem Leben vor Gott zu tun, und die zweite Vierergruppe, das zweite Quartett, mit meinem Leben in dieser Welt. Und morgen Abend werden wir sehen, dass es eine logische Reihenfolge gibt. Armut im Geist führt zu Trauern über die Armut im Geist und über andere Dinge. Diese Haltung führt zur Sanftmut vor Gott, in erster Linie, und zu einem Hunger und Durst nach Gerechtigkeit. Diese Entwicklung werden wir verfolgen.
Aber dieses erste Quartett spiegelt sich im zweiten nicht als identischer Zwilling sozusagen. Die Armen im Geist: Das ist die beste Grundlage, die ich kenne, um echte Armut im Geist zu haben und Barmherzigkeit anderen Menschen gegenüber zu üben, oder? Wenn du deine Geistesarmut erkannt hast, sagt Paulus zu Titus: Ihr wart auch so, du warst auch so. Ihr könnt lernen, barmherzig mit anderen Menschen umzugehen, mit ihren Schwächen und Fehlern.
Die Trauernden, die Reinen im Herzen, die Sanftmütigen, Freunde, sie sind die besten Friedenstifter, die ich kenne, die Sanftmütigen. Wenn du sanftmütig bist in deiner Beziehung mit Gott, ist das die beste Ausgangsbasis, um unter Menschen Frieden zu stiften. Wenn du Hunger und Durst nach Gerechtigkeit hast, und wirklich hungrig und durstig bist, dann wirst du bereit sein, wenn es darauf ankommt, um der Gerechtigkeit willen verfolgt zu werden.
Seht hier, das ist nur für die, wisst ihr, diese ausgeflippten Bibelstudenten, die anderen können die Ohren jetzt zumachen. Beachtet hier die rhetorische Struktur dieser acht Seligpreisungen. Sie beginnen mit der Verheißung des Reiches Gottes, so beginnt das, und so endet es auch mit der Verheißung des Reiches Gottes. Das sondert diese acht Seligpreisungen von der letzten ab, okay, und macht sie zu einer gesonderten Gruppe. Es ist alles in der dritten Person gesprochen, und die neunte Seligpreisung in der zweiten Person.
Beachtet aber auch diesen Kehrreim der Gerechtigkeit und wie dieser Kehrreim uns zeigt, wie die Struktur zu finden ist. Das ist eine ganz kurze Lektion in rhetorischer Kritik. Aber so sind sie geordnet. Morgen werden wir sehen, wieso das praktisch sein kann.
Neun Seligpreisungen. Wir haben eine gemacht, vielleicht machen wir die zweite jetzt, denn ich möchte morgen Abend ziemlich ausführlich über Sanftmut reden.
Die zweite Seligpreisung: Trauer über Sünde und die Verheißung des Trostes
Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
Trauern zunächst über Sünde im eigenen Leben. Wie Paulus an die Korinther schreibt, gibt es eine Reue, eine nicht zu bereuende Buße zum Heil. Wenn ein Mensch mit der Heiligkeit Gottes konfrontiert ist und auf einmal sieht, wo er steht und wie sündhaft er ist, dass er arm ist im Geist, auf Gott angewiesen und dass er vor Gott nicht bestehen kann, dann ist die logische und geistliche Folge das Trauern über die Sünde im eigenen Leben.
Ich glaube, das ist ein Grund, warum Jesus uns im Gleichnis von den vier Ackerböden warnt: Wenn einer das Wort des Evangeliums mit Freude aufnimmt, dann pass auf, da ist etwas schief, er hat keine Wurzel. Menschen, die schnell glücklich sind, wenn sie das Evangelium hören, bei denen hege ich große Skepsis über ihre Bekehrung. Das Evangelium sollte Reue und Trauern vielmehr verursachen als Freude, zumindest am Anfang.
Trauern in einer Welt, die meinen heilenden, geliebten König nicht anerkennt. Trauern in einer Welt, wo Gerechtigkeit eine Illusion ist, ein Wahlspruch und nicht mehr. Trauern in einer Welt, wo ein Viertel der Menschheit unterernährt ist. Trauern in einer Welt mit einer Million Kinderprostituierte. Trauern in einer Welt, wo die Hälfte der Welt das Evangelium auf eine für sie verständliche Weise noch nicht gehört hat.
Trauern in Österreich. Weißt du, was der unsicherste, gefährlichste Ort in Österreich ist? Es ist nicht der Bahnhof, es ist der Mutterleib. Der Mutterleib ist der gefährlichste Ort in Österreich. Es ist gefährlicher als Rasen auf der Autobahn, seitdem du Geisterfahrer bist, ist es wahrscheinlich gefährlicher. Aber trauern über diese Dinge.
Unsere Reaktion, unser Hang ist es, uns in dieser Welt einzurichten, uns Zeit, Geld und Energie über Gebühr zu investieren in die Verschönerung der eigenen Inexistenz. So viel Zeit, so viel Geld wird verpulvert. Wie können wir Witze über Ehescheidung, Korruption, Brutalität machen? Wir lachen, wir sollten lieber weinen.
Trauern über eine Gemeinde, die irgendwie ein altverarmter Adel ist. Wir haben so eine hohe Berufung, und doch Armut. Menschen kommen sich reich vor, sie sind arm und blind und nackt vielerorts. Wo Gemeindezucht eine Seltenheit geworden ist, nicht weil Sünde weniger geworden ist, sondern weil Gemeindezucht vielerorts unbekannt oder verpennt ist. Trauern über eine Gemeinde, die sich von geistlichen Angebern und Tricks begeistern lässt. Leute, das ist ein Grund, uns zu demütigen und nicht zu sagen: Sie, sondern wir. Wir gehören zu dieser Gemeinde Christi, die sich von allen möglichen Angebern begeistern lässt. Die Leute, die jetzt die größte Anzahl der Christen an sich ziehen, haben nichts anzubieten außer Tricks. Eine Gemeinde, die vielerorts reich zu sein meint, aber in Wirklichkeit ist sie elend und jämmerlich, sie ist blind, sie ist ein Zerrbild der Wirklichkeit.
Unsere Reaktion? Richten vielleicht! Oh, wie schnell ist man beim Richten. Aber wir werden sehen in Matthäus 7, richtet nicht, richtet nicht. Wenn du nicht selbst Gericht geübt hast, nicht die Gemeinde, sie in dritter Person. Nein, wir. Gott, wir sind dein Volk, und dein Volk hat wieder gegen dich gesündigt und das getan, was in deinen Augen Sünde ist. Nein, zuerst trauern, nicht richten. Beginne nicht mit Richten, beginne mit Trauern.
Ich erinnere mich an meine Reise nach Kalifornien 1986. Ich kam dahin, und die Brüder haben mir ein bisschen erzählt, was so läuft in der Gegend, in Kalifornien, in den Versammlungen. Und die ganze erste Nacht, obwohl ich, ich glaube, an dem Tag etwa tausend Kilometer gefahren war, nein, das stimmt nicht, ich war dieses Mal unterwegs mit dem Flugzeug, war aber reisemüde und sehr, sehr müde, konnte ich eine ganze Nacht nicht schlafen. Und nur die Gemeindesituation in Nordkalifornien war vor mir. Kennst du das? Weißt du, was es heißt zu trauern?
Warum sind die Trauernden glückselig? Denn sie werden getröstet werden. Wenn du traurig bist über deinen eigenen geistlichen Zustand, wenn du traurig bist darüber, dann bist du glückselig. Geh zu dem Herrn Jesus hin mit deiner Sünde und Schuld und nenne deine Sünde mit Namen. Verniedliche sie nicht. Sag nicht: Na ja, ich bin halt schwach und ich habe einen Fehler gemacht. Nein, nenne deine Sünde mit Namen, wie diese Übertretung heißt. Verschönere sie nicht, bekenne sie, nenne sie, was Gott sie nennt, und distanziere dich innerlich von dieser Sünde.
Glückselig bist du, du wirst getröstet. Gottes Wort verspricht dir: Wenn ihr die Sünde bekennt, dann ist Gott gerecht, dir die Sünde zu vergeben und dich zu reinigen von aller Sünde.
Abschluss mit dem Blick auf Daniel und die Verheißung des Trostes
Glückselig die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden, die Trauernden. Denn sie werden getröstet werden.
Ist das nicht das, was wir in Daniel 9 lesen? Ein großer Gottesmann macht sich eins mit einem Volk, mit Gottes Volk, obwohl er viele der von ihm zitierten Sünden nie begangen hat. Er machte sich mit den Sünden seines Volkes eins. Er trauerte vor Gott über ihren geistlichen Zustand und bekam als Belohnung diese wunderbare Vision von den 70 Wochen oder Jahrwochen, die über das jüdische Volk ergehen sollten, bis zur Salbung eines Allerheiligsten, bis zur Versiegelung von Propheten und Gesicht. Er sah einen Überblick über die Zukunft seines Volkes.
Glückselig die Trauernden. Sie werden getröstet. Ich glaube, wir werden dort heute Abend aufhören.
