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Ich glaube, der Glaube Abrahams

01.09.2024
SerieTeil 5 / 6Römerbrief
Glaubst du Gott mehr als dem, was du siehst? Abraham vertraute auf Gottes Wort, obwohl alles dagegen sprach. Genau darin liegt der Glaube, der trägt.

Ein vertrautes Muster und die Linie des Glaubens

Wie der Vater, so der Sohn. Das ist ein bekannter Spruch, und er basiert auf Realität. Natürlich nicht hundertprozentig deckungsgleich, aber das merken wir, glaube ich, an Kindern. Sei es an unseren eigenen oder an anderen Kindern, von denen wir eben auch die Eltern kennen. Das kann Manieren sein, das kann Persönlichkeit sein, sogar die Berufswahl. Selbst wenn wir in jungen Jahren meinen, wir seien nicht wie unsere Väter oder wollten nicht wie unsere Väter sein, merken wir, zumindest merke ich das immer mehr, je älter wir werden, wie ähnlich wir doch sind. Vielleicht geht es euch auch so, mehr oder weniger.
Manches, was wir übernehmen, kann schlecht sein. Aber ein guter Vater gibt Gutes weiter. Also ist ein Sohn sehr weise, der eben das Gute übernimmt, was er von seinem Vater bekommen hat.
Nur letzte Woche habt ihr darüber nachgedacht, dass Abraham nicht nur der Vater der Beschnittenen ist, also der Juden, sondern aller, die glauben, auch wenn sie unbeschnitten sind. Jeder, der Abrahams Glauben hat oder diesen Glauben nachahmt, ist sein Nachkomme. Das habt ihr letzte Woche bedacht, wenn ihr hier wart, Vers 16 zum Beispiel aus Römer 4. Dadurch erfüllt sich die Verheißung Gottes, dass Abraham ein Vater vieler Völker wird. Das war eine Verheißung, die Gott am Anfang in 1. Mose gegeben hat. Und in dieser Reihe durch den Römerbrief, den ihr gerade macht, ist es auch Thema von Kapitel 4, dass diese Verheißung Abraham gegeben wurde. Er hat geglaubt, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit zugerechnet.
Und es ist wichtig, seinem Glauben nachzuahmen. Das ist eine der guten Sachen, die wir tatsächlich von unserem Vater mitnehmen können, in diesem Fall unserem Vater Abraham. Es ist gut, ihm in seinem Glauben nachzuahmen. Warum? Weil sein Glaube rettender Glaube ist. Er hatte rettenden Glauben. Wenn wir ihm dann nachahmen, haben wir rettenden Glauben.
Also geht es in unserer heutigen Predigtstelle darum, worin der Glaube Abrahams bestand und worin genau wir ihm im Glauben nachahmen sollen. Ich möchte die Stelle für uns lesen. Das ist Römer 4, ab 16b. Ich lese einfach ganz Vers 16, und das geht bis 22:
Deshalb muss die Gerechtigkeit durch den Glauben kommen, damit sie aus Gnade sei und die Verheißung festbleibe für alle Nachkommen, nicht allein für die, die unter dem Gesetz sind, sondern auch für die, die wie Abraham aus dem Glauben leben. Er ist unser aller Vater, wie geschrieben steht: Ich habe dich gesetzt zum Vater vieler Völker, vor Gott, dem er geglaubt hat, der die Toten lebendig macht und ruft das, was nicht ist, dass es sei. Er hat geglaubt auf Hoffnung, wo nichts zu hoffen war, dass er der Vater vieler Völker werde, wie zu ihm gesagt ist: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein. Und er wurde nicht schwach im Glauben, als er auf seinen eigenen Leib sah, der schon erstorben war, weil er fast hundertjährig war, und auf den erstorbenen Leib der Sara. Denn er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wusste aufs Allgewisseste, was Gott verheißt, das kann er auch tun. Darum ist es ihm auch zur Gerechtigkeit gerechnet worden.
Ich möchte mit uns beten.
Vater, wir danken dir so sehr, dass wir dein Wort haben. Wir danken dir auch, dass du durch dein Wort zu uns sprichst. Bitte tu das heute Abend noch einmal. Wir beten, dass du uns Konzentration schenkst und vor allem offene Herzen schenkst, Herr, und hilf mir auch bei der Auslegung dieser Stelle. In Jesu Namen, Amen.
Es geht hier in dieser Stelle um die Verheißung Gottes, dass Abraham eben ein Sohn geboren wird, durch den Gott seine Verheißung des Segens für alle Welt erfüllt. Wir können mindestens zwei konkrete Dinge über Abrahams Glauben lernen, die uns wiederum helfen zu verstehen, was für einen Glauben wir nachahmen sollen. Woran hat Abraham erst einmal geglaubt, also was genau, was über Gott hat er geglaubt, was wir mitnehmen können? Und dann: Wie hat Abraham geglaubt? Also woran hat Abraham geglaubt und wie hat Abraham geglaubt?
Also Punkt eins: Woran hat Abraham geglaubt?
Manche Menschen behaupten, dass es egal ist, was man glaubt, solange man es ernsthaft tut. Aber Glaube für sich ist nichts wert. Ich kann ernsthaft glauben, dass Superman in einem Moment der Not mir helfen und mich retten wird. Dieser Glaube wäre aber fehlplatziert und lächerlich, denn Superman gibt es nicht. Es ist also nicht die Art des Glaubens an sich, die irgendetwas wert oder entscheidend ist, sondern woran man glaubt.
Abraham lebte zu einer Zeit, in der Menschen sehr gläubig waren. Ja, die wenigsten waren zu seiner Zeit Atheisten, aber gläubig in Bezug auf andere, falsche Götter. Andererseits setzte Abraham sein Vertrauen auf den wahren Gott. Und insbesondere zwei Dinge überzeugten Abraham über diesen Gott.
In Vers 17 sehen wir die erste Sache, die ihn überzeugte: Es war Gottes Macht. Er hat geglaubt, dass der wahre Gott in der Lage war, Leben zu schenken. Er hat geglaubt, dass der wahre Gott in der Lage war, Dinge aus dem Nichts ins Dasein zu rufen. Wir werden gleich sehen, warum gerade diese zwei Dinge hier über Gott betont werden. Das hat etwas mit Abrahams Situation zu tun. Aber erst einmal können wir Folgendes festhalten: Abraham glaubte an einen allmächtigen Gott, einen Gott, der souverän über Leben und Tod ist, einen Gott, der nicht nur Leben gibt, sondern auch neues Leben wiedergeben kann, einen Gott, der keine Mittel braucht, um Dingen Existenz zu geben. Er muss es nur wollen, er muss es nur sprechen, und es kommt zustande.
Das war eine fremde Vorstellung in der damaligen Welt. Oft hatten die Menschen eine Vorstellung von den Göttern als solchen, die aus vorhandener Materie Dinge schufen. Es gab auch keine Vorstellung von der Wiederauferstehung von Menschen. Also, die hatten schon dieses Konzept von Wiederauferstehung, aber das war nur symbolisch, das hatte nichts mit Realität zu tun. Abraham glaubte an einen Gott, der von den Toten wieder auferwecken könnte und der Dinge aus dem Nichts ins Dasein rufen könnte. Das war zu der Zeit sehr revolutionär.
Was Abraham glaubte: Er glaubte, dass Gott mächtig ist.
Aber eine zweite Sache, die er über Gott glaubte, war auch, dass er an einen Gott glaubte, der Verheißungen ausspricht und sie einhalten kann. Ja, und da allein ist sehr viel Neues, das Abrahams Glauben von dem Glauben der Nationen unterschieden hat. Also erst einmal ein Glaube an einen Gott, der überhaupt redet. Und zu Menschen redet. Ein Gott, den man nahen kann, ein Gott, mit dem man in Bund treten kann, in eine Beziehung kommen kann, das war ganz neu. Das kannten die Leute nicht. Die Leute hatten Angst vor ihren Göttern, das schon. Aber in eine Beziehung zu treten, das kannten die Leute nicht.
Und dann darüber hinaus nicht nur ein Gott, der in Beziehung kommt, sondern auch ein Gott, der sich festlegt, ein Gott, der verheißt, ein Gott, der Versprechen macht. Wir wollen alle Freunde, die Versprechen einhalten. Auch die Kinder kennen das aus der Schule. Also: Versprochen ist versprochen. Wenn jemand verspricht, dann muss eingehalten werden. Das kennen wir alle. Und so ist Gott: ein Gott, der nicht nur redet, der nicht nur in Beziehung eingeht, sondern ein Gott, der Versprechen macht und ein Gott, der Versprechen hält, einhält. Das glaubte Abraham über Gott. Er glaubte an die Richtigkeit, an die Treue, an die Wahrheit von Gottes Wort.
Das sehen wir in Vers 18. Da lesen wir über diese Verheißung, die Gott ihm gegeben hat: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein. Und das glaubte Abraham. Wie gesagt wurde, so wird Gott tun.
Ja, und das war auch ganz anders als die Göttervorstellung der Menschen um Abraham herum. Die hatten keine Beziehung mit ihren Göttern. Diese Götter waren unpersönlich. Abrahams Gott war nicht nur größer und mächtiger als diese anderen Götter, sondern auch nah und sich selbst mitteilend. Dieser Gott verpflichtete sich durch sein Wort den Menschen gegenüber.
Woher wusste Abraham das alles über Gott? Ja, also er hatte nicht diese fertige Bibel, die wir in unserer Hand haben. Wir wissen nicht genau, aber wir können annehmen, dass er zumindest einige der Geschichten der Vergangenheit kannte. Und was lag in der Vergangenheit zu seiner Zeit? Also die Schöpfung lag in der Vergangenheit. Vielleicht kannte er diese Geschichte schon. Oder die Sintflut und wie Gott Noah und seine Familie aus Gnade, aus Treue gerettet hat.
In seinem eigenen Leben vielleicht hat Abraham auch schon einiges erlebt. Also nicht nur vielleicht, er hat schon einiges durchlebt. Er hat die Treue Gottes erlebt, zum Beispiel, wie Gott ihn geschützt hat und seine ganze Familie in Ägypten, oder wie Gott ihm geholfen hat, als er gegen mehrere Könige im Krieg ausgezogen ist, in 1. Mose 14. Wie dem auch sei, wusste Abraham: Gott kann Leben geben, und Gott ist seinem Wort treu.
Bevor wir weitermachen, möchte ich fragen: Kennst du diesen Gott so? Ist das deine Vorstellung von Gott? Ist er für dich jemand, dem du das Unmögliche zutraust, weil er mächtig ist? Oder ist deine und unsere Sicht von Gott viel zu klein, und deswegen leben wir ständig in Angst vor Dingen, für die wir keine Zeit haben? Sei es Krankheit, Armut, Tod oder was auch immer.
Und ferner: Kennst du und kennen wir Gott als einen, der spricht, der sich selbst mitteilt und offenbart, der Zusagen macht und sie einhält? Oder ist Gott für dich fern und willkürlich? Du weißt nie genau, wo du gerade mit ihm stehst. Ist er für dich unkennbar und unberechenbar? Oder kennst du Gott, wie Abraham ihn kannte, als jemanden, der sich festlegt, als jemanden, der Verheißungen macht, und du kannst ihn beim Wort nehmen? Du weißt deswegen gerade, wo du mit ihm stehst.
Manchmal neigen wir dazu, über Gott so zu denken, wie die Menschen um Abraham herum über ihre Götter gedacht haben. Abraham lehrt uns, dass Gott nicht so ist. Sondern er ist mächtig, und er ist seinem Wort treu. Und deshalb konnte er mit Festigkeit glauben.

Abrahams Blick auf Gott: Macht und Verheißung

Das bringt uns zum zweiten Punkt: Wie hat Abraham geglaubt?
Weil Abraham an einen mächtigen und treuen Gott glaubte, war er fest und zuversichtlich in seinem Glauben, ganz gleich, wie hoffnungslos seine Situation aussah. Er hoffte, heißt es in Vers 18, wo keine Hoffnung war. Wo nicht zu hoffen war, hoffte er.
Von einem Bekannten habe ich diese Woche gehört, dass der Opa vor Kurzem gestorben ist. Er war ein bisschen älter als hundert Jahre alt. In diesem Alter kann es auf jeden Fall traurig sein. Tod ist immer traurig, aber es ist nicht überraschend. Der Körper baut ab und gibt nach.
Abraham war hundert Jahre alt. Er wusste das auch über sich selbst. Er baute ab. Er erachtete sich selbst für so gut wie tot, heißt es in unserem Text. Und wenn für ihn schon die Lage aussichtslos war, kam noch die Tatsache dazu, dass seine Frau Sara mit ihren neunzig Jahren schon seit Langem die Funktion ihrer Reproduktionsorgane verloren hatte.
Dennoch heißt es, dass er in seinem Glauben nicht geschwächt wurde, Vers 19. Er wurde nicht schwach, obwohl er sehr klar wusste und erkannte, wie aussichtslos seine Situation nach menschlichen Maßstäben war. Ja, er wurde nicht geschwächt. Er war nicht schwach, sondern, Vers 20, er zweifelte nicht. Er war stark in seinem Glauben, nicht geschwächt, sondern stark.
Nun ist das nur blinder, realitätsferner Optimismus? Nein, denn er hatte eine Verheißung von einem mächtigen und treuen Gott, der die Toten lebendig machen kann und ins Dasein ruft, was noch nicht ist.
Und jetzt sehen wir die Relevanz dieser zwei Punkte über Gott. In seiner Situation ist das genau das, was er über Gott wissen muss. Er wusste: Gott kann durch eine kinderlose Frau eine Nation hervorbringen. Er wusste: Gott kann durch zwei tote Menschen Leben hervorbringen.
Deshalb hat er nicht gewackelt, deshalb hat er nicht gewankt. Er hat nicht gezweifelt durch Unglauben, sondern wurde gefestigt und zuversichtlich im Glauben. Und der Unterschied liegt hier darin, was Gott sagt, was Gott verspricht. Ohne Gottes Versprechen wäre das ein Hirngespinst, aber mit Gottes Versprechen ist es Zuversicht.
Genauso wie uns klar ist, dass die Sonne am Himmel ist, war für Abraham ganz klar, und das ist quasi der Hauptpunkt dieser Stelle, Vers 21: Was Gott verheißt, das kann er tun. Kinder, ihr dürft das wissen: Was Gott verspricht, das hält er ein. Das dürft ihr ganz zu Herzen nehmen. Es ist sehr wichtig, dass ihr das wisst, damit ihr euer Vertrauen auf Jesus setzen könnt.
Nun war Abraham immer so sicher? War er immer so zweifelsfrei? Nein, nicht immer. Manchmal hat er sogar Gott helfen wollen, weil er nicht genug geglaubt hat oder weil die Verheißung eben nicht so schnell kam, wie er es erhofft hatte. Also geht es hier nicht um einen perfekten Glauben. Ja, ich hoffe, das ist uns klar. Aber sein Glaube war real.
Er zeigte das am klarsten, als er später bereit war, seinen einzigen Sohn, der dann geboren wurde, also Isaak, auf Gottes Befehl hin zu opfern. Und wir lesen in Hebräer 11, dass er das tat, weil er glaubte, und da kommt es wieder: dass Gott von den Toten auferwecken kann.
Durch diese Festigkeit ehrte Abraham Gott. Denn er zeigte damit, dass er Gott viel, ja auch das Unmögliche zutrauen kann. Er rechnete fest damit. Und dieser Art von Glauben sollen wir nachahmen.
Und du fragst vielleicht: Was hat das mit uns zu tun, das hat mit Isaak usw. zu tun? Aber schaut, was betont ist: was Abraham über Gott glaubte, dass er aus dem Toten heraufwecken kann, dass er aus dem Nichts ins Dasein rufen kann. Das ist nicht anders als das, was wir über Gott glauben, oder? Dass Gott uns Sünder zum Leben auferweckt, durch Jesus Christus, den er aus dem Toten auferweckt hat. Es ist der gleiche Glaube, den wir haben.

Was dieser Glaube praktisch bedeutet

Was können wir also konkret mitnehmen für uns?
Punkte, mit denen ich abschliesse:
Erstens: Verlass dich nicht auf das, was du siehst, sondern auf Gottes Wort. Verlass dich nicht auf das, was du siehst, sondern auf Gottes Wort.
Menschen tendieren dazu, mehr dem zu vertrauen, was sie sehen, als dem, was sie hören. Das ist nicht nur meine Erkenntnis; das zeigt auch die Psychologie, dazu gibt es Artikel. Also: Das, was wir sehen, vertrauen wir oft viel mehr als dem, was wir hören.
Ferner verlassen wir uns eher auf Dinge, die für uns Sinn machen, als auf Dinge, die nicht in unsere vorhandenen Konzepte passen, auch wenn sie wahr sein können.
Ich gebe euch ein Beispiel: Albert Einstein kennt jeder, und er ist zu Recht bekannt als einer der grössten Genies aller Zeiten. Aber wusstet ihr, dass Albert Einstein einmal falsch gedacht hat? Es war ein Argument, wenn man so will, oder eine Diskussion, die er mit einem anderen Wissenschaftler geführt hat, Niels Bohr aus Dänemark. Niels Bohr hat eine Sache über die Quantenmechanik erkannt, und er hat versucht, Albert Einstein davon zu überzeugen. Das passte nicht in das Konzept von Albert Einstein, deswegen hat er es verworfen. Aber Niels Bohr hatte, zumindest nach heutiger Erkenntnis, Recht. Erst später musste Albert Einstein das auch akzeptieren, auch wenn er es nicht ganz verstanden hat.
Nun, wenn es dem grossen Wissenschaftler Albert Einstein auch so gehen kann, wie viel mehr uns. Wir vertrauen oft nicht nur eher dem, was wir sehen, als dem, was wir hören, sondern auch nur den Dingen, die in unser Konzept passen. Die Bibel aber sagt uns, dass wir in Bezug auf geistliche Realitäten vielmehr auf das achten sollen, was wir von Gott hören, als auf das, was wir sehen, vernehmen und verstehen können.
Abraham ist ein Beispiel dafür. Er sah seine Lage, sein Alter und auch das Alter seiner Frau und erkannte, dass das, was er erwartete, nicht in das normale menschliche Schema passen würde. Aber er hatte Gottes Wort, und das war entscheidend. Gott hatte es versprochen, und er konnte es auch einhalten.
Als seine geistlichen Kinder ist es wichtig, dass wir auch Gottes Wort mehr Vertrauen schenken als dem, was wir sehen oder verstehen.
Nun, das heisst nicht, den Verstand auszuschalten. Das heisst aber, Gott zuzutrauen, dass er durch Dinge wie die Natur nicht eingeschränkt ist. Er hat letztlich diese Naturgesetze selbst geschrieben; er ist dadurch nicht eingeschränkt. Das betrifft natürlich nicht nur Naturgesetze, sondern alle Lebensbereiche.
Und deshalb die Frage: Vertrauen wir auf Gottes Wort, trotz dem, was wir mit den Augen sehen? Oder zweifeln wir an Gottes Wort, weil wir nicht sehen oder verstehen können, wie Gott sein Wort erfüllen wird?
Abraham lehrt uns, uns mehr auf Gottes Wort zu verlassen als auf das, was wir unmittelbar sehen und verstehen.

Vertrauen statt Selbstsicherheit

Zweite Sache, was wir mitnehmen können: Verlass dich nicht auf das Fleisch, sondern auf Gottes Macht. Verlass dich nicht auf das Fleisch, sondern auf Gottes Macht. Fleisch, sondern auf Gottes Macht.
Manche von uns tendieren dazu, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und keine Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen. Wir wollen zeigen, dass wir es können. In Bezug auf geistliche Dinge ist es auch so. Deshalb lehren fast alle Religionen der Welt, alle menschlichen Religionen der Welt, dass wir als Menschen in der Lage sind, uns selbst zu verbessern und uns selbst zu retten.
Nun, Abraham wusste: Sich auf das Fleisch zu verlassen, auf seine und Saras sterbende Leiber, würde ihm so wenig helfen wie ein Arztspielzeugset kranken Menschen helfen könnte. Gar nicht! Das Fleisch, das heißt die menschliche Fähigkeit, ist nicht in der Lage, den Menschen zum Ziel Gottes für uns zu bringen. Deshalb hat Abraham sich nicht auf das Fleisch verlassen, auf seinen Körper, auf seine Leiber, sondern auf Gottes Macht, auf Gottes Wort. Er wusste: Allein Gott kann in dieser Not helfen, allein Gott kann etwas tun.
Wenn du also hier bist und noch nicht Christ bist, verstehe diese biblische Wahrheit, bitte. Wahrer Glaube heißt nicht, ein bisschen Hilfe von Gott zu bekommen und den Rest schaffen wir schon, sondern Glaube ist zu erkennen und anzunehmen, dass wir komplett von Gott abhängig sind. Wir verlassen uns nicht auf das Fleisch, denn ohne ihn geht es einfach nicht. Wir sind tot. Glaube an Gott ist keine Krücke, sondern ein Wiederbelebungsgerät.
Verlasse dich also nicht auf dich selbst und deine Fähigkeiten, sondern auf Gottes Macht und auf sein Wort. Und wir haben noch mehr Grund als Abraham, an Gottes Macht zu glauben. Denn während Gott damals Abraham, der quasi tot war, einen Sohn schenkte und ihn in diesem Sinne vom Tod wieder aufleben ließ, hat er in den letzten Zeiten tatsächlich seinen eigenen Sohn von den Toten auferweckt. Denn Jesus ist gestorben als Opfer für unsere Sünden, aber am dritten Tag hat Gott ihn von den Toten auferweckt.
Das ist kein Märchen, sondern ein historisches Ereignis mit Hunderten von Zeugen, die diesen auferstandenen Jesus gesehen haben, inklusive Paulus, der diese Worte hier geschrieben hat. Wenn du an Gott glaubst, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, wird er dich auch zum neuen Leben auferwecken. Du kannst dich darauf verlassen, denn er hat es verheißen, und was er verheißen hat, kann er auch tun.
Und lieber Christ, viele stellen sich die Frage, also viele Christen stellen sich die Frage, ob sie genug oder richtig glauben. Ich habe gemerkt, dass das oft darin liegt, dass sie sehr abstrakt über den Glauben denken oder dass sie denken, der Glaube sei ein Gefühl oder eine Erfahrung oder etwas anderes, aber sie wissen nicht genau was. Sie sind verunsichert, weil sie, egal was das ist, das nicht haben.
Wenn es dir so geht, sollst du wissen: Der Glaube ist konkret, denn er hat mit deinem konkreten, persönlichen Gott zu tun und damit, wie du zu ihm stehst. Schau also weg von abstrakten, undefinierten Ideen für Glauben und fokussiere vielmehr bitte auf diesen Gott. Fokussiere darauf, wie er sich in seinem Wort, der Bibel, und wie er sich in Jesus Christus geoffenbart hat. Sie erzählen die Wahrheit über Gott.
Und wenn du diese Dinge klar vor Augen hast und annimmst, was die Bibel und was Jesus Christus uns über Gott offenbart, stell dir selbst diese konkrete Frage: Vertraue ich, dass Gott tun kann und wird, was er versprochen hat? Einfach diese konkrete Frage. Wenn du wie Abraham glaubst, dass Gott mächtig und treu ist, kannst du das bejahen. Und wenn du das bejahen kannst, hast du den Glauben Abrahams, der, wie Vers 22 sagt, rettender Glaube ist. Du hast rettenden, rechtfertigenden Glauben. Punkt.
Ich bete.
Vater, wir danken dir so sehr für das Beispiel Abrahams, nicht nur weil er etwas Besonderes ist, sondern weil du ihm Grund gegeben hast zu glauben. Du hast ihm diesen Glauben geschenkt, und du hast uns diesen Glauben auch geschenkt, Herr, wenn wir an Jesus glauben. Wir danken dir dafür, und wir beten, dass du diesen Glauben stärkst, dass du uns hilfst, keine abstrakten Ideen von Glauben zu haben, sondern einfach diese Frage uns selbst zu stellen: Glauben wir, dass du das machen kannst, was du verheißen hast, Herr? Und möge, wenn wir das bejahen können, dass wir gestärkt werden, Herr, dass wir zuversichtlich werden in diesem Glauben, genauso wie Abraham war, Herr, dir zum Lob und unseren Seelen zum Trost. Beten wir in Jesu Namen, Amen.