Einleitung
Als der Missionar und Afrikaforscher David Livingstone (1813-1879) zum
zweitenmal mit einer ihm treu ergebenen Trägerkolonne aus dem Stamm der
Makololo Afrika durchzogen hatte, ging ihm das Geld zur Neige. Mit dem
Rest der Tauschwaren gelang es ihm, einen Häuptling am Sambesi dazu zu
bewegen, für seine dreihundert Männer zu sorgen, bis er aus England
zurückgekehrt sei, wo er neue Mittel sammeln wollte. Den Makolololeuten
aber versprach er, so schnell wie möglich wiederzukommen und sie dann
mit einem grossen Schiff in ihre Heimat (Sansibar gegenüber)
zurückzuführen.
Livingstone reiste ab. Bald schon erhob sich der Spott der Sambesi-
Leute: ,Meint ihr, der weisse Mann wird je wiederkommen? Wo ist ein
Weisser, der für Schwarze Zeit und Geld opfert?' Die Makololo
antworteten: Ihr kennt unsern Vater nicht! Sein Leben würde er für uns
lassen! Er kommt gewiss wieder und bringt uns dann nach Hause!'
Ein Jahr verging. Etliche Makololo wurden krank und starben. Das zweite
Jahr verstrich. Die Sambesi-Leute höhnten lauter und lauter. Die
Makololo-Leute aber blieben um so fester dabei: Er wird ganz gewiss
wiederkommen!' - Und tatsächlich - eines Tages hörte man in der Ferne
ein Brausen und Rauschen und ein Getöse unbekannter Art. Alles rannte
zum Fluss hinunter. Pustend und schnaubend kam ein grosses Dampfschiff
heran, das erste, das den Sambesi befuhr. Mit dem lauten Jauchzer:
Unser Vater! Unser Vater!' warfen sich die Makololo ins Wasser,
kletterten an Bord und fielen dem treuen Mann um den Hals.
Text lesen: Kol. 3,1-4
I. Orientiertes Leben (1-2)
Paulus sagt:
Wenn ihr nun mit Christus auferweckt seid.
und damit bezieht er sich auf Kol. 2,12:
Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch
auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt
hat von den Toten.
Wenn ihr also auferweckt seid,
orientiert Euch nach oben. GN
oder
Trachtet nach dem, was droben ist.
Nicht in dieser Welt findet man richtige Orientierung. An was sollen wir
uns in der Welt auch orientieren?
Es gab schon damals Menschen, die dem, was in der Welt zu erreichen ist
misstrauten. Cicero schrieb ca. 50 v.Chr.:
Wenn du daher die Hoffnung aufgegeben hast, an diesen Ort (Erde)
zurückzukehren, auf den grosse und berühmte Männer ihr ganzes Sinnen
und Trachten richten, wie geringwertig ist da doch jener irdische Ruhm,
der sich kaum auf den armseligen Teil eines einzigen Jahres erstrecken
kann? Willst du also den Blick nach oben richten und auf diesen Sitz
und diese ewige Wohnstätte, dann überlasse dich nicht dem Gerede der
Menge, noch setze die Hoffnung deines Lebens auf Belohnungen von
Menschenhand.[1]
Hier wird ein natürlicher "Instinkt" des Menschen sichtbar, der merkt,
dass es über die Welt hinaus eine Wirklichkeit gibt. Cicero
beispielsweise, war ein sehr gebildeter Mann seiner Zeit. Er war
keineswegs weltfremd, doch schien im gerade durch seine Tätigkeit, dass
die Erfüllung nicht in dieser Welt zu erreichen ist. Und wenn man eine
gewisse Genugtuung erreicht, ist sie doch nur von kurzer Dauer.
Durch die ganze Weltgeschichte gab es Menschen, die der Welt absagten,
die nach "oben" strebten. Die ewige Wohnstätte die Cicero hier nennt,
bekommt jeweils verschiedene Namen z.B. Nirwana usw.
Immer mehr Menschen, die von unserem Materialismus enttäuscht sind,
suchen nach Werten, die beständiger sind.
Was unterscheidet jetzt aber die Christen, die auferweckt wurden, von
diesem allgemeinen Trend? Betrachten wir genau was Paulus schreibt!
Er bezeichnet ganz genau, wo oben ist. Er überlässt die Interpretation
nicht dem Leser, denn dann könnte einem in den Sinn kommen, die ganze
Götterwelt in dieses "oben" zu verpacken.
Suchet oder trachtet nachdem, was oben ist. Oben ist Christus zur
Rechten Gottes sitzend.
Wir sollen also nach Christus suchen, wir sollen unser Sinnen auf
Christus ausrichten.
Wir können uns selber tragen, wo ist oben bei uns. Wohin zielt mein
Leben, an welchen Werten orientiere ich mich?
Anwendung
Wie richten wir unser Leben auf Christus aus? Wie können wir nach ihm
suchen, uns an ihm orientieren?
Jesus sagt es folgendermassen:
Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, und euer Leben
darauf gründet, seid ihr wirklich meine Jünger. / Dann werdet ihr die
Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Joh.8,31-32.
Wenn wir uns also an die Worte Jesu halten, so bleiben wir bei ihm. Ich
kann das an einem ganz banalen Beispiel deutlich machen.
Wenn ich einen Fotoapparat kaufe mit dem Ziel bessere Fotos mache, lese
ich nicht die Betriebsanleitung zu meinem Computer durch, sondern die
Anleitung zum Fotoapparat.
Folie: Wichtig, was Gott wichtig ist.
Wie gewichtig ist der Faktor Gott und sein Reich in unseren
Entscheidungen?
Wie sieht es bei uns aus? Machen wir uns wirklich ernsthafte Gedanken
über das Reich Gottes? Oder sind uns – um ein Beispiel zu nennen – die
Sportresultate wichtiger, als das was für die Ewigkeit Bedeutung hat?
II. Verborgenes Leben (3)
Das ist das Schicksal eines jeden Christen. Man sieht jetzt nicht was
wir sind. Wir können keinen amtlich beglaubigten Pass vorweisen, dass wir
Kinder Gottes sind. Johannes beschreibt dies so:
Ihr Lieben, wir sind schon Kinder Gottes. Was wir einmal sein werden,
ist jetzt noch nicht sichtbar. Aber wir wissen, wenn es offenbar wird,
werden wir Gott ähnlich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er
wirklich ist. 1.Joh.3,2.
Wie gerne würden wir beweisen und belegen können, was wir eigentlich
sind.
z.B. Könige und Priester:
Ihm, der uns liebt, ihm, der sein Blut für uns vergossen hat, um uns
von unseren Sünden freizukaufen, / der uns zu Königen gemacht hat und
zu Priestern, die seinem Gott und Vater dienen dürfen. Offb.1,5b-6a.
wir werden gar die Welt richten:
Wisst ihr nicht, dass die Gemeinde Gottes die Welt richten werden?
1.Kor.6,2a.
Wie schön wäre das, wenn man uns erkennen würde. Mit viel Respekt und
Ehrerbietung würden uns die Menschen behandeln. Aber jetzt geht es eher
wie bei diesen Mokololo Leuten. Wir werden vielmehr belächelt.
Niemandem können wir dies alles Beweisen. Nicht nur das, noch
schlimmer: Die Welt versteht uns nicht und wir werden gehasst:
Die Welt würde euch als ihre Kinder lieben, wenn ihr zu ihr gehören
würdet. Aber ich habe euch aus der Welt herausgerufen, und ihr gehört
nicht zu ihr. Aus diesem Grund hasst euch die Welt. Joh.15,19.
Wie der Auferstandene unsichtbar ist und nur durch den Glauben erkannt
wird, so bleibt auch unser neues Leben unsichtbar, auch wenn äusserlich
Veränderungen feststellbar sind, denn diese Veränderungen können
verschieden interpretiert werden.
Bis dahin kann die Fehlinterpretation gehen, wie Jesus sagt:
Es wird sogar soweit kommen, dass alle, die euch töten, es als einen
Opferdienst zur Ehre Gottes verstehen. Joh.16,2.
Es gibt viele Beispiele in der Geschichte, wo Menschen im Namen Gottes
getötet wurden.
III. Herrliches Leben (4)
Es wird die Zeit aber kommen, da wird sichtbar werden, was wir sind und
dies wird eine herrliche Zeit werden!
Das wird in einem Augenblick geschehen:
Wenn Gottes Befehl ergeht, der oberste Engel ruft und die himmlische
Posaune ertönt, wird Christus, der Herr, selbst vom Himmel kommen.
Zuerst werden dann alle, die im Vertrauen auf ihn gestorben sind, aus
dem Grab auferstehen. / Danach werden wir, die noch am Leben sind, mit
ihnen zusammen auf Wolken in die Luft gehoben und dem Herrn
entgegengeführt werden, um ihn zu empfangen. Dann werden wir für immer
mit ihm zusammensein. 1.Thess.4,16-17.
Ich sage euch jetzt ein Geheimnis: Wir werden nicht alle sterben, wir
werden aber alle verwandelt werden. / Das geschieht in einem
Augenblick, so schnell, wie jemand mit der Wimper zuckt, sobald die
Posaune das Ende ankündigt. Die Posaune gibt das Signal, dann werden
die Verstorbenen zu unvergänglichem Leben erweckt, und wir, die dann
noch am Leben sind, bekommen den neuen Körper. 1.Kor.15,51-52.
So kommen wir in die neue Welt, die uns Gott versprochen hat.
Vom Thron her hörte ich eine starke Stimme: Jetzt wohnt Gott bei den
Menschen! Er wird bei ihnen bleiben, und sie werden seine Völker sein.
Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. / Er wird alle ihre
Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit,
keine Klage und keine Quälerei mehr. Was einmal war, ist für immer
vorbei. Offb.21,3+4.
Unzählige Stellen könnte man anfügen, die diese herrliche Zukunft
ankündigen.
Wenn Christus also wiederkommt, dann werden auch wir mit ihm Offenbar.
Dann wird sichtbar, was wir wirklich sind. Dann werden wir Gott preisen,
wie wir dies noch gar nicht können.
Evangelisation
Noch etwas, was wir deutlich sehen müssen. Paulus schreibt: Christus,
euer Leben. Christus steht auch in diesem Abschnitt im Zentrum. Allein in
diesen vier Versen wird Christus vier mal genannt und zwar in sehr
wichtiger Bedeutung.
Christus Euer Leben, verdeutlicht nochmals, dass das Trachten nach oben
heisst. Auf Jesus zu sehen.
Ohne Jesus gibt es kein wahres Leben:
Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der
hat das Leben nicht. 1.Joh.5,12.
Hast Du dieses Leben?
Schluss
Bist du zu christlichen Gedanken gekommen oder bist du zu einer
Verwandlung gekommen? Hat sich dein Lebenskonzept grundlegend verändert
oder hast du dein altes Konzept lediglich überarbeitet?
Mose war ein Beispiel für Menschen, die sich nach den wahren Werten im
Leben ausrichteten.
Folie
Mose war sicher, dass alle Schätze Ägyptens nicht so viel wert waren
wie die Schande, die wir zusammen mit Christus ertragen. Denn er
blickte auf die künftige Belohnung. Hebr.11,26.
Jesus sagt:
Sammelt lieber Schätze bei Gott. Dort werden sie nicht von Motten und
Rost zerfressen und können auch nicht von Einbrechern gestohlen werden.
Denn euer Herz wird immer dort sein, wo ihr eure Schätze habt. Mat.6,20-
21.
Wenn wir das getan haben, aber durch die Sorgen und Anforderungen des
Alltags davon abgewichen sind. Willst Du Dich durch dieses Wort im
Kolosser Brief zurückrufen lassen? Amen.
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[1]Cicero: Über den Staat, VI, 23 (25).

